Pickelhaube

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Pickelhauben der Nachfolger der Schwarzen Schar. Links: Offiziershaube (Eigenbeschaffung, mit dreidimensionalem Totenkopf) und rechts: Haube eines Unteroffiziers mit Portepee (vom Regiment gestellt). Unter dem Totenkopf steht „Peninsula“, stellvertretend für die Napoleonische Kriege auf der Iberischen Halbinsel (Engl.: Peninsula), die die Briten „Peninsular War“ nannten. Über dem Totenkopf steht: „Mit Gott für Fürst und Vaterland“.

Die Pickelhaube (offiziell: Helm mit Spitze) war die militärische Kopfbedeckung preußischer Soldaten und Polizisten. Der Begriff aus der Soldatensprache war nicht offiziell, die damals gängige Bezeichnung in Dienstvorschriften und anderen Unterlagen war schlicht und einfach Helm, teilweise auch Lederhelm, Helm mit Spitze, Helm nach preußischer Probe usw.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die „Urpickelhaube“ (Ursprungmodell M42) aus dem Jahr 1842
Originalgetreuer Nachbau einer preußischen Pickelhaube zu Zeiten des Deutschen Kaiserreiches

Die Pickelhaube wurde 1842 in der Preußischen Armee eingeführt und hat über mehr als siebzig Jahre hindurch wesentlich das äußere Erscheinungsbild des deutschen Soldaten bestimmt; zudem noch häufig von Polizei und Beamtenschaft getragen, wurde sie schließlich zum klassischen Symbol vor allem des Deutschen Kaiserreiches.

Der nicht aus Metall, sondern aus gepreßtem Leder hergestellte Helm war so gebaut, daß ein direkter Säbelhieb durch die spezielle Form und über die Spitze abglitt, ein Adleremblem an der Stelle der Stirn sollte feindliche Kugeln abprallen lassen.

Übergang zum Stahlhelm

Durch die modernen Waffen – vor allem Granaten und Flammenwerfer – verlor die Pickelhaube jedoch ihren strategischen Zweck und wurde lediglich aus Tradition beibehalten.

Mit dem Erscheinen des Stahlhelms wurde die Pickelhaube bereits während des Ersten Weltkrieges innerhalb der Armee abgeschafft, deutsche Soldaten trugen ab diesem Zeitpunkt den neuen Helm, der deutlich mehr Schutz bot.

Bei dem zuletzt, noch ab Herbst 1915 ausgegebenen Modell der Pickelhaube konnte an der Front die Spitze über einen Bajonettverschluß abgenommen werden, die Beschläge waren von unauffälliger mattgrauer Farbe.

Bedeutung

Heute gilt die Pickelhaube (gemeinsam mit dem Hackenknallen, Stechschritt u. a.) sowohl als Symbol für den völkerrechtswidrig aufgelösten Staat Preußen als auch generell für das reichsdeutsche Soldatentum.

Chronologie

Für den preußischen Infanteriehelm ergaben sich im Laufe der Zeit einige Veränderungen, die meist, wenn auch manchmal mit zeitlicher Verzögerung, von anderen Truppenteilen und anderen deutschen Staaten übernommen wurden.

Zeitliche Entwicklung

  • 1842: Einführung des Ursprungmodells M42, dessen Höhe über die Modelle M57 und M60 auf die Hälfte vermindert wurde
  • 1867: Tellerbeschlag statt Kreuzblattbeschlag, Abrundung des Vorderschirms, vorübergehende Abschaffung der Hinterschiene
  • 1871: Wiedereinführung der Hinterschiene, Offiziere erhalten Durchsteckrosetten (bis dato mit Schrauben befestigt, so auch weiterhin für Mannschaften).
  • 1887: Nur für den Mannschaftshelm: Wulst statt Perlring um den Hals der Spitze, Lederriemen an Hakenhalterung statt Schuppenkette, vorübergehende Abschaffung der Vorderschiene
  • 1891: Nur für den Mannschaftshelm: Lederriemen wird durch Knopf 91 befestigt, Lederriemen mit Schiebe- statt Dornschnalle, Wiedereinführung der Vorderschiene
  • 1895: Nur für den Mannschaftshelm: Spitzenhals mit fünf statt zwei Belüftungslöchern, Hinterschiene mit Lüftungsloch, zur Gewichtsreduzierung Beschläge aus Aluminiumbronze (Legierung aus Kupfer und Aluminium) anstatt aus Messing
  • 1897: Einführung der Reichskokarde (rechts zu tragen)
  • 1915: Einführung des Modells M15 im Deutschen Heer, graue Beschläge aus eisenähnlichem Material (z. B. verzinktes Eisenblech), abnehmbare Spitze mit Bajonettverschluß

Sonstiges

Heute gehören Pickelhauben zu den begehrtesten militärischen Sammelobjekten, den sogenannten Militaria. Preise von mehreren tausend Euro sind keine Seltenheit.

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