Pius XII.

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Titelbild des US-Nachrichtenmagazins TIME

Pius XII. (bürgerlich Eugenio Maria Giuseppe Giovanni Pacelli (Lebensrune.png 2. März 1876 in Rom; Todesrune.png 9. Oktober 1958 in Castel Gandolfo) war Papst der römisch-katholischen Kirche von 1939 bis 1958.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Am 20. Juli 1933 wurde zwischen dem Deutschen Reich und dem Heiligen Stuhl in Rom das Reichskonkordat unterzeichnet, durch das zum ersten Mal in der Geschichte für das ganze Deutsche Reich die Beziehungen der katholischen Kirche zum Staat geregelt werden. Die Unterzeichnung vollzog für Deutschland der Vizekanzler Franz von Papen, für den Heiligen Stuhl der Kardinal Staatssekretär Eugenio Pacelli. Von links nach rechts: Prälat Prof. Dr. Ludwig Kaas, Vizekanzler Franz von Papen, Kurienkardinal Giuseppe Pizzardo (Unterstaatssekretär im Staatssekretariat des Heiligen Stuhls), Kardinal Staatssekretär Eugenio Pacelli, Kurienkardinal Alfredo Ottaviani (Substitut im Staatssekretariat des Heiligen Stuhls) und Ministerialdirektor Dr. Rudolf Hermann Buttmann während des Unterzeichnungsaktes.

Pacelli stammte aus einer alten italienischen Adelsfamilie. 1899 erhielt er die Priesterweihe und trat bald darauf in den diplomatischen Dienst des Vatikan.

Im Auftrag von Benedikt XV. versuchte er im Ersten Weltkrieg einen Verhandlungsfrieden zu erreichen, der an den Feinden des Deutschen Kaiserreiches scheiterte. 1917 wurde Pacelli Nuntius in München. Von 1920 bis 1929 vertrat er den Vatikan bei der Reichsregierung in Berlin und wurde 1929 Kardinalstaatssekretär.

Am 20. Juli 1933 schloß er mit dem Deutschen Reich das im wesentlichen bis heute geltende Konkordat über die Rechte der Kirche. Am 2. März 1939 erfolgte seine Wahl zum Papst, wo er den Namen Pius XII. annahm.

Im Zweiten Weltkrieg wahrte er strikte Neutralität. Auch nach der Besetzung Italiens durch die Deutsche Wehrmacht wurde die Unantastbarkeit des Vatikans gewahrt. Zeitweise Geschichten über seine geplante Ermordung durch die Deutschen erwiesen sich als alliierte Greuelpropaganda. Lediglich durch den alliierten Bombenterror auf Rom nahm der Vatikan Schaden. Nach Kriegsende verurteilte er die Kollektivschuldbezichtigungen gegenüber dem Deutschen Volk und erhob Ende 1945 demonstrativ drei deutsche Bischöfe zu Kardinälen. Wegen seiner tiefen Bindungen zu Deutschland wurde Pius XII. auch „der deutsche Papst“ genannt.[1]

Holocaust

Viele Juden werfen Papst Pius dem Zwölften vor, zum sogenannten Holocaust geschwiegen zu haben. Der Vatikan steht auf dem Standpunkt, Pius’ „stille Diplomatie“ habe tausende Menschenleben gerettet.[2] In diesem Zusammenhang ist Pius XII. auch vom deutschen Schriftsteller Rolf Hochhuth scharf angegriffen worden. Er schrieb das Stück „Der Stellvertreter“ (1963) über den Papst. Der Begründer des Holocaust-Revisionismus Paul Rassinier verfaßte daraufhin eine Antwort auf das Stück Hochhuths, die unten zum Lesen bereit steht.

Vertreibung

„Papst Pius XII. verurteilt im Dezember 1945 diese unmenschliche Vertreibung der Deutschen aus ihrer 800jährigen Heimat als Verbrechen und rügt die polnischen Kardinäle, daß sie die Massenverbrechen an Deutschen duldeten. Am 1. März 1948 schreibt er an die deutschen Bischöfe: ‚Besondere Berücksichtigung werde immer die Ostflüchtlinge verdienen, die aus ihrer Heimat im Osten zwangsweise und unter entschädigungsloser Enteignung ausgewiesen und in die deutschen Zonengebiete überführt wurden. Wenn wir auf sie zu sprechen kommen, so beschäftigt Uns hier nicht so sehr der rechtliche, wirtschaftliche und politische Gesichtspunkt jenes in der Vergangenheit Europas beispiellosen Vorgehens. Über die genannten Gesichtspunkte wird die Geschichte urteilen. Wir fürchten freilich, daß ihr Urteil streng ausfallen wird. Wir glauben zu wissen, was sich während der Kriegsjahre in den weiten Räumen von der Weichsel bis zur Wolga abgespielt hat. War es jedoch erlaubt, im Gegenschlag zwölf Millionen Menschen von Haus und Hof zu vertreiben und der Verelendung preiszugeben? Sind die Opfer jenes Gegenschlags nicht in der ganz überwiegenden Mehrzahl Menschen, die an den angedeuteten Ereignissen und Untaten unbeteiligt, die ohne Einfluß auf sie gewesen waren? Und war jene Maßnahme politisch vernünftig und wirtschaftlich verantwortbar, wenn man darüber hinaus an den gesicherten Wohlstand von ganz Europa denkt? Ist es wirklichkeitsfremd, wenn Wir wünschen und hoffen, es möchten alle Beteiligten zu ruhiger Einsicht kommen und das Geschehene rückgängig machen, soweit es sich noch rückgängig machen läßt?‘“[3][4]

Am 24. Juni 1946 ernannte Papst Pius XII., der zum Ärgernis von Tschechen und Polen 12 Millionen deutsche Vertriebene anerkannte, den heimatvertriebenen Bischof von Ermland, Maximilian Kaller, zum „Päpstlichen Sonderbeauftragten für die heimatvertriebenen Deutschen“. Kaller, der geborener Oberschlesier war, starb aber schon im Juli 1947. Zu seinem Nachfolger berief der Papst den Bischof von Limburg, Ferdinand Dirichs, der 1948 plötzlich starb. Sein Nachfolger wurde der vertriebene Prälat der Freien Prälatur Schneidemühl, Franz Hartz. Ebenfalls 1948 ernannte Pius XII. den Kölner Kardinal Joseph Frings zum „Hohen Päpstlichen Protektor des gesamten Flüchtlingsproblems“. 1948 gab er kund:

„Deutschland, das noch vor einem Menschenalter blühende, von Kraft strotzende, reiche und industriemächtige Land, ist einem zermürbenden Verarmungsprozeß anheimgefallen: durch den Krieg verbraucht und tief verschuldet, durch Kriegszerstörungen weiterhin verheert, durch die Kriegsfolgen eingeengt, maßlos übervölkert und mit einem unnatürlichen Mißverhältnis der Geschlechter und Altersstufen belastet, in eine wirtschaftliche Lage gezwungen, die dem Wiederaufbau alle nur erdenklichen Hindernisse in den Weg legt, muß es mit allgemeiner Armut auf lange Sicht rechnen und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zunächst auf ein Ziel hinsteuern: daß wenigstens das Existenzminimum gewahrt und gerettet werde.“[5]

Zitate

  • „Bei aller Bereitschaft zur Versöhnung und zum Ausgleich mit den osteuropäischen Völkern in einer europäischen Friedensordnung und zur Anerkennung der historischen Entwicklung nach der Vertreibung, d. h. auch zur Anerkennung des Heimatrechts der 1945 in die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie eingewanderten Polen, begehrten die Katholiken das eine immer wieder, daß die Wahrheit nicht verschwiegen werde und daß das Unrecht der Vertreibung auch Unrecht genannt werden. Sie fühlten sich in diesem Anliegen von keinem Papst so verstanden wie von Pius XI I. Sie bedauerten, daß seine Nachfolger diese Wahrheit, die an der Wiege jeder Versöhnung und jedes Friedens stehen muß, nicht mehr so deutlich aussprachen. [...] In den ersten Jahren der Nachkriegszeit kam der Haltung des damaligen Papstes Pius XII. für die Meinungsbildung der deutschen Katholiken in der Deutschen Frage eine kaum zu überschätzende Bedeutung zu. Die deutschen Katholiken, wenn man sie denn einmal als einen homogenen Block nehmen darf, was der Realität zu keiner Zeit voll entspricht, fühlten sich in ihrer Orientierung an den genannten Grundwerten durch diesen Papst voll unterstützt. Er hat diese Grundwerte immer wieder in der internationalen Öffentlichkeit in Erinnerung gerufen. Er hat das Unrecht der Vertreibung schon in seiner Ansprache an das Kardinalskollegium am 24.12.1945 beim Namen genannt: Mit einer schlecht verheimlichten Grausamkeit treibe der Totalitarismus kommunistischer Herrschaft ‚Millionen von Menschen, Hunderttausende von Familien ins tiefste Elend hinein, weg von Haus und Hof, entwurzelt sie, reißt sie heraus aus einer Zivilisation und Kultur, an deren Aufbau ganze Generationen mitgearbeitet hatten [...] All das stellt ein mit der Würde und dem Wohl der Menschheit unvereinbares System dar‘. [...] Besonders die Bestellung der Apostolischen Visitatoren zeigte nicht nur das Offenhalten der Deutschen Frage, sondern ermöglichte den vertriebenen Katholiken auch, heimatliche Bindungen und heimatliches Brauchtum zu pflegen. Sie fühlten sich in ihrem Anspruch auf die Heimat durch die Kirche getragen. Diese päpstliche Unterstützung schwächte sich unter den Nachfolgern Pius XII. etwas ab.“[6]
  • Heute begegnet man mitunter Bürgern, die beinahe Angst haben, sich dem Vaterland ergeben zu zeigen. Wie wenn die Liebe zum Vaterland zwangsläufig Geringschätzung anderer Länder bedeutet. Wie wenn der natürliche Wunsch, das eigene Vaterland schön, im inneren blühend, nach außen geachtet und geschätzt zu sehen, unvermeidlich ein Grund zur Abneigung gegen andere Völker sein müßte. Es fehlt sogar nicht an Leuten, die sich hüten, das Wort Vaterland auszusprechen, und es durch andere, wie sie meinen, angepaßtere Namen zu ersetzen suchen. Man muß sagen, daß diese verringerte Liebe zum Vaterland, zu dieser auch von Gott geschenkten größeren Familie, nicht das letzte Zeichen einer Geistesverwirrung ist.[7]

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Prominente ohne Maske - Drittes Reich, FZ-Verlag 1998, ISBN 3924309396
  2. Deutschlandradio Kultur, 9. März 2009: Israelische und katholische Historiker erörtern in Jad Vaschem die Rolle von Papst Pius XII. im Holocaust.
  3. Thomas Brick: Schwarze Schafe, rote Wölfe, goldene Geier, S. 351
  4. Brief von Papst Pius XII an die deutschen Bischöfe, 1. März 1948
  5. Ostdeutschland: Papst Pius XII. verurteilte vor 50 Jahren die Vertreibung der Deutschen, Junge Freiheit, 6. März 1998
  6. Manfred Spieker: Katholische Kirche und Deutsche Frage
  7. Papst Pius XII. vom 23. März 1958; Antifo, 1. Juni 2009: Gastbeitrag: Deutschland für Christus! Oder doch gleich ganz Europa?
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