Quax, der Bruchpilot

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FILM

Quax, der Bruchpilot.jpg
Filmdaten
Originaltitel: Quax, der Bruchpilot
Produktionsland: Deutsches Reich
Erscheinungsjahr: 1941
Laufzeit: 92 Minuten
Sprache: Deutsch
Filmproduktion: Terra-Filmkunst GmbH
Erstverleih: Terra-Filmverleih GmbH
IMDb: deueng
Stab
Regie: Kurt Hoffmann
Regieassistenz: Toni Thermal,
Fritz Aeckerle
Drehbuch: Robert A. Stemmle
Vorlage: Hermann Grote
Produktionsleitung: Robert Leistenschneider
Musik: Werner Bochmann
Ton: Alfred Zunft
Kamera: Heinz von Jaworsky
Kameraassistenz: Jiří Bronec,
Peter Röhrig,
Herbert Ernst
Optische Spezialeffekte: Gerhard Huttula
Standfotos: Josef Höfer,
Hans Schaller
Bauten: Otto Moldenhauer,
Rudolf Linnekogel
Aufnahmeleitung: Fritz Anton
Herstellungsleitung: Heinz Rühmann
Schnitt: Walter Fredersdorf
Besetzung
Darsteller Rolle
Heinz Rühmann Otto „Quax“ Groschenbügel
Lothar Firmans Fluglehrer Hansen
Karin Himboldt Marianne Bredow
Harry Liedtke Gutsbesitzer Bredow, ihr Vater
Elga Brink ihre Mutter
Hilde Sessak Adelheid, Reisebüroangestellte in Dünkelstätt
Franz Zimmermann Flugschüler Harry Peters
Kunibert Gensichen Flugschüler Walter Ottermann
José Held Flugschüler Karl Bruhn
Günther Markert Flugschüler Gottfried Müller
Manfred Heidmann Flugschüler Ludwig Mommsen
Leo Peukert Bürgermeister
Lo Etthoff Frau des Bürgermeisters
Georg Vogelsang Alter Herr Krehlert
Beppo Brem Knecht Alois
Lutz Götz Tankstellenbesitzer Busse, genannt „Schlumpf“
Irene Fischer Fliegerin Hilde
Arthur Schröder Flugarzt
Walter Holten Flugplatzleiter Müller
Alfons Teuber 1. Journalist der Redaktion „Reisen & Wandern“
Helmut Weiss 2. Journalist der Redaktion „Reisen & Wandern“
Erich Kestin 1. Mechaniker
Markus Staffner 2. Mechaniker
Walter Lieck Lehrer
Otto Braml Reisebürogeschäftsführer
Karl Etlinger Sparkassendirektor
Karl Heidmann Polizeihauptmann
Wilhelm Bendow Reisender
Gertrud Wolle Touristin
Walter Bechmann Wetterwart
Gerhard Dammann Fotograf
Emil Matousek Sportflieger
Werner Stock Flugschüler
Wilhelm Kaiser-Heyl Honorario aus Dinkelstätt
Ernst Karchow Gast in der Flugzeugkantine
Armin Münch Flugschüler in der Kantine

Quax, der Bruchpilot ist ein deutscher Spielfilm aus der Zeit des Nationalsozialismus. Das Lustspiel mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle wurde nach der gleichnamigen Verserzählung von Hermann Grote gedreht. Die Uraufführung fand am 16. Dezember 1941 in Hamburg statt.

Inhaltsverzeichnis

Auszeichnungen

Prädikate
  • volkstümlich wertvoll
  • jugendwert
  • künstlerisch wertvoll

Handlung

Quelle
Folgender Text ist eine Quellenwiedergabe. Unter Umständen können Rechtschreibfehler korrigiert oder kleinere inhaltliche Fehler kommentiert worden sein. Der Ursprung des Textes ist als Quellennachweis angegeben.

Otto Groschenbügel, Quax genannt, Angestellter des Dünkelstätter Verkehrsbüros, hat in einem Preisausschreiben den ersten Preis gewonnen: Kostenlose Ausbildung zum Sportflieger in der Fliegerschule Bergried. Es sind die harten Jahre der deutschen Fliegerei vor ihrem Wiederaufstieg, Jahre materieller Enge, die an den Idealismus der Flugschüler die höchsten Anforderungen stellen. Quax jedoch, den nur der blinde Zufall zur Fliegerei geführt hat, macht sich schon am ersten Tage durch sein Angebertum und seine Disziplinlosigkeit völlig unmöglich. Sein Fluglehrer Hansen erteilt ihm den dringenden Rat, schleunigst wieder aus Bergried zu verschwinden.

Bei seiner Rückkehr nach Dünkelstätt erlebt Quax zwei Überraschungen: Seine Freundin Adelheid ist inzwischen mit dem reichen Herrn Busse auf Reisen gegangen, während er selbst, Quax, über Nacht eine Dünkelstätter Berühmtheit geworden ist. In der Schule, am Stammtisch, in allen Kreisen Dünkelstätts kennt man nur noch ein Gesprächsthema: Quax, unser kühner Flieger! Ob er will oder nicht, er muß nach Bergried zurück und Flieger werden! Dort ist man keineswegs davon entzückt und setzt alles daran, Quax den Aufenthalt in jeder Weise zu verleiden. Aber man hat nicht mit der Wandlungsfähigkeit von Quax gerechnet.

Es zeigt sich nämlich, daß er noch etwas mehr kann, als nur den Angeber zu spielen. Auf den Dünkelstätter Schützenfest ladet Quax die reizende Marianne, die er bei dieser Gelegenheit kennengelernt hat, zu einem Aufstieg im Freiballon der Fliegerschule ein und nimmt aus purer Gedankenlosigkeit auch noch zwei Bauernkinder mit. Wider Erwarten geht das gefährliche Unternehmen glücklich aus, und Hansen, bezwungen von der Umsicht, mit der Quax alle Fährnisse der Fahrt gemeistert hat, lädt Gnade vor Recht ergehen und nimmt den reuigen Sünder wieder auf.

Auch bei einem anderen schlimmen Streich beweist Quax ebensoviel Geschick wie Schneid, und abermals zieht Hansen den schon ausgesprochenen Hinauswurf von Quax wieder zurück. Er hat jetzt eine Schwäche für seinen „Bruchpiloten". Was Quax auch immer angestellt hat, eins hat er jedenfalls bewiesen — er ist ein schneidiger Flieger geworden. Damit kommt alles in die Reihe Quax gewinnt nicht nur die Liebe Mariannes, sondern auch die Freundschaft und Achtung seiner Kameraden. Und als der nächste Flugschüler-Kursus zum ersten Probeflug antritt, da führt ein gewisser Quax wieder einmal das große Wort, jetzt allerdings mit Recht: Quax ist auf Bergried Fluglehrer geworden!


Wissenswertes

Die turbulente Geschichte des Fliegers Quax, die Heinz Rühmann zum Idol vieler deutscher Flugfans machte, wurde mit einem Einspielergebnis von fünf Millionen Reichsmark der Kassenschlager der Saison 1941/42.

Er bekam von der Filmprüfstelle des Dritten Reichs das Prädikat „künstlerisch wertvoll“.

Das Gespann Heinz Rühmann und Kurt Hoffmann, der 1939 in dem Rühmann-Film Paradies der Junggesellen erstmals die Regie eines Kinofilms übernommen hatte, durfte sich über den damals sensationellen Erfolg freuen. Dazu hatte das schwungvolle Skript wesentlich beigetragen, das der renommierte Filmautor Robert A. Stemmle nach einer Erzählung des Hauptmanns der Luftwaffe, Hermann Grote, entwickelt hatte.

Während bereits erste britische Luftangriffe auf deutsche Städte erfolgten, entstanden die stimmungsvollen Außenaufnahmen zu »Quax, der Bruchpilot« im Städtchen Prien am Ufer des Chiemsees, dessen Einwohner als Statisten die Filmgruppe verstärkten. Damit auch ganz junge Laiendarsteller drehen durften, wurden die kleinen Akteure durch eine Erzieherin betreut.

Teilweise wurde auch im bayerischen Erding gedreht, wo auch die Landung auf dem Platz verfilmt wurde. Andere Quellen sprechen davon, dass große Teile des Films auf dem Flugplatz Kempten-Durach gedreht wurden - Durach ist Deutschlands höchstgelegener Verkehrslandeplatz, dort hängen auch Fotos von der Produktion des Films, eines davon ist von Heinz Rühmann signiert, welches dafür spricht, dass zumindest Teile des Films hier gedreht wurden.

Nachkriegszeit

Nach 1945 war das Werk umstritten: Die alliierten Militärbehörden sahen es als geschickt verdeckte NS-Propaganda an, als eine Werbung für Flieger-HJ und Luftwaffe. Sie verboten die öffentliche Aufführung zunächst. Heinz Rühmann selbst wehrte den Vorwurf, der Film habe der Kriegsvorbereitung und Wehrertüchtigungspropaganda gedient, stets ab: Erstens spiele der Film im Jahr 1930, zweitens zeige keine der Flaggen und Fahnen, die auf dem Filmflugplatz zu sehen seien, ein Hakenkreuz.

Die Alliierten benutzten den Grund, weil an diesen Film ein NS-Fliegerkorps die Filmarbeiten unterstützte und die damaligen Werte, die erst Fluglehrer Hansen und dann Quax selber als für einen Flieger unerläßlich anpreisen - unverbrüchliche Kameradschaft, Disziplin, Autoritätshörigkeit, Furchtlosigkeit -, vermittelt wurden. „Fliegerische Zucht und Ordnung steht über allem!“, verkündet etwa Quax am Ende des Films - untermalt von dem Lied »Heimat, deine Sterne« - den ihm anvertrauten zukünftigen Piloten, dies sollte als einen weiteren Grund dienen.

Daß „Quax, der Bruchpilot“ ungeachtet dieses Aspekts noch heute zu den bekanntesten Rühmann-Filmen gehört, ist das Verdienst des Hauptdarstellers, der als aufschneiderischer und doch liebenswerter Querkopf Quax alle Register seines komödiantischen Könnens zieht. Seine Kollegen bilden für ihn eine bunte Kulisse, ohne die Aufmerksamkeit vom Star abzulenken: der versierte Harry Liedtke in der Rolle des jovialen Filmvaters der schönen Karin Himboldt, Hilde Sessak, die seit Mitte der 1930er-Jahre das Kinopublikum als elegante Frau von Welt faszinierte und 1940 mit Rühmann in Kleider machen Leute zu sehen war, sowie Beppo Brem, der seit seinem Debüt in Die verkaufte Braut (1932) unter Max Ophüls so unverwechselbar den naiven Naturburschen verkörperte.

Filmplakat

Filmbeiträge

Privataufnahmen vom Dreh
Der Film

Verweise

Meine Werkzeuge