Reichsschule Königsheide

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Die Königsheide, nördlich von Arnheim

Die Reichsschule Königsheide war die erste Nationalpolitische Erziehungsanstalt in den von reichsdeutschen Truppen gesicherten Niederlanden.

Lage

Bei der Königsheide handelt es sich um ein Naturgebiet nördlich von Arnheim, in der Nähe der Ortschaft Scharsbergen[1]. Heute befindet sich hier ein Übungsgelände des niederländischen Heeres. Hinter Umzäunungen und Baumbeständen sieht man noch einige Gebäude, von denen sich nicht feststellen läßt, ob sie der Erziehungsanstalt als Unterkunft dienten.

Geschichte

Gründung

Bald nach der Sicherung der Niederlande seitens der reichsdeutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Mai 1940 wurde eine Niederländische Einrichtung völkischer Erziehung gegründet, um auf diesem Reichsgebiet Nationalpolitische Erziehungsanstalten errichten zu können, die im übrigen mit dem Namen Reichsschule bezeichnet werden sollten, damit das niederdeutsche Volk nicht gereizt würde.

Das Ministerium für Unterricht in Den Haag, der ehemaligen niederländischen Residenzstadt, erhielt eine Napola-Abteilung. Der Sportlehrer Bossong aus Vorburg wurde an der Spitze der Führerschaft der neuzubildenden Reichsschule gestellt. Unterrichtsführer (ndl: onderwijsleider) wurde Dirk Bruggemann, bislang Biologielehrer an dem Haagener Lyceum, zudem in den Jahren 1921-1926 Privatlehrer der niederländischen Kronprinzessin Juliane.

Das Sanatorium für geisteskranke Kinder wohlhabender Eltern Königsheide in Scharsbergen bei Arnheim, seitens der Luftwaffe bereits im Juli 1940 konfisziert, wurde 1941 als Zuhause der ersten niederdeutschen Nationalpolitischen Erziehungsanstalt vorgesehen. Nach einer kurzfristigen Werbung wurden 500 Jungen angemeldet, daher sollte eine Prüfung stattfinden. Die erste war im September 1941 in sechs Städten in den Niederlanden. Am 6. Oktober war die zweite in Königsheide. Die Jungen hatten einige sportliche Normen zu erfüllen, sowie im Bereich mehrerer Fächer ihre Kompetenzen aufzuweisen. Auch ihre musikalische Begabung wurde von dem Musiklehrer Jacob Ross beurteilt.

Beziehungen zu der Anstalt in Bensberg

Der Sohn des NSB-Gewerkschaftsführers, Hein Waldenberg, gehörte zu den Auserwählten, die an der neuen Erziehungsanstalt weitergebildet werden sollten. Am 20. Oktober fing die erste Schar[2] an, eine zweite und dritte, jeweils aus zwanzig Jungmannen gebildet, folgten schon bald. Sieben Lehrer waren insgesamt an der Anstalt tätig. Sechs von ihnen entstammten der NSB, einer war aus den Reihen der NSNAP einbezogen worden. Zwei der Lehrer hatten bereits die Napolaburg Oranienstein besucht, zwei weitere besuchten dann die Anstalt in Bensberg.

Aus Bensberg kamen zudem einige Züge reichsdeutscher Jungmannen mit ihren Lehrern, unter ihnen der Unterrichtsführer Ernst Debusmann, die dann in der Anstalt Königsheide getrennt von den niederdeutschen Reichsschülern unterrichtet wurden. Während der Spaziergänge und der Mahlzeiten lernten die Jungen, sich untereinander zu verständigen. Am Tisch saßen abwechselnd ein reichsdeutscher und ein niederdeutscher Jungmann.

Disziplinlosigkeit

Wegen der Disziplinlosigkeit auf der Reichsschule Königsheide, im Vergleich mit den reichsdeutschen Anstalten, zeigte sich der ehemalige Unterrichtsführer der NPEA Bensberg, jetzt Bevollmächtigter des Napola-Inspektors Heißmeyer in den Niederlanden, Wilhelm Kemper, äußerst unzufrieden. Während einer Besprechung mit dem NSB-Bevollmächtigten für Unterricht und Erziehung, Robert von Genechten, am 12. Februar 1942 wurde klar, daß sich beide einen Neubeginn der niederdeutschen Reichschule wünschten. Von Genechten sehnte sich eine Napola unter NSB-Führung bzw. eine Art Parteischule herbei, Kemper jedoch, sich der großen Anzahl der jüdischen und in Niederländisch Indien zudem einheimischen Mitglieder dieser Partei bewußt, bestand auf einer Erziehungsanstalt unter deutscher Führung.

Bereits hinsichtlich des Faches Deutsch konnten sie sich nicht einigen. Für den flämischen von Genechten kam Deutsch nur als erste Fremdsprache in Frage. Kemper war jedoch bestrebt, Deutsch als Hauptsprache zu verwenden, denn:

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Wer sich dem Wort des Führers bekennen will, soll seiner Sprache beherrschen, und vor allem empfinden.

Wilhelm Kemper, Im Gespräch mit dem NSB-Bevollmächtigten für Unterricht, am 12. Februar 1942

Von Genechten antwortete diesbezüglich: „Wir stehen am Anfang, das germanische Bewußtsein wird hierzulande langsam wachsen, und sich ausdehnen. Wir wollen mittlerweile jedoch Niederländer bleiben. Zudem sind wir dann Germanen, vielleicht eben die besseren Germanen“. Kemper berichtete dem Reichskommissar Seyss-Inquart hinsichtlich seiner Erfahrungen. Dieser gab dann dem SS-Stab in Berlin seine Entscheidung bekannt, die Eltern der Jungmannen der Reichsschule Königsheide haben zu wählen, ob ihr Kind wieder in eine reguläre Schule gehen, oder sich einer neuzubildenden Nationalpolitischen Erziehungsanstalt unter reichsdeutscher Führung in den Niederlanden anschließen soll.

Eine neue Unterkunft

An Himmler schrieb er, er habe eine neue Unterkunft für die auszubildenden niederländischen Jungmannen gefunden, der Palast Soestdeich, in dem bis 1940 die dann geflüchtete niederländische Kronprinzessin Juliane mit ihrem Ehemann Bernhard zur Lippe-Biesterfeld gewohnt hatte. Der Reichsführer-SS war einverstanden, meinte jedoch, der Name sollte geändert werden, die neue Reichsschule solle den Namen Marnix von St.-Aldegondes, des niederdeutschen Sonderbeauftragten, der im Jahre 1580, während des Reichstages in Worms, den Kaiser und die Kurfürsten um Unterstützung des niederländischen Freiheitskampfes bat, erhalten. Der Name Reichsschule wäre weiterhin zu verwenden.

Der Unterricht an der Reichsschule Königsheide wurde eingestellt, die Räumlichkeiten des Sanatoriums erneut der Luftwaffe zur Verfügung gestellt. Die niederdeutschen Reichsschüler wurden im April 1942, mitsamt ihrer Lehrer, zeitweilig auf die NPEA Bensberg übergestellt.

Die Abwicklung

Die Abwicklung der Reichsschule Königsheide verlief problematisch. Aus einer vom Musiklehrer Jacob Ross genehmigten Kissenschlacht am letzten Abend entwickelte sich ein Handgemenge der reichs- und niederdeutschen Jungmannen, von denen mehrere verletzt wurden. Einer brauchte ärztliche Versorgung. Das Aussehen des Schlafsaals hatte sich schlachtartig verändert. Als Ernst Debusmann nach einem heftigen Wutausbruch sehr empört die Führung übernahm, befahl er den Jungmannen um Mitternacht, in einem nahebei gelegenen schlammigen Rübenfeld eine Vielzahl Liegestütze zu machen.

Dazu kam, daß aus den Vorräten der Reichsschule Sachbestände entfernt worden waren. Die gestohlenen Waren wurden bei einem Unteroffizier und drei Soldaten der Wacheinheit der Schule aufgefunden. Einer der Soldaten war zudem mit einem der Mädchen der Küche beschäftigt.

Das Experiment mit der Reichsschule Königsheide galt als gescheitert.

Liste der Jungmannen (Auswahl)

Siehe auch

Literatur

  • Paul van der Steen: Keurkinderen, Hitlers elitescholen in Nederland, Verlag Balans, 2009, ISBN 978 94 600 3016 1 Vorsicht! Umerziehungsliteratur im antideutschen Sinne!

Fußnoten

  1. Deswegen wird diese Anstalt auch manchmal als Reichsschule Scharsbergen bezeichnet.
  2. Ein Zug wurde in den niederdeutschen Anstalten als Schar bezeichnet.