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Reichstagsgebäude
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Das Reichstagsgebäude (auch Reichstag genannt) ist ein Gebäude im Berliner Bezirk Mitte, Ortsteil Tiergarten, in dem erst der Reichstag des deutschen Kaiserreichs und später das Parlament der Weimarer Republik untergebracht waren. Seit 1994 findet dort alle fünf Jahre die Bundesversammlung zur Wahl des deutschen Bundespräsidenten statt und seit 1999 ist es Sitz des Deutschen Bundestages. Seine offizielle Bezeichnung lautet: Plenarbereich Reichstagsgebäude.
Inhaltsverzeichnis |
Die Vorgeschichte
Provisorien
Erster Sitz eines Reichstages in Berlin war das Preußische Herrenhaus in der Leipziger Straße 4; hier tagte seit 1867 der Reichstag des von Preußen dominierten Norddeutschen Bundes. Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 kamen die Abgeordneten der süddeutschen Staaten hinzu, ein größerer Tagungsort wurde benötigt, den fand man zunächst im Preußischen Abgeordnetenhaus in der Leipziger Straße 75. Sehr bald wurde deutlich, dass auch hier der Platz nicht ausreichte. Der Reichstag nahm am 19. April 1871 einen entsprechenden Antrag an.
1881–1884: Planung
Im Dezember 1881 beschloß der Reichstag, das Baugelände zu erwerben. Eine lebhafte öffentliche Diskussion entstand um die Frage, ob Ludwig Bohnstedt außer Konkurrenz beauftragt werden sollte, seinen siegreichen Entwurf von 1872 umzuarbeiten und auszuführen.
Im Februar 1882 wurde dann aber ein neuer Wettbewerb ausgeschrieben. Auch Bohnstedt beteiligte sich wieder. Aus 189 anonym eingelieferten Einsendungen gingen die Entwürfe des Frankfurters Paul Wallot und des Müncheners Friedrich von Thiersch als Sieger hervor; beide erhielten erste Preise. Da aber Wallots Entwurf eindeutig mit 19 von 21 Stimmen bevorzugt wurde, bekam er den Auftrag.
Der Entwurf von Wallot:
Schließlich konnte am 9. Juni 1884 der Grundstein gelegt werden. Drei Hohenzollern waren ebenso anwesend: Kaiser Wilhelm I. sowie sein Sohn und sein Enkel – die späteren Kaiser Friedrich III. und Wilhelm II.
1884–1918: Bauausführung und Ausgestaltung
Die äußere Form
Während der Bauarbeiten entwickelte sich die Kuppel zum besonderen Problem. Durch verschiedene Einsprüche war Wallot gezwungen worden, sie von ihrer zentralen Position über dem Plenarsaal zur westlichen Eingangshalle zu verlegen. Erst die Reduzierung der Kuppelhöhe von 85 m auf knapp 75 m und eine relativ leichte, technisch anspruchsvolle Konstruktion aus Stahl und Glas löste die Probleme. Die so auf Umwegen entstandene Kuppel versorgte den Plenarsaal mit natürlichem Licht und gab dem Parlamentsgebäude den gewünschten würdigen Abschluss, darüber hinaus galt sie als Wahrzeichen für die Leistungsfähigkeit deutscher Ingenieure.
Wilhelm II., seit 1888 als Kaiser im Amt, unterstützte Wallot auch in der Frage, wo die Kuppel zu plazieren sei, obwohl er sie prinzipiell als Ärgernis empfand – weil er darin ein Symbol für die Ansprüche des ungeliebten Parlaments sah und weil sie höher war als die Kuppel des Berliner Stadtschlosses mit ihren 67 Metern.
Paul Wallot hatte versucht, einen neuen nationalen Baustil zu entwickeln, eine architektonische Parallele zur Vereinigung der deutschen Kleinstaaten und Kulturkreise im Deutschen Kaiserreich. Für die Außenform verwendete der Architekt hauptsächlich Formen der italienischen Hochrenaissance und verband sie mit einigen Elementen der deutschen Renaissance, mit etwas Neobarock und der damals hochmodernen Stahl- und Glaskonstruktion der Kuppel. Am 5. Dezember 1894 wurde der Schlußstein gelegt.
Über das Gebäude:[1]
Die Innenausstattung
Das Reichstagsgebäude war für seine Aufgaben im allgemeinen gut vorbereitet. Die Haustechnik war ganz auf der Höhe der Zeit. Ein eigenes Kraftwerk versorgte das Gebäude mit elektrischem Strom. Es gab eine zentrale Heizungssteuerung mit Temperaturfühlern, elektrische Ventilatoren, Doppelfenster, Telefone, Toiletten mit Wasserspülung.
Ein Mangel allerdings war bald zu erkennen – es fehlte an ausreichenden Arbeitsräumen für alle Abgeordneten. Im Vergleich zu anderen europäischen Parlamentsbauten war das Gebäude mit seiner Grundfläche von 138 x 96 m relativ klein. Auch Umbauten in den folgenden Jahren konnten das Problem nicht beseitigen. Das Verhältniswahlrecht der Weimarer Republik ließ die Zahl der Abgeordneten dann sogar von 397 auf über 600 ansteigen. Gegen Ende der 1920er-Jahre wurden Erweiterungsbauten nördlich des Reichstages geplant, aber nicht mehr ausgeführt.
Die meisten Räume, auch der große Sitzungssaal, waren mit Holz ausgekleidet, denn Wallot entwarf die Innenräume, einschließlich des Mobiliars, weitgehend im Stil der deutschen Renaissance des 16. und 17. Jahrhunderts. Wandverkleidungen aus Holz und hölzerne Schmuckformen - Giebel mit Fächerrosetten über den Türen, Obelisken, gedrechselte Säulen, Girlanden und allegorische Figuren - waren in repräsentativen Renaissancegebäuden, zum Beispiel in den Rathäusern wohlhabender Städte, oft in großer Fülle angebracht worden und schmückten nun ganz ähnlich auch das Reichstagsgebäude. Diese aufwendige Gestaltung wurde von Betrachtern als typisch deutsch aufgefasst und war auch so gemeint – als Gegengewicht und Ergänzung zu einer Außenansicht, die trotz anderer Zutaten vor allem den Eindruck der damals weit verbreiteten „internationalen Neorenaissance“ vermittelte.
Die Bildnisse
Die künstlerische Ausgestaltung war mit der Schlußsteinlegung 1894 noch nicht abgeschlossen. Sie war vor allem darauf angelegt, die 1871 hergestellte Einheit des Reiches darzustellen – die Vereinigung der deutschen Bundesländer unter Führung des preußischen Königs als Deutschem Kaiser. Das Reichswappen im Giebel über dem Haupteingang und die Kaiserkrone auf der Kuppelspitze symbolisierten das erreichte Ziel, ebenso eine Germaniagruppe von Reinhold Begas über der Spitze des Hauptportals. Darüberhinaus wurde an vielen Stellen darauf Bezug genommen, dass das Deutsche Reich sich aus seinen Ländern zusammensetzt – etwa mit den Wappen der Deutschen Bundesländer, der Deutschen Königreiche und bedeutender deutscher Städte, auch mit den personifizierten deutschen Flüssen Rhein und Weichsel. Dazu kamen Motive wie die 16 Figuren auf den Ecktürmen: „Kunst“, „Wissenschaft“, „Erziehung“, „Volksernährung“ usw.
Mit einem Text, den Wallot bestimmt hatte, sollte das Gebäude „DEM DEUTSCHEN VOLKE“ gewidmet werden. Obwohl die Inschrift bis zur Einweihung über dem Westportal angebracht sein sollte, blieb die vorgesehene Stelle mehr als 20 Jahre lang leer. Erst zu Weihnachten 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, wurde das Versäumte nachgeholt. Der Architekt und Industriegestalter Peter Behrens gestaltete den Schriftzug aus dem Schriftcharakter der Unziale. Zwei feindliche Kanonen aus den Befreiungskriegen 1813–1815 wurden für die Herstellung der 60 cm hohen Buchstaben eingeschmolzen.
Das Innere des Gebäudes vor der alliierten Kulturbarbarei und der BRD-Kulturrevolution:
Reichstagsbrand
In der Nacht vom 27. zum 28. Februar 1933 brannten die Kuppel, der Plenarsaal und einige umliegende Räumlichkeiten aus.
Siehe auch: Reichstagsbrand
Die Kuppel des Reichstagsgebäudes wurde notdürftig instandgesetzt, der zerstörte Plenarbereich jedoch nicht. Neben dem Reichstag sollte die Halle des Volkes mit ihrer Kuppelhöhe von 290 Metern entstehen.
Im Zweiten Weltkrieg mußten die Fenster zugemauert werden. Die AEG produzierte hier Funkröhren, ein Lazarett wurde eingerichtet und die gynäkologische Station der nahegelegenen Charité hierher verlegt – einige Hundert Berliner erblickten im Reichstag das Licht der Welt.
Hitler und das Reichstagsgebäude
Entgegen einer weit verbreiteten Meinung hielt Adolf Hitler niemals eine Rede im Reichstagsgebäude. Hitler, der während der Weimarer Republik selbst nie Reichstagsabgeordneter war, wurde am 30. Januar 1933 vom Reichspräsidenten Hindenburg zum Reichskanzler bestimmt. Die konstituierende Sitzung des neuen Parlaments am 21. März 1933 (Tag von Potsdam) fand bereits nach dem Reichstagsbrand statt. Der Reichskanzler Adolf Hitler hielt seine Reichstagsreden in der zum Parlamentsgebäude umfunktionierten Krolloper.
Bolschewistische Besetzung
Die Rote Armee sah im Reichstagsgebäude eines der Schlüsselsymbole der Macht des Nationalsozialismus. Nach heftigen Kämpfen wurde es vom 176. Regiment der 150. Schützendivision in der 3. Stoßarmee der 1. Weißrussischen Front eingenommen. Neun rote Sowjetfahnen waren aus Moskau eingeflogen worden. Am 30. April 1945 wurde eine Fahne zunächst über dem Eingangsportal, dann auf der Kuppel des Gebäudes aufgepflanzt. Um etwa 15:00 Uhr hatte der Befehlshaber der 3. Stoßarmee, General Kusnezow, im Gefechtsstand bei Marschall Schukow angerufen und diesem gemeldet: „Unser rotes Banner weht auf dem Reichstag !“ Er teilte Schukow aber auch mit: „An einigen Stellen der oberen Stockwerke und in den Kellern wird immer noch gekämpft.“ Das berüchtigte Propagandafoto des Militärfotografen Jewgeni Chaldej, eines Juden zu diesem Vorgang musste wegen der anhaltenden Kämpfe später nachgestellt werden, erst am Abend des 1. Mai kapitulierten die letzten Verteidiger im Keller des Hauses. Als Soldat mit der Fahne wurde jahrzehntelang Meliton Kantaria genannt und in der Sowjetunion geehrt. Inzwischen scheint der richtige Name festzustehen: Michail Petrowitsch Minin.
1945–1990: Deutsche Teilung
Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges stand das zuletzt heftig umkämpfte Reichstagsgebäude als Teilruine in einer von Trümmern geprägten Umgebung. Die Freiflächen ringsherum dienten der hungernden Bevölkerung als Parzellen für den Anbau von Kartoffeln und Gemüse. Am 22. November 1954 wurde die Kuppel gesprengt – wegen angeblicher statischer Unsicherheit und um das beschädigte Gebäude zu entlasten. Diese Begründung wird in kritischen Texten als „fragwürdig“ bezeichnet. In den folgenden Jahren beschränkte sich die neu gegründete Bundesbauverwaltung darauf, das Bauwerk zu sichern.
1955 beschloss der Bundestag die völlige Wiederherstellung. Allerdings war die Art der Nutzung im geteilten Deutschland noch ganz ungewiss. Der Architekt Paul Baumgarten erhielt 1961 als Gewinner eines zulassungsbeschränkten Wettbewerbs den Auftrag für Planung und Leitung des Wiederaufbaus, der 1973 beendet war. Zahlreiche Schmuckelemente der Fassade fielen weg, die Ecktürme wurden in der Höhe reduziert, auf eine neue Kuppel verzichtete man. Im Inneren verschwanden große Teile der Bausubstanz hinter Abdeckplatten, neue Zwischengeschosse vergrößerten die Nutzfläche und veränderten dabei weitgehend die ursprüngliche Raumstruktur. Der Plenarsaal wurde gut doppelt so groß und hätte alle Abgeordneten eines wiedervereinigten Deutschland mühelos aufnehmen können. Seit dem Viermächte-Abkommen von 1971 durften aber nicht einmal Plenarsitzungen des Bundestages in Berlin abgehalten werden. Nur Ausschuss- oder Fraktionssitzungen waren in den neu eingerichteten Räumen möglich.
Baumgartens rigorose Eingriffe – von der Bundesbaudirektion unterstützt oder vorgeschrieben - sollten das Gebäude der Moderne der 1960er Jahre anpassen. Dekorative Gestaltung war tabu. Gerade Linien und glatte Flächen dominierten. Insbesondere die repräsentativen Bauten des ausgehenden 19. Jahrhunderts galten als schwülstig, überladen und wenig erhaltenswert. Denkmalpflegerische Gesichtspunkte hatten kaum Gewicht. Später wurden Baumgartens Änderungen wenigstens zum Teil rückgängig gemacht und hinterließen in einem neuen Umbaukonzept fast keine Spuren, denn die Veränderungen an der Fassade, d.h. die Abschlagung und Entfernung von Schmuckelementen, z. B. an den seitlichen Kanten der Ecktürme, oder der Giebelschmuck an den Risaliten der Nord und Südflügel, wurden nicht revidiert. Im Zuge der Umbaudebatte Anfang der 90er Jahre wurde eine historische Wiederherstellung nicht diskutiert.
Während der deutschen Teilung von 1961 bis 1989 verlief die Berliner Mauer unmittelbar an der Ostseite des Reichstagsgebäudes.
Nach der deutschen Teilvereinigung am 3. Oktober 1990 beschloss der gesamtdeutsche Bundestag am Ende einer intensiven, kontrovers geführten Debatte den Umzug von Parlament und Regierung von Bonn nach Berlin und damit die Verlegung des Bundestages in das Reichstagsgebäude.
1991-1999: Umbau
Der Wettbewerb
„Sitz des Deutschen Bundestages ist Berlin“ – diesen Beschluss fasste der Bundestag am 20. Juni 1991 in Bonn mit einer knappen Mehrheit von nur 18 Stimmen. Vor dem Umzug von Parlament und Regierung musste das Reichstagsgebäude zu einem modernen Plenargebäude umgebaut werden. 1993 wurde dafür ein Realisierungswettbewerb ausgeschrieben. Aus 80 eingereichten Entwürfen wurden drei Preisträger gleichrangig ausgewählt: Sir Norman Foster (England), Pi de Bruijn (Niederlande) und Santiago Calatrava (Spanien). Foster hatte ein freistehendes, transparentes Dach über dem eigentlichen Gebäude und Teilen der Umgebung geplant, ein Vorschlag, der aus ästhetischen Erwägungen aber auch wegen der zu erwartenden Kosten von 1,3 Milliarden Mark keine ausreichende öffentliche Zustimmung fand. In einer Überarbeitungsphase setzte er sich dann mit einem völlig neuen Entwurf gegen seine beiden Konkurrenten durch.
Auch in dem neuen Entwurf hatte Foster für das Dach des Reichstags keine Kuppel vorgesehen. In seinen Erläuterungen distanzierte er sich sogar ausdrücklich von jeder Erhebung auf dem Dach, die „aus rein symbolischen Gründen“ gebaut würde; weder einen Schirm (ähnlich dem ursprünglichen Entwurf) noch eine Kuppel könne er empfehlen. Diese Position ließ sich nicht halten. In den Jahren 1994/95 mussten auf Druck der politischen Entscheidungsträger die Vorschläge für die Gestaltung des Daches mehrfach überarbeitet werden. Am 8. Mai 1995 wurde Fosters endgültiger Entwurf für eine gläserne, begehbare Kuppel vorgestellt, dem die Abgeordneten zustimmten.
Sowjet-bolschewistische Schmierereien aus dem Jahre 1945 im Reichstagsgebäude, die als Form der Selbsterniedrigung bis heute zur Schau gestellt werden:
Der Innenausbau
Die letzte Veranstaltung im Reichstagsgebäude vor dem Umbau fand am 2. Dezember 1994 statt. Ende Mai 1995 waren die Vorbereitungen für die Bauarbeiten abgeschlossen – die Asbestsanierung und die Freilegung ursprünglicher Gebäudestrukturen. Zahlreiche Originalbestandteile wurden geborgen und später in den fertigen Bau integriert. Respekt vor der historischen Gebäudesubstanz war eine der Forderungen, die an die Architekten gestellt worden waren. Spuren der Geschichte sollten auch nach dem Umbau sichtbar bleiben. Dazu gehörten auch russische Schmierereien aus den Maitagen 1945 – von Stalins Truppen nach dem Fall Berlins angebracht – , die jetzt wieder ans Licht kamen („Hitler kaputt“, „Kaukasus-Berlin“). Graffitti "rassistischen" oder "sexistischen" Inhalts wurden in Abstimmung mit russischen Diplomaten entfernt, andere werden im umgebauten Reichstag gezeigt.
Ende Juli 1995 begannen die eigentlichen Umbauarbeiten. Zunächst wurden die Um- und Einbauten Baumgartens aus den 1960er-Jahren beseitigt, 45.000 Tonnen Schutt waren abzutransportieren. Um die Stabilität des geänderten Gebäudes zu garantieren, kamen zu den 2300 Stützpfählen, die Paul Wallot einst im Untergrund des Gebäudes versenken ließ, 90 neue hinzu.
Mit dem Rohbau konnte im Juni 1996 begonnen werden. Im Zentrum des Gebäudes entstand ein Neubau im Altbau. Er umfasst hauptsächlich den Plenarsaal, der sich über alle drei Hauptgeschosse erstreckt, und die Presselobby im dritten Obergeschoss. Die Nord- und Südflügel, etwa zwei Drittel des Gebäudes, verblieben als historischer Bestand und wurden lediglich saniert.
Am 19. April 1999 fand die symbolische Schlüsselübergabe an den Präsidenten des Deutschen Bundestages sowie die erste reguläre Plenarsitzung statt.
Wissenswertes
Die Kuppel
Die Kuppel misst 38 Meter im Durchmesser, hat eine Höhe von 23,5 Meter und wiegt 1200 Tonnen. Die Scheitelhöhe der Kuppel liegt bei 47 Meter über dem Boden – deutlich niedriger als bei Paul Wallot.
Westbalkon
Die Westbalkone befinden sich in nördlicher Richtung (rechts) neben dem Hauptportal. Vom zweiten von ihnen rief am Nachmittag des 9. November 1918 der Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion, Philipp Scheidemann, die „Deutsche Republik“ aus.
Unterirdischer Gang
Bei den Umbaumaßnahmen nach Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland wurde ein Gang mit Heizungsrohren entdeckt. Er verband einst das Reichstagsgebäude mit dem Reichstagspräsidentenpalais, das heute Sitz der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft ist. Ein Teil des Heizungsganges ist während der Umbauarbeiten herausgetrennt worden und steht nun als isoliertes Objekt in der Fußgängerunterführung vom Reichstag zum Jakob-Kaiser-Haus.
BRD-Bundesadler
In zahlreichen Entwürfen schlug ein gewisser Norman Foster neue Lösungen für die Gestaltung des Bundesadlers im Plenarsaal vor, den er sich vor allem schlanker wünschte. Die Abgeordneten entschieden sich jedoch für eine vergrößerte Kopie der rundlichen Form, die der Bildhauer Ludwig Gies einst für das Bonner Parlament entworfen hatte (ironische Bezeichnung: „Fette Henne“). Foster übernahm es aber, die Rückseite des Adlers zu gestalten – der hängt in Berlin vor einer Glaswand, ist also erstmals von beiden Seiten zu sehen. Der neue Adler, von Foster auf der Rückseite signiert, ist um etwa ein Drittel größer als der alte und wiegt ca. 2,5 t.
Verweise
Literatur
- Paul Wallot: Das Reichstagsgebäude in Berlin - Von den ersten Plänen bis zur Schlußsteinlegung