Rest-Tschechei

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Das Großdeutsche Reich (blau) 1938 sowie die Rest-Tschechei (rot). Die roten Grenzlinien stellen den Gebietsstand des Deutschen Kaiserreiches dar.
Völkischer Beobachter vom 16. März 1939: Böhmen und Mähren sind wieder im Reich!
Parade der Wehrmacht auf dem Prager Wen­zels­platz mit deutscher und tschechischer Nationalflagge.

Resttschechei bezeichnet den tschechischen Teil der Tschechoslowakei, der nach der Rückgabe des Sudetenlandes an das Deutsche Reich noch geblieben war. Diesem eingegliedert wurden zu den 6 Millionen Tschechen 3,5 Millionen Deutsche, 2 Millionen Slowaken und noch tausende Weißruthenen, Polen und Ungarn. Die Tschechoslowakei war ein Versailler Kunststaat mit dem Ziel der permanenten Bedrohung Deutschlands. Besonders Frankreich war darum bemüht, die Nachbarländer Deutschlands so stark wie möglich zu machen, damit wirksame Bundesgenossen in einem künftigen Krieg gegen das Reich bereitstehen würden.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Böhmen war zuvor jahrhundertelang Teil des deutschen Reiches. Insofern wäre es vernünftiger gewesen, die 6 Millionen Tschechen den 60 Millionen Deutschen als Minderheit zuzugestehen, als 3,5 Millionen Deutsche den 6 Millionen Tschechen als „Minderheit“ zu überlassen.

Das Protektorat

Bereits am 21. Mai 1938 erfolgte die tschechische Teilmobilmachung, was einer faktischen Kriegserklärung von tschechischer Seite an das Deutsche Reich gleichkam. Der Terror gegen die Deutschen im Sudetenland nahm in Folge dessen immer unerträglichere Ausmaße an. Am 22. Mai 1938 schrieb der US-Botschafter in Paris, W. C. Bullitt, an US-Präsident Roosevelt, daß die tschechische Mobilmachung „als Anstiftung zum Krieg in Europa aufgefaßt werden muß...“[1] Am 23. September 1938 wurde die vollständige tschechische Mobilmachung verkündet.

Adolf Hitler sagte dazu in seiner Rede vom 26. September 1938 kurz vor Abschluß des Münchner Abkommens:

„Und nun haben endlich England und Frankreich an die Tschechoslowakei die einzig mögliche Forderung gerichtet: Das deutsche Gebiet freizugeben und an das Reich abzutreten. Heute sind wir genau im Bilde über die Unterhaltungen, die damals Herr Dr. Benesch geführt hat. Angesichts der Erklärung Englands und Frankreichs, sich nicht mehr für die Tschechoslowakei einzusetzen, wenn nicht endlich das Schicksal dieser Völker anders gestaltet würde und die Gebiete freigegeben würden, fand Herr Benesch einen Ausweg. (…) Nicht das Gebiet trat er ab, sondern die Deutschen treibt er jetzt aus! (…) Ganze Landstriche werden entvölkert, Ortschaften werden niedergebrannt (…).“

Ein Verstoß gegen das Münchner Abkommen lag zwar formal nicht vor, so Thorsten Hinz. Hitler hatte aber einen politisch-psychologischen Fehler begangen. Die an sich legitime Rückholung des deutschen Memellandes am 22. März verschlimmerte den Eindruck noch. Vor allem in Großbritannien kochte die Stimmung hoch, was Premierminister Neville Chamberlain zu einer fatalen Garantieerklärung an Polen veranlaßte. Damit bestärkte er Jozef Beck in seiner zwielichtigen Politik und band die Briten blind an Polen. Beck hatte nun, was er wollte, und Ernst von Weizsäcker, Staatssekretär im Auswärtigen Amt (AA), notierte resigniert: „Die Danzig-Frage zu lösen, ist jetzt nicht mehr möglich, nachdem wir in Prag u. Memel unser politisches Kapital aufgebraucht haben und ein deutsch-polnischer Zusammenstoß die Lawine ins Rutschen bringen würde.“[2]

Nachdem das deutsche Sudetenland der tschechischen Zwangsherrschaft durch das Münchner Abkommen entrissen werden konnte, wollte sich die Slowakei ebenso von der tschechischen Herrschaft lösen.

Die Slowakei wurde vom Deutschen Reich am 14. März 1939 als souveräner Staat anerkannt.

Aus Gründen der nationalen Sicherheit ließ Hitler am 15. März 1939 in der Resttschechei, dem deutschen Gebiet Böhmen und Mähren, Truppen einmarschieren und schuf das Reichsprotektorat Böhmen und Mähren, in dem die Tschechen sehr weitgehende Autonomierechte genossen ähnlich den Sorben und Kaschuben, die ja auch ihren Siedlungsraum auf deutschem Staatsgebiet haben. Die Folge war ein ungeahnter Wirtschaftsaufschwung des Gebietes, an dem die deutsche Firma Skoda ebenso ihren Anteil hatte. Die Autonomie ging sogar so weit, daß kein Tscheche während des Zweiten Weltkrieges Militärdienst zu leisten brauchte. Die Polizei blieb tschechisch und die tschechische Krone weiterhin Landeswährung. Auch die Landesgrenze bestand unverändert fort und eine Ein- und Ausreise war für Deutsche wie bisher nur mit einem Paß möglich.

Die Errichtung eines Protektorats ist nichts ungewöhnliches, war doch selbst ein ganzer Kontinent, Indien, zum damaligen Zeitpunkt ebenso ein Protektorat Englands. Während England etwa keinen legitimen Anspruch auf Indien besaß, gab es im Falle der Tschechei immerhin eine mögliche historische Rechtfertigung, da Böhmen lange Zeit Bestandteil des Alten Reiches war, Prag unter den Luxemburgern sogar dessen Hauptstadt.

Die Kontrolle über die Resttschechei war Hitler aus militärstrategischen Gründen wichtig, weil dieser lange Landstreifen bis in die Mitte des Deutschen Reiches hineinreichte. Das Gebiet von Böhmen und Mähren war zuvor unter Österreich-Ungarn über viele Jahrhunderte deutsches Staatsgebiet und es gab keinen Grund, diesen feindlichen englischen Brückenkopf direkt an Deutschlands Grenze weiterhin hinzunehmen und nicht deutscher Kontrolle zu unterstellen.

Dazu sagte Hitler in seiner Rede vom 28. April 1939 folglich:

„Was man von diesem Staat [der Rest-Tschechei] erwartet hatte, geht am eindeutigsten aus der Feststellung des französischen Luftfahrtminister Pierre Cot hervor, der es ruhig aussprach, daß es die Aufgabe dieses Staates wäre, in jedem Konfliktfall Bomberlande- und Abflugplatz zu sein, von dem aus die wichtigsten deutschen Industriezentren in wenigen Stunden würden vernichtet werden können. Es ist selbstverständlich, wenn die deutsche Staatsführung ihrerseits ebenfalls den Entschluß faßte, diesen Bomberabflugplatz zu vernichten. Sie hat diesen Entschluß nicht gefaßt etwa aus Haß gegen das tschechische Volk. Eher im Gegenteil, denn im Laufe eines tausendjährigen Zusammenlebens hat es zwischen dem deutschen und tschechischen Volk oft jahrhundertelange Perioden engster Zusammenarbeit gegeben (...)
Ob diese Lösung, die Deutschland gefunden hat, richtig ist oder nicht richtig ist, wird die Zukunft erweisen. Sicher aber ist das eine, daß die Lösung nicht einer englischen Kontrolle oder englischer Kritik untersteht. Denn die Länder Böhmen und Mähren haben als letztes Restgebiet der ehemaligen Tschechoslowakei mit der Münchner Abmachung überhaupt nichts mehr zu tun. So wenig, als etwa englische Maßnahmen, sagen wir in Irland, mögen sie richtig oder falsch sei, einer deutschen Kontrolle oder Kritik unterstellt sind, so wenig ist dies bei diesen alten deutschen Kurfürstentümern der Fall.“

Hitlers Entscheidung war geographisch, historisch, politisch, militärisch und wirtschaftlich folgerichtig und logisch. Daß dies natürlich nicht im Interesse Englands, der USA und Frankreichs war, steht allerdings außer Frage. Demzufolge war damit auch endlich ein "Grund" gefunden, um das wiedererstarkende Deutschland in einen neuerlichen Krieg gegen seine Feinde treiben zu müssen.

Im Gegensatz zur verlogenen Wortwahl im Sinne der derzeitigen politischen Korrektheit wurde bei der Errichtung des Protektorats also mitnichten irgendetwas "zerschlagen" oder "erledigt", sondern eine jahrhundertelange und bis dahin friedliche Koexistenz wiederhergestellt. Dies änderte sich erst 1945 mit der Vertreibung der Deutschen aus dem Sudetenland und den unsagbaren Greueln und dem Völkermord, der an den Deutschen verübt wurde.

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Es ist erstaunlich die Briten behaupten zu hören Deutschland hätte die Piratenflagge gehißt, als Hitler in der Krise zwischen zwei benachbarten Slawenvölkern seine Unterstützung von den Tschechen auf die Slowaken übertrug. Indes herrschten die Briten über Millionen Angehöriger fremder Völker in der ganzen Welt, und zwar kraft reiner Eroberung. Ganz offensichtlich lag es den britischen Führern nicht Hitlers Fähigkeit zu schätzen, schwierige Probleme ohne Blutvergießen zu lösen. Anscheinend zogen sie ihre eigenen Methoden vor.
David L. Hoggan, Der erzwungene Krieg, 4. Auflage, Seite 309


Siehe auch

Literatur

Verweise

Filme

Fußnoten

  1. R. Jung, „Die Tschechen“, S. 151/152
  2. Doris Neujahr: Mythos von der Unschuld an der Eskalation
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