Rohrdorf (Ortelsburg)

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Rohrdorf

Staat: Deutsches Reich
Gau: Ostpreußen
Landkreis: Ortelsburg
Provinz: Ostpreußen
Einwohner (1939): 211
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Rohrdorf befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Polen vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Rohrdorf ist ein deutscher Ort in Ostpreußen im Bezirk Allenstein, Kreis Ortelsburg. Der Ort hatte im Jahre 1939 insgesamt 211 Einwohner. Rohrdorf befindet sich im derzeit polnisch besetzten Teil Ostpreußens.

Geschichte

Die Vermessung des für die Siedlung Trzianken vorgesehenen Geländes ist bereits 1723 erfolgt. Die Gründungsurkunde wurde aber erst am 1. November 1740, konfirmiert am 28. März 1741, ausgestellt. Johann Chilla wurde als Dorfschulze beauftragt, 22 H, davon vier Schulzenhufen, urbar zu machen. Mit der Ansetzung der Bauern kam man nicht gut vorwärts. Im Jahre 1745 waren von 18 Bauernhufen nur vier mit zwei Bauern (Woytek Krischik und Andres Barzik) besetzt. 14 H waren als "wüst" bezeichnet. Die Besetzung dieser Hufen erfolgte 1776. In diesem Jahre erhielten Martin Lichtenstein, die Brüder Bartel, Martin und Adam Barzik und Johann Fidorra je drei H zu Hochzinsrechten. 1781 wirtschafteten in Trzianken (29 H 5 M 200 R magdeb.) zwei Kölmer, sechs Hochzinser und zwei Eigenkätner. Die Willenberger Prästationstabelle dieses Jahres bringt über die wirtschaftlichen Verhältnisse der Bauern folgende Angaben: "Brennholzbedarf im Dorf ausreichend. Hochzinser haben freies Bauholz in der Kgl. Corpeller Forst. Einsaat je Hufe: 3 Scheffel Korn, ¼ Scheffel Erbsen, ½ Scheffel Gerste, 1 Scheffel Hafer, 2 Scheffel Grücken, 5 Scheffel Kartofteln. Ertrag: 3. Korn. Heubedarf kann nicht gedeckt werden. Jeder Wirt muß bis 5 Fuder Heu aus Polen kaufen. Viehbestand je Hufe: 2 Pferde, 2 Ochsen, 2 Kühe, 2 Schafe, 2 Schweine, 2 Jungvieh. Vermögensumstände: mittelmäßig." Die wirtschaftliche Entwicklung im Dorf litt sehr unter den alljährlichen Überschwemmungen des Omulefflusses. Die Regulierung des 22 Kilometer langen Flusses unter Verkürzung auf 12 Kilometer war 1934 soweit gediehen, daß durch Ziehung von Nebengräben viele Bauern auf altem Sumpfgelände über 100 Zentner Kartoffeln je M ernten konnten. Fahnenhafer stand prächtig auf den Feldern, und es konnten 40 Zentner gutes Wiesenheu je M jährlich geerntet werden. 1939 gab es im Dorf 28 landwirtschaftliche Betriebe: 2: 0,5-5 ha, 6: 5-10 ha, 5: 5-10 ha, 13: 20-100 ha. Zur Landgemeinde Rohrdorf gehörte Georgsheide, früher adlige Dorfschaft Wolka, 1841: 191 M 16 R preuß., mit 10 Schatullbauern.

Im Gange der Separation hatten sich ausgebaut: Karl Kelbassa, Max Blumenstein, Gustav Barzik, Walter Olschewski, Johann Rudnik, Michael Orlowski, Karl Sender, Gustav Blumenstein, Wilhelm Pallasch, Johann Blumenstein, Julius Rogalski, Ludwig Lichtenstein, Frieda Blumenstein, August Sdunek. Die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung des Dorfes war von einer lebhaften Bautätigkeit begleitet. 1934-1938 wurden nach einem Bericht von Gustav Kelbassa acht Wohnhäuser, acht Scheunen, zehn Ställe gebaut. Auch die Verkehrsverhältnisse wurden durch den Ausbau der Straßen Rohrdorf-Willenberg, Rohrdorf-Treudorf und den Bau von drei Brücken über den Omulef (Betonbrücke: Rohrdorf-Treudorf, Holzbrücke: Rohrdorf-Treudorf und Holzbrücke Rohrdorf-Wacholderau) wesentlich verbessert. Im Dorfe gab es eine Zollstation. Für die Beamten und deren Familien waren 1930/37 zwei Zollhäuser gebaut.

Eine Besonderheit im Dorf waren die drei „Rohrdorfer Eichen“, die der Kreis von Frau Friederike Blumenstein erworben hatte. Die stärkste Eiche hatte einen Umfang von über acht Metern. Es wurde erzählt, daß der Burggraf Georg von Blumenstein unter einer der Eichen begraben sei.

Im Dorfe war keine Schule. Die Kinder besuchten die Schule in Treudorf.

Beim Einmarsch der Russen im Januar 1945 wurden ermordet: Karl Lichtenstein, Michael Plewka, August Groß, Johann Groß. Sechs Rohrdorfer wurden verschleppt, 18 Personen kamen auf der Flucht ums Leben. 12 Einwohner sind als Wehrmachtangehörige gefallen, 21 Soldaten werden vermißt.[1]

Fußnoten

  1. Max Meyhöfer: Die Landgemeinden des Kreises Ortelsburg



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