Russische Befreiungsarmee

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Ärmelzeichen der Streitkräfte des Komitees für die Befreiung der Völker Rußlands (KONR). Darunter: Soldat des Schützenregiments der 1. ROA-Division 1945. Daneben: Reiter der Aufklärungsabteilung der 1. ROA-Division. Unten: Oberleutnant aus dem Stab der 1. ROA-Division.
Andrei Andrejewitsch Wlassow bei seinen Soldaten

Die Russische Befreiungsarmee (russisch Русская Освободительная Армия - РОА, Russkaja Oswoboditel'naja Armija - ROA), nach ihrem ersten Kommandeur auch Wlassow-Armee genannt, war ein russischer Freiwilligenverband, der auf der deutschen Seite im Zweiten Weltkrieg kämpfte. Vorläufer war das Komitee zur Befreiung der Völker Rußlands (Komitet Osvobozhdyeniya Narodov Rossii, KONR).

Neben der ROA existierten weitere russische Freiwilligenverbände, so die 1. Russische Nationalarmee (RNA), die Russische Nationale Volksarmee (RNNA), das Freiwilligenregiment „Warjag“ („Waräger“). Im Laufe des Krieges schlossen sich die meisten dieser Einheiten Wlassow an. Die Aufstellung der ROA wurde Ende 1944 ermöglicht, während Freiwillige nichtrussischer Völker der Sowjetunion schon drei Jahre früher in den Ostlegionen organisiert wurden.

Die ROA wurde von dem früheren Generalleutnant der Roten Armee Andrei Andrejewitsch Wlassow organisiert, der alle Russen im Kampf gegen die stalinistische Sowjetunion vereinen wollte. Unter den Freiwilligen waren Kriegsgefangene, Ostarbeiter und russische Emigranten. Die ROA erhielt den Status der Armee eines verbündeten Staates und war der Wehrmacht in operativen Fragen unterstellt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ostvölkische Freiwillige bei der Wehrmacht: Schulung für ostvölkische Freiwillige. Der tägliche Unterricht wird regelmäßig im Garten neben der Unterkunft abgehalten. Das Podium ist geschmückt mit den Bildern des Führers und des Generals Wlassow, dem Oberbefehlshaber der POA.

Im Frühjahr 1944 stellte die Waffen-SS verschiedene russische Einheiten auf. Dazu zählte das am 28. April gegründete XV. Kosaken-Kavallerie-Korps. Der SS-Chef und Oberbefehlshaber des Ersatzheeres Heinrich Himmler überzeugte Adolf Hitler davon, eine Russische Befreiungsarmee mit zehn Grenadier-Divisionen, einem Panzer-Verband und eigenen Luftstreitkräften zu gründen.

Die Rekrutierung begann im Herbst 1944. Es wurden dabei auch sowjetische Kriegsgefangene und „Hilfswillige“ (HiWi) verschiedener deutscher Militäreinheiten angesprochen. Ab dem 10. November 1944 wurde als erste ROA-Division die 600. Infanterie-Division auf dem Truppenübungsplatz Münsingen aufgestellt. Am 17. Januar 1945 eine zweite Division, die 650. Infanterie-Division auf dem Truppenübungsplatz Heuberg. Außerdem wurden eine Reservebrigade und eine Panzerjäger-Brigade aufgestellt. Am 19. Dezember 1944 befahl Göring die Aufstellung von ROA-Luftstreitkräften. Sie umfaßten eine Jagdstaffel (16 Messerschmitt Me 109 G), eine Nachtschlachtstaffel (zwölf Junkers Ju 88), eine Bomberstaffel (fünf Heinkel He 111) und eine Verbindungsstaffel sowie eine Luftnachrichten-Abteilung und ein Fallschirmjäger-Bataillon.

Am 10. Februar 1945 übergab der General der Freiwilligenverbände im OKH, General der Kavallerie Ernst August Köstring, Generalleutnant Wlassow die erste ROA-Division auf dem Truppenübungsplatz Münsingen. Insgesamt kämpften 71 ROA-Bataillone an der Ostfront und 42 Bataillone dienten in Belgien, Frankreich, Italien und in Finnland.

Zum Zeitpunkt der offiziellen Gründung der ROA hatte sie eine Truppenstärke von rund 50.000 Mann. Bis zum Ende des Krieges wurde sie auf mindestens 100.000 verdoppelt. Dabei wurden Wlassow weitere nationale Formationen unterstellt, die auf deutscher Seite für ihre Heimat kämpften. Darunter waren Kosakentruppen und das Kalmücken-Kavallerie-Korps. Als letzter Verband kam das XV. Freiwilligen-Kosaken-Kavallerie-Korps unter dem Kommando des deutschen Generalleutnants von Helmuth von Pannwitz in den Bestand der ROA.

Sowjetische Publikationen über den Zweiten Weltkrieg haben im Laufe von fünfzig Jahren die fundamentale Tatsache verschwiegen, daß mehr als eine Million unserer Landsleute auf der Seite Deutschlands gekämpft haben.[1]

Am Ende des Krieges bestand nur noch die 600. Infanterie-Division unter dem Kommando des Generalmajors Sergei Kusmitsch Bunjatschenko. Die Division focht am 13. April 1945 erfolgreich gegen einen sowjetischen Brückenkopf an der Oder-Front. Dabei fielen über 150 Soldaten.

Angesichts der Lage ließ Bunjatschenko seine ROA-Infanteriedivision die Seiten wechseln und kämpfte ab dem 6. Mai 1945 beim Prager Aufstand gegen die Reste der deutschen Truppen, bzw. gegen durchziehende deutsche Einheiten. Er konnte aber auch damit nicht die völkerrechtswidrige Auslieferung (→ Operation Keelhaul) seiner Männer an das Terrorregime Stalins durch die VSA verhindern. Teile der ROA sollen vor ihrem Abtransport nach Torgau im ehemaligen KL Lichtenburg untergebracht worden sein.

In Moskau wurden Wlassow und neun seiner Generäle am 1. August 1946 nach einem kurzen Schauprozeß hingerichtet. Die übrigen Soldaten wurden, zum Teil ohne Gerichtsverfahren, in sowjet-bolschewistische KZs deportiert (Gulag). Über das Schicksal der Männer ist nichts bekannt, höchstwahrscheinlich sind sie im Gulag umgekommen.

Andrej Wlassow war es mit Hilfe deutscher Freunde gelungen, sich an der Spitze einer unabhängigen Russischen Nationalarmee gegen Stalins Regime zu erheben. Die Armeeangehörigen hätten jedoch weniger mit Deutschland sympathisiert, als vorrangig gegen Stalin kämpfen wollen, um ihr Land vom Bolschewismus zu befreien.

Nach stalinistischer Geschichtsfälschung handelte es sich bei den Angehörigen der ROA um Kollaborateure, die die „faschistischen Okkupanten“ unterstützten. In Wahrheit hat es sich jedoch um Patrioten gehandelt, die voller Leidenschaft den Versuch unternahmen, ihr Vaterland vom inneren Feind zu befreien, der ihrer Überzeugung nach um ein Vielfaches grausamer und gefährlicher war als der äußere Gegner.

Kommandeure

Siehe auch

Literatur

  • K. M. Aleksandrov: Oficerskij korpus armii general-lejtenanta A. A. Vlasova 1944 – 1945. Russko-Baltijskij Informacionnyj Centr Blic, Sankt-Peterburg 2001, ISBN 5-86789-096-1.
  • Vjaceslav Pavlovic Artem'ev: Pervaja divizija ROA. Antario, London 1974.
  • K. M. Aleksandrov: Protiv Stalina: vlasovcy i vostocnye dobrovol'cy vo Vtoroj mirovoj vojne. Sbornik statej i materialov. Juventa, Sankt-Peterburg 2003.
  • S. Drobjazko, Chudoznik A. Karascuk: Vtoraja mirovaja vojna, 1939 - 1945. Russkaja Osvoboditel'naja Armija. Ast, Moskva 1998, ISBN 5-237-00585-3.
  • Joachim Hoffmann: Die Tragödie der Russischen Befreiungsarmee 1944/45. Wlassow gegen Stalin, Herbig, München 2003, ISBN 3-7766-2330-6.
  • Matthias Schröder: Deutschbaltische SS-Führer und Andrej Vlasov 1942-1945. „Rußland kann nur von Russen besiegt werden“. Erhard Kroeger, Friedrich Buchardt und die „Russische Befreiungsarmee“. 2. Auflage. Schöningh Verlag, Paderborn 2003, ISBN 3-506-77520-0.
  • Jürgen Thorwald: Die Illusion: Rotarmisten gegen Stalin. Die Tragödie der Wlassow-Armee. Knaur Taschenbuchverlag, 1976, ISBN 3-426-80066-7.
  • Materialy po istorii Russkogo Osvoboditel'nogo Dvizenija: 1941 - 1945 gg. Graal', Moskva 1997-
  • The United States and Forced Repatriation of Soviet Citizens, 1944-47 by Mark Elliott Political Science Quarterly, Vol. 88, No. 2 (Jun., 1973), pp. 253-275

Verweise

Fußnoten

  1. S. Drobjasko und A. Karatschuk, die Autoren des Text-Bildbandes Wtoraja Mirowaja woina 1939 - 1945. Russkaja Oswoboditelnaja Armija (Der Zweite Weltkrieg. Die Russische Befreiungsarmee), erschienen Ende 1998 im angesehenen Moskauer Militärverlag AST
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