Rybnik

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Rybnik

Rybnik wappen.jpg
Staat: Deutsches Reich
Gau: Oberschlesien
Landkreis: Rybnik
Provinz: Schlesien
Einwohner (1910): 11.656
Koordinaten: 50° 6′ N, 18° 33′ O
Flucht.jpg
Rybnik befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Polen vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Rybnik ist eine deutsche Stadt in Oberschlesien.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ältere Zeit

Die Ursprünge der Stadt lassen sich bis in das 9. bzw. 10. Jahrhundert zurückverfolgen. Damals existierten auf dem heutigen Stadtgebiet drei deutsche Siedlungen, die sich schließlich zusammenschlossen. Das Gebiet gehörte zum Herzogtum Ratibor, das von den Schlesischen Piasten regiert wurde.

Dessen Herzog Miseko I. gründete in Rybnik das erste Kloster. Im Jahre 1300 erhielt Rybnik zwischen 1288 und 1300 die Stadtrechte nach Magdeburger Recht. Zusammen mit dem Herzogtum Ratibor gelangte es 1327 als ein Lehen an die Krone Böhmen.

Nach dem Tod des Ratiborer Herzogs Lestko I., mit dem der Ratiborer Zweig der Piasten erlosch, gelangte es 1336 an das premyslidische Herzogtum Troppau. Während der Hussitenkriege richteten die Hussiten schwere Zerstörungen an, bevor sie 1433 in einer entscheidenden Schlacht auf einem Hügel bei Rybnik unterlagen. Nach weiteren Teilungen und Verpfändungen gelangte Rybnik zusammen mit Sohrau 1437 an den Jägerndorfer Herzog Nikolaus V., der u. a. die Titulatur Herzog von Rybnik führte und 1452 in Rybnik starb.

Ihm folgte dessen jüngerer Sohn Wenzel von Rybnik, dem auch Sohrau und Pleß gehörten. Als Parteigänger des böhmischen Königs Ladislaus II. wurde er 1474 vom Gegenkönig Matthias Korvinus gefangen genommen. Vermutlich nach Wenzels Tod 1479 gelangte Rybnik mit Sohrau und Loslau an Johann IV. von Jägerndorf und nach dessen Tod 1483 wiederum an das Herzogtum Ratibor, das entsprechend einer Erbvereinbarung nach dem Tod des letzten Ratiborer Premysliden Herzog Valentin 1521 an den Oppelner Herzog Johann II. fiel. Da mit diesem 1532 der Oppelner Zweig der Schlesischen Piasten erlosch, fiel Rybnik zusammen mit Oppeln als erledigtes Lehen an die Krone Böhmen, die seit 1526 im Besitz der Habsburger war.

1575 wurde das nun landesherrliche Rybnik als Herrschaft Rybnik von Ladislaus II. Popel von Lobkowitz erworben. In dessen Familie verblieb die Herrschaft Rybnik, die aus der Stadt Rybnik und 13 Dörfern bestand, bis 1638. Weitere Besitzer waren die Grafen von Oppersdorf und die Grafen von Wengersky.

Jüngere Zeit

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg zwischen König Friedrich II. von Preußen und Erzherzogin Maria Theresia von Österreich fiel der größte Teil Schlesiens einschließlich Rybnik 1742 an Preußen. 1788 erwarb der preußische König Friedrich Wilhelm II. die Herrschaft Rybnik.

Die Stadt entwickelte sich zu einem regionalen Handelszentrum. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts gewann der Steinkohlebergbau wirtschaftliche Bedeutung. Ab 1871 ging Preußen einschließlich Rybniks im Deutschen Reich auf. Ab 1818 war Rybnik Sitz des preußischen Landkreises Rybnik.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde 1918 ein polnischer Staat angestrebt. Über die Zugehörigkeit des ethnisch gemischten Gebiets Oberschlesien wurde 1921 eine Volksabstimmung durchgeführt. In der Stadt Rybnik wurden 4714 Stimmen (70,8%) für den Verbleib bei Deutschland abgegeben, 1943 Stimmen waren für den Anschluß an Polen. Da jedoch im gesamten Kreis Rybnik nur 34,7% für Deutschland und 65,5% für Polen votiert hatten, wurde Rybnik und der größte Teil des Kreises Polen zugeschlagen. Die Aufteilung Oberschlesiens wurde von drei Schlesischen Aufständen begleitet, wobei der erste 1919 sein Zentrum in Rybnik hatte. Mit dem Polenfeldzug zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde in Rybnik die deutsche Herrschaft wiederhergestellt.

Bekannte, in Rybnik geborene Personen (Auswahl)

  • Hermann Boehm (1884–1972), Admiral im Zweiten Weltkrieg
  • Otto Landsberg (1869–1957), Politiker (SPD), MdR, Mitglied im Rat der Volksbeauftragten, Reichsminister der Justiz
  • Georg Sosna (1887–?), Kaufmann und Präsident der Industrie- und Handelskammer


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