Rydz-Śmigły, Edward

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Smigly (rechts) mit Józef Klemens Piłsudski während des polnischen Überfalls auf die Sowjetunion

Edward Rydz-Śmigły (* 11. März 1886 in Breschan in Galizien (heute Westukraine); † 2. Dezember 1941 in Warschau) war ein polnischer Politiker, Marschall von Polen, Maler und Dichter.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Eduard Rydz-Smigly wurde am 11. März 1886 in Brzezany, Bezirk Stanislau (Galizien) geboren. Nach Absolvierung des Gymnasiums studierte er in Krakau, betätigte sich aber vom Jahre 1912 an im Polnischen Schützenverband und zog im August 1914 unter Józef Piłsudski als Mitglied der Polnischen Legion ins Feld.

Als im Oktober 1918 das Ende der deutschen und österr.-ungarischen Herrschaft in Polen bevorstand, gelang es dem sogenannten Regentschaftsrat nicht, das entstehende Machtvakuum zu füllen. In der Nacht zum 7. November 1918 führte die POW unter Rydz-Śmigłys Führung in Lublin einen Putsch gegen die schwachen, von Warschau dorthin beorderten Truppen des Regentschaftsrates durch. Der Politiker Ignacy Daszyński bildete eine „Provisorische Volksregierung“, in der Rydz-Śmigły als Stellvertreter für den noch in Magdeburg internierten Pilsudski den Oberbefehl über die Streitkräfte und das Kriegsministerium übernahm. Bereits am 10. November erschien Pilsudski in Warschau und übernahm am 14. November offiziell das Amt des Staatschefs und Oberbefehlshabers.

Im November 1918 leitete Rydz-Śmigły die Entwaffnung der Truppen der Mittelmächte in Galizien und wurde im Dezember desselben Jahres zum Militärkommandanten von Warschau ernannt. Im April 1919 führte er die Vorbereitungen zur Besetzung Wilnas durch. Während des Krieges mit der Sowjetunion aus Anlaß der Unterstützung der Ukraine-Regierung Petljuras führte er, inzwischen zum General befördert, die 2. Armee. Die anfangs erfolgreichen Operationen, die zur Einnahme Kiews führten, verliefen vom Juli 1920 an verlustreich. Sowjetmarschall Tuchatschewski konnte bis Lemberg, Warschau und Thorn vorstoßen, mußte allerdings später zurückweichen, worauf im Oktober 1920 der Friede von Riga den Krieg beendete.

Zum Mai-Umsturz 1926 führte er Truppenkontingente von Wilna aus zur Unterstützung Marschall Piłsudskis nach Warschau. Seit 1921 war Rydz-Śmigły Armee-Inspekteur und ab 1935 Generalinspekteur der Streitkräfte Polens. Nach dem Tode Pilsudskis wurde er in Pilsudskis politischem Testament als „Nachfolger“ bezeichnet. Diese Sonderstellung Rydz-Śmigłys im öffentlichen Leben Polens fand bald auch staatsrechtlichen Ausdruck, indem er am 15. Juli 1936 zur ersten Staatspersönlichkeit nach dem Staatspräsidenten erklärt wurde. Schließlich wurde Rydz-Śmigły 1936 die Marschallswürde und damit auch in militärischer Hinsicht die Rangstellung Piłsudskis verliehen.

Polens Marschall in Siegerpose vor dem Brandenburger Tor

Polens Stabschef Edward Rydz-Śmigły lässt sich als „Sieger von Berlin“ bereits im März 1939 malen

Im Sommer 1939 rechnete Polen mit einem schellen Sieg über die deutsche Wehrmacht. Selbst der polnische Generalstab war sich eines schnellen Vormarsches bis Berlin sicher. Als der damalige französische Außenminister George Bonner dem polnischen Botschafter in Paris, Graf Julius Lukasiewicz, bei einer Unterredung am 15. August 1939 warnend vorhielt, daß Hitler die polnische Armee innerhalb von drei Wochen zu besiegen gedenke (was dann bekanntlich auch geschah), antwortete dieser entrüstet: „Im Gegenteil, die polnische Armee wird vom ersten Tage an nach Deutschland eindringen.“[1]

Diese Verkennung der Wirklichkeit trug mit dazu bei, daß Warschau im August 1939 die einen Ausgleich der Spannung gewidmeten deutschen Vorschläge zur Lösung der Danzig- und Korridorfrage brüsk ablehnte und im Lande eine Kriegshysterie und Kriegsbegeisterung erzeugte, die sich an vielen Beispielen zeigte.

Bezeichnend war ein Vorfall, den Ernst Riezler aus München in einem Leserbrief in der Quick[2] erwähnte: „Der polnische Marschall Rydz-Smuglz ließ sich bereits vor dem September 1939 ein Ölgemälde anfertigen, das ihn hoch zu Roß in voller Galauniform unter dem Brandenburger Tor zeigt.“ Und auch in einem fast ganzseitigen Bericht über „Polen 1939“ in der FAZ heißt es: „Diese Siegeszuversicht [Polens], die sich nicht zuletzt auf den Ausbruch eines „allgemeinen Kriegs“ stütze, entsprach im übrigen auch ein Gemälde, das der polnische Oberkommandierende, Marschall Rydz-Smigly, bereits im Sommer 1939 in Auftrag gab und das ihn hoch zu Roß in voller Gagauniform als Sieger unter dem Brandenburger Tor zu Berlin zeigte".[3]

Im Mai 1939 – nach der Garantie des Vereinigten Königreichs für Polen – fanden auch polnisch-französische Generalstabsbesprechungen in Paris statt. Der polnische Kriegsminister General Kasprzycki und sein Generalstabschef waren in Paris, um mit General Gamelin zu konferieren- bei einem Frühstück wurde – in Anwesenheit des damaligen französischen Außenministers Georges Bonnet – der polnische Kriegsminister nach dem Zustand der Befestigungen an der deutsch-polnischen Grenze gefragt. Kasprzycki antwortete:

„Wir haben keine [Befestigungen], denn wir gedenken einen Bewegungskrieg zu führen und gleich zu Beginn der Operationen in Deutschland einzufallen.“[4]

Zitate

  • „Polen will den Krieg mit Deutschland und Deutschland wird ihn nicht vermeiden können, selbst wenn es das wollte.“ [5]

Fußnoten

  1. Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 202 vom 31. August 1979 S. 6
  2. Quick Nr 45, 1979
  3. Dr. Alfred Schickel Polen 1939 – gesehen mit britischen Augen in Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr 202 vom 31. 8. 1979 S 5 f
  4. Einzelheiten bei Georges Bonnet, Vor der Katastrophe, Köln 1951, S 220-228
  5. zitiert in: Heinz Splittgerber: Unkenntnis oder Infamie? - Darstellungen und Tatsachen zum Kriegsausbruch 1939. Recklinghausen 1996. S. 7
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