Schenzinger, Karl Aloys

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Karl Aloys Schenzinger-1939.jpg

Karl Aloys Schenzinger (Lebensrune.png 28. Mai 1886 in Neu-Ulm, Todesrune.png 4. Juli 1962 in Prien am Chiemsee) war ein deutscher Arzt und Autor von Romanen und Sachbüchern.

Wirken

Er wurde zunächst Apothekergehilfe, machte dann das Abitur nach und studierte Medizin an der Universität Freiburg i.Br., an der er 1913 das Staatsexamen bestand. Er studierte dann auch in München und Kiel, wo er 1921 mit einer Arbeit über abnorme Hormone bei der Schizophrenie zum Dr. med. promovierte. Während des 1. Weltkrieges war er als Militärpsychiater und später als Nervenarzt tätig. Anfang der 1920er Jahre veröffentlichte er seine Arbeit „Chemie des Gedankens“, die den Zusammenhang der Gehirnvorgänge mit der Reaktion der Hormone untereinander nachwies. Nach längerer Tätigkeit als Abteilungsarzt in Nervenheilanstalten, so in Ilten und Lüneburg, wurde er Versorgungsamtsgutachter mit Sitz in Hannover. Mitte Oktober 1923 ging er nach Neu York, wo er als Nacht-Ambulanzarzt einer Versicherungsgesellschaft arbeitete und eine eigene Filmgesellschaft gründete. Nachdem er im Februar 1925 einige spektakuläre Dokumentar-Aufnahmen vom Zeppelin 'Los Angeles' in Bermuda gemacht hatte, entschloß er sich, das Material der Terra-Film AG anzubieten und reiste zu diesem Zweck 1925 nach Deutschland zurück. In Berlin war er dann wieder bis 1928 als Arzt tätig. Im Trianon-Theater Berlin fand am 18. Februar 1926 die Uraufführung von Schenzingers Drama „Mit den drei Kreuzen“ statt, das er während seines Aufenthalts in den VSA verfaßt hatte. Die Erlebnisse und Erfahrungen in Amerika boten ihm nun den Stoff für zwei Abenteuerromane. Der erste, „Es brennt in USA“, - geschrieben 1927, veröffentlicht 1932 und dann noch einmal 1933 unter dem Titel „Feuer in USA“. 1928 folgte der Roman „Abitur am Niagara“. Er kündigte dann seine Anstellung als Kassenarzt und bereiste für etwa anderthalb Jahre im Auftrag der „Frankfurter Illustrierten“ Kanada, die VSA und die Südsee. Mit dem Roman „Man will uns kündigen“ (1931) wurde er bekannt. Baldur von Schirach, der spätere Reichsjugendführer, wurde auf ihn aufmerksam und beauftragte ihn, einen Roman über die Hitler-Jugend zu verfassen. So entstand der HJ-Roman Der Hitlerjunge Quex. In ihn flossen seine Kenntnisse des Milieus der Berliner Arbeiterschaft und das Schicksal des erstochenen Hitlerjungen Herbert Norkus ein. 1932 wurde Quex zunächst als Fortsetzungsroman im „Völkischen Beobachter“ publiziert. Noch im selben Jahr erschien der Roman als Buch und erreichte bis 1945 eine Auflage von einer halben Million verkaufter Exemplare. Die UFA verfilmte den Stoff 1933 unter der Regie von Hans Steinhoff und mit Heinrich George in der Rolle des Vaters von Quex bzw. Heini Völker.

Nach dem Zusammenbruch 1945 erhielt er Schreibverbot bis 1949. Ungeachtet dessen erreichten seine bereits verfaßten Bücher hohe Neuauflagen. Allein sein Roman „Anilin“ erreichte eine unglaubliche Auflagenhöhe. Im Jahr 1951 erschien das 1616.-1630. Tsd. im Andermann Verlag. Bis 1973 folgten mindestens weitere sieben Auflagen in unbekannter Höhe. Er war dann wieder als Arzt tätig und betätigte sich nach Ende des Schreibverbots auch wieder schriftstellerisch.

Schriften

  • 1919 Berggang',' In: Das Kestnerbuch, Hannover: Heinrich Böhme Verlag; 1921 bei Rowohlt
  • 1926 Ass! Ass! und Ass!, Potsdam: Kiepenheuer
  • 1926 ††† - Das Drama mit den drei Kreuzen, Potsdam: Kiepenheuer
  • 1928 Abitur am Niagara, Berlin: Josef Singer
  • 1929 Hinter Hamburg, Berlin: Brückenverlag
  • 1931 Man will uns kündigen, Berlin: Dom Verlag
  • 1932 Busse wandert aus, Berlin: Die Buchgemeinde
  • 1932 Es brennt in USA, Berlin: Dom Verlag
  • 1932 Der Hitlerjunge Quex, Berlin u.a.: Zeitgeschichte-Verlag.
  • 1933 bis 1940 Der Braune Reiter, Herausgeber und Schriftleiter der Zeitschrift des Braunen Buch-Rings des Zeitgeschichte-Verlags Wilhelm Andermann Berlin
  • 1933 Feuer in USA, Berlin: Die Buchgemeinde
  • 1933 Ein Deutscher wandert aus, Berlin: Dom
  • 1933 Wehe den Wehrlosen!, Berlin u.a.: Zeitgeschichte-Verlag
  • 1933 Der erste deutsche Mai, Herausgeber des Bildbandes, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag
  • 1934 Der Herrgottsbacher Schülermarsch, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag
  • 1936 Der schwarze Ritter. Kriegserlebnisse des Kampffliegers Eduard Ritter von Schleich, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag
  • 1937 1932. Das unruhige Jahr. Die Geschichte einer dt. Familie, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag
  • 1937 Anilin, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag
  • 1939 Metall, Berlin: Andermann
  • 1950 Atom, München: Andermann
  • 1951 Schnelldampfer, München u.a.: Andermann
  • 1951 Bei I.G. Farben, München u.a.: Andermann
  • 1956 99 % Wasser. Roman des Unentbehrlichen, Stuttgart: Franckh
  • 1957 Magie der lebenden Zelle, München u.a.: Andermann
  • 1969 mit Heiner Simon und Anton Zischka: Heinrich Nordhoff. München: Andermann