Schlacht bei Kunersdorf

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Die Schlacht bei Kunersdorf.jpg

Die Schlacht bei Kunersdorf am 12. August 1759 während des Siebenjährigen Krieges in der Nähe des Ortes Kunersdorf östlich von Frankfurt an der Oder war die schwerste Niederlage Königlich Preußische Armee gegen die miteinander verbündeten Kaiserlich-Russischen Armee und der Kaiserlichen Armee.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Plan der Schlacht bei Kunersdorf.jpg

Einleitung

Die Voraussetzungen für den Feldzug 1759 waren für Maria Theresia äußerst günstig. Den Preußen stand neben den eigenen Truppen eine Koalition von Russen, Franzosen, Schweden und vor allem deutschen Reichstruppen des römisch-deutschen Kaisers, der seine Machtstellung im Ersten Reich in Gefahr sah, entgegen. Das Problem war, daß diese Truppen keine einheitliche Führung hatten und weitgehend selbständig operierten. Das wußte Friedrich II. auszunutzen.

Die kaiserlichen Russen hatten Anfang des Jahres ein 70.000 Mann zählendes Expeditionskorps unter dem Oberbefehl Feldmarschall Pjotr Semjonowitsch Saltykows (in manchen Quellen als „Soltikov“) nach Schlesien in Marsch gesetzt. Zu ihm sollten ca. 30.000 Mann unter Befehl Feldmarschall-Leutnant Gideon Ernst Freiherr von Laudons und General der Kavallerie Andreas Graf Hadik von Futaks stoßen. 14.000 Schweden standen in der Gegend von Stettin, das französische Heer unter Marschall Broglio (1759 vom römisch-deutschen Kaiser zum deutschen Reichsfürsten erhoben) war bei Frankfurt a. M. aufgestellt. Die Reichsarmee der Reichsexekution gegen Preußen sollte sich bei Bamberg konzentrieren, die kaiserliche Hauptarmee unter Feldmarschall-Leutnant Leopold Joseph von Daun mit 70.000 Mann hatte das schlesische Grenzgebirge besetzt. Die Stärke der Verbündeten betrug ca. 330.000 Mann, denen Friedrich II. kaum 150.000 (davon viele junge, unerprobte Rekruten) entgegenstellen konnte.

Die Schlacht

Der schwerverwundete Ewald Christian von Kleist, von Kosaken geplündert nach der Schlacht bei Kunersdorf (Gemälde von Johann Friedrich August Tischbein)
Friedrich II. nach der Schlacht bei Kunersdorf, eine der schwersten Stunden seines Lebens, 1759 (von Richard Knötel)
„Der Alte Fritz nach der Schlacht bei Kunersdorf“ von Arthur Kampf

37.000 Infanteristen und 13.000 Reiter der Preußischen Armee traten gegen eine doppelte Übermacht von 79.000 Gegnern der Kaiserlichen Armee des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation unter dem Befehl des Feldmarschall-Leutnants Gideon Ernst Freiherr von Laudon vom Erzherzogtum Österreich und die Armee des Russischen Kaiserreiches an. Die Preußen verfügten über nur 160 schwere Geschütze, während die Verbündeten 211 Feld- und 212 Regimentsgeschütze aufbieten konnten.

Ähnlich wie in der Schlacht von Leuthen sollte die zahlenmäßige Unterlegenheit durch die schiefe Schlachtordnung ausgeglichen werden. Der Versuch mißlang, da die Reiterei wegen des schlechten Geländes nicht effektiv genug eingesetzt werden konnte. Die Königlich Preußische Armee verlor während dieser Schlacht etwa 40 % ihres Bestandes, über 18.000 Mann, davon über 6.000 Tote. Unter den Gefallenen waren auch der Generalmajor Georg Ludwig von Puttkamer und der Dichter Ewald Christian von Kleist. Die Gegenseite verbuchte 16.512 Tote und Verwundete, darunter 13.600 Russen.

Dennoch ging der Kampf, wenn auch militärhistorisch als Niederlage bewertet, letztlich für Preußen siegreich aus, da die Österreicher ihre Front nicht überdehnen wollten und auch der Russe vor einem weiteren Vormarsch zauderte. Friedrich II. schrieb in einem Brief am 1. September 1759:

„... und ich verkünde Ihnen das Mirakel des Hauses Brandenburg: In der Zeit, da der Feind die Oder überschritten hatte und eine zweite Schlacht hätte wagen und den Krieg beendigen können, ist er von Müllrose nach Lieberose marschiert. Ich bin sofort nach Trebatsch marschiert und gestern hierher nach Waldow gekommen wo ich ihn durch meine Stellung von Lübben abschneide, das ich besetzen ließ.“[1]

Kurze Beschreibung

Kurze Beschreibung der Schlacht:[2]

Webers Volks-Kalender für 1859 - Schlacht bei Kunersdorf 01.jpg
Webers Volks-Kalender für 1859 - Schlacht bei Kunersdorf 02.jpg
Webers Volks-Kalender für 1859 - Schlacht bei Kunersdorf 03.jpg
Webers Volks-Kalender für 1859 - Schlacht bei Kunersdorf 04.jpg


Sonstiges

König Friedrich II. wurden im Verlauf der Schlacht zwei Pferde unter dem Leib erschossen. Eine feindliche Kugel prallte an seiner dadurch legendär gewordenen Tabakdose ab[3] (sie ist in der Waffen- und Schatzkammer der Burg Hohenzollern ausgestellt). Nur die Kühnheit des Rittmeisters Joachim Bernhard von Prittwitz rettete ihn vor der Gefangennahme. Unter den Gefallenen waren der Dichter Ewald Christian von Kleist und eine Reihe preußischer Generäle:

Siehe auch

Literatur

  • 96-book.png PDF Werner Hahn: Kunersdorf am 12. Aug. 1759. Mit einem Titelbild und 4 Plänen, 1852
  • Die Schlacht bei Kunersdorf am 12. August 1759 nach archivalischen Quellen, 1859 (PDF-Dateien: Band 1, Band 2)
  • Magnus von Eberhardt, Oberst und Chef des Generalstabes X. Armeekorps: Die Schlacht von Kunersdorf am 12. August 1759, Vortrag gehalten in der Militärischen Gesellschaft zu Berlin am 24. Jan. 1903 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • 96-book.png PDF Manfred Laubert: Die Schlacht bei Kunersdorf am 12. August 1759,, 1900 Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • 96-book.png PDF Carl von Decker: Die Schlachten und Hauptgefechte des siebenjährigen Krieges mit vorherrschender Bezugnahme auf den Gebrauch der Artillerie, in Verbindung mit den beiden andern Hauptwaffen der Armee, 1837, S. 211ff

Fußnoten

  1. Zitiert in: Das eherne Herz, Friedrich der Große im siebenjährigen Krieg. Briefe, Berichte, Aufzeichnungen, 1944, S. 76
  2. Weber’s Volks-Kalender für 1859, Kapitel IX. „Vor hundert Jahren“ (PDF-Datei)
  3. Friedrich Benninghofen / Helmut Börsch-Supan / Iselin Gundermann: Friedrich der Große. Ausstellung des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz anläßlich des 200. Todestages König Friedrichs II. von Preußen, Berlin 1986, Kat. Nr. IV, 52f, Abbildung S. 206
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