Schlacht bei Ligny

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Plan zur Schlacht bei Ligny, 16. Juni 1815 0596.jpg

In der Schlacht bei Ligny südlich von Brüssel trafen am 16. Juni 1815 die französischen Truppen unter Napoleon während des Sommerfeldzuges von 1815 auf eine preußische Armee unter dem Kommando des Feldmarschalls von Blücher. Napoleon konnte die Truppen Blüchers zwar schlagen, aber nicht völlig vernichten. Ein prominenter Teilnehmer der Kämpfe war Friederike Krüger. Herausragender Offizier der Schlacht war Generalleutnant von Gneisenau, der in der Nacht nach der Schlacht die sich teilweise in Auflösung befindliche preußische Streitmacht einsammelte, umgliederte, verstärkte und für die Entscheidungsschlacht bei Belle Alliance bereithielt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Den französischen Truppen unter General Michel Ney gelang es in dieser blutigen Schlacht die preußischen Truppen letztmalig zu schlagen. Ein französischer Offizier berichtete danach:

„An manchen Stellen lagen die Toten zwei bis drei Mann hoch. Das Blut floß unter ihnen in breiten Strömen hervor. Auf der Hauptstraße war der Schlamm von Blut gerötet und bestand aus zermalmten Knochen und Fleisch“. [1]

Während Johann Jost, die Königlich Deutsche Legion, das Herzoglich Braunschweigisches Feldkorps und so viele andere Deutsche in der gleichzeitig stattfindenden Schlacht bei Quatre-Bras kämpften, kämpfen die Preußen in und um Ligny. Von Blücher hat sich dafür entschieden, die französischen Kräfte so lange wie möglich in einer Defensivschlacht zu binden. 80.000 bis 84.000 Preußen stoßen auf 65.000 bis 68.000 Franzosen. Als von Blücher sich der Niederlage und des zwingenden Rückzugs bewußt wird, formiert er seine Kavallerie für eine letzte große Attacke. Mit seinem schweren Säbel in der Faust führt der 72jährige General den Angriff persönlich an.

Während der Schlacht bei Ligny erhielt von Blüchers prächtiger Schimmel, ein Geschenk des Prinzregenten von England, eine Schußverletzung und begrub beim Sturz den 72jährigen Feldmarschall unter sich. Sein Adjutant, Graf August Ludwig von Nostitz, saß ab und stellte sich mit gezogener Pistole schützend vor seinen Feldmarschall, der leicht benommen, mit unter dem Pferd eingeklemmten Bein, nicht allein aufstehen konnte.[2] Geistesgegenwärtig wirft Graf von Nostitz seinen Mantel über von Blücher, um seine auffälligen Orden (insbesondere das Großkreuz des Eisernen Kreuzes) zu verdecken. Erst bei Dunkelheit kann er von seinen Soldaten geborgen werden. In nur sechs Stunden haben die Franzosen eine Übermacht an Preußen besiegt. 14.000 bis 16.000 Preußen und 11.000 bis 12.000 Franzosen sind bis zum Abend gefallen, verwundet oder gefangen.

Theodor Fontane schrieb über die Ereignisse in einem Brief:

„Blücher selbst, um Ligny wiederzugewinnen, führte zum Schluß des Tages, wie schon erwähnt, ein paar Kavallerieattacken aus. Aber sie mißglückten, Blücher stürzte und lag unterm Pferde. Die französischen Reiterungewitter donnerten über das Feld hin. In diesem Augenblicke trafen wie durch glücklichen Zufall unsere Musketier-Bataillone an dem Wasserlauf ein, der hart an Mont Potriaux vorüberfließt. Laurens ließ Karree schließen und kommandierte: ‚Zweites Glied, Feuer!‘ Dies wechselte darauf mit dem dritten Glied die Gewehre und eine zweite Salve folgte. Beide hatten ihre Wirkung, die Reitermasse stob seitwärts und wurde von dem Punkt abgedrängt, wo Blücher unterm Pferde lag. Vielleicht wandten diese Salven eine Gefangennahme ab, die, nach allgemeiner Annahme, verhängnisvoll gewesen wäre.“[3]

Ligny war Napoleons letzter Sieg. Zwei Tage darauf wurde er vernichtend geschlagen. August Neidhardt von Gneisenau entschied trotz der Niederlage bei Ligny über Wavre nach Waterloo zu marschieren und schuf damit die Voraussetzung für Napoleons Schicksal in der Schlacht von Belle-Alliance. Dieses unorthodoxe Manöver traf Napoleon völlig unvorbereitet. Generalfeldmarschall Helmuth Graf von Moltke sah deshalb auch in Blüchers Generalstabschef Gneisenau den größten Feldherrn, da dieser „die geschlagene Armee zum Sieg geführt“ hatte.[4]

Feldmarschall von Blücher stürzt bei der Schlacht bei Ligny, er soll noch zu seinem Adjutanten „Nostitz, ich bin verloren!“ gerufen haben. Und der Graf von Nostitz hatte ihn, als die französische Kavallerie über sie hinweggeritten war, mit Hilfe von zwölf Soldaten unter dem toten Grauschimmel hervorgezogen. Feldmarschall von Blücher könnte sich auch krankmelden, aber er erklärt „daß er sich, ganz gleich wie sein Zustand sei, lieber auf sein Pferd binden lasse, als zurückzutreten, denn ein blutiger Rachedurst habe von seinem Willen und seinem Verstand Besitz ergriffen“. Er hatte nach Branntwein verlangt (zur inneren Anwendung), sein Arzt (Leibarzt Dr. Carl Ludwig Bieske) hatte ihm Schampus gegeben und seinen schmerzenden Körper eingerieben. Am nächsten Morgen begrüßt der Feldmarschall Henry Hardinge (Wellingtons Verbindungsoffizier bei den Preußen) frohgemut, so daß auch dieser seine Schmerzen vergaß, denn in der Nacht zuvor wurde ihm der während der Schlacht verwundete linke Arm amputiert. Ein westfälischer Hauptmann schreibt später über den 72jährigen Feldmarschall: „Obwohl ihm das Reiten große Schmerzen machen mußte, ritt er die Kolonnen entlang und tauschte mit vielen Soldaten Witze und Scherzworte aus. Seine gute Laune verbreitete sich wie ein Lauffeuer die Kolonnen entlang“. Am 18. Juni des Jahres 1815 fand die Schlacht von Belle-Alliance statt. Der „besoffene Husar“, wie Napoleon von Blücher mehrfach genannt hatte, ist der Sieger auf dem Schlachtfeld.

Von Blüchers Truppen (Organisation und Stärke der Niederrhein-Armee)

  • II. Korps Generalmajor von Pirch I (30.026)

Im Anmarsch

Schlachtbeschreibung

Generalleutnant von Gneisenau in der Schlacht bei Ligny
Blüchers Sturz bei Ligny

Die Beschreibung der Schlacht:[5]

Schlacht bei Ligny 01.png
Schlacht bei Ligny 02.png
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Literatur

  • Graf Anton Prokesch von Osten: Die Schlachten von Ligny, Quatre-Bras und Waterloo, in: „Kleine Schriften“, Erster Band, Stuttgart 1842 (PDF-Datei)

Verweise

Fußnoten

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