Schlacht bei Tannenberg (1410)

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Pfeil 1 start metapedia.png Dieser Artikel befasst sich mit der Schlacht bei Tannenberg 1410, zur gleichnamigem Schlacht im Jahre 1914 siehe Schlacht bei Tannenberg (1914)


Der Fahnenträger des deutschen Heeres:
Friedrich X. von Hohenzollern

Die Schlacht bei Tannenberg war eine Schlacht in Preußen im Jahre 1410.

In dieser Schlacht gipfelte der seit 1409 dauernde grosse streythe („Großer Streit“ – so nannte die Geschichtsschreibung des Ordens den Krieg). Streitpunkt war die Region von Schamaiten, welche 1398 im Frieden von Sallinwerder dem Deutschen Orden zugesprochen und 1404 von Polen und Litauen im Vertrag von Krewo nochmals bestätigt wurde. Der litauische Großfürst Vytautas wiegelte die Schamaiten 1409 dann aber zum Aufstand auf und wurde dabei von seinem polnischen Vetter König Ladislaus II. Jagello unterstützt. Am 15. Juli 1410 wurde das Heer des Deutschen Ordens unter dem Hochmeister Ulrich von Jungingen (Rz. 1407–1410) von einem gemeinsamen Heer des Königreiches Polen und des Großherzogtums Litauen unter König Jagello, Ladislaus II. Jagello und Großfürst Vytautas von Litauen vernichtend geschlagen.

Zeitgenössische Darstellung der Schlacht, Holzstich des 15. Jh.

Diese Schlacht wird in der polnischen Geschichtsschreibung die „Schlacht bei Grunwald“ genannt und gehört seit dem 19.Jh. zum Nationalmythos Polens. Die nach der deutschen Geschichtsschreibung als „Schlacht bei Tannenberg“ bezeichnete Schlacht gilt als die zweitgrößte Schlacht eines mittelalterlichen Ritterheeres (nach der Schlacht auf dem Marchfeld am 26. August 1278). Die Schlacht war mitnichten ein vollständiger Sieg der Polen, da Heinrich von Plauen diesen mit der Verteidigung der Marienburg vereitelte, so daß Polen zu Verhandlungen gezwungen war.

Heerführer auf deutscher Seite war der Hochmeister des deutschen Ordens Ulrich von Jungingen, der ursprünglich zum Ziel hatte, den Konflikt um Samaitien zu befrieden. Die Befriedung Samaitens gelang jedoch selbst ihm nicht, sondern endete 1409 in einem allgemeinen Aufstand, der von Großfürst Witold geschürt wurde. Damit begann die verhängnisvolle Kette von Ereignissen, die schließlich 1410 in der Schlacht von Tannenberg endete und Ulrichs Namen mit der größten Niederlage in der mittelalterlichen Geschichte Deutschlands verband. Während Ulrich mit polnischen Unterhändlern in der Marienburg über ein Bündnis gegen Witold verhandelte, fielen polnische Söldner in die Grenzgebiete Preußens ein und verübten an der zivilen Bevölkerung unmenschliche und grausame Taten. Es heißt, daß sie den Frauen die Brüste und den Männern das Glied abschnitten.

Von diesen Grausamkeiten unterrichtet, beschloß Ulrich, auf polnisches Gebiet vorzudringen, um diesem Frevel ein Ende zubereiten. Zuerst schien ihm das Kriegsglück auch gewogen zu sein, denn die drei Heere, die in Polen eindrangen, waren erfolgreich. Friedensverhandlungen, geführt von König Wenzel von Böhmen und König Sigismund von Ungarn, dem späteren deutschen Kaiser, erwiesen sich als verhängnisvoll für den Orden, denn sie förderten in Ulrich das Gefühl, in den Beiden eine Stütze zu finden. Am 15. Juli 1410 traf Ulrich auf das vereinigte Heer der Polen und Litauer. Da das nominell unter König Jagello von Polen vereinigte Heer von Polen und Litauern (darunter auch Russen, Böhmen, Mähren, Schlesier, Ungarn und heidnische Tataren) sich nicht zu einer richtigen Schlacht stellen wollte, erzwang Ulrich die Gegenüberstellung bei Tannenberg. Ulrich konnte dies wagen, denn das Ordensheer verfügte Anfang des 15. Jhd. über eine der stärksten Armeen Europas. Das Ordensheer bei Tannenberg zählte rund 11.000 Mann, darunter etwa 4.000 Ritter, 3.000 berittene Gefolgsleute und 4.000 berittene Armbrustschützen, die aber zur Schlacht absaßen. Während der Schlacht dominierte allerdings der Zweikampf. Vor der Schlachtordnung war die Artillerie postiert, schwerfällige Steinbüchsen, die Stein- und Bleikugeln verschossen.

Die vereinigte polnisch-litauische Armee stellte etwa 16.000 Mann auf. Auch hier bildete die gerüstete Reiterei des polnischen und litauischen Adels die Masse des Heeres. Darunter befanden sich 51 polnische Fähnlein, 40 litauische und 3.000 Mann leichte tatarische Reiterei. Die Polen besaßen keine Artillerie. Den völlig unvorbereiteten Gegner griff Ulrich nicht sofort an und nützte so den Überraschungsefekt nicht aus. Dieser verhängnisvolle Fehler fällt allein auf Ulrich zurück, denn der Ordenschronist schreibt, daß dies nicht gewollt war, da er ritterlich mit den Feinden zu streiten wünschte. Der so gewarnte Gegner nutzte diese Zurückhaltung des Ordensheeres aus, brachte sich in Stellung und wartete so lange, bis die Sonne dem Gegner ins Gesicht schien. Schließlich war Ulrich des Wartens müde geworden und sandte dem polnischen König Jagello zwei Schwerter, eine damals übliche ritterliche Sitte zur Aufforderung zur Schlacht.

Die Schlachteröffnung durch die Ordensartillerie zeigte nur wenig Wirkung, da das Pulver durch einen Regenguß naß geworden war, doch auch die nun vorsprengende tatarische Reiterei konnte mit ihren Pfeilen kaum etwas bewirken, da diese an den Rüstungen der Ritter abprallten. Statt dessen wurden sie von den Armbrustschützen des Ordens niedergemäht. Ulrich beging sofort mit seiner schweren Reiterei den verhängnisvollen Fehler, die polnischen Kerntruppen anzugreifen. Verhängnisvoll, weil seine Armbrustschützen vor der Reiterei postiert waren. Sie wurden von der eigenen Reiterei niedergeritten.

Als sich die Waage trotzdem bereits zugunsten des Ordens neigte, wurde zudem die polnische Fahne von den Ordensrittern erobert. Dies führte dazu, daß die Ritter bereits von ihren Pferden stiegen und ihre Hymne „Christ ist erstanden“ sangen. Diesen Zeitpunkt nutzte die bisher kaum in Einsatz gebrachte schwere polnische Reiterei aus. Das Ordensheer wurde umzingelt und vernichtet, wobei außer Ulrich noch weitere 200 Ordensbrüder den Tod fanden. Zwar hielten die Ordensritter und ihr Gefolge noch aus, als der Tod des Hochmeisters bekannt wurde, doch die Vasallen des Ordens und die europäischen Ritter suchten bereits ihr Heil in der Flucht. Erst als auch die Ordensfahne fiel, zogen sich auch die überlebenden Ordensritter zurück. Der Leichnam des Hochmeisters wurde am vierten Tag nach der Schlacht auf die Marienburg überführt.

Literatur

  • Paul Fischer-Graudenz: Bei Tannenberg 1914 und 1410, 1915 (Netzbuch)
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