Sepoy-Aufstand

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Englands Rache an Indien Dieses Photo von 1857 wurde 1939 von der englischen Zeitschrift" Picture Post" veröffentlicht. Es zeigt die Methoden, mit denen die englischen Behörden nach der Niederwerfung des Sepoy- Aufstandes vorgingen. "Die Hinrichtungen von Eingeborenen geschahen ganz summarisch und wahllos", berichtet ein englischer Augenzeuge.
Hinrichtung aufständischer Sepoys. Für die Vollstreckung der massenhaften Todesurteile an den aufständischen indischen Soldaten erfanden die englischen Offiziere eine neue Hinrichtungsart: die Verurteilten wurden vor Kanonen gebunden und so „in die Luft geblasen“. Gemälde des russischen Malers Wassilij Wereschtschagin

Beim Sepoy-Aufstand, dem indischen Unabhängigkeitskrieg, (auch: Sapoy-Aufstand, von pers.: sipahi = Soldat) handelte es sich um einen Aufstand indischer Truppenteile (Sapoys oder Sepoys) im Jahre 1857 gegen die englischen Besatzer Indiens.

Im Zusammenhang mit der britischen Annexion von indischen Fürstenstaaten kam es zum Aufstand indischer Truppenteile der britisch-indischen Kolonialarmee. Es war der letzte große Aufstand indischer Truppen gegen die englische Herrschaft.

Vordergründiger Auslöser war das Gerücht, daß die Papierpatronen des neu eingeführten Enfield-Gewehrs mit Schweinefett imprägniert waren. Als sich dann bei einer Schießübung eine ganze Formation, neunzig Mann, weigerte, die Patronen zu berühren, wurde sie vor ein Kriegsgericht gestellt und zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Am nächsten Tage schon meuterte die gesamte Garnison, befreite die Gefangenen, tötete ihre englischen Offiziere und marschierte nach Delhi, wo sich ihr die mohammedanische Bevölkerung anschloß. Der neunzigjährige Kaiser Bahadur Schah wurde zum Herrscher Indiens ausgerufen.

Mit Hilfe neu eingeführter Truppen konnte England 1858 die Befreiungsbewegung blutig niederschlagen. Das indische Volk verfiel der hemmungslosen britischen Vergeltungswut. Dörfer wurden angezündet, die Bewohner ohne Gerichtsverfahren an den Bäumen der Straße erhängt, Frauen und Kinder hingemordet und für die aufständischen Sepoys wurde eine besondere Art der Strafe angewendet: Sie wurden vor eine geladene Kanone gebunden und diese dann abgefeuert.

Die Zeitschrift Der Spiegel schrieb zu den Verbrechen:

Der britischen Revanche fielen über 30.000 Inder zum Opfer, viele vor Kanonenrohre gebunden und von Schrapnelladungen zerfetzt. Abermillionen Pfund an Plündergut aus Palästen und Tempeln, berichtete der "Times"-Korrespondent Russel, wurden damals nach England verschifft. Von Britengreueln bis weit ins 20. Jahrhundert berichten Inder-Denkmäler wie ein Park in Amritsar. Dort ließ noch 1919 der Britengeneral Dyer in eine Versammlung unbewaffneter Inder schießen, die wegen der Häuser und Mauern ringsum nirgendwohin flüchten konnten. Das Massaker endete mit 400 Toten und 1200 Verwundeten.[1]

Die Engländer nahmen dann die Niederschlagung des Aufstands zum Vorwand für die Absetzung des letzten Großmoguls und der direkten Machtübernahme in Indien im Jahre 1858. Gegen Bahadur Shah, den letzten Mogulkaiser von Indien wurde ein Schauprozeß veranstaltet, in dessen Verlauf er für schuldig der Komplizenschaft im Sepoy-Aufstand befunden und in die Verbannung nach Rangun geschickt wurde. Die Rechte der East India Company wurden auf die Britische Krone übertragen. Alle Inder wurden somit britische Staatsbürger und die offizielle Sprache Indiens wurde Englisch. Die britischen Monarchen trugen dann ab 1877 zusätzlich den Titel „Empress of India“ bzw. „Emperor of India“ (Kaiser(in) von Indien).

Karl Marx bemerkte damals zu den ungeheuerlichen englischen Verbrechen:

Als der Sepoy-Aufstand ausbrach, ging der Schrei nach Reformen in Indien durch alle Klassen der britischen Gesellschaft. Die Folterberichte erhitzten die Phantasie der Volksmassen, Generale und hochgestellte Zivilisten in Indien verurteilten laut die Einmischung der Regierung in die Religion der Eingeborenen. Die räuberische Annexionspolitik Lord Dalhousies, des bloßen Werkzeuges der Downing Street, die Gärung in den Köpfen der Bevölkerung, bedenkenlos erzeugt durch die Raubkriege in Persien und China - Kriege, die auf Palmerstons geheimen Befehl angezettelt und fortgesetzt worden waren [...] alle diese angehäuften Übelstände machten sich Luft in dem Schrei nach einer Reform in Indien, einer Reform der von der Kompanie ausgeübten indischen Verwaltung, einer Reform der Indienpolitik der Regierung. Palmerston haschte nach dem Schrei der Öffentlichkeit, war aber entschlossen, ihn ausschließlich für seine Interessen auszunutzen. Da sowohl die Regierung als auch die Kompanie elend versagt hatten, mußte die Kompanie geopfert und die Regierung allmächtig gemacht werden. Die Macht der Kompanie war einfach auf den Diktator des Tages zu übertragen, der vorgab, sowohl die Krone gegen das Parlament als auch das Parlament gegen die Krone zu verkörpern; so wollte er die Vorrechte beider einzig und allein in seiner Person vereinigen. Mit der indischen Armee im Rücken, dem indischen Schatzamt zu seiner Verfügung und dem Vorrecht in der Tasche, die indischen Ämter zu vergeben, würde Palmerstons Position unüberwindlich geworden sein.[2]

Verweise


Literatur

  • Biswamoy Pati: The 1857 Rebellion (Oxford University Press 2007)

Fußnoten

  1. DER SPIEGEL 5/1979: Das kranke England. Aufstieg und Verfall Großbritanniens, Teil 2
  2. Karl Marx: Die Indien-Bill. Geschrieben am 9. Juli 1858.
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