Rist, Sepp

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Sepp Rist (1900–1980)
Sepp Rist als „Reiter von Deutsch-Ostafrika
Sepp Rust’ Grab
Bad Hindelang, Friedhof
Gedenktafel von Sepp und Carla Rist an der Friedhofsmauer

Sepp Rist (Lebensrune.png 24. Februar 1900 in Bad Hindelang; Todesrune.png 11. Dezember 1980 in Röthenbach) war ein deutscher Schauspieler.

Leben

Als Sohn eines Beamten in Bad Hindelang im bayrischen Allgäu am 24. Februar geboren, zeigte Sepp Rist schon früh eine auffällige Vorliebe zum Sport. Mit sechs Jahren stand er bereits auf seinen ersten, selbst angefertigten Skiern, in der Schule war er einer der besten Turner, in seiner Freizeit kletterte er in den Bergen herum und suchte Edelweiß. Mit acht Jahren nahm Rist an seinem ersten Skiwettlauf teil und sprang mit zwölf Jahren bereits große Schanzen.

Sepp Rist erlernte das Schmiede- und Schlosserhandwerk, stand im Lederschurz vor dem Amboß oder hinter dem Schraubstock, widmete sich in seiner freien Zeit ganz dem geliebten Sport.

Dann kam der Erste Weltkrieges, und er wurde im vorletzten Kriegsjahr eingezogen. Im Krieg fuhr er ein Jahr zur See, kam als Heizer auf ein Torpedoboot und wurde dann Funkentelegraphist auf der 1. U-Boot-Geleit-Halbflottille. Der Sohn der Berge war Matrose.

Nach Beendigung des Krieges galt es auch für Sepp Rist, sich nach einem neuen Beruf umzuschauen. Als Schmied oder Schlosser sah er keine Möglichkeiten. Er war nicht wählerisch. Was sich bot, nahm er, er scheute vor keiner Arbeit, auch der schwersten körperlichen nicht, zurück. Er griff zu. Er packte das Leben sozusagen beim Schopf. Er wurde Holzfäller, Skilehrer, je nachdem.

Nebenbei stand er auf den geliebten Hölzern und fuhr zu dieser Zeit schon in der ersten Klasse, lief bei den deutschen Meisterschaften mit. Im Jahre 1920 kam er zur Polizei nach Nürnberg, wurde dort Funkentelegraphist. In derselben Eigenschaft tat er auch auf dem Flughafen Fürth Dienst. Bei der Polizei war er außerdem Sportlehrer und Trainer. Nebenbei trieb er, wie könnte es anders sein, weiter aktiven Sport. Mit ungeheurer Energie arbeitete er sich hoch, und er konnte sowohl in der Leichtathletik wie auch in der Schwerathletik und selbstverständlich auch beim Skilauf große Erfolge erringen. Er wurde ein bekannter deutscher Zehnkämpfer.

In jeder Sparte gelang es ihm, eine Meisterschaft zu erwerben. Aber damit nicht genug, er wurde auch Faltbootfahrer, fuhr nur auf Wildwasser und verbrachte seinen Urlaub außerdem damit, in den Bergen zu klettern und Ski zu laufen. So wurde Sepp Rist ein in Sportkreisen bekannter Meister. Er hatte einen durch hartes Training, durch außergewöhnliches, hartnäckiges Vorwärtsstreben und vor allem durch seine Leistungen erworbenen Namen. Er nahm unter anderem 1927 an den deutschen Skisprungmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen und an Langlaufmeisterschaften teil. Seinem Ruf als Sportsmann, Kletterer und Skiläufer dankt er es, daß er zum Film kam.

Der bekannte Kameramann Sepp Allgeier, ein Spezialist für Gebirgsaufnahmen und selber ein in den Bergen Beheimateter, drehte in Gurgl Aufnahmen von einem Skilauf, den Sepp Rist gewann. Allgeier bat ihn, sich auch einmal der Kamera zu stellen. So lernte Rist einen Filmmann kennen. Die anderen Filmleute außer Leni Riefenstahl, die ihn nur dem Namen nach kannten, wußten von ihm nichts. Bei dieser flüchtigen Bekanntschaft blieb es zunächst. Rist hatte eine Führungstour durch die Ötztaler Alpen zu leiten, hatte sich aus Gefälligkeit filmen lassen, und damit hatte es zunächst sein Bewenden.

Später wurde für den Film „Stürme über dem Montblanc“ ein Darsteller gesucht. Das konnte bei den Anforderungen, die die Rolle stellte, nicht irgendein bekannter Schauspieler sein. Das mußte ein Mann sein, der auf den Skiern zu Hause war, der Strapazen gewohnt war, und der vor allem ein hervorragender Alpinist war. Da erinnerten Leni Riefenstahl und Sepp Allgeier sich an den anderen Sepp von Gurgl. Der bekannte Spielleiter zahlreicher Bergfilme, Dr. Arnold Fanck, ließ den Mann nach Arosa kommen, machte einige Probeaufnahmen von ihm und verpflichtete ihn 1930 für den Film „Stürme über dem Mont Blanc“. Sepp Rist sah sich vor neuen Aufgaben. Mit der ihm eigenen Zielbewußtheit, mit der Verantwortungsfreudigkeit und nie versiegenden Arbeitslust ging er auch hier ans Werk und schaffte es wieder.[1]

Rist wirkte 1933 auch in dem Fanck-Film „SOS Eisberg“ mit, der in Grönland gedreht wurde. Es folgten „Der ewige Traum“, „Der Springer von Pontresina“, „Die Reiter von Deutsch-Ost“ und „Verräter“.

Im Jahre 1936 kam dann der HeimatfilmDer lachende Dritte“. Dieser Film war für den Künstler im privaten Sinne bedeutsam, denn in ihm wirkte Carla Rust mit, seine spätere Ehefrau.

Sepp Rist sollte in dem Eichberg-Film „Der Tiger von Eschnapur“ die Rolle spielen, die dann Gustav Dießl übernahm. Bei den Außenaufnahmen 1938 in Indien wurde Rist krank. Er hatte einen Hechtsprung aus 14 m Höhe in einen Krokodilsee auszuführen und zog sich dabei eine Amöbendysentherie zu, an der er in Indien und später noch lange Monate in Deutschland im Krankenhaus darniederlag. Nach seiner Wiedergenesung folgte er einem Angebot nach Japan, wo er in dem deutsch-japanischen Gemeinschaftsfilm „Das heilige Ziel“ in einer Hauptrolle mitwirkte und in den landschaftlich großartigen japanischen Alpen einen deutschen Skilehrer darstellte, der die japanischen Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen für den großen Wettkampf trainierte.

Im Mai 1939 schlossen die bekannten Filmdarsteller Carla Rust und Sepp Rist den Bund fürs Leben.[2]

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg trat er häufig in Heimatfilmen in Erscheinung, allerdings nur noch in kleinen Rollen, in denen er vornehmlich Jäger, Förster und andere bodenständige Personen darstellte.

Zuletzt wirkte er in bayerischen Fernsehserien wie „Königlich Bayerisches Amtsgericht“ mit.

Er ruhte auf dem Friedhof in Bad Hindelang neben seiner Gattin, die drei Jahre vor ihm starb. Sein Grab wurde bereits aufgelöst, aber eine Gedenktafel an der Friedhofsmauer erinnert an das einstige Schauspielerpaar.

Filmographie

  • 1930: Stürme über dem Mont Blanc
  • 1933: SOS Eisberg
  • 1934: Der ewige Traum
  • 1934: Die Springer von Pontresina
  • 1934: Die Reiter von Deutsch-Ostafrika
  • 1936: Verräter
  • 1936: Der lachende Dritte
  • 1938: Das heilige Ziel
  • 1940: Krambambuli
  • 1940: Der rettende Engel
  • 1940: Die Geierwally
  • 1941: Die Erbin vom Rosenhof
  • 1941: Der Fall Rainer
  • 1942: Kohlhiesels Töchter
  • 1943: Titanic
  • 1950: Grenzstation 58
  • 1951: Valentins Sündenfall
  • 1952: Der Sonnblick ruft
  • 1952: Des Teufels Erbe (The Devil Makes Three)
  • 1952: Der Weibertausch
  • 1952: Der Herrgottschnitzer von Ammergau
  • 1952: Das Dorf unterm Himmel
  • 1953: Liebe und Trompetenblasen
  • 1953: Die große Schuld / Der Wildschütz
  • 1954: Der erste Kuß
  • 1954: Unternehmen Edelweiß
  • 1954: Schützenliesl
  • 1954: Die schöne Müllerin
  • 1954: Oberarzt Dr. Solm
  • 1955: Der Schmied von St. Bartholomä
  • 1955: Solange du lebst
  • 1956: Der Adler vom Velsatal
  • 1956: Wo die alten Wälder rauschen
  • 1956: Die schöne Meisterin
  • 1956: Die Magd von Heiligenblut
  • 1956: Wer die Heimat liebt / Das heilige Erbe
  • 1957: Jungfrauenkrieg
  • 1957: Jägerblut
  • 1957: Der König der Bernina
  • 1958: Nackt wie Gott sie schuf
  • 1960: Heimweh nach dir, mein grünes Tal
  • 1961: Drei Mann in einem Boot
  • 1962: Waldrausch
  • 1964: Die schwedische Jungfrau
  • 1967: Da lacht Tirol
  • 1967: Wenn Ludwig ins Manöver zieht
  • 1969: Die Tote im Dornbusch (Fernsehserie Der Kommissar)
  • 1970: Drei Tote reisen nach Wien (Fernsehserie Der Kommissar)
  • 1970: Das Bienenhaus (Fernsehserie Königlich Bayerisches Amtsgericht)
  • 1971: Der Erbonkel (Fernsehserie Königlich Bayerisches Amtsgericht)
  • 1973: Schloß Hubertus
  • 1974: Der Jäger von Fall

Fußnoten

  1. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nummer 1, 6. Januar 1935
  2. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 20, 19. Mai 1939
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