Siebenjähriger Krieg

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Pfeil 1 start metapedia.png Für den Englisch-Französischen Krieg siehe Siebenjähriger Krieg in Nordamerika

Im Siebenjährigen Krieg (auch: Dritter Schlesischer Krieg genannt; 1756 bis 1763) kämpften mit Preußen und Großbritannien/Kurhannover auf der einen und dem kaiserlichen Erzherzogtum Österreich samt dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation sowie Frankreich und Rußland auf der anderen Seite alle europäischen Großmächte jener Zeit. Auch mittlere und kleine Staaten waren an den Auseinandersetzungen beteiligt.

Siebenjähriger Krieg: Den triumphalen Einzug Friedrichs II., des Großen, in Berlin nach dem Frieden von Hubertusburg 1763 feiert dieser Einblattdruck desselben Jahres. Mit diesem Frieden wurde der Siebenjährige Krieg beendet, seither stand Preußen als Großmacht ebenbürtig neben Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Ausgangslage

Die Wurzeln des Siebenjährigen Kriegs liegen im sogenannten Österreichischen Erbfolgekrieg. Nachdem Karl VI., von 1711 bis 1740 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, seine Tochter Maria Theresia als Thronfolge des Hauses Habsburg bestimmt hatte, veränderte sich das europäische Gleichgewicht. Insbesondere Preußens König Friedrich II., seit 1740 König in Preußen, strebte nach einer Machtexpansion und wollte die reichen schlesischen Provinzen als Gegenleistung für die Anerkennung der Habsburger Thronfolge als Herrscher über das gesamte römisch-deutsche Reich erhalten. Dies führte im Jahr 1740 zum Ausbruch der Schlesischen Kriege.

Diplomatische Zusammenhänge und Bündnisse

„Renversement des alliances“, Umkehrung der Allianzen, beschreibt die Politik, die dazu führte, daß sich um die Mitte des 18. Jahrhunderts herum das traditionelle Bündnissystem wandelte und so die Mächtekonstellation herbeiführte, die den Siebenjährigen Krieg bestimmte.

Wenzel Anton Graf Kaunitz (seit 1764 Reichsfürst von Kaunitz-Rietberg), der österreichische (Staats-)Kanzler, hatte bereits seit längerem versucht, ein Bündnis zwischen Frankreich und der Habsburger Monarchie zu etablieren. Allerdings war er zunächst gescheitert. Erst als sich der Konflikt zwischen Frankreich und England in den amerikanischen Kolonien zuspitzte und sich ein Krieg abzeichnete, kam auf Initiative Kaunitz' eine Annäherung zustande. England suchte Verbündete für einen potentiellen Krieg gegen Frankreich und forderte Österreich dazu auf, seine Truppen in den Niederlanden zu verstärken. Da Österreich damit den Festlandkrieg gegen Frankreich für England hatte übernehmen sollen, lehnte Kaunitz die Forderungen der Engländer ab. Statt dessen wandte er sich seinen früheren Plänen zu, ein Bündnis mit Frankreich anzustreben. Am 16. August 1755 wurde das Bündnis zwischen England und Österreich nominell aufgelöst.

Als der Weg endgültig frei war für ein österreichisch-französisches Bündnis, wurde der österreichische Gesandte in Paris, Starhemberg, damit beauftragt, Frankreich ein Bündnisangebot zu machen. Frankreich möge das Herzogtum Parma abtreten, dafür einen Teil der Niederlande erhalten und Österreich finanziell in einem Krieg gegen Preußen unterstützen. Frankreich hatte aber insbesondere beim zweiten Punkt einige Bedenken, da immer noch ein Vertrag mit Preußen bestand (Aachener Friede), den Frankreich nicht brechen wollte.

Der Konflikt mit England verschärfte sich weiter. Frankreich stellte England ein Ultimatum und forderte die Auslieferung gekaperter französischer Schiffe. Sollte England dieser Forderung nicht nachkommen, würde Frankreich dies als Kriegserklärung betrachten. Frankreich nahm diese Verschärfung des Konfliktes auch zum Anlaß, Österreich ein konkreteres Angebot eines Bündnisses zukommen zu lassen.

Einen entscheidenden Impuls bekamen die französisch-österreichischen Verhandlungen durch den Abschluß der Westminsterkonvention vom 16. Januar 1756 zwischen Preußen und England. Friedrich II. kannte die russischen Angriffspläne gegen Preußen und war sich auch bewußt, daß erst Geldzahlungen aus England durch einen englisch-russischen Subsidienvertrag Rußland die Möglichkeiten zu einem Angriff ermöglichen würden. Dem wollte er zuvorkommen. Eine Sache bedachte er damit aber nicht: daß er mit diesem Vertrag seine Bündnispartner, die Franzosen, direkt in die Hände der Österreicher treiben würde. Daß der Partner Preußen mit einem Kriegsgegner einen Subsidienvertrag schloß, wurde in Versailles wie ein Schlag ins Gesicht empfunden und verstärkte den Wunsch, das Bündnis mit Preußen aufzubrechen.

Ende März 1756 schloß Frankreich mit Österreich einen Defensivvertrag, der Zahlungen im Falle eines österreichisch-preußischen Krieges vorsah. Allerdings wollte man es nicht nur bei diesem Vertrag belassen. Der „große“ Vertrag sollte dann am 1. Mai 1756 folgen: Im Versailler Vertrag sicherte Frankreich Österreich im Falle eines Angriffs durch Dritte ein Kontingent von 24.000 Mann zu. Ebenso sollten sämtliche Besitzungen garantiert werden. Allerdings war in diesem Vertrag der englisch-französische Konflikt explizit ausgenommen.

Diese diplomatische Revolution, wie das Renversement des alliances auch genannt wird, führte dazu, daß Preußen im Jahr 1756 die Kontinentalmächte gegen sich hatte. Das traditionelle Bündnissystem wurde gesprengt und Friedrich geriet unter Zugzwang. Er mußte also etwas unternehmen, um aus dieser Lage herauszukommen und seine Position zu stärken. Da er von den russischen und österreichischen Angriffsplänen wußte, entschied er sich für einen Präventivschlag und marschierte am 29. August im strategisch wichtigen Kurfürstentum Sachsen ein.[1]

Die Kriegsparteien

Bündnis A (Vertrag von Versailles und Erweiterungen)

Territorium von bis
Kaiserliche“ bzw. Erzherzogtum Österreich (Vertrag von Versailles) 1756 1763
Königreich Frankreich (Vertrag von Versailles) 1756 1763
Kurfürstentum Sachsen: Sächsische Armee 1756 1763
Russisches Kaiserreich: Kaiserlich-Russische Armee 1757 1761
Heiliges Römisches Reich: Reichsexekution durch „Reichsarmee1757 1763
Königreich Schweden 1757 1763
Königreich Spanien („Bourbonischer Hausvertrag“ mit Frankreich) 1761 1763
Herzogtum Parma („Bourbonischer Hausvertrag“ mit Frankreich) 1761 1763
Königreich Neapel und Königreich Sizilien („Bourbonischer Hausvertrag“ mit Frankreich) 1761 1763

Bündnis B (Konvention von Westminster und Erweiterungen)

Territorium von bis
Königreich Preußen: Preußische Armee (Konvention von Westminster) 1756 1763
Königreich Großbritannien und Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg („Kurhannover“) (Konvention von Westminster) 1756 1763
Königreich Portugal 1756 1763
Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel 1756 1763
Landgrafschaft Hessen-Kassel 1756 1763
Herzogtum Sachsen-Gotha und Altenburg 1756 1763
Grafschaft Schaumburg-Lippe (Bückeburg) 1756 1763

Der Krieg in Deutschland

Friedrich der Große und seine Erlebnisse im Siebenjährigen Krieg

Eins

Friedrich der Große überdachte sein Schicksal:

„Geschähe es, daß ich getötet würde, so müssen die Dinge in ihrem Zuge bleiben. Wenn ich das Verhängnis hätte, vom Feinde gefangengenommen zu werden, verbiete ich, daß man die geringste Rücksicht auf meine Person nimmt."

Im Nu war Sachsen besetzt. In Dresden fand er die Beweise für die Verschwörung gegen ihn. Jetzt mußte Österreich überrannt werden. Aber vor Prag kam er zum Stehen, und in der Schlacht bei Kolin wurde er geschlagen. Nun fanden die Feinde Zeit zum Gegenschlag. Die Franzosen waren ins Land eingebrochen, die Armee des Deutschen Reiches stand ihm zur Seite. Aber schon war Friedrich bei Roßbach in Thüringen (heute im Gebiet des Bundeslands Sachsen-Anhalt liegend) zur Stelle. Ein grauer Novembertag brach an. Im preußischen Lager standen die Zelte, ausgerichtet wie im Manöver. Die Soldaten haben abgekocht. „Sie sollen sich in ihrem Appetit durch die Herren Franzosen nicht stören lassen", sagte Friedrich. Der französische General hohnlachte über die „Potsdamer Wachtparade". Er stieg von den sicheren Höhen herunter und umzingelte die Preußen. „Keine Maus soll noch ein Loch zum Entschlüpfen finden", dachte er. Friedrich sah die Vorbereitungen, aber er tat, als ginge ihn das gar nichts an; die Feuer brannten, die Kochgeschirre klapperten weiter bei seinen Truppen. Aber, halt, waren es nicht weniger geworden?

Zwei

Wo ist denn der Seydlitz mit seinen Kürassieren geblieben? Leise davon ist er, verschwunden aus dem Lager. Wo sind denn die Bataillone des Prinzen Heinrich? Der Franzose merkt nichts, er höhnt und umzingelt weiter. Da, plötzlich Trommelwirbel, Trompetengeschmetter! Mit einem Schlage sind die Zelte verschwunden, die Feuer gelöscht. Das preußische Heer steht in Schlachtordnung. Von links braust Seydlitz mit seinen Reitern in die Reihen der überraschten Franzosen, von der andern Seite stürmt Prinz Heinrich, von den Höhen ringsum donnern die preußischen Kanonen, und von vorn reitet König Friedrich an. Schon nach zehn Minuten ist das Schicksal des Tages entschieden, noch anderthalb Stunden wogt der Kampf hin und her, dann ist von der französischen Pracht und Herrlichkeit nichts mehr vorhanden.

Drei

Das deutsche Volk aber hat seinen Helden gefunden und jubelt ihm zu, Friedrich dem Großen. „Reißausarmee" nennt es die bunte Reichsarmee. Die Jungen singen:

„Und wenn der Große Friedrich kommt
und klopft nur auf die Hosen,
dann läuft die ganze Reichsarmee,
Panduren[2] und Franzosen!“
Vier

Aber für den Sieger gibt es keine Ruhe. Die Österreicher stehen in Schlesien. In Eilmärschen geht's von Roßbach nach Leuthen. Das wird ein anderes Kämpfen werden als gegen die windigen Franzosen! Der König versammelt am Abend seine Generale und spricht zu ihnen:

„Ich werde gegen alle Regeln der Kunst einen beinahe zweimal stärkeren Feind angreifen. Ich muß es tun, oder es ist alles verloren. Wir müssen den Feind schlagen oder uns vor seinen Batterien begraben lassen. So denke ich; so werde ich handeln."
Fünf

Am Morgen des 5. Dezember 1751 setzt sich Friedrich an die Spitze seiner Armee. Er ruft einen Offizier mit fünfzig Husaren zu sich und befiehlt diesem:

„Ich werde mich heute bei der Schlacht mehr aussetzen müssen als seither. — Bleib ich, so bedeckt Er den Körper gleich mit seinem Mantel. Er läßt einen Wagen holen und sagt keinem ein Wort. Die Schlacht geht weiter, und der Feind — der wird geschlagen!"
Sechs

Von einer Höhe aus erblickt Friedrich die ganze feindliche Schlachtaufstellung. Sofort ist sein Plan gefaßt. — Um Mittag ist die preußische Armee dem Feinde in die Flanke gekommen. Ein hartnäckiger Kampf entspinnt sich um das Dorf Leuthen. Das Dorf wird von den Preußen genommen. Die Österreicher wehren sich erbittert und suchen sich auf den Höhen hinter dem Dorf festzusetzen. Als ihre Kavallerie zum Angriff übergeht, stürzt sich die bereitgestellte preußische Reiterei ihnen in die Flanke und in den Rücken. In wilder Unordnung eilt die römisch-deutsche kaiserlichen Armee über die Wasser der Schweidnitz zurück, zahlreiche Gefangene zurücklassend. Der Kampf ist entschieden. Aber bald stand der Ausgang des Krieges wieder auf des Messers Schneide.

Sieben

Im Unglücksjahr 1759 sah sich Friedrich bei Kunersdorf den vereinigten Österreichern und Russen gegenüber. Er kämpfte selbst in der vordersten Linie und warf die Russen aus ihren Stellungen. Aber in der Nacht mußte er verzweifelt schreiben:

„Ich habe diesen Morgen den Feind um elf Uhr angegriffen."
Acht

„Alle meine Truppen haben Wunder der Tapferkeit getan. Unsere Leute gerieten in Verwirrung, ich habe sie dreimal wieder gesammelt, schließlich war ich selbst nahe daran, gefangengenommen zu werden. Ich war gezwungen, das Schlachtfeld zu räumen. Mein Rock ist von Schüssen durchlöchert, zwei Pferde wurden mir getötet; mein Unglück ist, daß ich noch lebe ... In dem Augenblick, da ich dies schreibe, flieht alles, und ich bin nicht mehr Herr meiner Leute. Ich habe keine Hilfsmittel mehr, und, um nicht zu lügen, ich glaube alles verloren. Ich werde den Untergang meines Vaterlandes nicht überleben. Adieu für immer!" (Friedrich II. nach der Niederlage von Kunersdorf)

Neun

Aber aus der Nacht der Verzweiflung, die ihn sogar an Selbstmord denken ließ, riß der König sich wieder hoch. Ein Brief an den Bruder Heinrich hat einen anderen Ton:

„Rechnen Sie darauf, daß ich, solange ich die Augen offen habe, den Staat aufrechterhalten werde, wie es meine Pflicht ist...."

Nach vier Kriegsjahren waren Freund und Feind erschöpft. England schloß mit Frankreich Frieden und schickte kein Geld mehr; es hatte Frankreich den größten Teil seiner Kolonien entrissen und war so durch Friedrichs des Großen Heldentum der größte Kolonialstaat geworden. Friedrich konnte zwar noch zwei Schlachten gegen Österreich gewinnen, aber dann waren seine Kräfte erschöpft. Er behauptete noch die Festungen und befestigten Lager. Das Land war völlig verarmt, Handel und Wandel lagen darnieder.

Zehn

Die königliche Münze war in den Hände der Juden Daniel Itzig sowie Veitel Heine Ephraim, der immer schlechteres Geld prägte, das zuletzt niemand mehr nehmen wollte. „Von außen schön, von innen schlimm, von außen Friedrich, von innen Ephraim", spottete das Volk über die Münzen. Die Juden aber wurde reich und bauten sich Stadtpaläste in Berlin. Das Heer konnte keinen Ersatz mehr aus der Heimat bekommen, 16jährige Kadetten wurden Offiziere. Die Pferde fehlten, man mußte schon Kühe vor die Kanonen spannen. Die Minister rieten zum Nachgeben. „Nein! Niemals werde ich einen Frieden in Unehren schließen!" erklärte Friedrich.

Das Schicksal brachte endlich die Rettung. Friedrichs unversöhnliche Feindin, die russische Kaiserin Elisabeth, starb plötzlich, das Russische Kaiserreich unter Peter III. zog die kaiserlich-russischen Truppen zurück und schloß 1762 den Frieden von Sankt Petersburg.

Elf

Nun konnte Friedrich den Krieg ehrenvoll beenden. Im Frieden zu Hubertusburg mußte Österreich endgültig auf Schlesien verzichten, aber seine übrigen Erblande und das Kaisertum hatte es gerettet. Was der große König in den endlosen Jahren des Krieges geleistet hatte an Mut, Unbeugsamkeit, Seelenstärke und an hervorragender Menschen- und Kriegführung, steht in der Geschichte der Völker einzig da. Die endgültige Entscheidung zwischen Österreich und Preußen im Kampf um die Vormachtstellung in Deutschland war nicht gefallen, aber Preußen hatte die Anerkennung als europäische Großmacht erreicht. Durch den Heldenkampf Friedrichs des Großen war im deutschen Volke das Nationalbewußtsein wieder erstarkt. Das deutsche Volk hatte wieder eine Hoffnung. Viele sahen von jetzt ab in Preußen das neue, kommende Deutschland.

Folgen des Krieges für Deutschland

Nach Kriegsende war Preußen für Habsburg ein gleichwertiger Gegner geworden. Diese Konkurrenz führte zum sogenannten Deutschen Dualismus um die Vorherrschaft im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und insbesondere im 19. Jahrhundert im Deutschen Bund. In den Jahren 1777/78 kam es im Bayerischen Erbfolgerkrieg zum erneuten Aufeinandertreffen zwischen Preußen und Österreich, da die Habsburger, als Erben des fränkisch-bayerischen Ostarrîchi, ihren unberechtigten Anspruch über Bayern ausdehnen wollten. Dabei konnte Preußen den österreichischen Versuch vereiteln, ganz Bayern zu erobern.

Der Krieg in Europa und in den Kolonien

Ebenso wie Preußen ging es auch Großbritannien nicht allein um die Verteidigung seines Besitzstandes in Hannover. In Nordamerika und Indien wollte es den französischen Kolonialrivalen endgültig verdrängen, zumindest aber Louisburg und das Ohiotal erwerben.

Wien ging es um eine entscheidende Schwächung des Staates Friedrichs durch eine Reduzierung auf den Gebietsstand Kurbrandenburgs von 1614, also vor dem Dreißigjährigen Krieg. Pommern, nicht nur die 1679 und 1720 von Schweden erworbenen vorpommerschen Gebiete, sondern auch Hinterpommern, sollte an Schweden fallen. Magdeburg sollte an Sachsen fallen, ggf. auch Halberstadt und der Saale-Kreis (Halle), falls Sachsen im Austausch die Lausitz an das Habsburgerreich abtreten würde. Die Exklaven Kleve, Obergeldern und Mark im Westen sollten an die Kurpfalz fallen, Ostpreußen an Polen. Für französische Hilfe bei der Rückgewinnung Schlesiens war Wien zum römisch-deutschen Vaterlandsverrat bereit: nicht nur sollte die Österreichischen Niederlande Frankreich überlassen werden, Rußland sollte Kurland bekommen und Polen sollte Ostpreußen erhalten.

Kolonien

Unter Robert Clive eroberten die Briten die französischen Besitzungen in Indien (→ Dritter Karnatischer Krieg). Der Krieg fand somit auch auf dem indischen Subkontinent statt, genauer: zwischen den Truppen der Britischen Ostindien-Kompanie und französischen Streitkräften.

In Nordamerika begannen die Feindseligkeiten (→ Siebenjähriger Krieg in Nordamerika) bereits 1754. Nach anfänglichen Rückschlägen (französischer Sieg in der Schlacht am Monongahela 1755) eroberten die Briten erst das Ohiogebiet, stießen dann zu den Großen Seen vor und begannen schließlich die Invasion Kanadas. Durch die Vernichtung der französischen Flotte in zwei Seeschlachten wurde Québec von Europa abgeschnitten. Die Briten eroberten daraufhin 1759 Québec und 1760 Montreal.

Am 23. September 1762 landeten in Manila britische Truppen und begannen die britische Invasion der Philippinen. Bei der darauffolgenden Schlacht um Manila wurden große Teile der Stadtfestung Intramuros zerstört. Die britische Operation endete erst im Februar 1764 mit der Rückgabe Manilas an die Spanier. In der Ilocos-Region, im Nordwesten des Landes auf der Hauptinsel Luzon, nutzen einheimische Rebellen unter Diego Silang die Möglichkeit zum Aufstand gegen die Besatzung.

Das Königreich Großbritannien eroberte während des Siebenjährigen Krieges am 30. April 1758 die Handelsniederlassungen im französischen Senegal.

Folgen des Krieges für Frankreich und Großbritannien

Frankreich mußte aufgrund der Niederlage im Siebenjährigen Krieg zahlreiche Kolonien in Nordamerika und Indien an Großbritannien abgeben. Die daraus folgende Staatsverschuldung führte 1789 zum Ausbruch der Französischen Revolution.

Der Seekrieg im Siebenjährigen Krieg

Der Siebenjährige Krieg war der erste große, weltweite See- und Landkrieg. Nach dem Frieden von Aachen 1748 bestanden die Spannungen zwischen Großbritannien und Frankreich in den Kolonien weiter. In Nordamerika kam es zwischen den britischen Siedlern und den Franzosen und den mit diesen verbündeten Indianerstämmen zu ständigen Reibungen, die über den Kleinkrieg schließlich in offene Kampfhandlungen von regulären Truppen übergingen. In Indien suchten die britischen und französischen Handelskompanien aus dem Niedergang des Reiches der Mogulen ihren Einfluß auf dem Subkontinent zu erweitern; sie kamen im Bündnis mit den jeweils befreundeten Fürsten zur offenen Konfrontation. In einem fließenden Übergang war bis 1755 in Übersee der offene, aber noch nicht erklärte Kolonialkrieg im Gange. Britische Kreuzer machten ab 1754 Jagd auf französische Handelsschiffe, und das britische Atlantikgeschwader unterbrach ab 1755 französische Truppentransporte nach Kanada. Es war nur eine Frage von kurzer Zeit, wann auch in Europa der Krieg um die Weltherrschaft zwischen Großbritannien und Frankreich wieder voll ausbrechen würde.

Dort hatten in den letzten Jahren die Bündnisse einen überraschenden Wechsel erfahren. Großbritannien hatte sich in einer im Januar 1756 abgeschlossenen Konvention die Unterstützung von Preußen zum Schutz seines Besitzes in Deutschland, des Kurfürstentums Hannover, gesichert. Frankreich schloß darauf im Mai das unerwartete Bündnis mit dem ehemaligen Erzrivalen, den österreichischen Habsburgern, dem sich noch Rußland anschloß. Preußen wählte darauf wieder die Flucht nach vorn und eröffnete die Kampfhandlungen mit dem Einfall in Sachsen. Darauf traten noch das protestantische Schweden und neben mehreren katholischen auch einige protestantische Reichsfürsten auf die Seite der Gegner Preußens. Trotz glänzender Siege Friedrichs des Großen wäre Preußen ohne finanzielle Unterstützung durch Großbritannien unter der Führung von William Pitt d. Ä. und den rechtzeitigen Tod der russischen Kaiserin Elisabeth I. verloren gewesen. Die Entscheidung über den Erfolg in diesen weltweiten Krieg fiel aber auf den Weltmeeren.

Es standen zu Kriegsbeginn den 120 Linienschiffen nur 70 französische gegenüber. Die Größe der Linienschiffe war bereits auf rund 2.000 t Wasserverdrängung angewachsen, die der neuen schnellen Fregatten auf 700 t.

Erst nachdem das französische Mittelmeergeschwader überraschend den britischen Stützpunkt Port Mahon auf Menorca angegriffen hatte, erfolgten die Kriegserklärungen zwischen Großbritannien und Frankreich. Neben der Unterstützung Preußens waren die Schwerpunkte der britischen Kriegsführung die Unterstützung des Kolonialkrieges in Amerika, die Blockade der französischen Atlantikhäfen und Angriffe auf die Küste, um französische Truppen vom Kampf in Deutschland abzuziehen, ferner Angriffe auf die französischen Kolonien in Westindien, Afrika und Ostindien. Da Frankreich auf den Weltmeeren den Briten zu unterliegen drohte und Preußen gegen die Übermacht zu Lande keine unmittelbare Gefahr für Frankreich bedeutete, wollte Frankreichs Staatsminister Choiseul den Krieg mit einem Schlag durch eine Landung in England beenden. Dazu wurde in der Bucht von Morbihan ein Heer von 30.000 Mann zusammengezogen, weitere Truppen in Ostende und Dünkirchen für eine Landung in Irland bereitgestellt. Die französischen Mittelmeer- und Atlantikflotten sollten sich vor der Loiremündung versammeln, um die Landung zu decken. In den Seeschlachten bei Lagos und in der Bucht von Quiberon wurden jedoch beide Flotten von Briten vernichtet. Das Jahr 1759 war damit die große Wende in diesen Krieg. Von nun an beherrschte die an Seemacht gewohnte britische Flotte der Royal Navy die Meere und konnte den Krieg in Übersee für Großbritannien entscheiden.

In zahlreichen kombinierten Land- und Seeoperationen wurden die wichtigsten Plätze in Kanada wie Louisburg, der Schlüssel zum St. Lorenzstrom, Quebec und Montreal erobert. In Westindien wurden mit Guadaloupe, Dominica und Martinique alle wichtigen französischen Besitzungen erobert. In Ostindien wurde Clive bei der Vertreibung der Franzosen und dem Legen des Grundsteines zum britisch-indischen Imperium unterstützt. Als Spanien im Januar 1762 aufgrund eines Familienpaktes an der Seite von Frankreich in den Krieg eintrat, wurden seine überseeischen Gebiete zu einer leichten Beute für die britische Flotte. Im letzten Kriegsjahr konnten die Engländer daher noch die wichtigen Stützpunkte Havanna und Manila erobern.

Seit dem Jahr 1759 hatte sich die Flotte Frankreichs auf den Handelskrieg beschränken müssen, der wegen der Überlegenheit der britischen Flotte und der engen Blockade der Küsten bei weitem nicht so erfolgreich wie in früheren Kriegen war. Die Briten hatten dagegen den französischen Seehandel gänzlich unterbunden. Sie waren auch in diesen Krieg erstmals gegen neutrale Schiffahrt energischer vorgegangen und hatten den alten Grundsatz „Frei Schiff – Frei Gut“ nicht mehr befolgt. Dadurch war vor allem der niederländische und spanische Handel sehr geschädigt worden. Spanien wurde dadurch schließlich auch an die Seite Frankreichs gebracht. Nach der Thronbesteigung König Georgs III. in Großbritannien, der sich mit Pitt nicht vertrug, trat letzterer von der Leitung der Politik zurück, und es kam 1763 zum Frieden von Paris, in welchen Frankreich nach der militärischen Lage sogar noch glimpflich davonkam. Es mußte an Großbritannien Kanada, die Inseln St. Vincent, Dominica und Tobago in Westindien, Senegal in Afrika und seine Ansprüche in Ostindien – außer fünf Handelsplätzen – abtreten. Von Spanien erhielt Großbritannien Florida, das dafür von Frankreich Louisiana erhielt. Frankreich hatte damit das von Colbert und Ludwig XIV. errichtete erste Kolonialreich fast vollständig verloren. Großbritannien trat nun die Nachfolge von Spanien als erste Macht in den Kolonien in Übersee an. Spanien mußte ferner Menorca an Großbritannien zurückgeben.[3]

Abweichende Schiffszahlen (1755)

  • Großbritannien
    • 121 Linienschiffe
    • 81 Fregatten
  • Frankreich
    • 71 Linienschiffe
    • 32 Fregatten
  • Spanien
    • 60 Linienschiffe
    • 65 Fregatten[4]

Friedensverträge

1762

1763

Siehe auch

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Bloch, Michael: Der Siebenjährige Krieg – 1. Am Vorabend des Krieges. Aus: „Madame de Pompadour – Der Siebenjährige Krieg“, in: historicum.net, URL: https://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/2866/
  2. Eine berüchtigte Habsburgische Freischar (vorwiegend ungarische Adelige und Kroatische Milizen) in den Schlesischen Kriegen, aufgestellt von Franz Freiherr von der Trenck.
  3. H. Pemsel: Seeherrschaft, Band 1, S. 288f
  4. J. F. von Kronenfels: Das schwimmende Flottenmaterial der Seemächte (1881)
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