Berliner Siegessäule

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Die Siegessäule nach der Renovierung im Jahr 2011; auf der Siegessäule in Berlin-Tiergarten steht die Siegesgöttin Viktoria (im Volksmund auch „Goldelse“) mit erhobenem Lorbeerkranz und Reichsadler auf dem Haupt, während das Eiserne Kreuz an ihrem Speer von Eichenlaub umkränzt ist. Sie dient dem ewigen Gedenken an die preußisch-deutschen Siege im Deutsch-Dänischen Krieg 1864, im Deutschen Bruderkrieg 1866 und im Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871

Die Siegessäule ist ein deutsches Nationaldenkmal, welches sich auf dem Großen Stern inmitten des Großen Tiergartens in Berlin befindet. Sie wurde nach einem Entwurf von Heinrich Strack von 1864 bis 1873 während der deutschen Einigungskriege erbaut und befand sich ursprünglich auf dem Berliner Königsplatz vor dem Reichstagsgebäude. Von der Siegessäule verlief als Sichtachse die 750 Meter lange Siegesallee zum Kemperplatz.

Inhaltsverzeichnis

Vorlage

Modell für die Hauptfigur war im Jahre 1873 die Kronprinzessin Viktoria von Preußen nach einer Vorlage der Tochter des Bildhauers Friedrich Drake, der die Figur schuf.

„Auf der Siegessäule zu Berlin [...] steht unter den Bildnissen der gefeiertsten unsrer Helden auch die sinnende und energievolle Gestalt Edwins von Manteuffels [...] Geht hin und schauet zu ihm empor: er war ein Ritter ohne Furcht und Tadel, er war das Musterbild einer echten und vollen Persönlichkeit.“Hanns von Zobeltitz, in: Dreissig Lebensbilder deutscher Männer aus neuerer Zeit[1]

Einweihung

Siegessäule auf dem Königsplatz
Ehrenparade an der Ost-West-Achse der Siegessäule zu Ehren von Hitlers 50. Geburtstag am 20. April 1939

Über die Einweihung:[2]

Das Heer und das Vaterland - Siegesdenkmal Berlin 01.jpg
Das Heer und das Vaterland - Siegesdenkmal Berlin 02.jpg
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Das Heer und das Vaterland - Siegesdenkmal Berlin 04.jpg
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Das Denkmal

Beschreibung des Denkmals

Quelle
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Weithin strahlt ihre Inschrift: „Das dankbare Vaterland dem siegreichen Heere.“ Der ganze Bau hat eine Höhe von 194½ deutschen Fuß. Auf einer acht Stufen bildenden, vier Fuß hohen, aus grauem schlesischem Granit gearbeiteten Terrasse erhebt sich ein quadratischer Unterbau aus rothem schwedischem Granit, 62 Fuß lang und breit, 22 Fuß hoch. Die Seitenwände dieses Unterbaues enthalten vier größere Reliefs aus Bronze, welche Hauptscenen aus den drei Feldzügen darstellen, deren Gedächtniß dieses Denkmal gewidmet ist, nämlich dem dänischen (1864), dem österreichischen (1866) und dem französischen (1870–71). Jedes dieser vier Reliefs (erhabenen Bilder) hat eine Länge von 41 Fuß bei einer Höhe von Fuß; die Figuren erscheinen also beinah lebensgroß.

Auf dem ersten Bilde zeigt sich der Auszug zum dänischen Kriege. Prediger und Priester segnen das Heer; Väter und Frauen trauern beim Abschied, die Kinder jubeln den Soldaten zu; hinter dem Zuge erscheint zu Pferde Feldmarschall Wrangel, Die anderen Bilder verewigen Personen, die mit dem Heere oder dem Denkmal zu thun hatten. Die andere Hälfte des Reliefs zeigt den Sturm auf die Düppeler Schanzen, ein Kampfesbild in dem die Hauptfiguren wiederum Bilder hervorragender Personen sind, preußischerseits General von Raven und Ingenieur-Lieutenant Lommatsch, die beide fielen, und Major von Beeren, der den Sturm leitete; dänischerseits der heldenmüthige Vertheidiger Lieutenant Anker.

Das zweite Hauptbild zeigt die Begegnung des Königs Wilhelm mit dem Kronprinzen auf dem Schlachtfelde bei Königsgrätz, wie dieser den Sieg meldet. Bismarck, Moltke, Roon und Voigts-Rhetz umgeben den König; Blumenthal, Stosch, Steinmetz und Prinz August von Württemberg sind bei dem Kronprinzen, Links, wo ein Bild des heil. Nepomuck den böhmischen Boden bezeichnet, ist eine Episode aus einem Reitergefecht in der Schlacht bei Nachod dargestellt, wobei auch die Heldengestalt des „rothen Prinzen“, Friedrich Karl, erscheint. Rechts erscheinen triumphierende Soldaten und die edlen Pfleger der Verwundeten.

Dem deutsch-französischen Kriege sind zwei Bilder gewidmet. Das erste zeigt im linken Felde den Aufbruch zum Krieg, „Soldaten marschiren in’s Feld“, der eine nimmt Abschied von Weib und Kind, die Krankenpflege bildet sich, Liebesgaben werden eingepackt. Das Haupt- (Mittel-) Feld stellt Scenen aus der Schlacht bei Sedan dar; der König Wilhelm mit dem Kronprinzen, Bismarck, Moltke, der Kronprinz von Sachsen und andere Fürstlichkeiten und Generale; französische Gefangene, eroberte Fahnen, und der General Reille, mit dem Briefe Napoleons, der die Uebergabe anzeigt.

Im dritten Felde sehen wir den Einzug in Paris, durch den Triumphbogen, mit den Haupt-Heerführern; ein Blusenmann, Kommunist in spe, Hände in den Taschen, schaut sich die Eindringlinge trotzig an, sagt aber nichts!

Das letzte Bild endlich stellt den triumphierenden Einzug in Berlin dar. Der greise Heldenkaiser, hoch zu Roß, mit der Rechten der Volksmenge freundlichen Gruß winkend; um ihn herum gruppirt, die Paladine des Reiches, Bismarck, der gewaltige Kanzler, wie im Thronsaal, so auch hier dicht bei und vor dem Kaiser, dann der Kronprinz, Prinz Friedrich Karl, Moltke, andere Fürsten und Feldherren. Der Ober-Bürgermeister von Berlin, Geistliche und Ehrenjungfrauen empfangen die Sieger; bei dem Denkmal Friedrich Wilhelms III. werden französische Trophäen niedergelegt. Im Hintergrunde links ist das Brandenburger Thor; dicht dabei eine liebliche Gruppe: Eine Frau umarmt ihren heimkommenden Gatten; sein Junge schleppt vergnüglich des Vaters Zündnadelgewehr. Damit enden die Bildwerke an den äußeren Wänden des Unterbaues. Auf diesem Unterbau befindet sich eine runde Säulenhalle ans rothem schwedischen Granit gearbeitet und mit dem Unterbau durch einen stufenartigen Sockel verbunden. Ihre Höhe beträgt 56 Fuß bei einem Durchmesser von 50 Fuß. Sie wird von 16 Säulen von 3 Fuß Durchmesser gebildet, deren Basen aus pommerschem Granit, deren Capitäle aus Geschützbronze gearbeitet sind. In der Mitte dieses Rundbaus erhebt sich eine runde Säule, welche im Verhältniß zu ihrer Höhe dick erscheint, und deren Außenseite zugleich die inneren Wände der Säulenhalle bildet. Dieselbe ist mit Mosaikbildern verziert (bei nicht genauer Besichtigung erscheinen sie wie Fresko-Gemälde), welche nach einem Bildwerk des Historienmalers A. v. Werner in Venedig ausgeführt wurden. Das Bild stellt in sinnbildlichen Figuren den Kampf und die Einigung Deutschlands dar.

Ueber der Eingangsthür, welche zur inneren Treppe führt, steht die Figur der Germania, hinüberspähend über den Rhein; in den Locken trägt sie einen grünen Kranz, in der linken Hand hält sie den Helm gefaßt, während die Rechte nach Schwert und Schild greift welche ihr die durch den Sang der Barden aus ihren Gräbern hervorgelockten Hünen reichen.

Ueber der Germania schweben Borussia (Preußen) mit der Lanze, seitwärts die Gestalten Württembergs und Bayerns. Zu ihren Füßen spielen noch die Kinder friedlich im Kornfeld, im Hintergrund erscheinen die Thürme von Straßburg. Da, plötzlich, bricht das Unheil herein und senkt sich in das friedliche Thal. In der Mitte der stolze Cäsar im rothen Mantel mit dem Römerschwert erinnert an Napoleon den Ersten, über dessen Haupt ein stolzes, drohendes Weib, Frankreich, die dreifarbige Fahne führt, um beide drängen sich Zuaven und Turcos, während ein Chasseur Schwert und Brandfackel schwingt. Das Gefolge des stolzen Cäsar bilden Tod und Pest, die unheimlichen Begleiter des Krieges. Doch jubelnd stürmen ihnen die deutschen Heere entgegen. Neben dem Landwehrmann kämpft muthig der freiwillige Jäger und der Arbeiter mit wuchtigem Hammer. Hoch zu Roß stürmt Prinz Friedrich Karl den deutschen Heeren voran und bricht den fränkischen Uebermuth. Jubelnd umdrängen die neuen Waffengenossen, Sachsen, Preußen und Bayern den Kronprinzen von Preußen, demselben die eroberten Feldzeichen weisend. Der Sieg ist errungen. Der alte Kaiserthron wird wieder aufgerichtet. Auf den Stufen desselben steht Borussia, die Kaiserkrone zu empfangen, welche ein bayrischer Herold ihr darbringt.

Zur linken Seite des Thrones stehen der Kronprinz, der Großherzog von Mecklenburg, Prinz Friedrich Karl, Bismarck mit der Kaiserproklamation, Roon und Moltke. Vor ihnen legen die Soldaten die Fahnen zu Füßen des Thrones nieder. Rechts steht der Großherzog von Baden inmitten der Vertreter der deutschen Heere; Reichsherolde verkünden dem Volk die Wiedergeburt deutscher Macht und Herrlichkeit. Der alte Barbarossa erwacht aus seinem Schlafe, und krächzend entfliehen die Raben des alten Kyffhäuser. Ueber diesem ganzen Unterbau erhebt sich dann die eigentliche Säule, welche oben die Kolossalstatue der Siegesgöttin trägt. Dieser obere Theil der Säule erhebt sich in drei Abschnitten bis zu einer Höhe von 85 Fuß über der Säulenhalle, bei einem Durchmesser von 16 Fuß, und ist von einem aus acht durch Festons verbundenen Adlern gebildeten Kapitäl gekrönt.

In den Kannelürungen (senkrechten Rinnen-Einschnitten) der Säule stehen aufrecht vergoldete Geschützrohre, und zwar im unteren Theil 20 dänische, im mittleren 20 österreichische und im oberen 20 französische, welche durch Bronzekränze und Festons verbunden sind. Ueber dem Kapital, 147 Fuß über dem Erdboden, befindet sich die umgitterte Platform, bis zu welcher eine bequeme Steintreppe führt. Ueber der Platform erhebt sich der 12 Fuß hohe Sockel und die Statue; letztere ist bis zu den Flügeln des Helmadlers 31 Fuß und bis zur äußeren Spitze der Standarte, welche sie in der Linken trägt, 40 Fuß hoch. Die Figur ist, ebenso wie die Kanonen, echt vergoldet. Der ganze Bau hat bis zur Standartenspitze der Siegesgöttin eine Höhe von rund 200 amerikanischen Fuß. Der Eingang befindet sich in dem Unterbau auf der Nordseite. In demselben führt zunächst eine Granittreppe bis zur Säulenhalle empor. Die Wände des ganzen unteren Treppenraumes bis zur Höhe der Candsteinsäulenbasis sind mit Carrara-Marmor zweiter Güte bekleidet. Von der Säulenhalle aus führt in der eigentlichen Sandsteinsäule eine Sandsteintreppe, mit Eisengeländer und mehreren Halteplätzen mit Ruhesitzen, wo man sich verschnaufen kann, bis zur Platform über dem Kapitäl empor. Nur der letzte Theil der Treppe ist von Eisen; im ganzen zählt man 246 Stufen.

Quelle: Johannes Kopelke: Ein Sommer-Ausflug nach Europa, hauptsächlich Deutschland, 1895, S. 136 ff. (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!


Die Sockelreliefs

Als Vorlage für die auf den Reliefs gezeigten Personen wurden verdiente Persönlichkeiten abgebildet wie z. B. Generalfeldmarschall Edwin Karl Rochus Freiherr von Manteuffel und der Arzt Bernhard von Langenbeck.

Nach der sogenannten „Befreiung“ wurden drei der vier Sockelreliefs gestohlen. Ende der 1970er Jahren dann plötzlich in Paris wieder „entdeckt“, konnten sie 1984 und zur 750-Jahr-Feier von Berlin am Denkmal erneut angebracht werden.[3]

Die vier Sockelreliefs:

Die Siegessäule 1938 eingekleidet. Der Abbruch und Transport steht kurz bevor.
Quelle: Die Zeitlupe, 14. August 1938

Verlegung

Im Zuge des Gesamtbauplanes für die Reichshauptstadt und der damit verbundenen Verlegung wurde das Denkmal um 7,5 Meter mit einem vierten Ring erhöht und ist seitdem 66,89 Meter hoch. Ursprünglich blickte die Hauptfigur nach Süden, wurde jedoch nach der Erhöhung mit Blick Richtung Westen entlang der breiten Ost-West-Achse wiederaufgestellt.

Geplante Zerstörung

Im Jahre 1946 sollte das Denkmal auf Anweisung der französischen Besatzer gesprengt werden.[3] Auch die Kommunisten und Sozialdemokraten der Ost-Berliner SED drängten auf einen Abriß.[4]

Auf englische Initiative – das Modell der Hauptfigur war Halbengländerin – und weil sich das Denkmal in der englischen Besatzungszone von Berlin befand, blieb das Denkmal jedoch stehen. Allerdings durften die Franzosen Ihre Fahne (Trikolore) über der Viktoria hissen, die bis Ende 1948 dort auch zu sehen war.

BRD-Zeit

Die Siegessäule steht unter Denkmalschutz. In der BRD hat ein Schwulenheft die Bezeichnung wegen der vermeintlichen Phallussymbolik übernommen.

Zitat

Siehe auch

Fußnoten

  1. Hanns von Zobeltitz: Dreissig Lebensbilder deutscher Männer aus neuerer Zeit. Velhagen & Klasing, 1892, Abschnitt „Manteuffel“ (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  2. Ludwig Hahn: Das Heer und das Vaterland, ein Gedenkbuch für das deutsche Volk, 1883, S. 247 ff. (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  3. 3,0 3,1 „Die Franzosen sperren sich gegen die Heimführung einer Kriegs-Trophäe“ (DER SPIEGEL 4/1978) Vorsicht! Umerziehungsliteratur im antideutschen Sinne!
  4. „Die DDR ließ das Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm I. (1897) von Reinhold Begas 1950 abreißen. Nach dem Plan der Staatsmacht hätte auch die Siegessäule abgetragen werden sollen – doch die hatte das Glück, im britischen Sektor zu stehen.“ in: Welt-online, 29. November 2010, „Reinhold Begas’ Kunst“ von Sven Felix Kellerhoff
  5. 33-cabinet.png Abgerufen am 1. Februar 2012. Bei WebCite® archivieren.Heiner GeißlerDie Siegessäule ist das dümmste Monument der Republiktagesspiegel.de, 1. Februar 2012
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