Buback, Siegfried

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Siegfried Buback (1920–1977)

Siegfried Buback (Lebensrune.png 3. Januar 1920 in Wilsdruff, Amtshauptmannschaft Meißen, Sachsen; Todesrune.png 7. April 1977 in Karlsruhe) war ein deutscher Jurist. Vom 31. Mai 1974 bis zu seinem Tod amtierte er als Generalbundesanwalt am Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Seine Ermordung durch Mitglieder der Rote Armee Fraktion (RAF) wird gemeinhin als Auftakt des Terrorjahres 1977 betrachtet, das im Deutschen Herbst gipfelte.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Siegfried Buback wurde am 3. Januar 1920 im sächsischen Wilsdruff (Kr. Meißen) als Sohn eines Beamten geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Leipzig bestand Buback 1941 die Erste Juristische Staatsprüfung und leistete anschließend als Soldat in der Wehrmacht seinen Wehrdienst. Nach alliierter KZ-Haft kehrte Buback 1947 aus der Kriegsgefangenschaft zurück und legte er 1950 die Zweite Juristische Staatsprüfung ab.[1]

Wirken

Siegfried Buback trat seine juristische Laufbahn 1950 als Assessor in Niedersachsen an, wo er 1952 zum Gerichtsassessor und 1953 zum Staatsanwalt ernannt wurde. 1959 wurde er zum Ersten Staatsanwalt befördert und an die Bundesanwaltschaft beim Bundesgerichtshof abgeordnet. Dort stieg er 1963 zum Oberstaatsanwalt und 1971 zum Bundesanwalt auf. Seit August 1959 war er mit einer kurzen Unterbrechung (1967/68) in der Abteilung Landesverrat der Bundesanwaltschaft tätig.[2]

Der agile, mehr der Praxis als der Theorie verpflichtete Jurist wurde früh in besonders schwierigen Fällen eingesetzt, wo er mit politischem Gespür nicht selten zu spektakulären Erfolgen kam. Bundesweite Bekanntheit erlangte er im Herbst 1962, als er als abgeordneter Oberstaatsanwalt die Ermittlungen gegen den „Spiegel“ und seinen Herausgeber Rudolf Augstein wegen Landesverrats leitete („Spiegel-Affäre“). Er führte auch die Ermittlungen im Fall des Raketendiebstahls in Fürstenfeldbruck, überführte nach dem Überfall auf das Munitionsdepot in Lebach nach monatelanger Suche die beiden Soldatenmörder und ermittelte in der Affäre des Elektronikexperten Eitzenberger, dem größten Spionagefall im Wissenschaftsbereich der Bundesrepublik. Buback leitete auch die Vernehmung des CDU-Abgeordneten Steiner, der mit dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR zusammengearbeitet hatte, ohne Rücksicht auf den bremsenden Parlamentsausschuß. Außerdem war er mit der Fahndung nach führenden RAF-Terroristen (Rote Armee Fraktion) der ersten Generation befaßt und ermittelte gegen deren Sympathisanten, einschließlich solcher, die standeswidrig Kassiber beförderten und sonstigen „Vorschub“ leisteten.[2]

Buback war nie ein Mann vorsichtiger Reserve, sondern sprach die Dinge aus seiner Sicht klar an, so etwa, wenn er von „Alarmstufen“ sprach, „höchste Wachsamkeit“ forderte, die Situation als „zweite Phase des revolutionären Kampfes“ charakterisierte oder sich beklagte, daß die Fahndungen nach den Anarchisten nur schwache Resonanz bei den Massenmedien und in der Bevölkerung fanden – „trotz gigantischer Belohnungen“. Als erster Pressesprecher des Generalbundesanwalts wirkte er eher nüchtern als emphatisch.[2]

Am 1. Mai 1974 wurde Buback zum Nachfolger des zum 30. April aus seinem Amt scheidenden Generalbundesanwalts Ludwig Martin berufen. Kurz darauf fiel ihm die Ermittlung im Spionagefall Günter Guillaume zu, der zum Rücktritt von Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) führte. Außerdem war er in den folgenden Jahren – in enger Zusammenarbeit mit dem Präsidenten des Bundeskriminalamts (BKA), Horst Herold – mit der Aufklärung und Ahndung der Taten der linkterroristischen RAF betraut, zu deren persönlichem Ziel er daher avancierte.[2]

Am 7. April 1977 fiel Buback zusammen mit seinem Fahrer und einem Justizbeamten einem Attentat des „Kommandos Meinhof“ zum Opfer.[3] Buback („Angst kann ich mir nicht leisten“) hatte auf den Schutz durch Leibwachen verzichtet. Nur einen Tag später präsentierte das BKA drei dringend Tatverdächtige: Günter Sonnenberg, Christian Klar und Knut Folkerts. Von diesem auch gerichtlich festgestellten Sachverhalt gingen sowohl die Öffentlichkeit als auch die Familien der Opfer drei Jahrzehnte lang aus.

Auszeichnungen

Für seine erfolgreich abgeschlossenen Ermittlungen nach dem Überfall auf das Munitionsdepot in Lebach wurde Buback mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Familie

Siegfried Buback war verheiratet. Sein Sohn Michael (geb. 1945) wurde 1995 zum Professor für Technische und Makromolekulare Chemie in Göttingen berufen.

Literatur

  • Johannes Agnoli: Buback – ein Nachruf – Eine Dokumentation, Das Politische Buch, Berlin 1977
  • Peter Brückner: Die Mescalero-Affäre – Ein Lehrstück für Aufklärung und politische Kultur, Anares, Bremen 2002, ISBN 3-935716-64-8
  • Michael Buback: Der zweite Tod meines Vaters – Erweiterte Ausgabe mit neuen Fakten, Knaur-Taschenbuch-Verl., München 2009, ISBN 978-3-426-78234-7
  • Wolfgang Kraushaar: Verena Becker und der Verfassungsschutz, Hamburger Edition, Hamburg 2010, ISBN 978-3-86854-227-1
  • Veröffentlichungen zu den Folgen des „Buback-Nachrufs“ und Terrorismus-Diskussion in der Presse (Redaktionsschluß 7. Oktober 1977), Pressestelle d. Univ. Bremen, 1977

Filme

Fußnoten

  1. Internationales Biographisches Archiv 03/2010
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Munzinger-Archiv GmbH, 2010
  3. Am 7. April 1977 wurden Buback und zwei Begleiter von einem Kommando der RAF ermordet.
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