Schürenberg, Siegfried

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Siegfried Schürenberg (1900–1993)
Siegfried Schürenbergs Grab
Berlin, Friedhof I der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinden
Inschrift des Grabsteins

Siegfried Schürenberg, gebürtig Siegfried Wittig (Lebensrune.png 12. Januar 1900 in Detmold; Todesrune.png 31. August 1993 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Siegfried Schürenberg, der einer Künstlerfamilie entstammte (sein Vater Siegfried Wittig war Bühnendarsteller, seine Mutter Thekla Wittig Opernsängerin). Er wuchs in Krefeld und Chemnitz auf. 1913 ging er mit seinem Vater nach Berlin, und 1917 wurde er zum Militärdienst nach Frankreich eingezogen.

Siegfried Schürenberg wollte zunächst Medizin studieren, entschloß sich dann aber zu privatem Schauspielunterricht in Berlin, wobei er den Nachnamen seiner Großmutter als Künstlernamen auswählte. Dabei wurde er einer der letzten Schauspielschüler des renommierten Max Reinhardt. 1920 gab er in Stolp sein Bühnendebut. Engagements in Potsdam, Stralsund, Bonn, Stettin, Berlin, Wien, Kiel, Hamburg und eine besonders erfolgreiche Zeit in Zürich sollten folgen.

Bereits seit 1932 arbeitete Siegfried Schürenberg umfangreich in der Synchronisation und wurde zu dieser Zeit von den Metro-Goldwyn-Mayer-Synchronstudios in Berlin als deutscher Sprecher von Clark Gable unter Vertrag genommen. 1932/33 war er zum ersten Mal auf der Leinwand zu sehen: „Der Läufer von Marathon“, noch eine kleine Nebenrolle. So stellte er 1934 in „Herr der Welt“ den Sympathieträger dar, der die Weltherrschaftspläne eines verrückten Wissenschaftlers durchkreuzt. Drei Jahre später gab er den zwielichtigen Gegenspieler von Hans Albers in „Der Mann, der Sherlock Holmes war“.

Seine Synchronarbeiten der Rollen Gables war so erfolgreich, daß die MGM-Synchron 1953 bei der deutschen Bearbeitung von „Vom Winde verweht“ auf einen erneuten Einsatz Schürenbergs bestand.

In den 1950er und 1960er Jahren wurde der Charakterdarsteller Schürenberg trotz seiner Wandlungsfähigkeit immer mehr auf den Typus der seriösen, aber dennoch karikierend anmutenden Autoritätsperson festgelegt, ob als Kriminalkommissar Berg kurz vor dem Ruhestand („Die Herren mit der weißen Weste“) oder in seiner bis heute bekanntesten und beliebtesten Rolle als Sir John von Scotland Yard. In insgesamt dreizehn Filmen nach Motiven von Edgar Wallace spielte er den energischen und leicht trotteligen Polizeichef, der außer in „Der Hund von Blackwood Castle“ nur wenig zur Aufklärung des Falles beizutragen hatte. 1974 zog sich Schürenberg von seinem Beruf weitgehend zurück.

Bis 1980 synchronisierte er über 400 Filmproduktionen und lieh zahlreichen internationalen Kollegen seine sonore Stimme, z. B. Kirk Douglas („Die Fahrten des Odysseus“), Cary Grant („Nicht so schnell, mein Junge!“), Walter Matthau („Der Glückspilz“), Laurence Olivier („Spartacus“), Vincent Price („Geheimaktion Carlotta“), George Sanders (sehr oft, u. a. „Salomon und die Königin von Saba“), Bernard Lee (als M in den James-Bond-Filmen „James Bond jagt Dr. No“, „Liebesgrüße aus Moskau“ und „Man lebt nur zweimal“) oder den verschlagenen Tiger Shir Khan in Walt Disneys „Das Dschungelbuch“ oder auch Julius Caesar in zwei „Asterix“-Zeichentrickfilmen.

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof I der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde in Berlin-Schöneberg.

Filmographie

  • 1933: Der Läufer von Marathon
  • 1934: Der Herr der Welt
  • 1934: Ein Mann will nach Deutschland
  • 1934: Asew
  • 1935: Der Kosak und die Nachtigall
  • 1935: Vergiß mich nicht
  • 1935: Der höhere Befehl
  • 1936: Verräter
  • 1937: Menschen ohne Vaterland
  • 1937: Der Mann, der Sherlock Holmes war
  • 1937: Zu neuen Ufern
  • 1938: Andalusische Nächte
  • 1939: Der grüne Kaiser
  • 1939: Flucht ins Dunkel
  • 1939: Sensationsprozeß Casilla
  • 1939: Premiere der Butterfly
  • 1940: Fahrt ins Leben
  • 1941: Am Abend auf der Heide
  • 1954: Conchita und der Ingenieur
  • 1955: Du mein stilles Tal
  • 1955: Alibi
  • 1955: Der 20. Juli
  • 1956: Mein Vater, der Schauspieler
  • 1956: Anastasia, die letzte Zarentochter
  • 1956: Ein Herz kehrt heim
  • 1956: Stresemann
  • 1956: Made in Germany (Film)
  • 1957: Glücksritter
  • 1957: Wie ein Sturmwind
  • 1957: Der Stern von Afrika
  • 1957: Auf Wiedersehen, Franziska! (1957)
  • 1957: Anders als du und ich
  • 1957: Gejagt bis zum Morgen
  • 1957: Die Schönste
  • 1958: Lilli, ein Mädchen aus der Großstadt
  • 1958: Solange das Herz schlägt
  • 1959: Die Reise
  • 1959: Kriegsgericht
  • 1959: … und das am Montagmorgen
  • 1959: Der Rest ist Schweigen
  • 1959: Menschen im Hotel
  • 1959: Die Brücke
  • 1959: Alt-Heidelberg
  • 1960: Der Rächer
  • 1961: Stadt ohne Mitleid
  • 1961: Das letzte Kapitel
  • 1962: Die Tür mit den sieben Schlössern
  • 1962: Das Gasthaus an der Themse
  • 1963: Der Zinker
  • 1963: Das indische Tuch
  • 1964: Zimmer 13
  • 1964: Die Gruft mit dem Rätselschloß
  • 1964: Der Hexer
  • 1965: Neues vom Hexer
  • 1965: Der unheimliche Mönch
  • 1966: Der Bucklige von Soho
  • 1966: Das Geheimnis der weißen Nonne
  • 1967: Das älteste Gewerbe der Welt
  • 1967: Die blaue Hand
  • 1967: Der Mönch mit der Peitsche
  • 1968: Der Hund von Blackwood Castle
  • 1969: Klassenkeile
  • 1969: Herzblatt oder Wie sag ich’s meiner Tochter
  • 1970: Das gelbe Haus am Pinnasberg
  • 1970: Unsere Pauker gehen in die Luft
  • 1970: Die Herren mit der weißen Weste
  • 1970: Musik, Musik, da wackelt die Penne
  • 1971: Wer zuletzt lacht, lacht am besten
  • 1971: Der Teufel kam aus Akasava
  • 1971: Die Tote aus der Themse
  • 1971: X 312 – Flug zur Hölle
  • 1971: Bleib sauber, Liebling
  • 1972: Der Todesrächer von Soho
  • 1974: Als Mutter streikte
Synchronsprecher


Hörspielsprecher (Auswahl)

Fußnoten

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