Sperrle, Hugo

Aus Metapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Generalfeldmarschall Hugo Sperrle

Hugo Sperrle (Lebensrune.png 7. Februar 1885 in Ludwigsburg; Todesrune.png 2. April 1953 in München) war ein deutscher Offizier der Württembergischen Armee, des Deutschen Heeres, der Freikorps, der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt Generalfeldmarschall der Luftwaffe, Befehlshaber verschiedener Luftflotten und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges.

Leben

Hugo Sperrle, Hellmuth Volkmann und Walter Warlimont beim Empfang der rückkehrende Legion Condor in Berlin am 6. Juni 1939.
Hugo Sperrle beim Staatsakt im Berliner Lustgarten, 6. Juni 1939
Hugo Sperrle wurde am 19. Juli 1940 zum Generalfeldmarschall befördert. Dies ist sein, als Zeichen seiner Würde, verliehener Marschallstab. Überreicht am 4. September 1940.[1]
Ritterkreuzverleihungszeremonie 1942; v. l.: Walter Bornschein, Fritz Sengschmitt, Hugo Sperrle, Fritz Schröter und Peter Broich.
Generalfeldmarschall Sperrle

Nach dem Abitur trat Hugo Sperrle am 6. Juni 1903 als Fahnenjunker in das Infanterie-Regiment Nr. 126 „Großherzog Friedrich von Baden“ (8. Württembergisches) in Straßburg ein und wurde dort am 19. Oktober 1903 zum Leutnant befördert. 1912 wurde er Oberleutnant und im Oktober 1913 zur Kriegsakademie abkommandiert.

Erster Weltkrieg

Im August 1914 wurde Oberleutnant Sperrle zur Feldfliegerabteilung 4 versetzt, wurde zum Flieger ausgebildet und am 28. November 1914 zum Hauptmann befördert. Bei einem Flugzeugabsturz zog er sich 1916 schwere Gesichtsverletzungen zu. Nach Genesung und Führung verschiedener Fliegerabteilungen wurde er Kommandeur der Fliegerbeobachterschule Köln. Als Kommandeur der Flieger der 7. Armee nahm er an den großen Durchbruchsschlachten des Jahres 1918 teil und erwarb hier neben dem Eisernen Kreuz beider Klassen das Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern.

Zwischenkriegszeit

Nach dem Krieg war Sperrle zunächst Fliegerkommandeur beim Freikorps „von Lüttwitz“ u. a. während des Kapp-Lüttwitz-Aufstandes, bevor er von der Reichswehr übernommen und als Referent im Wehrkreiskommando V eingesetzt wurde. 1924 wurde er zur Kommandantur Berlin versetzt und 1925 in das Reichswehrministerium. Am 1. Oktober 1926 wurde er zum Major befördert. Es folgten ab 1. Februar 1929 Truppenkommandos beim 14. (Badischen) Infanterieregiment in Konstanz und als Oberstleutnant 1931 beim I.R. 8 in Frankfurt /Oder, dessen Kommandeur er als Oberst am 1. Oktober 1933 wurde.

Der erfahrene Weltkriegsflieger wurde erst Höherer Fliegerführer im Luftkreis II (Berlin) und nach Beförderung zum Generalmajor am 1. Oktober 1935 Befehlshaber des Luftkreises V (München). Am 6. November 1936 übernahm er das Kommando über die „Legion Condor“ (S/88), die zur Unterstützung General Francos im spanischen Bürgerkrieg nach Spanien geschickt wurde. Dem tatkräftigen Einsatz Sperrles war es zu verdanken, daß Tausende katholischer Nonnen, Mönche und Priester vor rotspanischer Verfolgung gerettet werden konnten (Franco und die spanische Kirche haben ihm das gedankt, indem sie ihn nach Kriegsende unterstützten, als er in armseligen Verhältnissen lebte). Als Generalleutnant, ausgezeichnet mit der spanischen „Medalla Militar“ und dem deutschen Spanienkreuz in Gold mit Brillanten kehrte er am 31. Oktober 1937 aus Spanien zurück. Am 1. November 1937 wurde er zum General der Flieger befördert und erhielt das goldene Fliegerabzeichen mit Brillanten. Am 4. Februar 1938 übernahm er das Kommando über die Luftwaffengruppe 3 (München).

Zweiter Weltkrieg

Aus der Luftwaffengruppe wurde die stets im Westen eingesetzte Luftflotte 3. Gemeinsam mit der Luftflotte 2 unter dem General der Flieger Kesselring erkämpfte sie bald die Lufthoheit über dem westlichen Kriegsschauplatz und mit ihren Stukas griff sie wirksam in die Erdkämpfe ein. Die Verleihung des Ritterkreuzes am 18. Mai 1940 und die Beförderung zum Generalfeldmarschall am 19. Juli 1940 waren die offizielle Anerkennung der Leistungen Sperrles.

Beim Unternehmen „Adlerangriff“ verfügten die Luftflotten 2 und 3 über ca. 2.600 Flugzeuge, sie erlitten aber trotz großer Tapferkeit große Verluste, von denen sich die Luftwaffe nie wieder erholen sollte. 1941 wurde das Schwergewicht des Luftwaffeneinsatzes in den Osten verlagert. Sperrle wurde Befehlshaber des Luftwaffenkommandos West, hatte aber nur noch 4 statt wie früher 44 Kampfgruppen zur Verfügung. Bei der alliierten Invasion in der Normandie konnte er gegen die ca. 10.000 Flugzeuge der Feindmächte nur knapp 500 eigene Maschinen einsetzen. Er wurde im September 1944 seines Kommandos enthoben.

Nachkriegszeit

Der sechzigjährige Generalfeldmarschall zog sich nach Süddeutschland zurück, wo er am 7. Mai 1945 von VS-amerikanischer Militärpolizei verhaftet und in ein Kriegsgefangenenlager gebracht wurde. Im sog. „Generalsprozeß“ wurde er mit anderen vor dem Internationalen Militärtribunal angeklagt, aber auf Grund von Aussagen eines britischen Fliegergenerals freigesprochen. 1949 mußte er sich noch einem Entnazifizierungsverfahren stellen, wurde auch hier als „nicht belastet“ freigesprochen.

Tod

Nach einer schweren Operation verstarb Generalfeldmarschall Hugo Sperrle am 3. April 1953 und wurde in aller Stille beigesetzt.

Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Drittes Reich

Eidesstattliche Versicherung

General der Flieger a. D. Stefan Fröhlich in seiner Aussage zu Generalfeldmarschall Hugo Sperrle:

Literatur

Verweis

Fußnoten

  1. Bild aus dem Buch „Mythos Marshallstab – Der Marshallstab in der preußischen und deutschen Geschichte von 1852 bis 1945“ von André Stirenberg und André Hüsken
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Mittler & Sohn, Berlin, S. 121
  3. Jörg Nimmergut: Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945. Band 4. Württemberg II – Deutsches Reich. Zentralstelle für wissenschaftliche Ordenskunde, München 2001, ISBN 3-00-00-1396-2, S. 2441
  4. Jörg Nimmergut: Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945. Band 4. Württemberg II – Deutsches Reich. Zentralstelle für wissenschaftliche Ordenskunde, München 2001, ISBN 3-00-00-1396-2, S. 2092
  5. Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis, Jena 2007, S. 712, ISBN 978-3-938845-17-2