Staatsverschuldung

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Entwicklung der BRD-Geldschulden von 1970 bis 2005 in Milliarden Euro

Die Staatsverschuldung bezeichnet die vom Staat akzeptierten Gesamtforderungen der kreditgebenden Gläubiger an den Staat, beispielsweise in der BRD die zusammengefaßten Schulden von Bund, Ländern, Kommunen, gesetzlicher Sozialversicherung und Sondervermögen. Die Staatsverschuldung wird dabei in der Regel brutto betrachtet, das heißt, die Verbindlichkeiten gegenüber Dritten werden nicht um die Forderungen des Staates gegenüber Dritten vermindert. Im Jahre 2007 betrugen die Verbindlichkeiten des Sektors Staat in der Bundesrepublik Deutschland 1.588,5 Mrd. (1,588 Billionen) Euro oder rund 66 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP), das Geldvermögen betrug 508,2 Mrd. Euro oder 21 % des BIP und die Nettoverbindlichkeiten somit 1080,3 Mrd. Euro oder 45 % des BIP.[1] Im April 2013 betrugen die Schulden offiziell 2,166 Billionen Euro und entsprachen damit 81,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.[2]

Inhaltsverzeichnis

Bundesrepublik Deutschland

Pro-Kopf-Verschuldung 2009

Die galoppierende Neuverschuldung von Bund, Ländern und Kommunen treibt die Pro-Kopf-Verschuldung innerhalb der BRD bereits seit mehr als vierzig Jahren nahezu alljährlich auf ein neues Rekordhoch. Im April 2013 belief sie sich nach Angaben des Bundes der Steuerzahler auf 25.364 Euro.[3]

Wissenswertes

Wer genau wieviel Geld der BRD geliehen hat, wird wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Es ist jedoch davon auszugehen, daß der größte Teil von inländischen und ausländischen Banken geliehen wurde. Nur ein kleiner Teil wird durch Sparer aus dem Inland verliehen.

Bekannt dagegen ist, daß die BRD sich von 1980 bis zum Jahr 2000 insgesamt 752 Milliarden € geliehen hat. Für diese Summe hat sie im selben Zeitraum 903 Milliarden Euro Zinsen an die Gläubiger zurückgezahlt.

Mittlerweile ist es ein offenes Geheimnis, daß fällige Kredite nur noch durch Aufnahme neuer Kredite abgelöst werden können.

Verschuldung vielfach höher als offiziell ausgewiesen

  • 2010 berechnete der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen den Umfang der Staatsverschuldung als dreimal höher als offiziell ausgewiesen. „Noch viel stärker als die sichtbare Verschuldung von Bund, Ländern und Kommunen schlagen die Schulden, die in unserem Sozialstaat versteckt sind, zu Buche“, sagte Raffelhüschen. Die gesamte Schuldenlast der öffentlichen Haushalte liege bei 6,2 Billionen Euro statt der offiziellen 1,9 Billionen Euro.[4] Raffelhüschen rechnete zur Gesamtverschuldung oder „Nachhaltigkeitslücke“ auch jene finanziellen Rücklagen hinzu, die der Staat eigentlich bilden müßte, um die künftigen Ausgaben finanzieren zu können, z. B. für Beamtenpensionen. „Vor allem versprechen wir mehr Sozialleistungen, als wir uns in Zukunft werden leisten können“, sagte der Ökonom.
  • 2013 schätzte der Wirtschaftswissenschaftler Christoph Braunschweig die Schulden und Verpflichtungen der BRD (noch ohne die zur „Euro-Rettung“ gegebenen Garantien) auf insgesamt gut 8 Billionen Euro.[5]
  • 2014 berechnete der Focus, daß die Gesamtverschuldung 283 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betrage. Legt man das BIP des Jahres 2007 zugrunde, belief sich der Schuldenstand 2014 auf mindestens 6,86 Billionen Euro.[6]
  • 2015 waren die deutschen Staatsschulden seit 1979 von 64 Milliarden Euro auf 2 Billionen Euro angewachsen. Rechnet man alle Pensionsverpflichtungen und Sozialansprüche der Länder und Kommunen mit ein, kommt man auf 8 Billionen. Diese Zahl errechnete Titus Gebel, Unternehmer und Mitgründer der Deutschen Rohstoff AG.[7]

Siehe auch

Literatur

Verweise

Karikaturen

Fußnoten

  1. Deutsche Bundesbank: Ergebnisse der gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung für Deutschland 1991 bis 2007, Mai 2008
  2. Euro-Rettung treibt deutsche Schulden auf Rekord-Hoch Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 17. April 2013
  3. Bund der Steuerzahler - Schuldenuhr [1] Abgerufen am 17. April 2013
  4. Vgl.: Focus-Geld, 21.03.2010: „Experten-Berechnung: Staatsverschuldung offenbar noch viel höher “
  5. „Währungsreform ist der einzige Ausweg aus der Schuldenkrise“, Deutsche Wirtschaftsnachrichten, 18. Mai 2013 [2]
  6. „Deutschland steuert auf ein Schulden-Fiasko zu“, Focus (focus.de), 8. August 2014
  7. Der Staat der Zukunft ist kein Sozialstaat, dafür sozial, auch unter Verweis auf Michael von Prollius: Siamesische Zwillinge: Wohlfahrtsstaat und Wirtschaftskrisen, in: Christian Hoffmann, Pierre Bessard (Hrsg.), Sackgasse Sozialstaat Alternativen zu einem Irrweg, Liberales Institut, Zürich 2012, 57–77
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