Straaten, Inge van der

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Inge van der Straaten (1897–1950)

Inge van der Straaten, eigentlich: Hilde Gans (Lebensrune.png 31. Dezember 1897 in Dresden; Todesrune.png 20. Oktober 1950 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Inge van der Straaten hatte als Kind Gehbeschwerden und wurde von ihren besorgten Eltern dem Leiter einer schwedischen Heilgymnastikschule in die Hände gegeben. Dem Umstande, das dieser Gymnastiklehrer gleichzeitig Ballettmeister der Dresdner Oper war, war es zu verdanken, daß sie, die Gebrechliche, sehr bald mit den Brettern in Berührung kam. Der Heilerfolg war jedenfalls derart, daß aus der Patientin sehr bald die jüngste Ballettelevin und der kleinste Zwerg in „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ wurde.

Mit zwölf Jahren galt van der Straaten, die sich in Operette, Schauspiel, Lustspiel und Oper mit gleichstarkem Erfolg betätigte, als das „Wunderkind von Dresden“, und mit vierzehn Jahren hatte sie einen Vertrag, der sie als Erste Soubrette an das Sommertheater Braunschweig verpflichtete.

Sie spielte bald an verschiedenen deutschsprachigen Bühnen und gastiert mit einer Operettentruppe im Ausland, anscheinend gar in Japan und Australien. Auf Sumatra soll sie als Produzentin einen exotischen Film gedreht haben.

Wenn es bei einem derart früh begonnenen und entsprechend reichen Künstlerleben unmöglich ist, auch nur annähernd alle Stationen aufzuzählen, so seien wenigstens die wichtigsten herausgegriffen. Im Berliner Walhalla-Theater trug sie unter Bernhard Rose, dem Vater der berühmten Berliner Theater-Roses, ein Jahr lang den großen Operettenerfolg „Musikantenmädel“ und wurde ferner als „Ihre Hoheit, die Tänzerin“ gefeiert.

Auf die Operette folgte die Oper, Inge van der Straaten sang die großen Sopranpartien der Wagner- und Verdi-Opern, und im Jahre vor dem nationalsozialistischen Umbruch erlebe man sie als Sängerin und Direktorin eines Opernkollektivs, das sich zur Pflege der deutschen Volksoper im Sommergarten der „Neuen Welt“ in der Berliner Hasenheide niedergelassen hatte.

Die organisatorischen Fähigkeiten, die Inge van der Straaten neben ihrer Bühnentätigkeit im In- und Ausland wiederholt bewiesen hatte, das Übereinstimmen der künstlerischen und kaufmännischen Belange zur Schaffung und Erhaltung einer gesicherten Basis: alles das, was eben zur Leitung eines Theaters gehört, kam in den Jahren 1933 bis 1935 dem Kurfurstendamm-Theater, an dessen Fassade die Leuchtbuchstaben „Direktion: Inge van der Straaten“ prangten, zugute. So manches Theaterstück ist in diesen Jahren zum Erfolg und so mancher Name (wie z. B. Grethe Weiser) zum Begriff geworden, während sie – Inge van der Straaten – sich nur noch den Geschäftsobliegenheiten widmete.[1]

Doch der Wechsel war die ewig treibende Kraft jedes Künstlerdaseins: Nach dieser Direktionstätigkeit kam sie mit dem Tonfilm in Berührung. Das heißt, zunächst synchronisierte sie nur, aber bald wurden von ihr Probeaufnahmen gemacht, und Hans H. Zerlett verpflichtete sie als Darstellerin für „Robert und Bertram“.

Die leicht karikierte jüdische Bankiersfrau Ipelmeyer war Inge van der Straatens erste Tonfilmrolle. Mit ihr hoffte die Künstlerin, das Fach der Charakterkomikerin zu erobern.

Sie war kurz vor ihrem frühen Tod die couragierte Binnenschiffersgattin Anna Woitasch in dem DEFA-Lustspiel „Der Kahn der fröhlichen Leute“.

Filmographie

Darsteller
  • 1938: Narren im Schnee (die Amerikanerin von Zimmer 23)
  • 1939: Robert und Bertram (Frau Ipelmeyer)
  • 1940: Rote Mühle (Frau Schröder, Angestellte der „Roten Mühlen“)
  • 1943: Reise in die Vergangenheit (Frau Kalmm)
  • 1944: Liebesbriefe (Irene von Baslowitz, Tanzlehrerin)
  • 1949: Man spielt nicht mit der Liebe
  • 1949: Die Buntkarierten (Hebamme)
  • 1949: Die blauen Schwerter (Bedienerin bei Apotheker Zorn)
  • 1950: Der Kahn der fröhlichen Leute (Anna Woitasch)
  • 1950: Familie Benthin (Krankenschwester)
Synchronsprecher
Drehbuch
  • 1925: Das Land der tausend Freuden

Verweise

Literatur

  • F.-B. Habel / Volker Wachter: Lexikon der DDR-Stars. Schauspieler aus Film und Fernsehen, Berlin 1999, ISBN 3-89602-304-7

Fußnoten

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