Stuttgarter Schuldbekenntnis

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Im Stuttgarter Schuldbekenntnis bekannte sich die evangelische Kirche bzw. die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zu angeblichen Verbrechen, die sie vor Ende des Zweiten Weltkrieges verübt haben will. Die allgemeine Schulderklärung wurde bei einem Treffen mit Mitgliedern des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) am 18./19. Oktober 1945 in Stuttgart abgegeben, ohne darin jedoch einzelne konkrete Verbrechen der Kirche zu benennen. So heißt es nur allgemein:

„Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden.“

Inwiefern die evangelische Kirche „unendliches Leid über viele Völker und Länder“ gebracht hat, wurde nicht konkretisiert. Die Verbrechen der Kirche wurden dabei in Folge zu einer Kollektivschuld umgedeutet. Weiter heißt es:

„Wir klagen uns an, daß wir nicht mutiger bekannt, treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.“

Ein Vorwurf, den sich die Kirche zwar zu allen Zeiten machen kann, allerdings ebenfalls nicht zwangsläufig ein Verbrechen der Kirche darstellen muß. Die Unterzeichner waren:

Bei der Gründung der „Aktion Widerstand“ am 31. Oktober 1970 in Würzburg nahm der deutsche Theologe Werner Petersmann die Kirche in Schutz, da das Schuldbekenntnis dem Rat der Evangelischen Kirche vom Weltkirchenrat aufgedrängt worden sei als Bedingung für Hilfe beim Wiederaufbau und bloß der Erzeugung von Schuldmasochismus dienen sollte. Letztlich war der Ökumenische Rat der Kirchen-ÖRK in Genf CIA-gesteuert. Konkret vom geheimdienstlichen Vorläufer des CIA, dem Office of Strategic Services (OSS). Der Generalsekretär Visser’t Hooft des ÖRK war Mitarbeiter des OSS und hatte starken Einfluß auf Martin Niemöller, Hans Asmussen und Karl Barth, die führenden Köpfe der Bekennenden Kirche.[1]

In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg war es üblicher Sprachgebrauch in Sonntagsreden, von einer „Verstrickung“ der Deutschen zu sprechen. Nun waren Deutsche aber nicht lediglich „verstrickt“ in die Geschichte des deutschen Volkes, sondern sie haben in der deutschen Zeit (1933–1945) faktisch in einer nicht-christlichen Weltanschauung gelebt – und dies (mit erdrückender Mehrheit) wenigstens bis 1944 ohne jeden Selbstzweifel oder Argwohn daran, daß der Wiederaufstieg des zerrütteten Landes nach der Weimarer Zeit als Glück anzusehen sei. Das schaumig-abstrakte „Schuldbekenntnis“ der evangelischen Christen beinhaltet nicht allein eine Kollektivschuldthese, die – gerade wegen ihrer allgemeinen, unanschaulichen Form – Raum für immer neurotischere Selbstbezichtigungen läßt, die späterhin laut wurden und werden.

Jenes „Schuldbekenntnis“ (keine zwei Wochen vor dem Reformationstag 1945 abgegeben) verdeckt den klaren Blick auf das, was tatsächlich geschehen ist und soll ihn auch verdecken: Eine ernsthaft aufgefaßte nationalsozialistische Weltanschauung kann nicht dauerhaft neben einem ernsthaft verstandenen christlichen Glauben Bestand haben. Diese Tatsache haben jedoch alle evangelischen Prediger und Theologen in den entscheidenden Jahren strikt für sich behalten. Denn daß sie diese Unvereinbarkeit nicht begriffen hätten, glaubt ihnen niemand. Sie sind schließlich Experten für die Hintergründe, Absichten und Folgen von Ideen. Daraus folgt aber, daß der deutsche evangelische Christ jener Zeit seinen Glauben verraten hat. Schweren Verrat kann man ein „Verbrechen“ nennen, aber von genau dieser Assoziation lenken die Stuttgarter Selbstbezichtigungen ab, weil sie den wesentlichen Umstand gar nicht benennen.

Wie oberflächlich, wie unverstanden, ungeliebt und unecht muß eine religiöse Fixierung sein, wenn sie – im Angesicht ihres Dementis – sich auf hohle Formalitäten zurückzieht und ihren größten Ehrgeiz auf staatliches Wohlwollen richtet? Gerade der protestantische Anspruch, die Bibel besser zu verstehen als die auf Konzilsbeschlüsse und päpstliche Festlegungen eingeschworenen Katholiken, wurde auf diese Weise vollständig widerlegt. Es nimmt deshalb nicht wunder, daß der langwierige christliche Zerfall nach 1945 die evangelischen Landeskirchen ungleich härter schädigen konnte als das romtreue Christentum.

Inhaltsverzeichnis

Siehe auch

Literatur

  • Walter Bodenstein: Ist nur der Besiegte schuldig? Die EKD und das Stuttgarter Schuldbekenntnis von 1945, München, 1986

Verweise

Fußnoten

  1. vgl. hierzu Karl Richard Ziegert: Zivilreligion – Der protestantische Verrat an Luther. Wie sie in Deutschland entstanden ist und wie sie herrscht; Olzog Verlag, München 2013
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