Theismus

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Als Theismus (von altgr. θεός, theós „Gott“) wird im engeren Sinne der Glaube bzw. die religiöse Ideologie bezeichnet, nach der ein außerweltlicher, persönlicher Gott als selbsttätiger Weltschöpfer und Weltlenker existiert. Im weiteren Sinne wird der Begriff auch zur Bezeichnung jedweden Götterglaubens, d. h. auch des Vielgötterglaubens, verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Theismus und Deismus

Religiös und ideenhistorisch wesentlich ist die Abgrenzung zwischen Theismus einerseits und Deismus andererseits. Zum Theismus zählt die Vorstellung einer sogenannten „Creatio continua“, d. h., daß (ein so gedachter) Gott unablässig und immer aufs neue den Weltprozeß erzeugt und erhält. Demgegenüber breitete sich in der europäischen Philosophie des frühen 18. Jahrhunderts jedoch der deistische Glaube aus, wonach ein richtig verstandener Gott der Welt einen initiierenden Impuls versetzt habe, und diese seither von selber (und in Selbstorganisation) sich weiterdrehe. Diese deistische Anschauung paßte damals schon erheblich besser zur Entwicklung der neuzeitlichen Wissenschaften in Europa als die katholische Lehre. So geschieht es, daß herausragende Denker des 18. und 19. Jahrhunderts (auch Voltaire übrigens) immer wieder über Gott sprechen, aber damit eigentlich kaum einmal den Gott des Neuen Testaments meinen, sondern vielmehr ihren deistischen Gott der allerersten Anfänge.

Zitat

  • „Wenn ich aber suche, mir vorstellig zu machen, daß ich vor einem individuellen Wesen stände, zu dem ich sagte: ›mein Schöpfer! ich bin einst nichts gewesen: du aber hast mich hervorgebracht, so daß ich jetzt etwas und zwar ich bin;‹ – und dazu noch: ›ich danke dir für diese Wohlthat;‹ – und am Ende gar: ›wenn ich nichts getaugt habe, so ist das meine Schuld;‹ – so muß ich gestehn, daß in Folge philosophischer und indischer Studien mein Kopf unfähig geworden ist, einen solchen Gedanken auszuhalten.“Arthur Schopenhauer[1]

Siehe auch

Literatur

  • Michael Baigent: Die Gottesmacher. Die Wahrheit über Jesus von Nazareth und das geheime Erbe der Kirche. Lübbe, Bergisch Gladbach 2006 [englische Originalausgabe: The Jesus Papers: Exposing the Greatest Cover-Up in History], ISBN 3-7857-2252-4

Fußnoten

  1. A. Schopenhauer: Parerga und Paralipomena II, Zweiter Teilband, S. 416, § 178 (Ausgabe Diogenes 1977 ISBN 3 257 20430 2)
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