Trebnitz (Schlesien)

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Trebnitz

Staat: Deutsches Reich
Gau: Niederschlesien
Landkreis: Trebnitz
Provinz: Schlesien
Einwohner (1939): 8.505
Koordinaten: 51° 18′ N, 17° 4′ O
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Trebnitz befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Polen vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Trebnitz ist eine deutsche Stadt in Niederschlesien.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1875 4.744
1880 4.783
1890 5.333
1933 8.719
1939 8.505

Geschichte der Stadt

Zahlreiche vorgeschichtliche Funde von Urnen im benachbarten Dorf Massel bezeugen, daß das Gebiet um Trebnitz schon sehr früh besiedelt war. Im frühen Mittelalter hatte der Ort mehrere Besitzer, u.a. das Breslauer Vinzenzstift und den schlesischen Magnaten Peter Wlast.

Die Geschichte der Stadt Trebnitz ist unzertrennlich mit dem dortigen Zisterzienserinnenkloster, das 1202 von Heinrich I. dem Bärtigen, Seniorherzog von Polen und Herzog in Schlesien, auf Bitten seiner Gemahlin, der Hl. Hedwig von Andechs (besser bekannt als Hl. Hedwig von Schlesien), gestiftet wurde.

Um 1200 wurde die Pfarrkirche zum Heiligen Petrus wird erbaut. Zur selben Zeit stiftete Heinrich I. der Bärtige, Herzog in Schlesien auf Bitten seiner Gemahlin, der späteren Heiligen Hedwig von Schlesien, das erste Frauenkloster in Schlesien. Das Kloster wird mit Zisterzienserinnen aus Bamberg besiedelt. Erste Äbtissin wurde Petrissa, die einstige Lehrerin der Herzogin Hedwig in Kitzingen am Main.

Der Bischof von Bamberg, Hedwigs Bruder Eckbert, sowie Hedwigs Onkel, der damalige Bamberger Dompropst Poppo, besuchen das schlesische Herzogpaar. Aus diesem Anlaß wird am 23. Juni 1203 die Stiftungsurkunde des Trebnitzer Klosters ausgestellt. Seit 1203 bis zum Tode ihres Mannes unternimmt Herzogin Hedwig, die in Liegnitz residiert, jedes Jahr Wallfahrten zu Fuß nach Trebnitz. In jedem Ort, wo sie übernachtet, entspringt laut Legende eine Hedwigsquelle mit heilbringenden Eigenschaften. Im Jahre 1218 wurde Hedwigs und Heinrichs Tochter Gertrude Äbtissin, als erste der 15 Daglingerprinzessinnen, die bis 1515 dieses Amt ausüben werden.

Im 16. und 17. Jahrhundert loderte der Schwesternzwist zwischen deutschen und polnischen Nonnen im Kloster Trebnitz um die Besetzung des Postens der Äbtissin. In der Regel gewannen die Polinnen, besonders nach dem Skandal um die Äbtissin Maria von Luck, die zum Protestantismus überging und mit ihrem Geliebten aus Trebnitz flüchtete.

Im Dreißigjähriger Krieg wurden Stadt und Kloster mehrmals von schwedischen Truppen geplündert, die Nonnen mußten dreimal in das benachbarte Polen fliehen. Im Jahre 1703 wurde Maria Leschinska, die Tochter des polnischen Königs Stanislaus I. Leschinski und spätere Königin von Frankreich (Gemahlin Ludwigs XV.) wird in Trebnitz geboren. Die letzte Daglingerprinzessin, Charlotte von Liegnitz, starb 1707 in Breslau und wurde in Trebnitz zu Füßen der Hl. Hedwig begraben.

Am 17. August 1810 starb die letzte Fürstäbtissin Dominika von Gillern. Am 11. November wurde das Kloster bedauerlicher Weise säkularisiert. Nach 600 Jahren hörte das ehrwürdige Trebnitzer Kloster auf zu existieren. 1811 mußten die letzten Nonnen ihr Heim verlassen. Die Stadt und das zugehörige Land, bisher Eigentum des Stifts, wurde Staatseigentum Preußens und später verkauft. Im Klostergebäude wurde eine Textilfabrik eingerichtet. Verwüstung und Verfall des schönen barocken Gebäudes setzten ein.

1870 kauften dann die Johanniter das südliche Klostergebäude und richteten dort ein Lazarett ein, das von den Borromäerinnen betrieben wird. Heute sind diese Schwestern nach jahrzehntelangen Bemühungen Eigentümerinnen des ganzen Gebäudekomplexes.

Bekannte, in Trebnitz geborene Personen (Auswahl)


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