Typhus (Rickettsien)

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Geschwindigkeitsbegrenzung auf 5 mph am Eingang des KL Bergen-Belsen nach der Übernahme durch die Briten: Staub verbreitet Typhus.

Unter Fleckfieber (lat. Typhus levissimus, Typhus ambulatorius), auch als Kriegs- bzw. Hungertyphus oder nur Typhus, Läusefleckfieber oder Faulfieber bezeichnet, versteht man eine durch Rickettsien verursachte Infektionskrankheit, welche durch Läuse, Milben, Zecken oder Flöhe übertragen werden kann. „Eine Laus – Dein Tod“ war ein bekannter Hinweistext auf Plakaten in deutschen Arbeits- und Quarantänelagern.

Der bedeutendste Überträger von Rickettsien ist die Kleiderlaus „Pediculus corporis“.

Für das Fleckfieber sind erschöpfte und unterernährte Menschen in Bereichen hoher Siedlungsdichte besonders anfällig. Die Infektionskrankheit breitet sich regelmäßig in Kriegszeiten, z. B. an der Front, aber auch in Arbeits- und Internierungslagern aus. Die letzte große Epidemie in Europa war während des Zweiten Weltkrieges.

Diese Infektionserkrankung ist nicht zu verwechseln mit dem Salmonellen-Typhus.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Fleckfieber setzte bereits der Napoleon-Armee im Jahre 1812 stark zu. Es trat während des Zweiten Weltkrieges vor allem in Osteuropa als Epidemie auf. In deutschen Arbeitslagern versuchte man, der Seuche durch umfangreiche Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen Herr zu werden. Im Zusammenhang mit der Holocaust-These wird seit Beginn der Nachkriegszeit fälschlicherweise wiederholt behauptet, es habe sich nicht um Desinfektionen, sondern um chemische Massenvergasung von Menschen in organisierter, fabrikartiger Manier gehandelt.

Erreger

Rickettsien (Rickettsiaceae) sind gram-negative, polymorphe Bakterien. Es handelt sich um obligat intrazelluläre Erreger, die häufig Endothelzellen infizieren. Sie können bei Mensch und Tier eine Vielzahl von Erkrankungen verursachen. Sie werden in der Regel duch Vektoren übertragen. Hierzu gehören u. a. Zecken, Flöhe, Milben und Läuse.[1] Bei Freisetzung der fertig ausgebildeten Rickettsien stirbt die Wirtszelle ab, ähnlich wie es auch bei typischer Virenvermehrung der Fall ist.

Symptome

Initial macht sich ein starker Juckreiz an der Stichstelle der Laus bemerkbar, der sich manchmal nach einigen Tagen blauschwarz färbt. Zu den regelmäßig auftretenden Beschwerden zählen plötzliches, bis zu acht Tage andauerndes, hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ein fleckiger Hautausschlag, der am Rumpf beginnt und sich auf die Arme und Beine ausbreitet sowie Bewußtseinsstörungen im Falle eines Gehirnbefalls. Die erkrankten Patienten leiden oftmals zusätzlich unter einem roten und aufgedunsenen Gesicht.[2] Charakteristisch sind ein stark ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit deutlich reduziertem Allgemeinzustand und Gewichtsabnahme sowie daraus resultierend gehäuft vorkommende ausgemergelte Körper.

Therapie und Seuchenbekämpfung

Zur Eindämmung der während des Zweiten Weltkrieges ausgebrochenen Typhusepidemie war in Deutschland eine regelmäßige und gründliche Sachentwesung von Kleidung und Aufenthaltsstätten insbesondere in Arbeitslagern notwendig, um die Läuse als bedeutendste Überträger dieser Rickettsienerkrankung zu vernichten. In Deutschland erfolgte üblicherweise eine Begasung mit Zyklon B, und in den VSA wurde DDT zur Bekämpfung der Krankheitsüberträger verwendet. Für schwer erkrankte Menschen richtete das Deutsche Reich besondere Quarantänelager ein. So diente das Konzentrationslager Bergen-Belsen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges überwiegend als Quarantäne- und Erholungslager für an Typhus erkrankte Häftlinge.

Aufgrund der anglo-amerikanischen Terrorangriffe im Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland kam es in ganz Deutschland zu einer Fleckfieberepidemie, die insbesondere im letzten Kriegsjahr 1945 nicht mehr beherrschbar war. Durch den Zusammenbruch der Medikamenten- und Nahrungsmittelversorgung starben zigtausende Deutsche vor allem in Ostdeutschland auf ihrer Flucht vor den sowjet-bolschewistischen „Befreiern“. In deutschen Konzentrationslagern, in denen viele Menschen auf engem Raum lebten und arbeiteten, kam es ebenfalls zu vermehrten Ausbrüchen mit tausenden von Opfern. Verschärft wurde die Lage dadurch, daß viele Lagerinsassen aus Ostdeutschland evakuiert und in Sicherheit gebracht wurden. Die Aufnahmelager in Westdeutschland waren der Kapazität nicht mehr gewachsen, und die Versorgung mit Essen und Medikamenten brach aufgrund der anglo-amerikanischen Terrorbombardierungen deutscher Städte weitgehend zusammen. Bekannt ist das KL Bergen-Belsen, welches zuletzt, als die Typhusepidemie gegen Ende des Weltkrieges eskaliert war, als Quarantänelager für an Typhus Erkrankte diente.

„Man kann annehmen, daß auch Anne Frank[3] nicht am Typhus hätte sterben müssen. Eins scheint sicher: Hätten die Deutschen das DDT-Puder gehabt, besonders im Osten, wo die Flecktyphus-Gefahr schon ab September 1939 ungeheuer groß war – dann wären ihre komplizierten Entlausungsprozesse sowie die riesigen Entlausungsanlagen, das Zyklon B-Reinigungsmittel, das Verbrennen der alten Kleider, die Reinigung von allen Gegenständen, das nötige Zusammenballen von Menschen mit der Notwendigkeit, sich auszuziehen, sich zu baden und die Kleider zu wechseln, nicht nötig gewesen. Dafür hätten aber die Feinde der Deutschen nach dem Krieg nicht die gewaltige anti-deutsche Propagandawaffe gehabt.“[4]

Im KL Dachau hatte seit Januar 1945 eine Fleckfieber- und Typhusepidemie gewütet, die über 10.000 Opfer forderte.

Aber auch in den weitgehend entvölkerten Städten Ostdeutschlands brach nach deren sogenannter „Befreiung vom Nationalsozialismus“ vermehrt Hungertyphus aus, da die lokalen Versorgungsstrukturen zerstört wurden und es das Ziel der „Befreier“ auch noch nach Kriegsende war, so viele Deutsche wie möglich zu töten.

Siehe auch

Filmbeitrag

Vortrag über Zyklon B zur Insektenvertilgung im KL Auschwitz: „Die Sauna“ – Die Entlausungskammern


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Literatur

  • Richard Otto: Fleckfieber, in: Lehrbuch der Militärhygiene, Berlin 1936, S. 510–514
  • Richard Otto / Rudolf Wohlrab: Die Fleckfiebergruppe, in: Handbuch der Viruskrankheiten, hg. von E. Gildemeister, E. Haagen, O. Waldmann, zweiter Band, Jena 1939, S. 529–564
  • R. Aschenbrenner / W. Ritter v. Baeyer: Epidemisches Fleckfieber, Stuttgart 1944
  • Friedrich Wolter: Über das Fleckfieber als Kriegsseuche, Berlin 1943
  • Jungblut: Betrachtungen über Kriegsverluste durch Waffen und Krankheiten, in: Der Deutsche Militärarzt 1, Berlin 1936, S. 49ff.
  • Otto Humm: Die Gespensterkrankheit, in: VffG 1(2) (1997), S. 75–78 [HTML| PDF]
  • Das Rudolf Gutachten: Gutachten über die „Gaskammern” von Auschwitz pdf

Verweise

Fußnoten

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