Ungarn

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Magyarország
Ungarn
Flagge
Wappen
Flagge Wappen
Amtssprache Ungarisch
Hauptstadt Ofenpest
Staatsform Parlamentarische Republik
Regierungssystem Parlamentarisches System
Staatsoberhaupt Präsident János Áder
Regierungschef Ministerpräsident Viktor Orbán
Fläche 93.036 km²
Einwohnerzahl 9.908.798 (2013)
Bevölkerungsdichte 107,5 Einwohner pro km²
Währung Forint (HUF)
Unabhängigkeit 31. Oktober 1918
(von Österreich-Ungarn)
Nationalhymne Himnusz
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen H
Weltnetz-TLD .hu
Telefonvorwahl +36
Ungarn.png

Ungarn oder auch Madjarien (ungarisch: Magyarország) ist ein Land in Mittel- bzw. Osteuropa, das von den Magyaren bewohnt wird. Das Gebiet der aktuellen Republik als Nachfolger des Königreichs Ungarn grenzt an Deutschland, die (in 1919-20 entstandene) Slowakei, die Ukraine, Rumänien, Serbien, Kroatien und Slowenien.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bis 1918 war Ungarn Teil des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn, durch den verlorenen Ersten Weltkrieg wurden Ungarn im sogenannten Vertrag von Trianon - wie auch dem Deutschen Reich im sogenannten Versailler Vertrag und Deutsch-Österreich im sogenannten Vertrag von Saint-Germain-en-Laye - Gebiete abgenommen. Diese Verluste (71 % vom Gebiet und 63 % der Bevölkerung) verursachten unermeßlichen Schaden, unter anderem eine hohe Selbstmordrate, und die Folgen sind bis heute deutlich spürbar.

Demzufolge heißt es bei Irving:

„(...) Diese zehn Millionen Menschen, die zusammengedrängt auf 93.000 Quadratkilometern ineinander übergehender Ebenen leben, deren Land nach zwei Weltkriegen von habgierigen Nachbarn amputiert wurde, waren selten und nur für kurze Atempausen frei von Unterdrückung und Versklavung. Sie waren stolz darauf, der äußerste Vorposten des römischen Katholizismus und des Protestantismus in Osteuropa zu sein und Jahrhunderte vor ihren osteuropäischen Nachbarn parlamentarische und konstitutionelle Regierungsformen eingeführt zu haben; ihre Ostgrenze kennzeichnet die traditionelle Scheidelinie zwischen deutschem Materialismus, lateinischer Romantik und slawischer Subkultur. Im 20. Jahrhundert schrumpfte Ungarn wie eine im Kampf zerfetzte Fahne zu einem kläglichen Rest zusammen. 1914 beherrschte Budapest noch 282.000 Quadratkilometer des riesigen und morschen Kaiserreichs Österreich-Ungarn. Der schmachvolle Vertrag von Trianon ließ Ungarn im Jahre 1920 nur noch dreiunddreißig Prozent seines Gebietes mit nur vierundvierzig Prozent seiner früheren Bevölkerung. Es war die größte nationale Katastrophe in der Geschichte des Landes: An Jugoslawien, die Tschechoslowakei und vor allem an Rumänien fielen riesige Landflächen mit zum Teil recht großen ungarischen Bevölkerungsanteilen.“ (...)[1]

Die Gebiete wurden im Zweiten Weltkrieg zwar teilweise auf diplomatischen Weg zurückgewonnen (erster und zweiter Wiener Schiedsspruch) bzw. wieder zurückerobert, wurden nach dem verlorenen Krieg jedoch erneut abgetrennt. Es ist wenig bekannt, daß Hitler als er 1938 Deutsch-Österreich dem Reich anschloß, anordnete, daß die deutschen Truppen an der Grenze zum „Burgenland“ (an dem Fluß Leitha, der tausendjährigen Grenze zu Ungarn, drei Tage lange stehen bleiben sollten, als einer kleinen Geste dem befreundeten Ungarn gegenüber.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg (und den Niederlagen bei der Schlacht um Budapest und der Plattenseeoffensive) war Ungarn von der Roten Armee besetzt und bis Ende der 1980er Jahre unter einem kommunistischem Regime (→ Sowjetischer Vasallenstaat).

Im Jahre 1956 fand ein elf Tage dauernder Volksaufstand statt, die sogenannte „Bruderarmee“ der Sowjetunion rollte daraufhin mit Panzern ein und hinterließ ein vielfältiges Trümmerfeld sowie 5.000 Tote in Ungarn. Die Regierung wurde verhaftet und zum Tode verurteilt. Über 60.000 ungarische Bürger wurden ebenfalls verhaftet. Das Land wurde erneut sowjetisch besetzt.

Nachkommunistische Zeit

Seit dem 1. Mai 2004 ist Ungarn auch Mitgliedsstaat der Europäischen Union (EU).

Bei den Parlamentswahlen, am 11. April 2010, hatten die politische Rechte in Ungarn die Wahlen klar für sich entschieden. 52,8 Prozent der Wähler stimmten für den rechtskonservativen Bund Junger Demokraten (FIDESZ). Die regierende Ungarische Sozialistische Partei (MSZP) kam auf nur 19,3 Prozent der Stimmen. Die Nationaltreue Jobbik (Die Besseren) zog mit 16,7 Prozent erstmals ins Parlament ein. Die links-ökologische Partei “Politik kann anders sein” (LMP) schaffte mit 7,4 Prozent in die Volksvertretung.

Politik

Das Parlament in Budapest hatte am 29. Juni 2010 die Verfassungsbestimmungen zu den öffentlich-rechtlichen Medien geändert. Diese sollen künftig – so wörtlich – „die nationale Identität“[2] und den „nationalen Zusammenhalt“ stärken.[3]

Banken zahlen in Ungarn seit Mitte 2010 eine Bankenabgabe (Sondersteuer).[4]

Neue Verfassung

Am 18. April 2011 nahm das ungarische Parlament einen von der regierenden Partei Fidesz intiierten Verfassungsentwurf mit Zweidrittelmehrheit an. Dieser enthält einen stärkeren Bezug auf die „nationalerhaltende Rolle des Christentums“ und soll zur Bewahrung der ungarischen Kultur aufrufen. Dabei beruft sich der Entwurf auf die Stephanskrone und damit die Größe der ungarischen Nation in der Vergangenheit. Die offizielle Bezeichnung des Staates soll von "Republik Ungarn" in "Ungarn" geändert werden. Außerdem soll der Einfluß des Verfassungsgerichts auf Entscheidungen des Parlamentes spürbar beschränkt werden. Bei der linken und liberalen Opposition im Inland sowie Medien und Politik im (europäischen) Ausland regte sich dagegen scharfer Protest gegen die neue Verfassung, die als Ermächtigungsgesetz verunglimpft wurde.

Die neue Verfassung wurde am Ostersonntag unterzeichnet und im Januar 2012 inkraft gesetzt werden.[5]

Im Folgenden einige Auszüge aus der Präambel der neuen Verfassung:

Wir, die Mitglieder der Ungarischen Nation, erklären zu Beginn des neuen Jahrtausends und in Verantwortung für alle Ungarn Folgendes:

Wir sind stolz darauf, daß unser König Stephan der Heilige vor tausend Jahren den ungarischen Staat auf eine feste Grundlage gestellt und unsere Heimat zu einem Teil des christlichen Europa gemacht hat.

Wir sind stolz auf unsere Ahnen, die für den Fortbestand, die Freiheit und die Unabhängigkeit unseres Landes gekämpft haben. (...)

Wir sind stolz darauf, daß unser Volk Europa über Jahrhunderte im Kampf verteidigt und die gemeinsamen europäischen Werte mit Talent und Fleiß bereichert hat.

Wir anerkennen die nationenerhaltende Rolle des Christentums.

Wir wertschätzen die verschiedenen religiösen Traditionen unseres Landes.

Wir versprechen, die geistige und seelische Einheit unserer Nation zu bewahren, die in den Stürmen des vergangenen Jahrhunderts in Teile zerrissen wurde.

Die in Ungarn lebenden Nationalitäten sind Teil der ungarischen politischen Gemeinschaft und staatstragende Faktoren.

Wir verpflichten uns, unser Erbe, unsere einzigartige Sprache, die ungarische Kultur, die Sprachen und Kulturen der in Ungarn lebenden Nationalitäten, die von der Natur und von Menschenhand geschaffenen Schätze des Karpatenbeckens zu pflegen und zu schützen. (...)

Wir glauben daran, daß unsere nationale Kultur einen reichen Beitrag zur Vielfalt der europäischen Einheit leistet.

Wir respektieren die Freiheit und Kultur anderer Völker, wir streben eine Zusammenarbeit mit allen Nationen der Welt an. (...)

Wir bekennen uns dazu, daß die Familie und die Nation den wichtigsten Rahmen unseres Zusammenlebens bilden und daß die grundlegenden Werte unserer Zusammengehörigkeit Treue, Glaube und Liebe sind.

Wir bekennen uns dazu, daß die Grundlage für die Kraft der Gemeinschaft und die Achtung jedes einzelnen Menschen die Arbeit und die Leistung des menschlichen Geistes bilden. (...)

Wir bekennen uns dazu, daß das gemeinsame Ziel der Bürger und des Staates die Entfaltung von Frieden, Sicherheit, Ordnung, Gerechtigkeit und Freiheit ist.

Wir bekennen uns dazu, daß es eine Volkssouveränität nur dort gibt, wo der Staat seinen Bürgern dient und ihre Anliegen mit der gebührenden Achtung, auf gerechte Weise, ohne Mißbrauch und unvoreingenommen besorgt.

Wir halten die Errungenschaften unserer historischen Verfassung und die Heilige Ungarische Krone in Ehren, die die verfassungsmäßige staatliche Kontinuität Ungarns und die Einheit der Nation verkörpert.

Wir erkennen die durch fremde Besetzungen eingetretene Aufhebung unserer historischen Verfassung nicht an.

Wir lehnen die Verjährung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit ab, die während der Herrschaft der nationalsozialistischen und kommunistischen Diktaturen gegen die ungarische Nation und ihre Bürger begangen wurden.

Wir lehnen die Rechtskontinuität mit der kommunistischen Verfassung aus dem Jahr 1949 ab, welche die Grundlage für eine tyrannische Herrschaft war. Daher erklären wir ihre Ungültigkeit.

Wir stimmen mit den Abgeordneten des ersten freien Parlaments überein, die in ihrem ersten Beschluß festgelegt haben, daß unsere heutige Freiheit unserer Revolution 1956 entsprossen ist.

Wir datieren die Wiederherstellung der am 19. März 1944 verlorengegangenen staatlichen Selbstbestimmung auf den 2. Mai 1990, als sich die erste frei gewählte Volksvertretung konstituierte. Diesen Tag betrachten wir als Beginn der neuen Demokratie und verfassungsmäßigen Ordnung in unserer Heimat.

Überfremdungsbekämpfung

Die national ausgerichtete ungarische Regierung unter Regierungschef Viktor Orbán hat das Problem der Überfremdung erkannt und versucht im Rahmen ihrer Möglichkeiten diese zu bekämpfen, insbesondere auch durch z. T. populistisch anmutende Aufklärungskampagnen, die im ungarischen Volk das nötige Bewußtsein für die Fragestellung schärfen soll. Ungarns Regierungschef Orbán sagte 2015 in Zusammenhang mit der Bekämpfung der illegalen Einwanderung: „Europa soll der Kontinent der Europäer bleiben, Ungarn das Land der Ungarn“.[6] Weiterhin beabsichtigt das Land einen 175 Kilometer langen vier Meter hohen Grenzzaun errichten zu lassen, um Eindringlinge abzuwehren.[7] Die Fertigstellung des Grenzzaun zu Serbien soll im November 2015 erfolgen. Weiterhin plant die Regierung Asylforderer in dünn- oder nichtbesiedelten Regionen des Landes unterzubringen, um die einheimische Bevölkerung vor Ausländerkriminalität zu schützen. Ferner soll die illegale Einreise nach Ungarn zum Straftatbestand werden – gegenwärtig wird diese nur als Ordnungswidrigkeit betrachtet.[8] Im Herbst 2015 schloß Ungarn schließlich die Grenze zu Serbien für illegale Einwanderer. Diese weichen daraufhin vermehrt auf Kroatien aus, um ihre Weiterreise in die BRÖ, die BRD, Schweden und andere wohlhabende Länder Mittel- und Nordeuropas von dort aus über Slowenien fortzusetzen.[9]

Verhältnis zu den Deutschen

Im Jahr 1995, sechs Jahre nach Ende des kommunistischen Regimes, entschuldigte sich die Regierung Ungarns für die an Deutschen begangenen Verbrechen.

2006 folgte die Errichtung einer Landesgedenkstätte und eines Denkmals in Budapest.

2007 gab es eine Gedenkkonferenz zur Vertreibung der Deutschen im ungarischen Parlament.

Das ungarische Parlament gedachte am 11. März 2013 der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Im ungarischen Parlament wurde weiterhin einstimmig und über alle Parteigrenzen hinweg beschlossen, daß jährlich am 19. Januar dieser Gedenktag begangen werden soll. Ungarn ist das erste Land, das regelmäßigen Gedenken für die vertriebenen deutschen Landsleute eingeführt hat. Die Sowjets und ihre kommunistischen Verbündeten in Ungarn lieferte nach 1945 das Argument der „Kollektivschuld“ als Vorwand für die Vertreibung der deutschen Minderheit. Im Januar 1946 vertrieb das in Budapest von der sowjetischen Besatzung eingesetzte Regime die deutsche Bevölkerung. An der Gedenkfeierlichkeit 2013 im Parlament nahmen u. a. der ungarische Präsident Laszlo Köver, der deutsche Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach (CDU), teil.

Kultur

Ungarns konservative Regierung verlieh im März 2013 hohe staatliche Auszeichnungen, darunter auch Geehrte, die durch antijudaistische Kritik und rechtspolitische Einstellungen bekannt sind.

Nach ungarischen Medienberichten erhielt Ferenc Szaniszlo, Fernsehmoderator, zum Nationalfeiertag am 15. März den Tancsics-Preis, die höchste staatliche Ehrung für Journalisten.

Mit dem Verdienstorden ausgezeichnet wurde Kornel Bakay, Archäologe. Er ist der Meinung, Jesus Christus sei kein Jude gewesen, sondern ein Prinz aus dem – angeblich mit den Ungarn verwandten – alt-iranischen Volk der Parther. Er wies auch auf die Tatsache hin, daß Juden im Mittelalter Sklavenhandel organisiert haben.

Das Goldene Verdienstkreuz erhielt Janos Petras, der Sänger der Rockband „Karpatia“. Die Musikgruppe besingt in ihren Texten die „unbefleckte Nation“ und ruft zu Veränderungen der nach dem Ersten Weltkrieg völkerrechtswidrig verstümmelten Grenzen Ungarns auf.

Bildgalerie (Volksgruppen und Gebiete)

Siehe auch

Literatur

Verweise

Fußnoten

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