Unternehmen „Adlerangriff“

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Unternehmen „Adlerangriff“ war der Deckname für den Versuch der deutschen Luftwaffe ab dem 13. August 1940 (Adlertag) während des Zweiten Weltkrieges mit Bombeneinsätzen gegen das britische Militär die Kapitulation Großbritanniens zu erzwingen oder wenigstens einen Feldzug einschließlich Landung auf der Insel vorzubereiten, wobei ein Bombenterror gegen zivile Ziele nach späteren britischen Vorbild bewußt vermieden werden sollte. Am 15. September 1940 galt das Unternehmen als gescheitert. Am 17. September 1940 wurde das Unternehmen „Seelöwe“ zurückgestellt.

Das Kampfgeschwader 2 mit 74 Dornier Do 17 ohne Geleitschutz der deutschen Jagdwaffe über Frankreich auf dem Feindflug nach England am Adlertag

Inhaltsverzeichnis

Begriffserläuterung

Die ursprüngliche kriegswissenschaftliche Vorstudie der Luftwaffe aus den Jahren 1938/39, die letztlich zum Adlertag führte, ist unter dem Namen „Fall Blau[1] bekannt. Der oft irrtümlich verwendete Begriff für dieses Unternehmen „Luftschlacht um England“ (engl.: Battle of Britain, je nach Quelle ungefähr von Juni 1940 bis Mai 1941) wurde vom britischen Premierminister Winston Churchill geprägt und von der Geschichtsschreibung nach dem Kriege als Siegerbegriff übernommen. Die von Churchill befürchtete „Schlacht um Britannien“ blieb jedoch nur eine Luftschlacht ohne Landung von Bodentruppen. Churchill, in der berechtigten Erwartung einer deutschen Invasion, erklärte schon am 18. Juli 1940 in einer Rede vor dem Unterhaus:

„Die Schlacht, die General Weygand die ‚Schlacht um Frankreich‘ nannte, ist vorbei. Ich erwarte, daß jetzt die ‚Schlacht um Britannien‘ beginnen wird.“[2]

Geschichte

Ausgangslage

Großbritannien hat am 3. September 1939 in kriegerischer Absicht dem Deutschen Reich den Krieg erklärt und somit den Zweiten Weltkrieg entfacht. Das Britische Expeditionskorps unternahm eine Invasion auf das europäische Festland und griff im Frühjahr 1940 die blitzartig voranpreschende deutsche Wehrmachtstruppen des Westfeldzuges an. Das britische Korps, welches aus mindestens 250.000 Soldaten bestand, wurde in wenigen Tagen besiegt, flüchtete Richtung Dünkirchen und wurde, nach Beschluß des britischen Kriegskabinetts bereits am 19. Mai, Ende Mai 1940 evakuiert (→ Operation Dynamo).

Der Wunsch vieler Generäle, die Feindtruppen sofort zu verfolgen und Großbritannien zu erobern, wurde u. a. von Adolf Hitler abgelehnt. Dies erlaubte den Engländern, eine wirksame Verteidigung zu organisieren. Der Feldzug gegen die kriegserklärende Partei Großbritannien war im Mai 1940 abschließend geplant und am 16. Juli 1940 („Weisung Nr. 16 über die Vorbereitung einer Landungsoperation gegen England“) als Unternehmen „Seelöwe“ angeordnet, jedoch sträflicherweise nicht umgesetzt. Hitler zeigte keine große Begeisterung für eine Landung in England, was sich schon an der Formulierung in der Weisung Nr. 16 erkennen läßt, eine Landung nur „wenn nötig durchzuführen“, und Raeder erklärte ihm als Chef der Kriegsmarine immer wieder die Schwierigkeiten einer Landung. Eine „Verständigungsbereitschaft“ Englands war Hitler offensichtlich lieber. So machte er am 19. Juli während einer Rede in Berlin ein Friedensangebot an England, auf das die Regierung in London aber nicht einging. Darauf reagierte Hitler am 2. August 1940 mit der „Weisung Nr. 17 für die Führung des Luft- und Seekrieges gegen England“, das Unternehmen „Adlerangriff“.

Ziele und Unternehmen

Angriff auf einen Fliegerhorst der Royal Air Force während des Unternehmens

Ziel des Oberkommandos der Wehrmacht war die Erringung der Luftherrschaft über den britischen Luftraum durch die Vernichtung der Kampfkraft der RAF. Dies galt als Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Gegenstoß, dessen Grundidee bereits im Dezember 1939 zwischen Hitler und Großadmiral Raeder besprochen wurde (→ Unternehmen „Seelöwe“). Hitler hoffte jedoch später, Großbritannien durch verstärktes Bombardement zu Friedensverhandlungen zwingen zu können; Ende September 1940 wurden die Invasionspläne intern auf unbestimmte Zeit verschoben, also faktisch aufgegeben.

Die deutsche Wehrmacht teilte ihre Luftstreitkräfte in insgesamt fünf Luftflotten auf. Drei davon wurden für den Angriff aufgeboten: Luftflotte 2 unter Generalfeldmarschall Albert Kesselring mit dem Ziel, den Südosten und London anzugreifen; Luftflotte 3 unter Generalfeldmarschall Hugo Sperrle mit dem Ziel, den Westen, die Midlands und den Nordwesten anzugreifen; Luftflotte 5 unter Generaloberst Hans-Jürgen Stumpff war in Norwegen und Dänemark stationiert und sollte den Norden Englands und Schottland angreifen.

Einem Befehl Görings zufolge sollten die britische Luftraumüberwachung und die küstennahen Stützpunkte der RAF in vier Tagen ausgeschaltet werden. In einem weiteren Schritt sollten innerhalb von vier Wochen vor allem Produktionsanlagen für Jäger und andere Flugzeuge angegriffen werden.

Der Luftwaffenführungsstab 1c (verantwortlich für Feindaufklärung) schätzte am 16. Juli, daß die Royal Air Force etwa 900 Jagdflugzeuge besaß, davon 675 einsatzbereite. Damit hatte die deutsche Luftwaffe ein realistisches Bild von der britischen Jagdwaffe, die zu diesem Zeitpunkt mindestens 700 Jäger besaß.[3]

  • Kanalkampf 10. Juli bis 11. August 1940

Obwohl bereits auch bei Tage Ziele an der englischen Küste angegriffen wurden, konzentrierten sich in dieser Phase die Angriffe der Luftwaffe auf Konvois im Ärmelkanal, in der Themsemündung sowie auf Marineeinrichtungen entlang der Küste. Bei Nacht wurden Ziele im Landesinneren bombardiert. Sowohl die Luftwaffe als auch die RAF nahmen diese Gelegenheit wahr, ihre Taktik und Kampfkraft zu vergleichen. Die deutsche Luftwaffe war in jeder Hinsicht überlegen.

Eine Spitfire (rechts) verfolgt eine Messerschmitt Bf 109 (links; eigentlich eine Hispano Aviación HA-1112), im Hintergrund kurvt sich eine Heinkel He 111 in Sicherheit. Die Szene stammt aus dem Spielfilm „Luftschlacht um England“ von 1969.

Die Verluste bei den Alliierten waren so hoch, daß Konvois im Ärmelkanal strengstens untersagt wurden.

Ein weiterer Nachteil, mit dem die deutsche Luftwaffe in der Luftschlacht über England zu kämpfen hatte, war die Tatsache, daß jede über Großbritannien abgeschossene Flugzeugbesatzung verloren war, während ein abgeschossener englischer Flugzeugführer, der mit seinem Fallschirm abspringen konnte (wie hier aus einem abgeschossenen Hurricane über den unten sichtbaren Kreidefelsen von Dover), später wieder zum Einsatz kam.

Der für den 10. August geplante „Adlertag“ mußte aufgrund schlechten Wetters abgesagt werden.

  • Angriffe auf küstennahe Ziele: 12.–23. August 1940

Am 12. August kam es schließlich zu einem Großangriff durch die Erprobungsgruppe 210 auf vier Radarstationen bei Portland und Dover, bei dem über 200 Bomber beteiligt waren. Auch einige küstennahe Stützpunkte der britischen Abfangjäger wurden von Bombern und Jagdflugzeugen angegriffen. Die Radarstationen waren jedoch sechs Stunden nach dem Angriff wieder einsatzbereit.

Mit dem 13. August, dem „Adlertag“, begann eine Serie von Großangriffen auf die Einrichtungen der RAF, im speziellen die Stützpunkte der 11 Fighter Group unter der Führung von Luftmarschall Keith Park. Auch küstennahe Radarstationen und Einrichtungen der Marine waren immer wieder das Ziel der Angriffe.

Am 15. August griff die Luftflotte 5 (einschließlich der überlassenen bzw. zwangsunterstellten Seefliegerverbände der Kriegsmarine) im Norden Englands an, da man fälschlicherweise vermutete, daß die Luftverteidigung auf den Süden konzentriert sei. Die Luftflotte 5 konnte sich während der gesamten Luftschlacht nicht mehr von den hohen Verlusten erholen.

Der 18. August wird vom Feind als The Hardest Day (deutsch: Der härteste Tag) bezeichnet, da beide Seiten die höchsten Verluste der gesamten Schlacht hatten. Am Vortag stellte Oberst Schmidt, der für Geheimdienstaufgaben zuständige Offizier des Luftwaffenoberkommandos, folgende Einsatzstärke der britischen Luftverteidigung fest: 430 Hurricanes, Spitfires und Defiants. Davon seien 70 % einsatzbereit, also etwa 300. Tatsächlich hatten die Briten zu diesem Zeitpunkt 826 Jäger zur Verfügung, ein Drittel davon Spitfires.

Göring stellte die verlustreichen Angriffe auf Radarstationen am 23. August ein, da er die Angriffe als wirkungslos ansah. Dies erwies sich als strategischer Fehler, da in der Folge die britischen Verteidiger immer wußten, wann und wo sie auf die Deutschen treffen würden, eine Erleichterung für die Struktur der britischen Luftverteidigung.

  • Angriffe auf Flugplätze und Flugzeugwerke in Südengland: 24. August bis 6. September 1940

Je mehr die Ziele ins Landesinnere rückten, desto schwieriger wurde die Situation für die Angreifer. Ein großer Nachteil der deutschen Messerschmitt Bf 109 war ihre für den Einsatz als Begleitschutzjäger unzureichende Eindringtiefe. Ab Erreichen der englischen Küste hatten die Flugzeugführer der Bf 109 noch einen Treibstoffvorrat für etwa 30 Minuten Kampfzeit. Mußten sie Bomber 15 Minuten (etwa 100 Kilometer) weit ins Landesinnere begleiten, blieb praktisch kein Treibstoff für einen Kampf gegen die britischen Jagdflugzeuge.

Die eigentlich als Langstrecken-Begleitschutz vorgesehene zweimotorige Messerschmitt Bf 110 verfügte zwar über die nötige Eindringtiefe, erwies sich aber für diese Aufgabe als völlig ungeeignet und erlitt schwere Verluste. Dennoch kamen die Stützpunkte der 11 Fighter Group, zuständig für die Verteidigung Südenglands und Londons, in schwere Bedrängnis.

  • Angriffe auf London und andere Städte: ab 7. September 1940

Als Antwort auf einen völkerrechtswidrigen Nachtangriff der Terrorbomber der RAF am 25. August auf Berlin befahl Hitler am 4. September, von nun an London anzugreifen, die Engländer nannten diese Taktik „The Blitz“. Als die Bombardierung der südenglischen Jägerstützpunkte eingestellt wurde, konnte sich die britische Luftverteidigung erholen und in weiterer Folge voll gegen die unzureichend ausgerüsteten Verbände deutscher Bomber und Jagdbomber entfalten.

Ab dem 29. Oktober 1940 wurden die wenig wirksamen Angriffe auf London bei Tage eingestellt. Vereinzelte Angriffe mit Bombern und Jagdbombern wurden jedoch weiterhin geflogen. Die Nachtangriffe wurden bis Mai 1941 weitergeführt.

  • Corpo Aereo Italiano

Gegen Ende der Luftschlacht griff auch eine Einheit der italienischen Luftwaffe, das Corpo Aereo Italiano, unter dem Kommando von Rino Corso Fougier in die Kämpfe auf seiten des Deutschen Reiches ein. Einer Bitte Benito Mussolinis folgend, wurden 80 Fiat BR.20 Bomber, unterstützt durch eine unbestimmte Anzahl von Fiat G.50 und Fiat CR.42 Jagdflugzeugen, in Belgien stationiert. Bei geringem eigenen Erfolg wurden dem Verband am 11. November durch Hurricanes der RAF schwere Verluste zugefügt.

  • Fremdenlegionäre der RAF

An der Luftschlacht über Großbritannien nahmen von den insgesamt 2.927 Piloten der britischen RAF zahlreiche Flugzeugführer anderer Nationen teil, nach einigen Angaben etwa ein Fünftel, darunter 147 polnische, 101 neuseeländische, 94 kanadische und 87 tschechoslowakische Jagdflieger.

Ergebnis

Trotz großer Anstrengung und hoher Verluste war es der deutschen Luftwaffe nicht gelungen, die britische Luftabwehr zu besiegen. Dies lag auch an der Unfähigkeit, die flächendeckenden englischen Radaranlagen auszuschalten. Erst viele Jahre nach dem Ende des Krieges gestand Großbritannien ein, daß es nur noch kurze Zeit hätte Widerstand leisten können, aber vor allem die militärgeschichtliche Einschätzung, wenn die Luftwaffe und Landungstruppen Deutschlands schon Ende Mai 1940 massiv angegriffen hätten, wäre England in Kürze zur Kapitulation gezwungen worden.

Britische Flugplätze und Flugzeugfabriken wurden häufig von der Luftwaffe bombardiert. Unter anderem zählten auch Hafenanlagen zu den vorrangigen Zielen. Die deutschen Bomber erhielten Begleitschutz von Jagdflugzeugen, um die britischen Abfangjäger abzuwehren. Diese Schlacht führte auf beiden Seiten zu großen materiellen Verlusten, weshalb sich die Luftwaffe ab Oktober 1940 größtenteils auf Nachtbombardements beschränkte.

Entscheidend für die Niederlage der deutschen Luftwaffe war unter anderem auch die Fehlbewertung von Radartechnologie im Luftkrieg durch den Oberbefehlshaber der Luftwaffe Hermann Göring. Dadurch konnte die Royal Air Force ihre weitgehend verschont gebliebenen Radarstationen in Küstennähe zur präziseren und schnellen Ortung deutscher Luftstreitkräfte nutzen und diese so wesentlich effizienter bekämpfen.

Bei den Bombardements von London und anderen englischen Industrie- und Rüstungszentren wurden im Verlauf des gesamten Krieges insgesamt ca. 32.000 Zivilisten getötet. Die Anzahl der Toten des anglo-amerikanischen Terrorangriffes auf eine einzige deutsche Stadt, Dresden, beziffert sich bis zu 350.000 Zivilisten!

Im Mai 1941 wurden die taktischen Ziele des Unternehmens „Adlerangriff“ endgültig aufgegeben, als die Kampfgruppen der Bombergeschwader der Luftwaffe für das Unternehmen „Barbarossa“ abgezogen wurden, um den bevorstehenden Angriff der Roten Armee abzuwenden bzw. diesem zuvorzukommen.

Ziele und Gefechtsordnung am Adlertag

Gliederung der Luftangriffskräfte am 13. August 1940:[4]

Luftflotte 2 I. FliegerkorpsI., II. und III./KG 1; I., II. und III./KG 76; I., II. und III./KG 77; Lehrstaffel; 5.(F)/122; 3.(H)/32, 4.(H)/32
II. FliegerkorpsI., II. und III./KG 2; I., II. und III./KG 3; I., II. und III./KG 53; II./StG 1, IV.(St)/LG 1; Erprobungsgruppe 210; AGr.(H)/30
9. FliegerdivisionI., II. und III./KG 4; I./KG 40; KGr 100, KGr 126; 3.(F)/122
Jagdfliegerführer 2I., II. und III./JG 3; I., II. und III./JG 26; I., II. und III./JG 51; I., II. und III./JG 52; I., II. und III./JG 54; I., II. und III./ZG 26
NachtjagddivisionI., II. und III./NJG 1
Luftflotte 3 direkt unterstelltWesta 51
VIII. FliegerkorpsI. und III./StG 1; I. und II./StG 2; I., II. und III./StG 77; II.(S)/LG 2; V.(Z)/LG 1; 2.(F)/11, 2.(F)/123; AGr(H)/21
V. FliegerkorpsI., II. und III./KG 51; I. und II./KG 54; I., II. und III./KG 55; 4.(F)/14, 4.(F)/121
IV. FliegerkorpsI., II. und III./LG 1; I., II. und III./KG 27; KGr 806; AGr(H)/31; AGr(H)/41
Jagdfliegerführer 3I., II. und III./JG 2; I., II. und III./JG 27; I., II. und III./JG 53; I. und II./ZG 2
Luftflotte 5 X. FliegerkorpsI. und III./KG 26; I. und III./KG 30; I./ZG 76; I. und II./JG 77; KüFlGr 506; 3.(F)/Ob.d.L.; 1.(F)/120; 1.(F)/121; Agr(F)/22; Westa-Kette X. Fliegerkorps

Folgende Ziele wurden für den ersten Großangriff am 13. August 1940 für die Luftflotten gewählt:

Franz von Werras Messerschmitt Bf 109 nach dem Abschuß im September 1940, hier von der britischen Home Guard (ursprünglich „Local Defence Volunteers“ genannt) bewacht
Ziele des Adlertages für Luftflotte 2, Luftflotte 3 und Luftflotte 5
Deutsches Kampfgeschwader Ziel/Zielgebiet
Kampfgeschwader 1 (KG 1) RAF Biggin Hill
Kampfgeschwader 76 (KG 76) RAF Kenley, RAF Debden, RAF Biggin Hill und weitere unbekannte Ziele.
Kampfgeschwader 2 (KG 2) RAF Hornchurch, RAF Eastchurch und RAF Manston
Kampfgeschwader 3 (KG 3) RAF Eastchurch
Kampfgeschwader 53 (KG 53) RAF North Weald
Erprobungsgruppe 210 Radarstationen in Rye, Pevensey und Dover. RAF Hawkinge, RAF Manston und RAF Kenley
Kampfgeschwader 4 (KG 4) Verschiedene Ziele und Minenlegung im Englischen Kanal
Kampfgeschwader 40 (KG 40) RAF Dishforth
Kampfgeschwader 26 (KG 26) RAF Dishforth
Kampfgeschwader 30 (KG 30) RAF Driffield
Kampfgeschwader 27 (KG 27) Häfen von Bristol, Birkenhead und Liverpool
Lehrgeschwader 1 (LG 1) RAF Worthy Down; Häfen von Southampton, Portsmouth und Fliegerhorste der Umgebung. Danach RAF Detling und weitere unbekannte Ziele.
Sturzkampfgeschwader 3 (StG 3) Wetterbedingt kurz vor Einsatz zurückgezogen
Kampfgeschwader 51 (KG 51) RAF Bibury und Hafen in Spithead sowie Radarstation in Ventnor
Kampfgeschwader 54 (KG 54) Britische Luftflottenbasis in Gosport, RAF Croydon, RAF Farnborough und RAF Odiham
Kampfgeschwader 55 (KG 55) Plymouth, Feltham und RAF Middle Wallop
Sturzkampfgeschwader 1 (StG 1) RAF Warmwell, RAF Detling
I. and II. Gruppe/Sturzkampfgeschwader 2 (StG 2) Hafenraum und Flugfelder um Portland area und RAF Middle Wallop sowie RAF Warmwell
Sturzkampfgeschwader 77 (StG 77) RAF Warmwell und Portland

Kräfteverhältnis

Zu Beginn der Luftschlacht

Tieffliegende Formation He 111 über dem Ärmelkanal, 1940

Bei einer als Abnutzungsschlacht geführten Auseinandersetzung kommt dem Zahlenverhältnis eine gewisse Bedeutung zu, wenn auch nicht die alleinige. Die Anzahl der für die Schlacht zur Verfügung stehenden Flugzeuge (wie in der Tabelle unten dargestellt) unterscheidet sich von den tatsächlich einsatzbereiten Maschinen um ungefähr 10 bis 25 %. Der Bestand an einsatzklar gemeldeten Maschinen variierte täglich.

Die Tabelle spart die 84 Messerschmitt Bf 109 E der Luftflotte 5 (Norwegen) aus, da sie aufgrund ihrer Reichweite keine Möglichkeit hatten, die britische Küste zu erreichen.

Es standen außerdem eine beträchtliche Anzahl von Aufklärern und Verbindungsflugzeugen auf beiden Seiten zur Verfügung. Die Luftwaffe verfügte darüber hinaus über eine nennenswerte Zahl von Seenotrettungsflugzeugen, die in der Luftschlacht um England später eine wichtige Rolle spielten.

Insgesamt nannte die RAF um diese Zeit in etwa 3.000 Flugzeuge ihr eigen, die Luftwaffe dagegen um 4.500, auf fünf Luftflotten verteilt.

Luftwaffe: Luftflotten 2, 3 und 5 (20. Juli 1940) Royal Air Force (Juni 1940)
Bomber 1.576, davon 316 einmotorige Ju 87 ca. 500
einmotorige Jäger 809 Bf 109 E ca. 700, davon ca. 250 Spitfires
zweimotorige Jäger 300 Bf 110 ca. 96 Bristol Blenheim IF

18. August 1940

Einsatzbereite Kräfte am Morgen des 18. August: Luftwaffe
Luftflotten 2, 3 u. 5
RAF
(Fighter Command)
Bomber 1.134, davon 276 einmotorige Ju 87  
einmotorige Jäger 780 Bf 109 E 826, davon 262 Spitfires
zweimotorige Jäger 214 Bf 110 51 Bristol Blenheim IF
Verluste bis Abend des 18. August:
Flugzeuge zerstört oder schwer beschädigt 100 136, davon 60 am Boden zerstört oder beschädigt
Flugzeugführer gefallen oder in Gefangenschaft62, davon 17 in Gefangenschaft 30

Verluste

Dornier Do 17 ohne Jagdschutz im Luftkampf mit englischem Jagdflugzeug Supermarine Spitfire: „Es ist Kriegsberichtern gelungen, während eines Luftkampfes Aufnahmen einzelner Kampfphasen herzustellen. Eine hervorragende Leistung, die Kaltblütigkeit und Unerschrockenheit verlangt. Unentwegt zieht die DO 17 ihre Bahn, während die Spitfire nach ergebnislosem Angriff nach unten abkurvt.“

Die Gesamtverluste variieren militärhistorisch stark, die Angaben der Verluste vom 10. Juli bis 31. Oktober werden mehrheitlich beziffert:

  • Deutschland und Italien:
  • Großbritannien (einschließlich freiwillige Flieger aus 14 Ländern):
    • 1.547 Flugzeuge (RAF gibt 1.087 an, Luftwaffe gibt 3.198 an)
    • 544 Flugzeugbesatzungen gefallen
    • 422 verwundet

Flugzeugtypen

Die wichtigsten eingesetzten Flugzeugtypen werden im folgenden aufgelistet:

Luftwaffe

Royal Air Force

Literatur

  • Len Deighton: Luftschlacht über England. 2. Aufl. Heyne, München 1985. ISBN 3-453-01447-2
  • Edward H. Sims: Jagdflieger – Die Großen Gegner von Einst. 11. Aufl., Motorbuch, Stuttgart 1985. ISBN 3-87943-115-9
  • Theo Weber: Die Luftschlacht um England. Flugwelt-Verlag, Wiesbaden 1956
  • Richard Collier: Adlertag – Die Luftschlacht um England. Heyne, München 1978. ISBN 3-453-00189-3

Verweis

Fußnoten

  1. Nicht mit dem Fall Blau, der Sommeroffensive an der Ostfront ab dem 28. Juni 1942, zu verwechseln.
  2. Walter Anger: Das Dritte Reich in Dokumenten. Sammlung Res publica. Band 7. Europ. Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1957. S. 135
  3. Klaus A. Maier, Hans Umbreit: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Band 2, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1979, ISBN 3-421-01935-5, S. 381
  4. Ulf Balke: Der Luftkrieg in Europa 1939–1941, Bechtermünz Verlag, ISBN 3-86047-591-6 S. 408–413
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