Unternehmen „Albion“

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Unternehmen „Albion“ war eine amphibische Landungsunternehmung des Deutschen Reiches im Rahmen des Ersten Weltkrieges, die gemeinsam von Heer und Marine im September und Oktober 1917 zur Besetzung der baltischen Inseln Ösel, Dagö und Moon durchgeführt wurde. Die drei Inseln waren Teil des Russischen Reiches und beherrschten strategisch die mittlere und nördliche Ostsee. Die Unternehmung endete mit einem vollständigen und beeindruckenden deutschen Sieg.

Die russische SLAWA geht während des Unternehmens „Albion“ unter.

Auswirkungen

Mit dem Rückzug der russischen Flotte und der Übergabe der Garnison auf Dagö war die Unternehmung beendet. Unter geringen Verlusten hatten die deutschen Streitkräfte die drei Inseln erobert und dabei den Russen schwere Verluste zugefügt. Die erdrückende Überlegenheit zur See und die große Geschwindigkeit, mit welcher der Angriff vorgetragen wurde, ließen dem desorganisierten Gegner kaum Zeit zum Reagieren. Der Gewinn der den Golf von Riga und den Eingang zum Finnischen Meerbusen beherrschenden Inseln beschleunigte den Zusammenbruch Rußlands beträchtlich und machte ein größeres Gefecht mit den verbleibenden russischen Flotteneinheiten unwahrscheinlich, so daß die schweren Schiffseinheiten der Hochseeflotte bald in die Nordsee zurückkehren konnten. Die Marine hatte in hervorragender Abstimmung mit dem Heer zusammengewirkt und die gesteckten Angriffsziele ohne große Mühe erreicht und konnte ihr Ansehen deutlich aufbessern. Der mangelnde russische Widerstandswille hatte ebenfalls seinen Beitrag zum Erfolg geleistet, die demoralisierten und auch durch die Revolution desorganisierten Truppen hatten ihre gut befestigten Stellungen meist relativ schnell geräumt, und der Kampfeswille von zum Widerstand entschlossenen Einheiten wurde durch die Haltung ihrer Kameraden gelähmt. Entsprechend blieben die Verluste des Heeres (samt Marine-Infanterie) mit 54 Toten und 141 Verwundeten verhältnismäßig gering, während die Marine aufgrund des riskanten Einsatzes in dicht verminten flachen Gewässern unter Zeitdruck 156 Tote und 60 Verwundete zu beklagen hatte. Die Russen hatten weit empfindlichere Einbußen erlitten, über 20.000 Soldaten gingen in Gefangenschaft, und unersetzliches Material war verloren oder dem Gegner in die Hände gefallen. Die Anzahl der russischen Verluste an Toten und Verletzten ist nicht bekannt, wird aber sehr hoch sein.

Nach Ende der eigentlichen Landeunternehmungen führten die Schlachtschiffe noch einige Demonstrationen vor der lettischen und estnischen Küste durch, die aber ohne größeren Erfolg blieben und Verluste durch Minen forderten, woraufhin man von weiteren derartigen Unternehmungen absah. Zu den Einheiten des Sonderverbandes Ostsee stießen bald darauf auch noch das I. Geschwader der Hochseeflotte mit acht modernen Schlachtschiffen am 28. Oktober und die IV. Aufklärungsgruppe am 30. Oktober. Auf dem Rückmarsch zur Nordsee erhielt das Schlachtschiff Markgraf am 29. Oktober in der Irben-Straße zwei Minentreffer, 260 Tonnen Wasser drangen in den Wallgang ein, das Schiff konnte aber seine Fahrt ohne Schwierigkeiten fortsetzen. Bald darauf kehrten alle Großkampfschiffe und die meisten Kreuzer der Ostsee den Rücken, am 2. November 1917 übernahm Vizeadmiral Schmidt wieder das Kommando über das I. Geschwader. Am nächsten Tag löste der Admiralstab den Sonderverband „Ostsee“ auf.

Auf den eroberten Inseln wurde eine „Regierung der Baltischen Inseln“ geschaffen, die ihren Sitz in Arensburg nahm. Der erste Gouverneur war Generalleutnant Adolf Freiherr von Seckendorff, der am 31. Oktober an Bord von SMS „Straßburg“ in Arensburg eintraf.

Befehlshaber

Deutsches Kaiserreich

Russisches Kaiserreich

  • Michail Bachirew

Truppenstärke

Deutschland

  • 1 Schlachtkreuzer,
  • 10 Schlachtschiffe,
  • 9 Kleine Kreuzer,
  • 1 Minenkreuzer,
  • 50 Torpedoboote,
  • 6 U-Boote
  • 19 Transportschiffe
  • 24.500 Soldaten,
  • 8500 Pferde,
  • 2400 Fahrzeuge,
  • 150 Maschinengewehre,
  • 54 Geschütze,
  • 12 Minenwerfer und Munition

Rußland

  • 2 Linienschiffe,
  • 2 Panzerkreuzer,
  • 1 Geschützter Kreuzer,
  • 3 Kanonenboote,
  • 21 Zerstörer,
  • 3 britische U-Boote
  • etwa 24.000 Soldaten

Verluste

Deutsches Kaiserreich

  • 1 Torpedoboot,
  • 7 Minensucher,
  • 9 Trawler und kleinere Fahrzeuge,
  • zahlreiche durch Minen beschädigte Schiffe,
  • 156 Tote und 60 Verwundete (Marine),
  • 54 Tote und 141 Verwundete (Heer)

Russisches Kaiserreich

  • 1 Linienschiff,
  • 1 Zerstörer,
  • 1 U-Boot,
  • 20.130 Gefangene,
  • 141 Geschütze (47 schwere),
  • 130 Maschinengewehre

Literatur

Verweise