Unternehmen Teutonenschwert

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DOKUMENTATION

Unternehmen Teutonenschwert 1.jpg
Filmdaten
Originaltitel: Unternehmen Teutonenschwert
Produktionsland: DDR
Erscheinungsjahr: 1958
Laufzeit: 49 Minuten
Produktionsfirma: DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme,
IMDb: deueng
Stab
Regie: Annelie Thorndike,
Andrew Thorndike
Regieassistenz: Klaus Alde,
Rolf Gleitsmann
Drehbuch: Andrew Thorndike,
Musik: Paul Dessau,
Ton: Georg Gutschmidt,
Günter Lambert,
Hubert Kübler
Kamera: Vera Futterlieb,
Gustl Perin,
Walter Fuchs
Aufnahmeleitung: Jochen Lange,
Schnitt: Annelie Thorndike,
Andrew Thorndike
Sprecher: Norbert Christian,
Martin Flörchinger,
Eckard Friedrichson,
Herwart Grosse

Unternehmen Teutonenschwert ist ein bolschewistischer Propagandafilm der DEFA aus dem Jahre 1957/58. Der Film diente, ebenso wie Der Fall Gleiwitz, Der Untertan und eine Reihe weiterer Propagandafilme aus jener Zeit dazu, das Geschichtsbild des deutschen Volkes nachhaltig zu dessen Nachteil zu verfälschen. Durch eine pseudowissenschaftlich verbrämte dokumentarische Aufmachung wurde dabei dem Zuschauer eine Authentizität der Geschehnisse suggeriert.

Im Film wurde der Kollaborateur Hans Speidel, kurz zuvor zum Befehlshaber der West-BRD der Nato-Landstreitkräfte in Mitteleuropa ernannt, belastet, für den Mordanschlag verantwortlich gewesen zu sein, dem Jugo-Slawiens König Alexander I. und der damalige französische Außenminister Louis Barthou in Marseille am 9. Oktober 1934 zum Opfer fielen. Verantwortlich für den Anschlag soll jedoch die Ustascha gewesen sein. Urheber der verfilmten Lüge war Albert Norden. Im Film selbst wurde dann ebenso der heldenhafte Abwehrkampf der deutschen Wehrmacht herabgewürdigt.

Regie führte Andrew Thorndike mit Frau, der sich im Jahre 1982 folgendermaßen äußerte:

„Ich begann als Dokumentarist, der, gewandelt durch das furchtbare Erlebnis des Krieges, durch die Begegnung mit Sowjetmenschen und die jahrelange Beschäftigung mit der marxistisch-leninistischen Theorie, im Sinne des sozialistischen Ideals handeln wollte.“[1]

Bei den XI. Internationalen Filmfestspielen wurden die Schöpfer des Films, Andrew und Anneliese Thorndike, mit dem ersten Hauptpreis ausgezeichnet.

Im Frühjahr 1960 begann die SED-Führung Beweismittel für ihre Anschuldigungen gegen den ehemaligen Wehrmachts-, nun Bundeswehrgeneral Hans Speidel wegen seiner angeblichen Beteiligung am Attentat auf den jugoslawischen König Alexander I. und Frankreichs Außenminister Barthou im Jahr 1934 zu suchen. Ein DEFA-Dokumentarfilm („Unternehmen Teutonenschwert“), mit dieser Aussage von der Plato-Film-Gesellschaft auch in England vertrieben, hatte zu einer Verleumdungsanzeige des Militärs und zu einem Prozeß geführt. Der entwickelte sich für die SED, die hinter allem stand, zum Pferdefuß. In dem Glauben, das Politbüro verfüge über hieb- und stichfeste Beweise, übernahm die KP Englands, da der Prozeß hier stattfinden sollte, den Part des öffentlichen Anklägers und sah sich bitter enttäuscht. KP-Generalsekretär J. Gollan, nun selbst in Bedrängnis, forderte das SED-ZK auf, unverzüglich etwas zu unternehmen, vor allem einen Arbeitsausschuß zu bilden, finanzielle Mittel und endlich Dokumente im Original zur Verfügung zu stellen, da Kopien in England als Beweismittel nicht anerkannt wurden. Eine hektische Aktivität begann. Norden beriet sich mit dem umgehend einberufenen besonderen Arbeitsstab (Prof. Kaul, Gerhard Kegel, Otto Reinhold). Die Suche nach Akten und Zeugen - „einige taugen nichts“, schrieb Kaul am 7. 3. 1960 an Norden – wurde ohne Erfolg intensiviert. Originaldokumente fanden sich nicht. Auch die Sowjetunion, um Hilfe ersucht, mußte in dieser Sache passen. Der in der DDR lebende ehemalige Wehrmachtsgeneral Rudolf Bamler lieferte schließlich eine Speidel belastende, wenig stichhaltige eidesstattliche Erklärung, die den politischen „Flop“ nicht zu verhindern vermochte. So bereitete der Speidel-Prozeß nichts als Unkosten und hinterließ eine englische KP, die bei der SED verärgert ihre Auslagen einzutreiben versuchte.[2]

Wie die damalige West-BRD erwies sich die sogenannte DDR als deutsches Teilgebiet nicht in der Lage, kulturell nennenswerte Leistungen hervorzubringen. Durch die UFA-Studios auf dem Gelände von Babelsberg konnte die SBZ jedoch auf die Leistungen und Vorarbeiten der deutschen Zeit zurückgreifen. Die scheinbaren filmischen Leistungen jener Zeit sind allein nur diesem Umstand geschuldet. Dies machte die bolschewistischen Propagandafilme der SBZ besonders gefährlich, da die Lüge von der Wahrheit nunmehr kaum noch zu unterscheiden war.

Inhaltsverzeichnis

Bildergalerie

Siehe auch

Verweise

Fußnoten

  1. zitiert auf: Filmportal.de
  2. Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte Heft 2 1993: Kampagnen gegen Bonn. Die Systemkrise der DDR und die West-Propaganda der SED 1960-1963, S. 161
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