Wöhler, Otto

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Otto Wöhler

Otto August Wilhelm Wöhler (Lebensrune.png 12. Juli 1894 in Großburgwedel, Provinz Hannover, heute Niedersachsen; Todesrune.png 5. Februar 1987 ebenda) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee, des Deutschen Heeres, der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt General der Infanterie, Oberbefehlshaber der 8. Armee und dann der Heeresgruppe Süd sowie Eichenlaubträger im Zweiten Weltkrieg.

Leben

General der Infanterie Otto Wöhler (links) 1943 im Gespräch mit Oberst Adolf Trowitz, dem späteren Generalmajor un dRitterkreuzträger.
Ritterkreuzträger General der Infanterie Otto Wöhler (links mit Fernglas) beglückwünscht seinen bewährten Korpsführer, General der Panzertruppe Erhard Raus (rechts), zur Verleihung des Eichenlaubs zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes

Wöhler stammt aus einer in Burgwedel alteingesessenen niedersächsischen Bauernfamilie, die schon im 19. Jahrhundert Gemeindevorsteher stellte. So war sein Vater Heinrich (1868–1953) von 1908 bis 1935 Gemeindevorsteher. Seine Mutter starb 1895. Wöhler wohnte später in der nach seinem Vater benannten Heinrich-Wöhler-Straße in Großburgwedel, wo sich heute das Museum Heimatstube Großburgwedel befindet.

Lexikon der Wehrmacht

Johannes Frießner beantragt Beförderung zum Generaloberst für Otto Wöhler
Otto Wöhler trat am 1. Februar 1913 als Fahnenjunker in das in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum 1. Ober-Elsässiches Infanterie-Regiment Nr. 167, wo er am 20. Mai 1914 zum Leutnant befördert wurde. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur mehrmals verwundet. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch viele andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er als Oberleutnant ins Reichsheer übernommen und ins Infanterie-Regiment 17 versetzt. Von dort kam er zur Generalstabsausbildung, wurde am 1. April 1925 zum Hauptmann befördert und anschließend ins Reichswehrministerium versetzt. Anschließend fand er abwechselnd im Truppen- und Stabsdienst Verwendung und wurde am 1. Juni 1935 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Januar 1938 zum Oberst befördert, wurde er am 1. April 1938 zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) vom Heeresgruppen-Kommando 5 in Wien ernannt. Bei Kriegsbeginn wurde er Ia bei der 14. Armee, mit der er dann am Polenfeldzug teilnahm. Bereits in diesem wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Am 18. Dezember 1939 wurde er zum Chef des Generalstabes vom XVII. Armeekorps ernannt, mit dem er dann im Frühjahr 1940 am Westfeldzug teilnahm. Am 1. Oktober 1940 wurde er zum Chef des Generalstabes der 11. Armee ernannt. In dieser Funktion wurde er dann ab Sommerbeginn 1941 in Russland eingesetzt. Dabei ist es bemerkenswert, dass er sich durch eine regelrechte Behinderung der Einsatzgruppe D auszeichnete. Er nutzte dabei den Wortlaut des Abkommens zur Koordination der Einsatzgruppen mit dem Heer aus, um die Kontrolle über deren Tätigkeit zu behalten. Am 1. Januar 1942 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 26. Januar 1942 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 1. April 1942 wurde er dann zum Generalstabschef der Heeresgruppe Mitte ernannt. Am 1. Oktober 1942 wurde er zum Generalleutnant befördert und schied am 1. März 1943 aus dem Stab der Heeresgruppe Mitte aus. Am 1. April 1942 wurde er mit der Führung des I. Armeekorps beauftragt. Am 1. Juni 1943 wurde er zum General der Infanterie befördert. Dadurch wurde er jetzt zum Kommandierenden General vom I. Armeekorps ernannt. Mit seinem Korps nahm er an der 3. Ladogaschlacht teil und wurde für seine Führungsleistung am 14. August 1943 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 12. August 1943 wurde er wegen dieser Kämpfe bereits namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: „In der dritten Schlacht südlich des Ladogasees haben die unter Führung des Generalfeldmarschalls Küchler, des Generalobersten Lindemann und des Generals der Infanterie Wöhler stehenden deutschen Truppen, unterstützt von den durch General der Flieger Korten geführten Luftwaffenverbänden, in der Zeit vom 22. Juli bis 6. August den Ansturm der 8. und 67. sowjetischen Armee in heldenmütigen Kämpfen abgeschlagen und damit die Durchbruchsabsichten des Feindes vereitelt.“ Am 15. August 1943 wurde er mit der Führung der 8. Armee beauftragt, die er während der Rückzugskämpfe 1943/44 aus der Südukraine nach Rumänien führte. Sein einziger Sohn ist 1944 als Seekadett gefallen. Am 8. Mai 1944 wurde er nach dem Abschluss der Kämpfe zwischen Pruth und Moldau namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: „Der mit 20 Schützen- und mehreren Panzerdivisionen angestrebte Durchbruchsversuch der Bolschewisten scheiterte an der zähen und verbissenen Abwehr der unter Führung des Generals der Infanterie Wöhler stehenden deutschen und rumänischen Truppen, die von Verbänden der deutschen und rumänischen Luftwaffe in vorbildlicher Waffenkameradschaft hervorragend unterstützt wurden.“ Im Oktober 1944 hatte er mit seiner Armee maßgeblichen Anteil an der Einschließung dreier russischer Korps im Raum Debrecen. Am 30. Oktober 1944 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht erwähnt: „Im Raum von Debrecen haben deutsche und ungarische Truppen unter dem Oberbefehl des Generals der Infanterie Wöhler und des Generals der Artillerie Fretter-Pico in dreiwöchigen Kämpfen starke feindliche Kräfte vernichtend geschlagen und damit die vom Gegner angestrebte Umfassung der im Südostteil Ungarns stehenden deutschen und ungarischen Verbände vereitelt.“ Für diese Taten wurde ihm am 28. November 1944 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Vom 28. Dezember 1944 bis zum 6. April 1945 war er Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd. Für seinen Dienstgrad war das eine sehr verantwortungsvolle Position, die nur wenige Soldaten erreichten. In Ungarn geriet er dann in alliierte Gefangenschaft. Im Nürnberger OKW-Prozeß wurde er zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Januar 1951 wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen.[1]

Zweiter Weltkrieg

Wehrmachtberichte

  • 12. August 1943: „In der dritten Schlacht südlich des Ladogasees haben die unter Führung des Generalfeldmarschalls Küchler, des Generalobersten Lindemann und des Generals der Infanterie Wöhler stehenden deutschen Truppen, unterstützt von den durch General der Flieger Korten geführten Luftwaffenverbänden, in der Zeit vom 22. Juli bis 6. August den Ansturm der 8. und 67. sowjetischen Armee in heldenmütigen Kämpfen abgeschlagen und damit die Durchbruchsabsichten des Feindes vereitelt.“
  • 8. Mai 1944: „Der mit 20 Schützen- und mehreren Panzerdivisionen angestrebte Durchbruchsversuch der Bolschewisten scheiterte an der zähen und verbissenen Abwehr der unter Führung des Generals der Infanterie Wöhler stehenden deutschen und rumänischen Truppen, die von Verbänden der deutschen und rumänischen Luftwaffe in vorbildlicher Waffenkameradschaft hervorragend unterstützt wurden.“
  • 30. Oktober 1944: „Im Raum von Debrecen haben deutsche und ungarische Truppen unter dem Oberbefehl des Generals der Infanterie Wöhler und des Generals der Artillerie Fretter-Pico in dreiwöchigen Kämpfen starke feindliche Kräfte vernichtend geschlagen und damit die vom Gegner angestrebte Umfassung der im Südostteil Ungarns stehenden deutschen und ungarischen Verbände vereitelt.“

Aus einer Beurteilung

  • 10.5.1944, Ferdinand Schörner, OB HGr SU: „Wöhler [...] Wird zur vorzugsweisen Beförderung zum Generaloberst vorgeschlagen.“
  • 14.5.1944 Bemerkung GL Burgdorf: „Beförderungsvorschläge zum Generaloberst gibt es nicht. Der Führer behält sich Beförderung und Auszeichnung der OB selbst vor und benötigt dabei keinerlei Anregung. Adjutant HGr SU ist entsprechend unterrichtet!“[2]

Endkampf

  • 25.3.1945 abgesetzt, verblieb im Kommando bis zur Übergabe an Nachfolger
  • heftige Kritik an der Rolle der Partei bei den Kampfvorbereitungen in der „Reichsschutzstellung“ geübt, von der Gauleitung Niederdonau (Dr. med. Hugo Jury) kritisiert; nun scheiterte auch noch die Plattensee-Offensive.
  • 5.4.1945: Fernschreiben Keitels an „HGr Kurland Generaloberst Rendulic o.V.i.A.“ mit dem Befehl die Heeresgruppe Süd zu übernehmen; Rendulic übergab um 18 Uhr an Carl Hilpert, reiste dann per Flugzeug nach Berlin.
  • 7.4.1945 Kommandoübergabe an Dr. Lothar Rendulic in der Nacht zum 8.4.1945 im Hauptquartier in St. Leonhard am Forst in Niederösterreich

Kriegsgefangenschaft und Nachkriegszeit

In Ungarn geriet er im April 1945 in alliierte Kriegsgefangenschaft. Im Nürnberger OKW-Prozeß wurde er am 8. Oktober 1948 zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Januar 1951 (nach anderen Quellen im Herbst 1950) wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen. Wöhler war in Burgwedel über lange Jahre im Rat vertreten, war Vorsitzender des Forstverbandes Fuhrberg, im Verwaltungsrat der Pestalozzi-Stiftung und als Schirmherr vieler Vereine aktiv.

  • 30.12.1947 bis 28.10.1948 Angeklagter im sogenannten OKW-Prozeß (Fall Nr. 12 „United States of America vs. Wilhelm von Leeb et al.“) mit Anklageschrift vom 28.11.1947 wegen „Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“
  • 5.2.1948 Verhandlungsbeginn
  • 28.10.1948 im OKW-Prozeß zu acht Jahren Gefängnis verurteilt
  • 6.11.1950 entlassen

Tod

Grabstätte der Familie Wöhler; Quelle: WW2 Gravestone

General der Infanterie a. D. Otto Wöhler verstarb 1987 in seiner Heimatstadt. An seiner Seite ruht seine Gemahlin Gertrud, geb. Zinn, die 2005 verstarb. Sein einziger Sohn Gert (Lebensrune.png 8. September 1926) ist am 12. Dezember 1944 als Seekadett der Kriegsmarine im finnischen Meerbusen gefallen beim Untergang von Z 35 und Z 36 (insgesamt fielen an diesem Tag 630 Besatzungsangehörige der 6. Z-Flottille). Gert wird auf einem Grabstein zum Gedächtnis geführt.

Nach seinem Tod hinterließ Wöhler einen Teil seines Vermögens einer nach ihm benannten sozialen Stiftung, die aus den Vermögenserträgen u. a. Bedürftige unterstützt. Auch der schriftliche Nachlaß inklusive einer Autobiographie Wöhlers befindet sich im Besitz der General-Wöhler-Stiftung.

Familie

Otto war der Sohn des Gutsbesitzers und Bürgermeisters Heinrich Wöhler und der früh verstorebenen Emma, geb. Henke (Todesrune.png 13. Januar 1895). Heinrich heiratete ein zweites Mal, Ottos Stiefmutter wurde Emilie Rühlmann (1865–1936). Sie wohnten in der nach seinem Vater benannten Heinrich-Wöhler-Straße in Großburgwedel, wo sich heute das Museum Heimatstube Großburgwedel befindet.

Ehen

Am 17. Juli 1920 heiretet Oberleutnant Wöhler seine Verlobte Hilde Miltner. Aus der Ehe ist Sohn Gert (Lebensrune.png 8. September 1926) entsprossen, der am 12. Dezember 1944 fiel, als sein Schiff im finnischen Meerbusen unterging. 1947, noch während der Kriegsgefangenschaft, heiratete er ein zweites Mal (ggf. war Hilde verstorben), Gertrud Zinn (1902–2005) wurde seine Ehefrau.

Gert Wöhler

Er war seit Juli 1944, nach der Grundausbildung in Stralsund, an Bord des Zerstörers Z 35, der in Gotenhafen stationiert war, an Bord wurde er am 1. Oktober 1944 zum Seekadetten ernannt. Die letzte Unternehmung der 6. Zerstörer–Flottille unter dem Kommando von Kapitän zur See Friedrich Kothe, wurde von Pillau aus gestartet. Es sollte eine Minensperre erweitert werden, um den Finnischen Meerbusen ganz abzusperren. Im April 1944 waren schon 2/3 der Minensperre gelegt worden, jetzt sollte das letzte Drittel die Gesamtsperre nach Süden hin vervollständigen. Der gesamte Schiffsverband hatte in Pillau Minen übernommen, die auf der Back in Reihe standen. Die Zerstörer waren mit Gleitschienen auf dem Achterdeck für das Minenlegen ausgestattet. In Kiellinie fahrend, bestand der Verband aus zwei Torpedobooten und drei Zerstörern in der Reihenfolge: T 23, T 28, Z 43, Z 35 und Z 36. Die Zerstörer Z 35 und Z 36 hatten eine Verdrängung von 3.500 t und ca. 330 Mann Besatzung, wovon die Seekadettencrew die letzte Fahrt machte, weil die Abkommandierung zur Marineschule Mürwik (MSM) in Flensburg-Mürwik bereits feststand. Die neue Seekadettencrew war bereits an Bord und machte die erste Feindfahrt. Auf Z 35 war der Flottillenführer, Kapitän zur See Friedrich Kothe. Der Wind blies mit Stärke 6 aus SW, das Wasser eine hatte Temperatur von etwa 6 °C. Aus zwei Peilungen, die der Steuermann von T 23 mit dem Leuchtfeuer Parkerort um 00.54 Uhr und ein zweites Mal um 01.30 Uhr nimmt, errechnet er den Standort, der ihm zeigt, daß der Schiffsverband sich auf einer 9 SM zu weit nördlichen Position befindet. Das meldet er dem Verband, daraufhin drehen die beiden Torpedoboote und Z 43 kurz vor der Minensperre bei, Z 35 und Z 36 jedoch rauschen mit voller Fahrt in das Minenfeld und versinken nach je zwei Minentreffern. Die Flottille hatte sich um fast genau 9 Seemeilen zu weit nördlich verfahren und war in eine eigene Minensperre gefahren, die im April 1944 von einem Zerstörerverband, zu dem auch Z 35 gehörte, gelegt worden war. Von den fast 660 Seeleuten konnten sich 67 Mann auf Flößen retten und kamen in Kriegsgefangenschaft. 183 gefallene Seeleute werden bei dem herrschenden Südwestwind an die finnische Küste getrieben und dort zunächst auf der Insel Fagerö beigesetzt. Der Rest der Besatzung wurde als vermißt gemeldet. Heinz Stein von Z 36 berichtete:

„Am 12 Dezember, etwa 20 Minuten nach Mitternacht, lief Z 35 auf eine Mine im Finnischen Meerbusen, etwa halbwegs zwischen Reval und Helsingfors. Nur wenige Minuten Später erhielt auch Z 36 einen Treffer. In beiden Fällen waren die Treffer achtern etwa in Höhe des hinteren Geschützes. Die Wirkung war auf Z 36 erheblich stärker, da bei diesem Schiff auch die Munition der achteren Munitionskammer explodierte. Im Übrigen fielen die zum Wurf bereitgestellten Minen aus ihren Lagerungen und verursachten dadurch Verletzungen und teilweise Knochenbrüche. In kurzen Abständen erhielten beide Schiffe je einen weiteren Treffer, und zwar Z 35 beim achteren Rohrsatz, also gleich hinter dem letzten Schornstein und Z36 etwa zwischen den beiden Schornsteinen. Scheinbar sind auch in beiden Schiffen die Kessel hoch gegangen. Auf Z 35 kam auch die Flakmunition des 3,7 – Stands zur Explosion. Als Folge dieses zweiten Treffers ging Z 36 sofort unter, während Z 35 noch eine Zeitlang geschwommen, bzw. sichtbar gewesen ist. Jedenfalls gelang es Z 35 den Kutter zu Wasser zu bringen und zu besetzen. Führer war Oberleutnant Büttner. Außerdem sollen der Kommandant und einige weitere Offiziere im Kutter gewesen sein, ferner einige Verwundete. Der Rest der Besatzung und die von Z 36 retteten sich auf Flöße. Die Flöße waren sehr ungleichmäßig beladen, bei Rohwer befanden sich 9 Personen, auf anderen Flößen nur 2–3 Personen. Es sollen sogar leere Flöße getrieben haben. Viele Kameraden schwammen noch im Wasser, weil sie ihre Flöße infolge der Dunkelheit oder Aufregung nicht fanden. In beiden Fällen scheint das Achterschiff schnell gesunken zu sein, während sich die Vorderschiffe steil aufrichteten und dann versanken. Von dem Kutter fehlt bislang jede Nachricht. Die Lage der Leute auf den Flößen war sehr schlecht, sie saßen etwa bis zum Bauch in dem 3–5 Grad warmen Wasser und hatten ständig damit zu tun, in der kabbeligen See das Kentern zu verhüten, bzw. mußten wieder hinaufklettern. Anfangs hörten sie die Kameraden im Wasser noch rufen, bzw. sahen Signale von anderen Flößen, aber die Fühlung ging bald verloren. Teilweise hatten sie die Flöße zusammengebunden. Schon in der Nacht starben die ersten Kameraden auf den Flößen trotz aller Versuche, ihnen mit dem Notproviant zu helfen. Als Todesursache ist wohl Erfrieren anzunehmen. Bei einigen kam noch hinzu, daß sie Öl geschluckt hatten, sie schliefen ein, um nicht wieder zu erwachen. Das Floß Rötzheim kam bereits nachmittags an Land, Kapitänleutnant Rohwer landete im Laufe der Nacht, Stein ist scheinbar erst am anderen Tage ohne Besinnung aufgefunden worden. Leider ist ein Teil der Kameraden noch bei dem Versuch auf die glatten Seiten hinauf zu kommen umgekommen, wahrscheinlich waren sie schon zu sehr geschwächt und das Weitere hat die Kälte und der Wellenschlag gemacht. Die finnischen Bauern und Fischer haben die Geretteten sehr freundlich aufgenommen, sie mit Verpflegung und Kleidung versorgt und ins Bett gesteckt. Später wurden sie nach Helsingfors geschafft und den Russen übergeben, welche sie nach Reval schafften. Es sollen 45 Mann von Z 35 und 22 Mann von Z 36 gewesen sein. Von Reval kam ein Teil ins Lazarett, der Rest wurde auf verschieden Lager verteilt. Es scheint, als wenn die meisten in Estland verblieben sind. Nur Weinmann und Muth sollen in die Gegend von Moskau gebracht worden sein.“[3]

Auszeichnungen (Auszug)

Beförderungen

Fußnoten

  1. Wöhler, Otto, Lexikon der Wehrmacht
  2. General Otto Wöhler, Axis History Forum
  3. Heinz Dröge – Tod auf Z 35
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Hrsg.: Reichswehrministerium, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1930, S.140
  5. 5,0 5,1 Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S.793