Frank, Walter

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Walter Frank (* 12. Februar 1905 in Fürth, † 9. Mai 1945 in Brunsrode bei Braunschweig) war deutscher Historiker und Präsident des Reichsinstituts für Geschichte des Neuen Deutschlands.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

[Bearbeiten] Familie

Walter Frank ist am 12. Februar 1905 in Fürth in Bayern geboren und in Nürnberg aufgewachsen. Die Familie Frank ist, wie der Name sagt, fränkischer Herkunft. Walter Franks Urgroßvater war Maurergeselle in Ansbach: der Großvater begann ebenfalls als Maurergeselle und wurde Baumeister in Neu-Ulm; sein Sohn Albert Frank starb 1933 als Ministerialrat im Bayerischen Innenministerium, Die mütterliche Familie führt in das schwäbische Bayern zwischen Dilingen und Augsburg zurück. Beide Eltern waren protestantischer Konfession.

[Bearbeiten] Ausbildung

Walter Frank besuchte das Humanistische Gymnasium in München und dann in Nürnberg und absolvierte 1923 am Melanchthon- Gymnasium in Nürnberg. In München hat er 1919 als Schüler die Räterepublik erlebt und gleichzeitig Houston Stewart Chamberlains „Grundlagen des 19. Jahrhunderts“ gelesen.

In Nürnberg leitete sein Vater von 1921-1923 den Deutschnationalen Jugendbund, dessen Vizepräsident er neben Admiral von Trotha eine Zeitlang war. Auf der Amberger Tagung dieses Bundes, zu Osten 1922, lernte Walter Fran zum ersten Male den Ehrenvorsitzenden des Bundes, General Ludendorff, kennen zu dem er später in persönliche Beziehung trat. In den Nürnberger Massenversammlungen Julius Streichers lernte Frank die Judenfrage und den Kampf gegen die Juden praktisch kennen. In den Nürnberg hat er Anfang Januar 1923 auch zum ersten Male Adolf Hitlers sprechen hören. Im Mai 1923 wieder nach München übersiedelt, studierte Frank bei Karl Alexander von Müller an der Universität München, die Geschichte (bei einem Studiensemester im Berlin Winter 1925/1926 trat er auch Erich Marcks näher). Im München erlebte er im November 1923 die Tragödie der Feldherrnhalle. Unter dem Eindruck der nationalsozialistischen Bewegung wählte er sich 1924 als Thema seiner ersten wissenschaftlichen Arbeit die „Berliner Bewegung“ des Hofpredigers und Volkstribunen Adolf Stoecker. Im Februar 1927 promovierte er mit dieser Arbeit bei Karl Alexander von Müller zum Doktor.

Ebenfalls unter dem Erlebnis Ludendorffs und Hitlers wählte er für seine weiteren Studien die Geschichte der französischen Nationalismus zwischen 1871 und 1914. In den Jahren 1928-1930 arbeitete Frank in Paris, 1930-1933 in Berlin an dem Werk, das im Februar 1933 unter dem Titel „Nationalismus und Demokratie in Frankreich der dritten Republik“ erschien.

[Bearbeiten] Drittes Reich

In den gleichen Jahren war Frank Mitarbeiter des von Dr. Stapel herausgegebenen „Deutschen Volkstums“ in Hamburg sowie Mitarbeiter der nationalsozialistischen Presse, vor allem auch führender Mitarbeiter des ersten Hochschulorgans der NSDAP, des „Akademischen Beobachters“, in dem er zwischen 1929 und 1932 in großen Aufsätzen sein Bekenntnis zum Führer Adolf Hitler ablegte. Franks wichtigsten Aufsätze aus der Kampfzeit sind 1938 unter dem Titel „Geist und Macht“ gedruckt worden. Im Jahre 1934 veröffentlichte Frank auf Grund der Akten und Tagebücher des Reichsstatthalters in Bayern die politische Biografie „Franz Ritter von Epp. Der Weg eines deutschen Soldaten“, der im selben Jahre eine Studie „Zur Geschichte des Nationalsozialismus“ folgte. Zum Hundertsten Geburtstag Heinrich von Treitschkes entwickelte Frank in der Rede „Kämpfende Wissenschaft“ seine grundsätzliche Auffassung von der Aufgabe der Geschichtsschreibung. Im Sommer 1935 wurde er zum Professor und zum Präsidenten des „Reichsinstituts für Geschichte des Neuen Deutschlands“ ernannt. In seinen Reden „Zukunft und Nation“ (1935), „Deutsche Wissenschaft und Judenfrage“ (1936), und „Historie und Leben“ (1937) hat Frank Arbeits- und Wirkungskreis dieser wissenschaftlichen Gemeinschaft bestimmt. Ferner veröffentliche er „Apostata. Maximilian Harden und das wilhelminische Deutschland“ (1938) und „Christoph Steding, ein Lebensbild“ (1938).

Franks geistiges Pogramm mag man in den Worten ausgedrückt finden, die er im Jahre 1931 im Berliner !“Angriff“ schrieb:

„Die Möglichkeit ist heute wieder gegeben, die alte deutsche Kluft zwischen Geist und Macht zum Schließen zu bringen – und sollte auch, wie in der römischen Sage, vorher mancher Tapfere in den Abgrund springen müssen. Geist ist Macht, und wer das nicht erkennt, ist ein schlechter Machtpolitiker. Macht und Politik geben dem Geiste Flügel, und war es nicht empfindet, der möge ersticken hinter verschlossenen Fenstern!“

Franks letzte Publikationen blieben großteils unbeachtet, nur die Zeitschrift Forschungen zur Judenfrage, die er seit 1937 jährlich herausgegeben hatte, betrieb er noch bis 1944 weiter. Sein großes Ziel war es, eine Gesamtausgabe und eine Biografie des Kolonialpioniers und Kolonialideologen Carl Peters zu veröffentlichen, da er in ihm einen direkten geistigen Vorläufer des Nationalsozialismus sah. Die Publikation kam aber nicht über die ersten drei Bände der Werkausgabe hinaus.

Am 9. Mai 1945 beging Walter Frank Suizid, den er damit begründete, dass nach dem Tod Adolf Hitlers die Welt für ihn sinnlos geworden sei.

[Bearbeiten] Werke

  • Nationalismus und Demokratie in Frankreich der dritten Republik (1933)
  • Händler und Soldaten (1933)
  • Franz Ritter von Epp. Der Weg eines deutschen Soldaten (1934)
  • Zur Geschichte des Nationalsozialismus (1934)
  • Zukunft und Nation (1935)
  • Deutsche Wissenschaft und Judenfrage (1936)
  • Historie und Leben (1937)
  • Geist und Macht (1938)
  • Apostata. Maximilian Harden und das wilhelminische Deutschland (1938)
  • Christoph Steding, ein Lebensbild (1938).

[Bearbeiten] Verweise

Walter Frank

Persönliche Werkzeuge