Nowotny, Walter

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Walter „Nowi“ Nowotny.jpg

Walter „Nowi“ Nowotny (Lebensrune.png 7. Dezember 1920 in Gmünd, Waldviertel, Republik Österreich; Todesrune.png gefallen 8. November 1944 in Epe, Großdeutsches Reich) war ein deutscher Offizier der Wehrmacht, zuletzt Major und Jagdflieger der Luftwaffe sowie Brillantenträger im Zweiten Weltkrieg. Das Flieger-As errang mit der Bf 109, der Fw 190 und der Me 262 258 bestätigte (sowie 23+ weitere unbestätigte) Luftsiege bei 443 (ggf. bis 450) Feindflügen. Zweimal gelangen ihm zehn Abschüsse an einem einzigen Tag. Walter Nowotny ist damit der fünfterfolgreichste Jagdflieger der Militärgeschichte. Ohne das 1943 verhängte Feindflugverbot hätte er zweifelsfrei noch wesentlich mehr Luftsiege errungen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Walter Nowotny vom Jagdgeschwader 54: Er war der erste Jagdflieger, der die Zahl von 250 Luftsiegen erreichte.

Jugend

Die Gebrüder Nowotny waren drei an der Zahl: Hubert, Rudolf und Walter – der Jüngste. Sie kamen im Waldviertel/Niederösterreich, einer der ärmsten Gegenden Österreichs, als Söhne eines Eisenbahnbeamten zur Welt.[1] Die Niederlage des Ersten Weltkrieges wirkte sich in dieser Stadt grotesk aus. Die Grenze zwischen dem neuen Kunststaat Tschechoslowakei und Österreich verlief durch die Stadt Gmünd.

Der Vater – ein deutschnationaler Mann – und einer der ersten Nationalsozialisten in Gmünd, optierte für Österreich und mußte deswegen in den deutschen Teil der Stadt umsiedeln. Die Schule verblieb im tschechischen Teil der Stadt. Die älteren Buben mußten sich dadurch im Nationalitätenkampf immer wieder ihrer Haut erwehren. Der Vater wurde 1925 dienstlich nach Schwarzenau versetzt, so konnte der kleine Walter die Volksschule ohne Volkstumskampf besuchen. In dieser Zeit entdeckte der Vater bei Walter dessen musisches Talent und beschloß, ihn 1930 zu den Sängerknaben in das Zisterzienserstift von Zwettl zu geben.

Anfangs der 1930er Jahre erwachte Walters technisches Interesse und schon bald war keine Steckdose und kein Motor vor ihm sicher. Die Sängerknabenkarriere wurde beendet, Walter Nowotny besuchte die Oberrealschule in Waidhofen. Nach 1935 wurde der Vater nach Mistelbach versetzt und Walter lernte nun an der Oberschule in Laa an der Thaya. Er war kein Musterschüler und blieb durch seine Streiche in bleibender Erinnerung, seine schulischen Leistungen waren jedoch zufriedenstellend. Nowotny selbst legte mit seinen Mitgliedschaften bei der pennalen Burschenschaft Vandalia zu Laa und später bei der Tafelrunde Deutscher Studenten Wartburg zu Mistelbach – zweier schlagender Schüler- bzw. Studentenverbindungen – ein frühes Bekenntnis zum deutschen Volkstum ab. Nach deren Auflösung 1938 war er Mitglied bei der örtlichen Hitler Jugend, dann Führer eines Stammes im HJ-Bann Mistelbach.

1936 richteten sich die Augen der Welt auf die Olympischen Spiele in Berlin. Auch Walter Nowotny, den leidenschaftlichen Sportsmann und Fußballer, zog es zu dieser einzigartigen sportlichen Großveranstaltung. Er verfügte weder über einen Reisepaß noch hatte er ausreichend Geld, trotzdem schwang er sich auf sein Fahrrad und fuhr über die Tschechei nach Berlin. Zwei Wochen später kehrte er restlos begeistert von seinem Erlebnis auf demselben Weg zurück. Aus Berlin brachte er sein Interesse für die Leichtathletik mit und begann sofort, mit Unterstützung eines Lehrers, zu trainieren. Er konnte auch einige Erfolge vorweisen, so zum Beispiel den ersten Platz im Speerwerfen anläßlich einer Gebietsmeisterschaft, den dritten Platz im 1.000-Meter-Lauf, den zweiten Platz beim Schwimmen über 300 m sowie weitere Erfolge mit den HJ-Leichtathletikstaffeln. Im Mai 1939 schloß Walter Nowotny die Schule ab.[2]

Flieger-As Walter „Nowi“ Nowotny.png

Karriere

Focke Wulf Fw 190 A-4 von Walter Nowotny, 1./JG 54, Ostfront, Frühling 1943
Feindflug 1943

Inzwischen hatte sich der alte Traum vieler Deutschösterreicher erfüllt und Österreich trat als Ostmark dem Deutschen Reich bei. Walter Nowotny leistete jetzt sein halbes Jahr Arbeitsdienstpflicht ab. Er wurde mit dem RAD in der Thayagegend bei Entwässerungsarbeiten eingesetzt. Walter empfand den gewiß anstrengenden Dienst nicht als Qual, vielmehr fand er rasch Freunde und hatte Vergnügen im Dienst. Die Entwässerungsarbeiten mußten kriegsbedingt eingestellt werden und Walters halbjährige Arbeitsdienstpflicht näherte sich dem Ende. Am 1. Mai 1938 war er der NSDAP beigetreten (NSDAP-Nummer: 6.382.781).

Schon in der Oberschule hatte sich Walter Nowotny freiwillig zur neuen Luftwaffe gemeldet, obwohl er nicht schwindelfrei war. So berichtete der ältere Bruder von einem Beinahe-Bergunfall anläßlich einer Wanderung, weil Walter nicht schwindelfrei war. Walter entgegnete, fliegen sei wie Motorradfahren, nur ohne Bäume und Straßen.

Zweiter Weltkrieg

Die damalige afrikanische Republik Äquatorial-Guinea ehrte überragende deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges auf Briefmarken – hier aus der Serie „Helden der Lüfte“ die Postwertzeichen für die Fliegerasse Walter Nowotny (oben) und Adolf Galland.
Hauptmann Walter Nowotny

Schon am 1. Oktober 1939 wurde Walter Nowotny in das schlesische Breslau einberufen. Walters erste Station seiner militärischen Karriere war in Breslau-Schöngarten, nur unweit der Stelle, an der Werner Mölders seinen tödlichen Flugunfall hatte. Walter Nowotny durfte nicht sofort fliegen, sondern mußte zuerst eine dreimonatige Infanterieausbildung über sich ergehen lassen. Diese Ausbildung sorgte für Walters späteres Verständnis für die Nöte und Sorgen sowie die Leistungen der Landser.

Am 1. März 1940 wurde Walter Nowotny zum Fahnenjunker-Gefreiten befördert, in dieser Zeit fand dessen erster Alleinflug statt, es folgte die Beförderung zum Fahnenjunker-Unteroffizier. Damals war Walter fest entschlossen, Bombenflieger bei den Stukas zu werden und erhoffte sich eine Versetzung nach Graz-Thalerhof. „Der Unteroffizier denkt und Göring lenkt“ schrieb er damals und war entsprechend wenig begeistert über seine Versetzung nach Schwechat zur Jagdfliegerausbildung. Ab dem 1. Juli 1940 war Walter Nowotny in Schwechat und wurde gleichzeitig zum Fähnrich befördert. Einer seiner Fluglehrer war der bekannte Jagd- und Kunstflieger Hauptmann Julius Arigi aus dem Ersten Weltkrieg. Walter überwand seine Abneigung gegenüber der Jagdfliegerei und gehörte bald zu den fähigsten Piloten. Am 15. November 1940 wurde Nowotny zur 1. Erg. Jagdgruppe Merseburg versetzt. Dort flog er seine ersten Einsätze zum Schutz der Leuna-Werke, welche unter anderem mit der Stickstofferzeugung befaßt waren. Angreifer blieben damals noch aus.

Am 1. Dezember 1940 wurde er zur Ersatzstaffel des Jagdgeschwaders 54 „Grünherz“ versetzt. Sowohl der Frankreichfeldzug wie auch der Polenfeldzug waren siegreich beendet und Nowotny bedauerte nicht, zum Einsatz gekommen zu sein.

Am 23. Februar 1941 wurde Nowotny zu einem aktiven Kampfverband versetzt, und zwar zur 9. Staffel der 3. Gruppe des JG 54.[3]

Walter Nowotny schrieb damals:

Jetzt bin ich endlich beim Frontverband. Bis jetzt war ich bei einer Staffel die den Nachwuchs für den Frontverband stellt. Nun bin ich endlich für frontreif befunden worden und es kann losgehen! Wie mein Kommodore heißt, wollt ihr noch wissen. Das will ich Euch gerne sagen – sobald der Krieg aus ist! Ich glaube, momentan legt er auf Popularität keinen allzu großen Wert. Fliegerisch bekam ich übrigens wie nur noch zwei andere von 40 Mann die Beurteilung ‚Über Durchschnitt’ und soldatisch die besten von allen. Und damit zog ich los und landete bei einer der besten Staffeln, der so genannten Teufelsstaffel...

Am 1. April 1941 folgte die Beförderung zum Leutnant, somit war Walter Nowotny Offizier.

Am 22. Juni 1941 traten Verbände der Wehrmacht und der Waffen-SS im Osten gegen den bolschewistischen Feind an. Wie die modernen Erkenntnisse belegen, war dies ein Präventivschlag; man war dem Gegner gerade noch zuvorgekommen. Bereits am 10. Juli hatte Walter Nowotny seine Feuertaufe, er bekämpfte einen viermotorigen Russenbomber, konnte diesen jedoch nicht abschießen. Nowotnys Staffel wurde nach Windau in Lettland verlegt.

Am 19. Juli 1941 konnte Walter Nowotny mit seiner Messerschmitt Bf 109 E-7 drei Flugzeuge bei einer sogenannten „freien Jagd“ über der Insel Ösel abschießen. Ein kometenhafter Aufstieg begann. Dieser endete jedoch zunächst mit der Notwasserung seiner eigenen Maschine, welche er durch Motorausfall aufgrund feindlicher Kanonentreffer durchführen mußte.

Nowotny trieb drei Tage in einem Notschlauchboot in der Ostsee, entging den Russen, wurde bei Mikulbake angeschwemmt und dort von lettischen Hilfswilligen gefunden und gepflegt. Seine Staffel wollte bereits die Eltern von dem Verlust verständigen. Nach diesem Absturz hatte Walter Nowotny beim Fliegen über dem Meer ein schlechtes Gefühl, konnte dieses jedoch mit dem Abschuß eines Feindbombers in der Nähe seiner Absturzstelle überwinden. Im August 1941 wurde Walter Nowotny das EK 1 für die ersten zehn Abschüsse verliehen. Wegen seiner vielen Tiefangriffe wurde diese Auszeichnung auch scherzhaft „Flurschaden-EK“ genannt. Nowotny erhielt einen Kurzurlaub und machte sich mit einem Auto auf die lange Reise und erlitt dabei einen Autounfall, bei dem er sich das Schlüsselbein brach. Nach nur wenigen Tagen „flüchtete“ er aus dem Krankenrevier und setzte seinen Urlaub fort. Den Eltern gegenüber meinte er, „Für die Behandlung sei Zeit nach dem gewonnenen Krieg“, er behielt eine schiefe Schulter zurück. Sein erster Frontflug nach dem Unfall endete fast tödlich, die Maschine hatte einen Fehler und begann zu brennen. Kurz nach der Notlandung explodierte die Maschine. Wenige Tage später kassierte er einen Kanonentreffer in den Motor, bei der Landung streifte er den Wall einer Flakstellung und überschlug sich. Seine Kameraden benötigten fast 30 Minuten, um ihn aus der Maschine zu befreien.

Er aber sprang aus dem Sanitätswagen, direkt in die nächste Maschine und stieg sofort wieder auf. In dieser Zeit wurde er an der Wolchowfront mit seinem Rottenflieger Karl Schnörrer als das Duo Max und Moritz berühmt. Nowotny nannte Schnörrer allerdings Quax, Schnörrer nannte Nowotny freundschaftlich Nowy. Walter Nowotny brach einen 14tägigen Urlaub schon nach drei Tagen ab, weil er meinte, er könne keinen Urlaub machen, wenn die Kameraden im Dreck liegen. Am 4. September 1941 verlieh der oberste Befehlshaber der Wehrmacht dem Leutnant Walter Nowotny das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Nowotny hatte mittlerweile 56 Luftsiege errungen, davon sieben an einem Tag.

1943 trat die Schlacht um Stalingrad in ihr entscheidendes Stadium, Nowotnys älterer Bruder Hubert fiel in Stalingrad. Walter Nowotny schrieb den Eltern:

„Das wird wohl das letzte Lebenszeichen sein, das wir von ihm bekommen haben. Wir müssen uns damit abfinden, liebe Eltern, besonders Du, liebe Mutter. Denke daran, daß sein Opfer nicht vergeblich war und daß sie allen anderen Soldaten das Rückgrat gestärkt haben. Du darfst nicht traurig sein, Mutter, stolz mußt Du sein auf unseren Hubert. Morgen früh geht's wieder los und ab nun fliege ich nicht mehr allein in meiner Maschine, fliege immer mit unserem guten Hubert! Kopf hoch, liebe Eltern und tragt es mit Würde!“

Im Februar 1943 wurde Nowotny zum Oberleutnant befördert. Er war nun nicht mehr Staffelkapitän, sondern Führer der I. Gruppe der sogenannten Grünherzjägern. Nach dem Fall von Stalingrad wurde die Gruppe oft an andere Abschnitte der Front verlegt. Nowotny war nun ein bekannter Flieger, aber andere hatten mehr Erfolg als er. Sein neuer Gruppenkommandeur Philipp hatte bereits 203 Luftsiege. Am 24. Juni 1943 erzielte Walter Nowotny 10 Abschüsse an einem Tag und hatte somit 124 Abschüsse.[4] Am 21. August 1943 erzielte er den 161. Abschuß und hatte eine neue Dienststellung als Gruppenkommandeur, mit 22½ Jahren als Oberleutnant in einer Majorsdienststellung.

Eichenlaub und Schwerter

Am 1. September 1943 hatte er wieder 10 Luftsiege an einem Tag und damit bereits 183 Abschüsse. Bisher hatte jeder Flieger nach 150 Abschüssen das Eichenlaub verliehen bekommen. Am 5. September war der Bann gebrochen: Walter Nowotny wurde als 293. Soldaten das Eichenlaub verliehen, nur 17 Tage später – als 37. Soldat – sogar die Schwerter. Mitte September war er der erfolgreichste deutsche Jagdflieger mit 218 Abschüssen.

Die Schwerter für einen HJ-Führer (Bericht)

Brillanten

Am 19. Oktober 1943 wurde Walter Nowotny zum Hauptmann befördert. Mit seinem 250. Luftsieg bekam er als 8. Soldat die Brillanten verliehen.

Hauptmann Walter Nowotny im Konstruktionsbüro von Prof. Kurt Tank am 16. Januar 1944

Anläßlich seines 250. Sieges beschloß Walter Nowotny, diesen so richtig zu feiern, er fuhr nach Wilna in die Ria-Bar, dorthin wurde ihm ein Ferngespräch des Führers verbunden, der ihm gratulieren wollte. Inmitten leichtbekleideter Bardamen nahm Nowotny die fernmündlichen Glückwünsche des Oberbefehlshabers entgegen, er bezeichnete dieses Erlebnis später als peinlichsten Augenblick seines Lebens. Für den nächsten Tag wurde er mit seinem Rottenflieger Quax ins Führer-Hauptquartier FHQ befohlen, um die Auszeichnung persönlich entgegenzunehmen. Walter Nowotny konnte das Gerücht, Adolf Hitler hätte endlose Monologe gehalten und sich nie für die Meinung anderer Interessiert, nicht bestätigen. Der Führer erkundigte sich nach Nowotnys Vater, den er in den 1920er Jahren in Gmünd kennengelernt hatte und ließ sich auch über die Probleme des Luftkampfes aufklären.

Am 18. Januar 1944 überreichte der damalige Bürgermeister von Wien – Dipl.-Ing. Blaschke – den Ehrenring der Stadt Wien. Die Widmung lautete:

„Die Stadt Wien widmet ihrem Bürger Hauptmann Walter Nowotny in dankbarer Würdigung seines heldenhaften Einsatzes für Deutschlands Größe den Ehrenring der Stadt Wien.“

Walter Nowotny hatte einen kolossalen Empfang in Wien, immer hatte er ein Ohr für die Jugend und schrieb Widmung auf Widmung. Seine Mutter mußte von ihm selbst angefertigte Autogrammkarten an die Bewunderer versenden, damals bekam Nowotny tausende Briefe.

Im Februar 1944 verabschiedete sich Walter Nowotny von seiner alten Gruppe. Er wurde nach Paux in den französischen Pyrenäen versetzt und war dort der Leiter der Jagdfliegerschule 1. Damals war es üblich, erfolgreiche Soldaten auf den Waffenschulen einzusetzen. Anfang April 1941 wurde er Geschwaderkommodore. Über seine neue Aufgabe schrieb er in einem Brief:

„Ich denke viel an meine braven Soldaten, die ich verlassen mußte; daß meine Jungs an mich denken, gibt mir die Beruhigung für meine neue Aufgabe...
Nie noch ist mir so richtig klar gewesen, wie gerade in diesem meinem neuen Aufgabenbereich, daß wir alles nur für die Zukunft tun. Was schert uns das Heute, was das Gestern, für das Morgen müssen wir leben und kämpfen! Aus Trümmern und Bombentrichtern wird Deutschland neu erstehen, alle häßlichen Wunden, die das Gestern und Heute unserm Vaterland geschlagen hat, werden wieder vernarben. Ich denke viel, seit ich hier unten und oft allein mit mir bin. Ihr wißt daß ich kein Phantast bin. Das Nachdenken bringt was ein. Ich bin doch noch so jung und froh, daß ich die Anlage und die Gelegenheit habe, an mir zu arbeiten, nicht nur mit meinen Schülern..“

Walter Nowotny flog testweise den neuen Strahlenjäger Messerschmitt Me 262 und war sofort restlos begeistert.[5] Nach der Landung der Alliierten in der Normandie wurde die Schule in die Gegend von München verlegt. Erst im September 1944 bekam Nowotny einen neuen Auftrag: die Erprobung der Me 262. Am 1. September 1944 wurde Nowotny zum Major befördert, er war erst 24 Jahre alt. Im Raum Osnabrück kam es im Rahmen der Reichsluftverteidigung zu den ersten Einsätzen gegen die feindlichen Bomberströme, ab dem 25. September war Nowotny der Chef des nach ihm benannten Kommandos Nowotny.[6] Er betrieb die Umschulung von Flugzeugführern von der Focke-Wulf FW 190 auf die neue Me 262. Doch die Maschine war technisch nicht ausgereift und es kam zu Unfällen, außerdem war kaum noch Treibstoff vorhanden.

Fliegertod

Letzter Start – letzter Luftsieg

Am 7. November 1944 machte ein Generaloberst Walter Nowotny den Vorwurf, die alten Flieger seien feige geworden, die Jungen sollten fliegen. Walter versuchte, den Vorwurf zu entkräften, er war der Meinung, die Übermacht der Gegner sei zu groß, um jungen Flugzeugführer die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen zu sammeln. Er hielt es für richtig, die Erfahrungen der Alten an die Jungen weiterzugeben, um dann mit der Me 262 ins Geschehen einzugreifen.

Am 8. November mehrten sich die schlechten Nachrichten im Gefechtsbereich des Reichsluftverteidigungsabschnittes. Major Nowotny zögerte nicht und bestieg eine Me 262, zweimal noch blieb er Sieger über Achmer, dann begannen die Triebwerke zu brennen, er rief „Oh mein Gott, ich brenne“. Er versuchte noch auszusteigen, verfing sich aber mit dem Fallschirm am Flugzeug. Nur die linke Hand und Teile der Auszeichnungen konnten geborgen werden.[7]

Der für die Alliierten fliegende höchstausgezeichnete französische „Ritter der Lüfte“ mit 33 Abschüssen, Pierre Clostermann, schrieb zum Ableben Nowotnys:

„Er hat die Ehre der deutschen Nation über alle Himmel Europas getragen“ und in seinem Buch „Die große Arena“ schrieb er: „Walter Nowotny ist gefallen [...] Sein Name fällt an diesem Abend oft im Gespräch in der Messe. Wir sprechen von ihm ohne Groll und Haß. Jeder ruft in einem Ton der Achtung, ja beinahe der Zuneigung, die Erinnerung wieder herauf, die ihn mit ihm verbindet. Es ist das erste Mal, daß ich diesen Ton in der RAF vernehme; zum ersten mal auch erlebe ich, wie sich eine merkwürdige Solidarität zwischen allen Jägern offen Ausdruck gibt, eine Verbundenheit jenseits der einzelnen Tragödien und jenseits aller Vorurteile ... Wir grüßen heute einen tapferen Feind, den das Schicksal ereilt hat, erklären Nowotny zu einem der Unseren, der teil hatte an unserer Welt, in der weder Ideologien noch Haß, noch Grenzen zählen. Diese Kameradschaft hat nichts zu tun mit Patriotismus, Demokratie, Nationalsozialismus oder dem Gedanken an die Menschheit. Alle spüren das heute instinktiv. Die die Achseln zucken, können es nicht verstehen – sie sind keine Jagdflieger. [...] Schade, daß dieser Typ nicht unsere Uniform trug. Er wäre ein feiner Kerl gewesen.“

Adolf Galland zum letzten Feindflug Nowotnys

In einem Gespräch mit der Zeitschrift „WW2 Magazine“ sprach Adolf Galland über den Tod Nowotnys:

WW2: „Wie kamen Sie dazu, Walter Nowotny als Kommodore der ersten Strahlenjägerstaffel der Geschichte auszuwählen?“

Adolf Galland: „Ich habe nach dem richtigen Pilotentypus gesucht, jemand, der draufgängerisch und erfolgreich ist, jemand, der aufgrund von Veranlagung und Courage führen kann, Walter Nowotny hatte alle diese Eigenschaften. Das Flugzeug wurde bei Achmer und anderen Orten von einigen Piloten getestet. Nachdem Walter seine Zeit als Ausbilder an der Jagdfliegerschule in Frankreich beendet hatte, übernahm er die Strahlenjäger. Wir wollten Hitler überzeugen, daß das Flugzeug ein Jagdflugzeug ist und Resultate zeigen. Die Einheit wurde dann im Juli 1944 als Kommando Nowotny bekannt.“

WW2: „Was waren die Resultate?“

Adolf Galland: „Die Resultate waren gut. Sie haben einige Bomber abgeschossen, die Verluste hielten sich in Grenzen, solange konventionelle Flugzeuge die Starts und Landungen sicherten. Amerikanische Jäger kreisten über dem Flugfeld, um die Me 262 im schwachen Moment zu erwischen.“

WW2: „Was brachte Sie an diesem 8. November nach Achmer?“

Adolf Galland: „Ich kam am 7. November an um eine Inspektion durchzuführen und einen Bericht zu schreiben. Am nächsten Tag wurden B-17 Bomber gemeldet die unseres Weges kamen. Ungefähr 6 unserer Jäger stiegen auf um die Bomber abzufangen. Die Fw 190 D warteten auf dem Rollfeld um die landenden Jäger zu beschützen und den Feind zu beschäftigen. Ich selbst befand mich im Kommandostab, indem wir den Funkverkehr mithörten. Mehrere Bomber wurden abgeschossen, Nowotny meldete sich über Funk er würde gleich ankommen. Der Staffelführer am Boden Hans Dortenmann fragt um Erlaubnis aufsteigen zu dürfen um zu helfen. Aber Nowotny sagte nein, er sollte warten. Die Flak begann die Mustangs zu beschießen und unsere Jäger erschienen. Eine Me 262 war abgeschossen und Nowotny meldete einen Triebwerksbrand. Er flog nur mehr auf dem rechten Triebwerk und trudelte. Ich ging vor die Tür seine Landung zu sehen als plötzlich eine Mustang erschien. Ich hörte das Geräusch eines Strahlentriebwerks, und wir sahen Walters Maschine trudelnd abstürzen. Eine Explosion war zu hören und ein paar schwarze Rauchwolken waren hinter den Bäumen zu sehen. Wir sprangen in ein Auto und fuhren zum Wrack, alles was wir finden konnten war die linke Hand und Teile der Diamanten.“

Das Grab Walter Nowotnys auf dem Wiener Zentralfriedhof

Ehrung

Linksextremismus in der Republik Österreich: Eine der zahlreichen Grabschändungen von Walter Nowotnys Ruhestätte
Gedenkstätte für Walter „Nowi“ Nowotny, Februar 2016

Am 15. November 1944 fand ein feierlicher Staatsakt im Zeremoniensaal der Wiener Hofburg statt. Viele der Ritterkreuzträger der Luftwaffe, von denen zwei auch mit dem Eichenlaub ausgezeichnet worden waren, hielten die Ehrenwache. Das Ordenskissen zierte die höchste deutsche Tapferkeitsauszeichnung, die Walter Nowotny durch Siege in vielen Luftkämpfen nach der Vernichtung von 258 feindlichen Flugzeugen tragen durfte.

Nach dem Trauermarsch aus der „Götterdämmerung“ hielt der Vertreter Adolf Hitlers, Generaloberst Otto Deßloch, die Gedenkrede, in der er unter anderem ausführte:

„Mit dem Heldentod hat Walter Nowotny sein Leben abgeschlossen. Er steht vor uns als Beispiel und Vorbild höchsten fliegerischen Einsatzes und größter soldatische Tapferkeit.
Er wird leuchtend weiterleben, solange es deutsche Soldaten gibt. Solange aus unseren Müttern, aus unserer Jugend, aus unserem Volke solche Männer erwachsen, brauchen wir uns um die Zukunft unseres Volkes nicht zu bangen.
Der eine – Walter Nowotny – war Sieger über 250 feindliche Fliegern. Aus seinem Tode erwachsen hundert, tausend und mehr Rächer, neue Fliegerhelden, die fanatisch sein Werk vollenden werden bis zum großen Endsieg. Mit Recht können wir sagen, daß Nowotny der neue Typ des jungen deutschen nationalsozialistischen Offiziers ist, der aus der Hitlerjugend hervorgegangen, in der Luftwaffe zum größten Kämpfer geworden ist. In der Person Nowotny verkörpert sich die Größe dieser Deutschen Jugend, die schon im Nationalsozialsozialismus aufgewachsen ist. Er kam in die gute Schule des Meisterfliegers Galland. Hier wurde er vertraut mit dem kämpferischen Einsatz des Jagdflieger, hier gewann er seine Kampffreudigkeit, hier sammelte der junge Nowotny seine ersten Erfahrungen. Walter Nowotny wurde bald der erfolgreichste Jäger. Der Führer erwies ihm die höchste Ehrung dadurch, daß er dem inzwischen Hauptmann gewordenen als achten Soldaten nach seinem 250. Luftsieg das Eichenlaub mit Schwertern und brillanten des eisernen Kreuzes verlieh. Voll Bewunderung schaut das ganze deutsche Volk auf seinem Nowotny. Wir nehmen Abschied von dir – das ganze deutsche Volk! Der Führer und der Reichsmarschall grüßen dich zum letzten Mal, lieber Kamerad Walter Nowotny. Du bist als Nationalsozialist und Offizier unberührt deinen Weg gegangen, einen bedingungsloser fanatischer Kämpfer, erfüllt von dem Willen um den Endsieg. Du warst getreu bis in den Tod!“

Nach dem Staatsakt, unter den Klängen von Beethovens „Eroica“ wurde der Sarg von sechs Flugzeugführern getragen und auf einer motorisierten Lafette durch das Heldentor und die Ringstraße zum Zentralfriedhof überführt. Überall auf den Straßen grüßte die Bevölkerung stumm und ergriffen den Kondukt mit erhobener Hand. Die letzte Ruhestätte war in der Reihe der Ehrengräber der Stadt Wien auf dem Zentralfriedhof vorbereitet. Reichsjugendleiter Baldur von Schirach nahm darauf von Walter Nowotny Abschied und grüßte ihn noch einmal im Namen der NSDAP, des Reichsgaues Wien und vor allem im Namen seiner HJ-Kameraden.

Auf der Höhe des Ruhmes“, so sagte von Schirach „bliebst du schlicht um gerade ein Ritter ohne Furcht und Tadel, ein wahrhaft nationalsozialistischer Volksoffizier.

Als militärischer Vorgesetzter und Kamerad würdigte Oberst Hannes Trautloft den jungen draufgängerischen Kämpfer und überbrachte die letzten Grüße seines Waffengenerals Adolf Galland sowie der deutschen Jagdflieger und seines alten Geschwaders (JG 54).

„Nowotny war der beste Jagdflieger, den Deutschland je hatte! Obwohl er erst 24 Jahre alt war, brachte er eine besondere Eignung für höhere Kommandos mit. Ich glaube, er war in jeder Beziehung ein außergewöhnlicher Mann.“ — Adolf Galland

Unter den Klängen des „Liedes vom guten Kameraden“ hallten die drei Gewehr-Ehrensalven. Während sich der Sarg in das Grab senkte, wurden zahlreiche Kränze mit Stummgruß niedergelegt, als erste die Kränze von Adolf Hitler und Hermann Göring.

Nach der Beisetzung gab es aufgrund der Kriegswirren keine Zeit, einen Grabstein zu setzen. Nach dem Fall der Stadt Wien ließen die Bolschewisten Kühe auf den Ehrengräbern grasen und Nowotnys Grab war auf einmal das Grab eines unbekannten Soldaten. Sechs Jahre nach der Beerdigung durfte endlich eine Tafel auf dem Grab angebracht werden. In seinem letzten Brief betonte er noch, daß man nicht aufgeben dürfe, sondern durchhalten müsse:

„Ein Hundsfott, der jetzt die Flinte ins Korn werfen will! Es gibt nur noch eines: Bestehen und die Treue halten, mag kommen, was da will!“

Im Jahre 1958 konnte – durch Spenden bezahlt – der heutige Grabstein gesetzt werden. An der Enthüllung nahmen 1.200 Personen teil, darunter auch der höchstausgezeichnete Soldat des Zweiten Weltkrieges Hans Ulrich Rudel. Seinen Grabstein ziert ein bekannter Spruch, der an eine Strophe der Edda angelehnt ist:

Ewig ist der Toten Tatenruhm[8]

Nachwirkung

Das Grab Walter Nowotnys befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof (Tor 2, Ehrengräbergruppe 14 C). In den vergangenen Jahren rief unter anderem der Bund freier Jugend (BfJ) zu Gedenkfeiern am Grab Nowotnys auf, um dort „stellvertretend für alle, im heldischen Ringen um des Vaterlandes Ehre und Freiheit, des gefallenen Majors Walter Nowotny zu gedenken und ihm die zustehende Ehre zu erweisen“. Auch die FPÖ-Jugendorganisation Ring Freiheitlicher Jugend Österreich und der Ring Freiheitlicher Studenten organisierten Kranzniederlegungen. Beim Gedenktag am 10. November 2013 in Wien erschienen, laut den Veranstaltern, so viele Teilnehmer wie schon lange nicht. Es wurden die soldatischen Leistungen Nowotnys sowie sein lauterer Charakter hervorgehoben. Man wandte sich zum Teil lautstark (für die Lokation eines Friedhofes und Totengedenkens eher verwunderlich) gegen linke Gruppen und Parteien, die Nowotny verleumden. Dazu sagte der in London geborene jüdische Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderat David Ellensohn:

„Ein Ehrengrab für einen NS-Major, dessen gesamte sogenannte Leistung im Abschießen von alliierten Flugzeugen besteht, ist schlicht und einfach eine Schande.“

Mit den Stimmen von SPÖ und Grünen wurde im Jahr 2003 nach jahrelangen Diskussionen im Wiener Gemeinderat die Aberkennung des Ehrengrabes für Walter Nowotny beschlossen.

Noch im Juli desselben Jahres wurde von dem Wiener Stadtrat Johann Herzog (FPÖ), ORF-Chefredakteur Walter Seledec und Hans-Jörg Jenewein (FPÖ) der „Verein zur Pflege des Grabes von Walter Nowotny“ gegründet. Der Verein organisiert seither alljährlich zu Nowotnys Todestag eine Kranzniederlegung an dessen Grab, an der auch Burschenschafter, Vertreter des Österreichischen Kameradschaftsbundes und andere nationalgesinnte Menschen teilnehmen. Der Obmann des Vereins, Universitäts-Professor Gerhard Pendl, wurde nach einer Rede am 12. November 2006 von der damals zuständigen Ministerin Elisabeth Gehrer als Universitätsrat abberufen, da seine angeblich „unkritische Haltung zum Nationalsozialismus“, die in der Rede zum Ausdruck gekommen sein soll, eine „schwere Pflichtverletzung“ darstelle. Diese skandalöse Handlung in einem vorgeblich demokratischen Staat, der sich selbst auch der „politischen Meinungsfreiheit“ rühmt, wurde vom „Verfassungsgerichtshof“ sogar noch als „korrekt“ bezeichnet.

Im österreichischen Parlament bezeichnete der linksextreme Abgeordnete Steinhauser von den „Grünen“ am 25. April 2013 den Jagdflieger als „Kriegsverbrecher“ mit der Begründung, daß er eben über 250 Luftsiege errungen hat, welches in einem „Angriffskrieg“ geschehen sei, und daß er Mitglied der NSDAP gewesen ist. Gegen diese linke Geschichtsdarstellung wenden Kritiker ein, daß Nowotny vor allem gegen Stalins Sowjetunion kämpfte, in einem Krieg, der nicht einseitig von Deutschland ausging, was inzwischen selbst von russischen Historikern eingestanden wird, und im Kampf gegen alliierte Bomber fiel, also in der Heimatverteidigung. Des weiteren wird die Auffassung, jedes Mitglied der NSDAP (von denen es viele Millionen gab) oder gar jeder deutsche Soldat, der erfolgreich für sein Land kämpfte, sei automatisch ein Kriegsverbrecher, während alliierte Kriegsführende, auch wenn sie eindeutig nach dem damals geltenden Kriegsrecht als Kriegsverbrecher bezeichnet werden müssen, statt dessen als „Befreier“ tituliert werden, zurückgewiesen.

Auszeichnungen (Auszug)

Bürgermeister SS-Oberführer Dipl.-Ing. Hanns Blaschke überreicht Hauptmann Walter Nowotny, der aus dem Gau Niederdonau stammt, den ihm vom Reichsstatthalter Reichsleiter Baldur von Schirach verliehenen Ehrenring der Stadt Wien

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Walter Nowotny kam am 7. Dezember 1920 in Gmünd/Niederösterreich als Sohn eines Eisenbahnbeamten zur Welt.
  2. Nach dem Abitur trat er 1939 in die deutsche Luftwaffe ein.
  3. Im Februar 1941 kam er zur Jagdwaffe.
  4. Nowotnys eigentlicher Aufstieg zum bei Freund und Feind gerühmten Jagdflieger begann im Juni 1943, als er binnen Monatsfrist 43 Luftsiege errang, im August desselben Jahres waren es sogar 49 und am 1. September 1943 zehn an einem Tag.
  5. Am 14. Oktober 1943 stand Nowotny mit 250 Abschüssen an der Spitze aller Jagdflieger; daß er dies in lediglich 442 Feindflügen geschafft hatte, blieb auch später unerreicht. Nicht minder einzigartig, daß ihm die drei höchsten Tapferkeitsauszeichnungen binnen kürzester Frist verliehen wurden: Eichenlaub am 4. September, die Schwerter am 22. September und die Brillanten am 19. Oktober 1943. Auf Führerbefehl übernahm er im Februar 1944 als Kommandeur das Schulgeschwader 101 in Frankreich und wurde Anfang Juli 1944 Führer des Erprobungskommandos für den Düsenjäger Me 262.
  6. Am 26. September 1944 wurde Nowotny Chef des ersten mit Düsenjägern ausgestatteten deutschen Jagdgeschwaders, das sich sofort den westalliierten Bomberflotten entgegenwarf.
  7. Am 8. November 1944 ereilte ihn beim Einsatz gegen feindliche „Vier-mots“ in der Reichsverteidigung das Schicksal. Er stürzte infolge Turbinenversagens seiner Maschine nahe dem niedersächsischen Epe bei Bramsche zu Tode.
  8. Besitz stirbt, Sippen sterben, du stirbst wie sie.
    Eines weiß ich, daß ewig lebt der Toten Tatenruhm
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