Hinz, Werner

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Werner Hinz (1903–1985)

Werner Heinz Alfons Hinz (Lebensrune.png 18. Januar 1903 in Berlin; Todesrune.png 10. Februar 1985 in Hamburg) war ein deutscher Schauspieler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend

Werner Hinz wurde am 18. Januar 1903 als Sohn eines Kaufmanns in Berlin geboren. Nach der Oberrealschule begann er zunächst eine kaufmännische bzw. landwirtschaftliche Lehre, brach aber beide Ausbildungen vorzeitig ab.

Weimarer Repubblik

Werner Hinz als Generalfeldmarschall Erwin Rommel (links) und Til Kiwe als dessen Ordonnanzoffizier Hauptmann Hellmuth Lang[1] an der zukünftigen Invasionsfront in „Der längste Tag“ (1962)

Er entschied sich ab 1920 für eine zweijährige Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule des Deutschen Theaters in Berlin, debütierte dort 1922 als Melchior Gabler in Wedekinds „Frühlings Erwachen“, spielte in den kommenden zwei Jahren jugendliche Liebhaber, Bonvivants, später auch Helden und Charakterrollen. 1924 erhielt er ein einjähriges Engagement in Hamburg; hier lernte Hinz auch seine spätere Frau, die Schauspielerin Ehmi Bessel kennen, mit der er unter anderem gemeinsam in Hebbels „Maria Magdalena“ und später in „Trauer muß Elektra tragen“ auf der Bühne stand. Weitere Theaterstationen wurden in den kommenden Jahren Wilhelmshaven (1925/26), Oldenburg (1926–1928), Zürich (1928/29), Darmstadt (1929/30), Hamburg (1932–1939) und schließlich die Volksbühne in Berlin (1939–1945).

Drittes Reich

Im Berlin der 1930er Jahre wurde Werner Hinz für den Film entdeckt und war erstmals 1935 als junger Kronprinz Frederick in Hans SteinhoffsDer alte und der junge König“ neben Emil Jannings auf der Leinwand zu sehen. Hier gelang dem Filmschauspieler Hinz eindrucksvoll der Balanceakt zwischen emotionsgeladenem Hitzkopf, der sich gegen das Patriarchat seines Vaters Friedrich Wilhelm I. auflehnt, und dem vor Staatsmacht und Staatsraison Resignierenden.

Nach seiner Filmarbeit nahm ihn die Bühne wieder ganz in Anspruch. Er spielte in Hamburg den Narren in „Was ihr wollt“, dann den Modekönig Brummel in Penzoldts „So war Herr Brummel“ und den Posa in der über Hamburg hinaus bekanntgewordenen Neueinstudierung von „Don Carlos“ durch Jürgen Fehling.

1938 war er als Kaplan von Schigorski in Veit Harlans „Jugend“ zu sehen, der Filmadaption des gleichnamigen Bühnenstückes von Max Halbe.

1942 erlangte er in „Schicksal“ mit der Rolle des Bolvary, der die Tochter jenes Mannes liebt, den er hinrichten ließ, große Popularität. Prägnante historische Rollen hatte Hinz beispielsweise als Kronprinz Friedrich Wilhelm in dem von Wolfgang Liebeneiner in Szene gesetzten Historienwerk „Bismarck“ (1940) sowie als Kaiser Wilhelm II. in der Fortsetzung „Die Entlassung“ (1942). In dem in Irland angesiedelten melodramatischen Abenteuer „Der Fuchs von Glenarvon“ (1940) mimte er den Chef einer Sonderbrigade, in dem Drama „Mein Leben für Irland“ (1941) war er der ältere Bruder des Protagonisten Michael O’Brien alias Will Quadflieg. Erneut mit Wolfgang Liebeneiner und als Partner von Hilde Krahl drehte er den Liebesfilm „Großstadtmelodie“ (1943). Seine letzten Arbeiten während des Krieges für den Film waren Robert A. Stemmles eher harmlose Geschichte „Meine Herren Söhne“ (1945) mit der Figur des Gutsbesitzers Kurt Redwitz sowie der Kriminalfilm „Ruf an das Gewissen“ (1945).

Nachkriegszeit

Werner Hinz’ Grab
Berlin, Städt. Friedhof Dahlem
Inschrift des Grabsteins

Nach dem Zweiten Weltkrieg trat Hinz bis 1947 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg auf, anschließend begeisterte er wieder am Deutschen Theater in Berlin – hier verkörperte er wie 1971 am Wiener Burgtheater unter anderem den Schuster Voigt in „Der Hauptmann von Köpenick“ – sowie am Hebbeltheater und am Schloßparktheater.

Nach Kriegsende übernahm Werner Hinz für die DEFA wieder Hauptrollen, so 1949 als Paul Schmiedecke als Partner Camilla Spiras in Kurt Maetzigs „Die Buntkarierten“, der Chronik einer deutschen Arbeiterfamilie über drei Generationen hinweg. Militärische Figuren mimte er als Generaloberst von Beck in dem von Falk Harnack dokumentarisch inszenierten Propagandafilm „Der 20. Juli“ (1955).

Ab 1951 war er zwei Jahre lang am Münchener Residenztheater tätig und schließlich bis 1955 in Zürich. Mit dem Amtsantritt von Gustaf Gründgens trat er 1955 erneut in das Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg ein, dem er dann ununterbrochen bis 1978 angehörte. Anschließend arbeitete Hinz als freier Schauspieler für Bühne und Fernsehen.

Hinz’ Rollenrepertoire war außergewöhnlich breit gefächert: Er spielte den Kleistschen „Prinzen von Homburg“ ebenso wie den „Mackie Messer“ in „Die Dreigroschenoper“, den „Zettel“ in Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“, den „Professor Higgins“ in Shaws „Pygmalion“, begeisterte ebenso als „Charleys Tante“ oder als „Sigismund“ in Ralph Benatzkys Operette „Im weißen Rößl“. Unter Gründgens reifte er zum schweren Helden heran, zuletzt feierte ihn das Hamburger Theaterpublikum als einen der ganz großen Heldenväter des deutschen Theaters. Weitere herausragende Rollen waren unter anderem der Willy Loman in „Tod eines Handlungsreisenden“, der „Edgar“ in Strindbergs „Totentanz“ sowie – unter der Regie von Fritz Kortner – der Rittmeister in „Der Vater“. In den berühmten Gründgens-Inszenierungen des „Faust“ der 60er Jahre spielte Hinz abwechselnd mit Will Quadflieg die Titelrolle.

Letztmalig war Werner Hinz 1969 als heiterer, verschmitzter Großvater in den Wolfgang-Liebeneiner-Filmen „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“ und „Wenn süß das Mondlicht auf den Hügeln schläft“ nach den Romanen von Eric Malpass sowie 1978 als Amtmann aus Husum in Alfred Weidemanns, sich nur lose an die Storm-Vorlage haltenden Film „Der Schimmelreiter“ auf der Leinwand zu sehen – eine Rolle, die er auch 1981 in der Fernsehverfilmung verkörperte.

Hinz konzentrierte sich in den 70er und 80er Jahren vermehrt auf seine Theatertätigkeit oder war verstärkt mit Fernsehrollen präsent. So sah man ihn 1970 als Matthias Clausen unter der Regie von Oswald Döpke in dem Hauptmann-Drama „Vor Sonnenuntergang“ auf dem Bildschirm. Zusammen mit seinen beiden Söhnen Michael und Knut drehte er 1976 die 13teilige Fernsehserie „Eichholz & Söhne“, 1978 spielte er in zwei Folgen der Geschichtsserie „Dokumente deutschen Daseins“ den Kaiser Wilhelm II. sowie Otto von Bismarck. 1979 glänzte er an der Seite seiner Frau Ehmi Bessel in der Titelrolle in LessingsNathan der Weise“. Zuletzt agierte er 1983 in Hendrichs „Zausel“ sowie Anfang 1985 auf eindrucksvolle Weise in Alfred Weidenmanns „Mensch ohne Fahrschein“.

Hinz war Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Freien Akademie der Künste Hamburg.

Zu seinem 70. Geburtstag erschien 1973 von René Drommert das Buch „Werner Hinz – Ein Schauspieler unserer Zeit“.

Werner Hinz, der auch als versierter Synchronsprecher arbeitete, war seit 1934 mit der Schauspielerin Ehmi Bessel verheiratet. Aus der Verbindung stammen die Söhne Michael Hinz (1939–2008) und Knut Hinz (geb. 1941), die in die Fußstapfen ihrer Eltern traten und ebenfalls bekannte und renommierte Theater- und Filmschauspieler wurden. Die Charakterdarstellerin Dinah Hinz (geb. 1934 in Heidelberg) stammt aus der Beziehung Ehmi Bessels mit dem legendären Fliegergeneral Ernst Udet (1896–1941) und wurde von Werner Hinz adoptiert.

Der große Staatsschauspieler Werner Hinz stand 1984, wieder mit Ehefrau Ehmi Bessel, letztmalig in „Einmal Moskau und zurück“, einem Schauspiel von Alexander Galin, auf der Bühne der Hamburger Kammerspiele.

Tod

Werner Hinz verstarb am 10. Februar 1985 mit 82 Jahren in Hamburg, seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Berliner Friedhof Dahlem.

Familie

Im Jahre 1939 heiratete Hinz seine langjährige Freundin Ehmi Bessel (1904–1988), ehemalige Freundin von Ernst Udet.[2] Aus der Ehe stammen die Söhne Michael Hinz und Knut Hinz, hinzu kam Stieftochter Dinah, die von Werner Hinz nach dem Tode Udets adoptiert wurde. Alle drei Kinder traten in die Fußstapfen ihrer Eltern und wurden ebenfalls bekannte Theater- und Filmschauspieler.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Filmographie

Theatrographie (Auswahl) 

Fußnoten

  1. Der echte Hauptmann Hellmuth Lang, der neue Ordonnanzoffizier Rommels, schrieb über seine ersten Eindrücke am Atlantikwall 1944 voller Zuversicht nach Hause: „Niemand in der Umgehung des Feldmarschalls hat kalte Fuße. Wenn auch der einzelne betroffen wird, was hart ist, hier merkt man doch, daß Bedenken für den Endkampf, der starke Opfer kosten wird, nicht vorhanden sein müssen. Mit der Schlacht im Westen wird auch der Krieg zu unseren Gunsten entschieden sein, wenn er auch noch nicht zu Ende sein wird.“
  2. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 21, 26. Mai 1939
  3. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 10, 4. März 1938
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