Roell, Werner

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Werner Paul Roell (Lebensrune.png 8. Februar 1914 in Ailly-sur-Noye, Frankreich; Todesrune.png 10. Mai 2008 in Salenstein, Schweiz) war ein deutscher Offizier der Wehrmacht, Sturzkampf-, Schlacht- und Jagdflieger der Luftwaffe mit 477 Feindflügen (unzähliges Feindmaterial zerstört, ein Luftsieg errungen und ein versenkter Kreuzer im Schwarzen Meer), zuletzt Major und Ritterkreuzträger im Zweiten Weltkrieg. In der Nachkriegszeit war er Reserveoffizier der neu gegründeten Bundeswehr und Industrieller.

Inhaltsverzeichnis

Leben

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Werner Roell wurde in Frankreich geboren. Sein Vater, Paul Roell aus Krefeld, war bei Ailly-sur-Noye Direktor einer Walzfabrik. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde Paul Roell von den Franzosen verhaftet und interniert, nur einen Tag zuvor hatte er es ermöglicht, daß seine Frau, der kleine Werner und das Kindermädchen mit der Eisenbahn ins Rheinland nach Krefeld zu den Großeltern flüchten konnten. Sein Vater hatte den Zug nicht genommen, weil er seine Arbeiter in der Fabrik noch zahlen wollte, dies wurde ihm zum Verhängnis.

Paul Roell wurde als deutscher Spion behandelt und angeklagt. Bei ihm wurde Dynamit gefunden, das für ein altes Gebäude gedacht war, wo ein neues gebaut werden sollte. Die Franzosen behaupteten, er solle die Eisenbahnschienen an der Fabrik zerstören. Nur die Aussagen von ein paar französischen Freunden hatten ihn vor der Todesstrafe gerettet. Paul Roell wurde in zahlreichen Anstalten eingesperrt, schließlich kam er in ein Internierungslager in der Festung Brest. Fünfeinhalb Jahre sollte er dort verbringen müssen. Als er Ende 1919 wieder zu seiner Familie durfte, war er physisch am Ende. Dann mußte der wohlhabende Familienvater erfahren, daß die gesamte Sippe während der Rheinlandbesetzung enteignet wurde. Er gab jedoch nicht auf, zog mit der Familie nach Solingen und gründete 1920 gemeinsam mit Alfred Korthaus die Prüfmaschinenfirma Roell + Korthaus GmbH, aus der später die international agierende „Zwick Roell Gruppe“ wurde.

Militär

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Oberstleutnant d. R. a. D. Werner Paul Roell.jpg

Nach dem Abitur in Solingen 1933 bewarb sich Roell bei der Reichswehr, mußte aber wegen fehlender Stellen warten. Als Geschenk seiner Großmutter zum Abitur hatte er eine Reise nach Königsberg erhalten, hier besuchte er ferne Verwandte und begeisterte sich für das deutsche Militär, das er so nicht kannte, da das Rheinland nach dem großen Krieg entmilitarisiert wurde. In Ostpreußen erlebte er auch zum ersten Male die Segelfliegerei, was ihn begeisterte. Schon als Schüler hatte der die SA bewundert, denn die Arbeiterstadt Solingen wurde in der Weimarer Republik von den Kommunisten terrorisiert, und die Sturmabteilung räumte zu seiner Freude mit dem Spuk auf. Er trat jedoch weder der SA noch der NSDAP bei, hielt an der Neutralitätspflicht für Offiziere bis zuletzt fest.

Nach seiner Rückkehr von seiner Ferien- und Studienreise schrieb er sich an der Universität München ein, mit dem Ziel, Journalist zu werden. Nun meldeten sich aber die Streitkräfte und seine Bewerbung wurde angenommen, wenn er bereit wäre, bei der Marine zu dienen.

Werner Roell trat im April 1934 (Crew 34) der Reichsmarine bei. Während seiner Ausbildung in Flensburg-Mürwik traf er einen Luftwaffenoffizier, der ihm erklärt, wie die junge Luftwaffe Freiwillige benötigte. Sein Antrag zum Übertritt wurde stattgeben und am 1. November 1935 trat der an der Flugschule von Salzwedel und dann Schleißheim zur Flugzeugführerausbildung an, die Fluglehrer stammten von der Luft Hansa. Am 9. Dezember 1935 absolvierte er seinen ersten Alleinflug, 1936 wurde der Fähnrich zum Leutnant befördert.

Insgesamt flog er rund 35 verschiedene Flugzeugtypen, schnell wußte er jedoch, daß die Sturzkampffliegerei seine Leidenschaft war. Im April 1936 wurde er zur I. Gruppe/Sturzkampf-Geschwader 165 in Kitzingen versetzt, die mit Heinkel He 51, der Arado Ar 65 und schließlich mit Henschel Hs 123, aber auch mit der alten Heinkel He 45 ausgerüstet war. Er wurde selbst Fluglehrer, meldete sich freiwillig zur Legion Condor, wurde aber abgelehnt, da er an der Flugzeugführerschule unabkömmlich war. Roell war über die Entscheidung sehr verärgert.

Bei der Befreiung des Sudetenlandes im Oktober 1938 und erneut bei der Zerschlagung der Rest-Tschechei im März 1939 wurde das Geschwader mit den Doppeldeckern He 45 von Regensburg aus entsandt, Heinrich Prinz zu Sayn-Wittgenstein war Roells Bordschütze und enger Freund. Am 1. Mai 1939 wurde das Sturzkampfgeschwader 165 in Sturzkampfgeschwader 77 umbenannt und mit der neuen Junkers Ju 87 B. Es war das einzige Sturzkampfgeschwader, das zum Polenfeldzug aus einem Stab und zwei Gruppen bestand.

Zweiter Weltkrieg

Oberleutnant Roell befand sich bei Kriegsausbruch an der Luftkriegsschule, wo er junge Offizieranwärter ausbildete und in Militärrecht unterrichtete, somit wurde er nicht nach Polen versandt. Er wurde anschließend an ein Transportgeschwader, die Kampfgruppe z. b. V. 106, nach Hamburg versetzt und nahm vom Fliegerhorst mit diesem am Unternehmen „Weserübung“ teil, wobei er eine Junkers Ju 52/3m als zweiter Flugzeugführer fungierte, Erster Flugzeugführer war ein Flugkapitän der Luft Hansa und Hauptmann der Reserve der Luftwaffe. Das Geschwader besaß rund 30 dieser Flugzeuge. Ziel: Infanterie, Gebirgsjäger und Fallschirmjäger nach Norwegen zu bringen. Die erste Welle war für die Fallschirmjäger, die zweite Welle, mit Roell, für Infanterie vom Infanterie-Regiment 193.

In dessen Ju 52 saßen 17 schwer beladene junge Krieger. Das Wetter war schlecht, die meisten Insassen waren Luftkrank und erbrachen sich. Kaum gelandet, sprangen die grüngesichtigen deutschen Landser heraus, wurden von Scharfschützenfeuer empfangen, die ersten fielen, und die Ju 52 startete wieder durch. Die vier Besatzungsmitglieder erreichten mit Umwegen und Zwischenlandung in norwegisches Feindgebiet wieder Hamburg, die Maschine durch feindliches Feuer beschädigt, die Besatzung galt schon als vermißt und verloren. Roell war jung, die anderen drei alles alte Hasen und schon Großväter. Danach erfolgten Feindflüge an die Eismeerfront, erlebt aber auch die tödlichen Angriffe der Royal Air Force auf Oslo.

Kampfgruppe z. b. V. 106

„Aufgestellt im März 1940 mit vier Staffeln Ju 52. Die Gruppe wurde aus Maschinen der DLH / Regierungsstaffel und vor allem der Flugbereitschaft des RLM gebildet, darunter zwei Maschinen, die Dr. Robert Ley zugeteilt waren und erst für den Transporteinsatz umgerüstet werden mußten. Die Gruppe sammelte sich auf dem Fliegerhorst Ütersen und erhielt am Abend des 8. April die Einsatzbefehle für das Unternehmen ‚Weserübung‘, die Besetzung Dänemarks und Norwegens. Die Gruppe sollte das II. Bataillon des Infanterie-Regiments 193 nach Stavanger fliegen. Beim Flug nach Stavanger blieb die Maschine von Uffz Herbert Krieg, OG Karl Esch und Uffz Franz Grüner mit den verladenen Infanteristen verschollen. Es war der erste Verlust der Gruppe in diesem Unternehmen. In den nächsten Tagen wurden Truppen und Material von Ütersen und Hamburg-Fuhlsbüttel bzw. von Neumünster nach Stavanger, Kristiansand und Oslo geflogen. Zwischenlandeplatz war der dänische Flugplatz Aalborg, Esbjerg und Schleswig. Ab dem 21. April wurde auch Trondheim von der Gruppe angeflogen. Da der dortige Flugplatz Vaernes aber noch nicht freigekämpft war, mußten die Maschinen auf dem zugefrorenen Jonsvatnetssee landen. In der Nacht zum 2. Mai 1940 griffen sechs britische Whitley-Bomber den stark belegten Flugplatz Oslo-Fornebu an und zerstörten 10 Maschinen der Gruppe bzw. beschädigten sie irreparabel. 23 weitere Maschinen wurden beschädigt. Nur 9 Maschinen blieben ohne Beschädigung. Daraufhin wurde die Gruppe auf den Platz Kjeller nordöstlich von Oslo verlegt und entgingen so einem weiteren britischen Angriff in der folgenden Nacht. Zum Ausgleich der Verluste erhielt die Gruppe in den folgenden Tagen Maschinen der Transportgruppen z. b. V. 105 und 107, zum Teil mit Besatzungen. Außerdem erhielt die Gruppe die ersten Ju 52 N, die eine höhere Reichweite durch drei zusätzliche Kraftstoffbehälter hatten. Am 26. Mai 1940 wurden drei Maschinen der 3. Staffel von einer britischen Gloster Gladiator angegriffen und abgeschossen. Eine Maschine transportierte Nachschub, während die beiden anderen Maschinen jeweils 10 Fallschirmjäger transportierten, von denen 15 noch rechtzeitig abspringen konnten. Die drei Besatzungen und fünf Fallschirmjäger kamen ums Leben. Die Gruppe flog noch bis zur norwegischen Kapitulation am 9. Juni Nachschubeinsätze und Sprungeinsätze von Fallschirmjägern bis nach Narvik.“[1]

Zurück zu den Sturzkampffliegern

Nach der Zeit als Z. b. V.-Flieger und einer Schulung an der Ju 87 wurde Roell zurück an das Sturzkampf-Geschwader 77 unter Major Clemens Graf von Schönborn-Wiesentheid versetzt, wie das Sturzkampf-Geschwader 165 seit Mai 1939 hieß. Das Geschwader lag noch in Frankreich am Kanal nördlich von Rouen (Normandie), wurde aber kurz darauf nach Toussus-le-Noble bei Paris verlegt, wo es nach den schweren Verlusten beim Unternehmen „Adlerangriff“ Ende 1940 / Anfang 1941 aufgefrischt wurde. Kurz vor dem Balkanfeldzug war die Auffrischung abgeschlossen und Roells II. Gruppe unter Hauptmann Waldemar Plewig wurde nach am 31. März 1941 Graz-Thalerhof verlegt, wo sie dem dortigen Fliegerführer unterstand. Oberleutnant Roell wurde nun Kapitän der 4. Staffel mit 12 Maschinen und Besatzungen. Dies bedeutete auch, daß beim Sturzkampf zuerst Roells Maschine angriff, die Männer seiner Staffel hinterher.

Die ersten Feindflüge führten seine Staffel nach Agram. Die 2. Armee unter Generaloberst Maximilian Freiherr von Weichs war bis zum 10. April 1941 nach Agram vorgedrungen, die deutsche Infanterie erhielt von der Luftwaffe, aber auch von den Ustascha-Verbänden bei der Befreiung Kroatiens große Unterstützung. Als Agran sicher war verlegte die II. Gruppe/St.G. 77 dorthin, dann ging es weiter mit Feindflügen nach Bosnien. Hauptziele für die Stukas waren die Eisenbahnknotenpunkte des Feindes, Panzeransammlungen und Brücken. Im Vergleich zu England empfanden die Flugzeugführer, so wie Roell 1993 berichtete, die Aufgabe als verhältnismäßig leicht, da der Feind, im Gegensatz zu den Bodentruppen, nur wenig der deutschen Luftwaffe entgegenzusetzen hatten. Die jugoslawischen Jagdflieger, viele mit „Hurricane“ der Royal Air Force ausgerüstet (→ Leih- und Pachtgesetz), waren zweitklassig, feindliche Flak nur sporadisch vorhanden.

Anschließend ging es für die Gruppe zur Unterstützung des Unternehmens „Merkur“. Hier wäre es beinahe zur Katastrophe gekommen, als Roells Staffel beinahe ein Lazarettschiff des DRK zwischen Südgriechenland und Kreta angegriffen hätte, das mit Verwundeten des Afrikafeldzuges von Tripolis aus das Festland ansteuerte. Roell hatte zuvor den Befehl bekommen, alle Schiffe als feindlich anzugreifen, da keine deutsche Schiffe sich im Bereich der Stukas befand. Es war ein großes Schiff und willkommene Beute, ein feindlicher Truppentransporter, so dachte Roell. Aber das Schiff, das weder auswich noch Flak abfeuerte, kam ihm spanisch vor, dennoch stürzte er nach unten, die Geschwindigkeit führte oft beinahe zur Bewußtlosigkeit und Tunnelblick, er hielt aber Ausschau. In letzter Sekunde erkannte er, daß ein großes Transparent mit dem bekannten roten Kreuz ausgebreitet wurde. Er brach den Sturzflug ab, schrie über Funk, so daß seine Männer dasselbe taten und flog wütend und aufgebracht zum griechischen Fliegerhorst zurück. Nur einmal erlebte die Staffel schwere Abwehr, als die Deutschen die feindlichen Schiffe im Hafen von Sfakia im Süden Kretas angriff, wo die Engländer gerade mit Hilfe der Royal Navy flüchteten. Roell wurde von englischer Flak getroffen und mußte notwassern, von einem deutschen Schiff wurde er geborgen und nach Griechenland verbracht.

Nach einer Auffrischung und der notwendigen Pause sowie großzügige Urlaubsscheine. Dann kam das Unternehmen „Barbarossa“, und Roells Gruppe, dem Geschwaderstab des II. Fliegerkorps im Mittelabschnitt der Ostfront unterstellt, flog schon am frühen Morgen des 22. Juni 1941, als es noch dunkel war, die ersten Einsätze jenseits der sowjetischen Grenze. Roell bestätigte in der Nachkriegszeit, daß die Rote Armee keineswegs überrascht war, sondern vollauf vorbereitet, kaum waren die ersten deutschen Flieger in der Luft, erfolgte eine kilometerlange Linie von Artillerie und Flak, aus Dunkelheit wurde Helligkeit. Dagegen waren Roell und seine Kameraden überrascht, denn noch Stunden zuvor glaubten sie an den Hitler-Stalin-Pakt, dann aber kam der Einsatzbefehl und sogleich die Bilder der Aufklärung mit den Artillerie-Batterie-Zielen der Geschwadergruppe.

Im Laufe 1942 wurde Roell Kapitän der Stabs-Staffel des Stuka-Geschwaders, das ab dem 13. Oktober (nach anderen Quellen 19. November) 1942 Major Walter Enneccerus unterstand. Es war eine schwere, verlustreiche Zeit an der Ostfront, manchmal wurde ganze Staffeln an einem Tag vernichtet. Die Moral litt sehr darunter. Immer mehr Flugzeugführer wurden nachgeführt, sie waren aber jung mit wenig Erfahrung, und dies sollte sich rächen. Die Gruppe wurde auch bei der Schlacht von Stalingrad eingesetzt. Hier erlebte Roell, wie ein Staffelkapitän von Curt Pflugbeil seines Kommandos enthoben werden sollte, weil er sich weigerte, seinen Fliegern ein Rundschreiben vorzulesen, das behauptete, der Feind wäre kurz vor der Kapitulation und Stalingrad wäre innerhalb drei Tagen in deutscher Hand. Pflugbeil, den die Männer sehr mochten, ließ den Staffelkapitän antreten, ließ sich alles darlegen, stand dann auf und schüttelte ihm die Hand. So müsse ein deutscher Offizier und Ehrenmann handeln, meinte der nun noch mehr geachtete General der Flieger.

Im Kaukasus mußte er erleben, daß die Rote Luftwaffe durch westalliierte Flugzeuge, aber vor allem Schulung langsam besser wurden. So traf ein Kampfflieger der Russen aus großer Höhe eine Jagdpartie, Roells Gruppenkommandeur wurden durch die Bombe beide Beine abgerissen, er verstarb auf dem Operationstisch. Da Jagdschutz fehlte, erhielt die Gruppe nun wenige Bf 110 D, um eine Jagdschutz- und Zerstörerstaffel zu bilden, die Roell führte. An der Ostfront errang er auch seinen einzigen Luftsieg, als er, Rottenführer, und sein Rottenflieger vier Kampfflugzeuge der Roten Luftwaffe über ihnen erspähten. Die beiden Deutschen griffen an, beide konnten je einen Abschuß verbuchen, die beiden anderen Bomber VS-amerikanischer Machart entkamen. Roell konnte noch vier Fallschirme erblicken, bevor er selbst abdrehen mußte. Vom 20. Februar 1943 bis 18. Oktober 1943 war er dann Kommandeur der I. Gruppe/St.G. 77.

Am 1. September 1943 wurde Roell zum Major befördert und am 18. Oktober 1943 zum Kommandeur der I. Gruppe/Schlachtgeschwader 77 ernannt. Hier gehen jedoch die Quellen auseinander, die meisten haben Eichenlaubträger Major Karl Henze als Kommandeur zu dieser Zeit, es ist aber gut möglich, daß er, wie vereinzelte Quellen angeben, für anderthalb Monate woandershin kommandiert wurde und dann am 1. Dezember 1943, als Roell zur Luftkriegsakademie nach Berlin versetzt wurde, die Gruppe wieder übernahm.

Der 400. Feindflug

Als der 400. Feindflug bevorstand, freute sich Roell. 399 Mal am Feind und noch am Leben. Sein treuer Bordfunker, mit dem er sich schon lange angefreundet hatte, war bei 398 Feindflüge. Er bat Roell kameradschaftlich darum, er möge doch den nächsten Feindflug auslassen, er würde seinen 399. mit einem anderen Flugzeugführer absolvieren und sie könnten dann gemeinsam zum 400. starten. Roell willigte ein und sein Bordfunker stieg bei einem jungen Leutnant ein, der sich freute, einen so erfahrenen Frontflieger in der Führerkanzel hinter sich zu haben. Die Maschine wurde schwer getroffen galt als vermißt, vom Flugzeugführer und von seinem Freund, seinem so zuverlässigen Bordfunker, hörte man nie wieder etwas. Noch 1993, als Roell Conrad Wood vom IWM (Imperial War Museums) dies berichtete, hört man die Betroffenheit in seiner Stimme.

Luftkriegsakademie und JV 44

Roell wurde an der Luftkriegsakademie zum Generalstabsoffizier ausgebildet und war seit Anfang 1945 selbst Lehrer. Im April 1945 wurde er Offizier z. b. V. im Jagdverband 44 im Endkampf um Deutschland bei der Reichsluftverteidigung. Selbst flog er die Me 262 nicht, er hatte von Josef Kammhuber den Auftrag bekommen, die Flieger für den verband auszuwählen und anzufordern.

Nachkriegszeit

Nach dem Krieg und der kurzen Kriegsgefangenschaft zog Werner Roell zuerst nach Bayern, dann nach Südamerika. Zwischen 1948 und 1952 war er Sportlehrer an der Deutschen Schule in Santiago, Chile. Es gab Gerüchte, die besagten, es handelte sich dabei um eine Legende, da er tatsächlich Ausbilder und Berater der chilenischen Luftwaffe war, was sich jedoch nie verifizieren ließ. Ende 1952 wurde Roell Geschäftsführer der Prüfmaschinenfirma Roell + Korthaus. 1982 übernahm Roell das 1854 in Schaffhausen durch Jacob Amsler-Laffon gegründete Unternehmen Amsler, welches der Welt ältester Anbieter für Mess- und Regelungstechnik war. Roell-Amsler machte sich insbesondere in den 1980er und 1990er Jahren am Standort Gottmadingen einen Namen mit seinen hydraulischen Prüfmaschinen.

1992 schloß sich Zwick[2] mit der Roell Gruppe zur Zwick Roell Gruppe zusammen. Ulm-Einsingen wurde zum Hauptsitz. Nach diversen weiteren Zukäufen wurde die nunmehr aus mehreren Gesellschaften bestehende Gruppe 2001 in eine Aktiengesellschaft (AG) mit Holdingstruktur überführt, wobei die operativen Aufgaben überwiegend von der Zwick GmbH & Co. KG am Standort Ulm-Einsingen wahrgenommen werden. Die übrigen Gesellschaften haben sich auf verschiedene Segmente im Prüfmaschinenmarkt spezialisiert. Seinen Lebensabend verbrachte er in der einstigen Ferienvilla in der Schweiz.

Bundeswehr

Major a. D. Roell trat der Bundeswehr als Reserveoffizier bei (Reserveübungen im Attachedienst), nach Jahren des treuen Dienstes wurde er als Oberstleutnant d. R. verabschiedet.

Geschwaderdienst

Oberstleutnant d. R. a. D. Roell in der Nachkriegszeit

Auszeichnungen (Auszug)

Siehe auch

Werke (Auswahl)

Verweise

Fußnoten

  1. Kampfgruppe z. b. V. 106, Lexikon der Wehrmacht
  2. 1938 vor Beginn des Zweiten Weltkrieges hatte Franz Zwick Senior zusammen mit dem Konstrukteur Max Späth in Ulm-Einsingen auf dem Gelände einer alten Knopffabrik mit dem Bau von Universalprüfmaschinen begonnen. Das Unternehmen Zwick entwickelte sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu einem der führenden Hersteller auf diesem Gebiet.
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