Cuno, Wilhelm

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Wilhelm Cuno, Fotografie vom Januar 1919

Wilhelm Cuno (* 2. Juli 1876 in Suhl, † 3. Januar 1933 in Aumühle bei Hamburg) war ein deutscher Politiker und Industrieller. Von 1922 bis 1923 war er Reichskanzler des Deutschen Reiches.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Aufstieg und wirtschaftliche Karriere

Wilhelm Cuno wurde 1876 als Sohn eines Geheimen Rechnungsrats in Suhl geboren. Ab 1894 studierte er Jura in Berlin und Heidelberg, sein Studium schloss er mit der Promotion ab. 1907 wurde er dann als Regierungsassessor in das Reichsschatzamt berufen, 1910 zum Regierungsrat, 1912 zum Geheimen Regierungsrat ernannt. Im Ersten Weltkrieg arbeitete er von 1914 bis 1917 als Leiter der Reichsgetreidestelle und war an der Organisation des Kriegsernährungsamtes beteiligt. Im Jahre 1916 übernahm er zudem das Generalreferat für kriegswirtschaftliche Fragen im Reichsschatzamt. Am 1. November 1917 trat Cuno dem Direktorium der Reederei Hapag bei und schied aus dem Staatsdienst aus. Bereits am 20. Dezember 1918 wurde er Generaldirektor der Hapag. An den Versailler Friedensverhandlungen 1919 nahm er als Wirtschaftssachverständiger teil. Mit dem Hapag-Harriman-Vertrag mit den United American Lines sicherte er der Hapag dann eine international führende Stellung. Durch seine ausgedehnte geschäftliche Tätigkeit im Ausland vertrat er inoffiziell auch Interessen der deutschen Regierung, mehrfach wurde ihm der Außenministerposten angeboten, was er aber ablehnte.

Reichskanzlerschaft

Nach dem Rücktritt seines Vorgängers Joseph Wirth wurde Cuno am 22. November 1922 als Parteiloser zum deutschen Reichskanzler ernannt. Seinen Schwerpunkt setzte er vor allem auf wirtschafts- und finanzpolitische Themen, in sein Kabinett berief er vor allem Wirtschaftsexperten. Im Dezember 1922 machte er den Alliierten den Vorschlag einer Modifizierung der Reparationsleistungen und einer Stabilisierung der angeschlagenen deutschen Währung, was diese aber unter französischem Druck ablehnten. Als die Franzosen und Belgier das Ruhrgebiet im Januar 1923 unter dem Vorwand, Deutschland sei mit Reparationszahlungen im Rückstand, besetzten, rief Cuno zum passiven Widerstand auf und beendete die Kohlelieferungen an Frankreich und Belgien. Dieser Widerstand wurde von allen Schichten der Bevölkerung und allen politischen Kräften bis zu den Kommunisten getragen. In wirtschaftlicher Hinsicht wirkte er sich jedoch fatal aus: Die Industrie wurde in den Ruin getrieben und die Inflation galoppierte wie nie zuvor (Hyperinflation). Nachdem die Sozialdemokraten ein Misstrauensvotum gegen ihn und seine Regierung gestellt hatten und das Scheitern der Politik des passiven Widerstandes offenkundig geworden war, trat Wilhelm Cuno am 12. August 1923 gemeinsam mit dem Kabinett zurück und verabschiedete sich aus der Politik.

Weitere Laufbahn

1926 wurde Cuno wiederum Vorstandsvorsitzender der Hapag, wo er im Jahre 1930 die Unterzeichnung eines Unionsvertrages der beiden größten deutschen Reedereien, der Hapag und des Norddeutschen Lloyd, veranlaßte. Am 3. Januar 1933 starb er in Aumühle bei Hamburg.

Zitate

  • „Hätte Herr Cuno damals, statt zum bezahlten Generalstreik aufzufordern und diesen damit als die Grundlage der »Einheitsfront« aufzustellen, von jedem Deutschen nur zwei Stunden mehr Arbeit verlangt, dann würde der Schwindel dieser »Einheitsfront« sich am dritten Tage von selbst erledigt haben. Völker befreit man nicht durch Nichtstun, sondern durch Opfer.“ - Adolf Hitler in: Mein Kampf, 22. Auflage 1944, S. 777

Amt Vorgänger Regierungszeit Nachfolger
Deutscher Reichskanzler Joseph Wirth 1922-1923 Gustav Stresemann

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