Solf, Wilhelm

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Wilhelm Heinrich Solf (* 5. Oktober 1862 in Berlin; † 6. Februar 1936 ebenda) war ein deutscher Politiker. Er war ab 1900 Gouverneur der deutschen Kolonie Deutsch-Samoa. Unter der Kanzlerschaft Max von Badens war er 1918 Staatssekretär des Auswärtigen und damit letzter kaiserlicher Außenminister. Im Dezember 1918 trat er zurück. Von 1920-1928 war er deutscher Botschafter in Japan.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Erzählungen über den Fernen Osten und im Besonderen über den indischen Subkontinent fesselten Wilhelm Solf. Er entschloss sich daher, Indologie zu studieren und schrieb sich an den Universitäten Berlin, Kiel, Halle und Göttingen ein. Er studierte orientalische Sprache und Rechtswissenschaften und trat 1888 in den Dienst des Auswärtigen Amts ein. Zuerst als Bezirksrichter in Deutsch-Ostafrika tätig, ging er anschließend als Gouverneur nach Samoa.

In einem Brief formulierte Solf den Kern seiner Politik:

Alle Radikalmittel sind von Übel, Zeit und Güte und Gerechtigkeit sind die besten Regierungsmittel in Samoa. (Brief an Ernst Schmidt-Dargitz, 25.11.1901)

Im Kabinett des Prinzen Max von Baden übernahm er nach dem Ersten Weltkrieg gegen Deutschland dann das Staatssekretariat des Äußern und behielt es bis zur Novemberrevolte auch bei.

Er übersandte am 10. November 1918 eine Note über den VS-amerikanischen Staatssekretär Lansingan an den VS-amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson über den Verrat an Deutschland mit folgendem Inhalt:

„Herr Staatssekretär. Überzeugt von der Gemeinsamkeit der demokratischen Ziele und Ideale hat sich die deutsche Regierung an den Herrn Präsidenten der Vereinigten Staaten mit der Bitte gewandt, den Frieden wiederherzustellen. Dieser Friede sollte den Grundsätzen entsprechen, zu denen Präsident Wilson sich stets bekannt hat. Er sollte eine gerechte Lösung aller strittigen Fragen und eine dauernde Versöhnung der Völker zum Zwecke haben. Der Präsident hat ferner erklärt, daß er nicht mit dem deutschen Volke Krieg führen und es in seiner friedlichen Entwicklung nicht behindern wolle. Die deutsche Regierung hat die Bedingungen für den Waffenstillstand erhalten. Nach einer Blockade von 50 Monaten würden diese Bedingungen, insbesondere die Abgabe der Verkehrsmittel und die Unterhaltung der Besatzungstruppen bei gleichzeitiger Fortdauer der Blockade, die Ernährungslage Deutschlands zu einer Verzweifelten gestalten und den Hungertod von Millionen Männern, Frauen und Kindern bedeuten. Wir mußten die Bedingungen annehmen. Wir machen aber den Präsidenten Wilson feierlich und ernst darauf aufmerksam, daß die Durchführung der Bedingungen im deutschen Volke das Gegenteil der Gesinnung erzeugen muß, die eine Voraussetzung für den Neuaufbau der Völkergemeinschaft bilden und einen dauerhaften Rechtsfrieden verbürgt. Das deutsche Volk wendet sich daher in letzter Stunde nochmals an den Präsidenten mit der Bitte, auf eine Milderung der vernichtenden Bedingungen bei den alliierten Mächten hinzuwirken.“[1]

Werke

  • Kolonialpolitik; mein politisches Vermächtnis (1919) (PDF-Datei)

Verweise

Fußnoten

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