Reichard, Wilhelmine

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Wilhelmine Reichard.jpg

Johanne Wilhelmine „Minna“ Siegmundine Reichard (geborene Schmidt; Lebensrune.png 2. April 1788 in Braunschweig; Todesrune.png 23. Februar 1848 in Dresden[1]) war die erste deutsche Mutter und Ballonfahrerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

„Für die Jugend“ (Luftfahrt, Deutsche Bundespost); Erstausgabetag: 13. April 1978
Heißluftballon D-OBDD „Wilhelmine Reichard“ in Fahrt über Dresden

Die Tochter des Mundschenks sowie Opfermannes Siegismund David Schmidt und dessen Gattin Juliane Wilhelmine Henriette, geb. Luedecken, heiratete im Jahre 1806 den Chemiestudenten Johann Karl Gottfried Reichard (Carl Johann Gottfried Reichard), Sohn des Direktors einer Porzellanfabrik, der später selbst ein angesehener deutscher Chemiker wurde. Im Alter von 19 Jahren verließ Johanne ihr Elternhaus in Braunschweig. Mit einem von ihrem Ehemann konstruierten und im Mai 1810 erprobten Gasballon absolvierte sie am 16. April 1811 in Berlin als erste deutsche Frau eine Ballonfahrt. In den Jahren 1811 bis 1820 unternahm sie dann noch weitere 17 Ballonfahrten in deutschen Städten wie Prag und Wien.

Bei ihrer dritten Fahrt am 30. September 1811 in Dresden erreichte sie die Rekordhöhe von 7.800 Metern, stürzte aber bei der Landung aufgrund schlechten Wetters ab, ohne daß sie jedoch dabei ernsthaft zu Schaden kam. Nach der Übersiedlung der Familie nach Freital-Döhlen entschlossen sich die Eheleute 1816, nochmals Ballonaufstiege zu wagen, um die Gründung ihrer Fabrik zu finanzieren. Im selben Jahr fand eine Zielfahrt von Berlin nach Fürstenwalde statt. Ihr letzter Aufstieg 1820 fand anläßlich des 10. Oktoberfests in München statt. Das von den Einkünften 1821 gegründete chemische Unternehmen, in dem vor allem Schwefelsäure produziert wurde, war das erste seiner Art in Sachsen.

Tod

Wihelmine Reichard starb in Dresden an den Folgen eines Schlaganfalls im Alter von 60 Jahren. Sie ruht in einem Ehrengrab auf dem Friedhof Dohlen.

Familie

Wihelmine Reichard war seit 1806 mit Johann Karl Gottfried Reichard verheiratet, aus der Ehe sind acht Kinder entsprossen.

Ehrungen (Auszug)

  • Ihre 16. Ballonfahrt am 10. August 1820 in Wien wurde von der k. k. Universitäts-Sternwarte und der k. k. Triangulirungsdirektion astronomisch vermessen und aufgezeichnet
  • Briefmarke der Deutschen Bundespost (1978)

Werke (Auswahl)

Siehe auch

Literatur

  • Biographie in: Neuer Nekrolog der Deutschen, Band 26, Ausgabe 1, 1850, S. 195ff. (PDF-Datei)
  • Anton Baumgartner: Feyerlicher Auszug zum freyen Pferderennen und zum Vogelschießen bey dem Oktoberfeste 1820 in München: Nebst einer Beschreibung der silbernen Schützen-Ketten und des Dezenniums dieser National-Feste, 1820, S. 39ff. (PDF-Datei)
  • Heide Monjau: Wilhelmine Reichard – erste Ballonfahrerin 1788 bis 1848, 1998, ISBN 3-00-003051-4
  • Ernst Probst: Wilhelmine Reichard. Die erste Ballonfahrerin in Deutschland, Grin Verlag 2014, ISBN 978-3656840152

Verweise

Fußnoten

  1. Todesdatum und Sterbeort in: „Neuer Nekrolog der Deutschen“, Band 26, Ausgabe 1, 1850, S. 195f. (PDF-Datei)
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