Wilhelminische Epoche

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Wilhelminische Öffentlichkeitsarbeit

Die Wilhelminische Epoche oder auch Wilhelminisches Zeitalter (leicht abwertend auch „Wilhelminismus“) genannt, bezeichnet die Zeit der Regentschaft des bislang letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., also von 1888 (oder auch 1890) bis 1918.

Erläuterung

Voraussetzung einer prägenden Regentschaft des Kaisers war die Entlassung des Reichskanzlers Bismarck 1890. Damit einher ging die Vernachlässigung des Kulturkampfes der 1870er und die Nichtverlängerung des Sozialistengesetzes 1890. Die „kulturelle Verpreußung des Reiches und [...] ideologische Verklammerung der politischen Eliten[1] wurde nun nicht mehr über die theologische oder innenpolitische Schiene durch die Verwaltung vorangetrieben sondern durch die Symbolisierung des Kaisers, dem „Byzantinismus des neuen Kurses“,[2] fortgeführt. Die Öffentlichkeitsarbeit des Kaisers, Auftritte zu allen möglichen Gelegenheiten und die Nutzung von Presse und Fotografie, waren dabei sehr hilfreich. Hinzu kam die Fragmentierung der Gesellschaft durch diverse Interessenvertretungen, wie Alldeutscher Verband, Deutscher Flottenverein oder Deutscher Ostmarkenverein, von denen nicht wenige das Symbol Kaiser für ihre Ziele nutzten.

Auf kulturellem Gebiet werden die abwertend als „historische Oberlehrerdramen“ und „nationalen Weihespiele“ bezeichneten Dramen und Erzählungen Ernst von Wildenbruchs und die Kolossalgemälde Anton von Werners zur Epoche gerechnet. Hier sollen nach BRD-Geschichtsaufassung „anspruchslose Machwerke“ entstanden sein „gespeist aus nationalem Fortschrittsoptimismus, militärischer Großmannssucht und provinzieller Kleingeisterei[3]. Als konservativer Kritiker dieser Zeit wird wenigsten noch Theodor Fontane mit den Romanen Effi Briest und Der Stechlin gesehen. Kulturelle Strömungen, die dem ästhetischen Empfinden des Kaisers entgegenstanden, werden heute weit mehr in Erinnerung gehalten. Dazu gehören die Volksbühne, der Expressionismus, Impressionismus oder der Naturalismus.

Der gestiegene Bedarf der Industrie an Fachkräften führte zur Gründung von Hochschulen und Universitäten, darunter in Danzig 1904 und Breslau 1910, in Münster 1902 und Frankfurt (Main) 1914. Politische Eckdaten der Zeit sind die Krügerdepesche von 1896, die Daily-Telegraph-Affäre von 1908 oder der Panthersprung von 1911. Die Vorliebe des Kaisers für das Maritime verdeutlichte sich in der Flottenrüstung der Kaiserlichen Marine sowie das Streben nach Seemacht.

Verweis

Fußnoten

  1. Manfred Schlenke (Hg.): Preußen-Ploetz. 1987. S. 130.
  2. Richard Suchenwirth: Deutsche Geschichte - Von der germanischen Vorzeit bis zur Gegenwart. 1934. S. 499.
  3. Schlenke, Preußen-Ploetz.
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