Mozart, Wolfgang Amadeus

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Wolfgang Amadeus Mozart, vollständiger Taufname: Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart (* 27. Januar 1756 in Salzburg; † 5. Dezember 1791 in Wien) war ein deutscher Komponist der Wiener Klassik. Sein umfangreiches Werk genießt weltweite Popularität und gehört zum bedeutendsten Repertoire der Klassik. Er selbst nannte sich meist Wolfgang Amadé Mozart.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Einführung

Im Dienst des Salzburger Erzbischofs fühlt sich Mozart unfrei und aller Chancen beraubt. Erst in Wien, wo er allen Zwängen entflieht, hofft er, seinen Traum vom freien Musiker zu verwirklichen.

Widerwillig kehrt Wolfgang Amadeus Mozart in seine Vaterstadt Salzburg zurück. Bis zuletzt hat er versucht, seine Reise weiter hinauszuzögern: Er wollte in einer der Metropolen Europas Karriere als Opernkomponist machen und mit seinem Schwarm Aloysia ein neues Leben beginnen. Doch nun sind seine Träume zusammengestürzt wie ein Kartenhaus: Aloysia will nichts mehr von ihm wissen, er hat nirgendwo ein Engagement bekommen, seine Taschen sind leer. Bleibt nur noch die Stelle in Salzburg, die sein Vater ihm zugeschanzt hat. Am 17. Januar 1779 tritt er als Hoforganist in den Dienst des Erzbischofs.

Salzburg ist für den ehrgeizigen Wolfgang ein Albtraum: glanzlos, provinziell, spießig. Erzbischof Graf Colloredo ist knauserig, die Musiker, die er engagiert hat, sind mittelmäßig, ein Opernhaus gibt es nicht – die Chancen, sich als Komponist zu profilieren, sind gleich null. Mozart befürchtet schon, in der Provinz zu versauern, da kommt aus München das rettende Angebot: Er soll für den Kurfürsten die Oper »Idomeneo« komponieren. Umgehend lässt er sich beurlauben und reist ab.

[Bearbeiten] 1780 – nur weg aus Salzburg: Als Opernkomponist in München

Anfang November trifft er in München ein und stürzt sich mit Feuereifer in die Arbeit – endlich kann er zeigen, was in ihm steckt. Das Textbuch ist zwar noch nicht fertig, aber die Rollen sind schon besetzt. Wolfgang Amadeus korrespondiert mit dem Librettisten, dem Salzburger Hofkaplan Giambattista Varesco, er komponiert, probt mit dem Orchester und den Sängern – die Arien müssen auf deren Stimmprofile zugeschnitten werden. Er ist rund um die Uhr mit Musik beschäftigt und schwebt im siebten Himmel – später wird er die strapaziöse Zeit in München als die glücklichste seines Lebens bezeichnen. Am 29. Januar 1781 ist Premiere. Mozarts Vater Leopold und seine Schwester Maria Anna sind aus Salzburg angereist, um bei der Uraufführung des »Idomeneo« dabei zu sein und um mit Wolfgang seinen ersten großen Opernerfolg zu feiern. Die Familie geht zu Empfängen, besucht Verwandte in Augsburg und genießt das Münchner Faschingstreiben. Die Zeit vergeht wie im Fluge. Die sechs Wochen Urlaub, die Erzbischof Colloredo genehmigt hat, sind längst verstrichen, doch die Mozarts machen keine Anstalten, nach Salzburg zurückzukehren. Noch macht Colloredo gute Miene zum bösen Spiel – er braucht seine Musiker nicht allzu dringend, da er sich gerade in Wien aufhält, um seinem kranken Vater beizustehen. Doch Anfang März ist seine Geduld zu Ende: Er befiehlt seinem Hoforganisten, unverzüglich nach Wien zu kommen und seinen Dienst anzutreten.

[Bearbeiten] 1781 – Kündigung: Der Sprung in die Selbstständigkeit

Wolfgang Amadeus ist zwar entrüstet über den barschen Ton des Schreibens, aber im Grunde ist er erleichtert: Er muss nicht nach Salzburg, er darf nach Wien! Die Stadt ist bekannt für ihre freie und ungezwungene Lebensart. Sie ist außerdem ein Dorado für Musiker: Es gibt ein Opernhaus, zahlreiche kleine Bühnen und dazu auch noch reiche Adelige, die in ihren Salons regelmäßig Konzerte veranstalten. Während der viertägigen Reise in der Postkutsche malt sich Mozart seine Zukunft in leuchtenden Farben aus: Er wird Konzerte geben, komponieren und neue Opern schreiben. Am Morgen des 16. März 1781 erreicht er die Wiener Hauptmaut. Obwohl er um zwei Uhr früh aufgestanden ist, um die letzte Etappe von Sankt Pölten nach Wien hinter sich zu bringen, ist er bester Laune und wartet geduldig, bis die Zöllner sein Gepäck durchsucht haben – der Reisende kommt schließlich aus dem Ausland. Am Vormittag betritt Wolfgang Amadeus das Haus des Deutschen Ritterordens, in dem Colloredo logiert, und schlagartig verdüstert sich seine Stimmung: Der Erzbischof begrüßt ihn betont knapp, dann weist er ihm ein Zimmer im selben Haus zu, in dem auch er wohnt – er will den eigenwilligen jungen Musikus unter Kontrolle haben. Mozart wird mitgeteilt, er habe – wie die übrigen Musiker auch – seine Mahlzeiten am Dienstbotentisch einzunehmen. Eigene Auftritte, mit denen er sein Gehalt aufbessern könnte, sind verboten. Als Hoforganist darf er nur im Auftrag seines Dienstherren Konzerte geben – das erste ist schon für den Nachmittag anberaumt.

Die strengen Auflagen Colloredos sind im Zeitalter des Absolutismus nichts Ungewöhnliches, doch Mozart empfindet sie als persönliche Schikane – immerhin ist er noch vor wenigen Tagen in München als Opernkomponist gefeiert worden. Er beschließt, so bald wie möglich zu kündigen. Der Vater wird vorsichtig auf die folgenschwere Entscheidung vorbereitet: Wolfgang beschwert sich in seinen Briefen bitterlich über die schlechte Behandlung, später berichtet er, er wolle den erzbischöflichen Dienst quittieren und in Wien bleiben: »Ich versichere Sie, dass hier ein herrlicher Ort ist – und für mein Metier der beste Ort von der Welt.« Leopold Mozart bleibt skeptisch: Er hat nichts gegen Wien, aber er weiß, dass sein Sohn dort keine Chancen auf eine feste Anstellung hat. Wovon soll er leben? Die väterlichen Einwände wischt Wolfgang beiseite, er ist wild entschlossen, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Nach einem heftigen Wortwechsel mit dem Erzbischof am 9. Mai 1781 schreibt er seine Kündigung. Er will sie einreichen. Oberstküchenmeister Graf Arco – ein Freund der Familie Mozart, der versucht, den Bruch zu verhindern – schickt ihn jedoch weg. Aber wenn Wolfgang Amadeus sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, gibt er nicht so schnell auf: Immer wieder spricht er vor, bis Graf Arco die Nerven verliert und ihn mit einem Tritt in den Allerwertesten vor die Tür setzt. Der Getretene ist so beleidigt, dass er jeden Kontakt mit dem Salzburger Hof abbricht. Da er nie formal gekündigt hat, bekommt er auch keine Dienstentlassung – noch Jahre später wird er bei Besuchen in Salzburg die Rache des Erzbischofs fürchten. ‘

[Bearbeiten] 1782 – der Bruch mit dem Vater: Als freier Künstler in Wien

Der Vater sollte Recht bekommen: Als freier Künstler muss Wolfgang Amadeus um das nackte Überleben kämpfen. Die Adeligen verbringen die Sommermonate wie üblich auf ihren Landgütern, in Wien liegt das kulturelle Leben brach – niemand nimmt Musikunterricht, es gibt keine Konzert- und keine Kompositionsaufträge. Der einzige Lichtblick: Mozart wird in Aussicht gestellt, er dürfe eine Oper für das Nationalsingspiel schreiben – wahrscheinlich hat Kaiser Joseph II., der dem aufmüpfigen jungen Musiker wohl gesonnen ist, bei diesem Auftrag seine Hände im Spiel.

Noch nie ging es dem einstigen Wunderkind so schlecht, trotzdem wagt Wolfgang nicht, den Vater um Unterstützung zu bitten. Im Gegenteil: Er schickt sogar Geld nach Hause, um zu zeigen, dass es ihm gut geht. Die einst so herzliche Beziehung zwischen Vater und Sohn ist frostig, seit Wolfgang Amadeus eigenmächtig gekündigt hat und gleichzeitig als Untermieter bei den Webers eingezogen ist (seit dem plötzlichen Tod ihres Mannes vermietet Cäcilie Weber Zimmer, um sich etwas dazu zu verdienen). Leopold Mozart hat die Familie seit der Affäre seines Sohnes mit Aloysia Weber in Mannheim in denkbar schlechter Erinnerung. Er befiehlt dem Sohn, sofort ein anderes Quartier zu suchen, doch der bleibt stur. Leopold tobt, als er erfährt, der Vormund der Weber-Tochter Constanze habe seinem Sohn ein Eheversprechen abgerungen. Seine schlimmsten Befürchtungen bestätigen sich, als ihm Wolfgang am 15. Dezember 1781 schreibt, er wolle Constanze heiraten. Leopold ist so wütend, dass er sich selbst über den Erfolg der »Entführung aus dem Serail« am 16. Juli 1782 nicht recht freuen kann. Auf die Briefe, in denen sein Sohn um sein Einverständnis zur Eheschließung bittet, antwortet er nicht. Am 4. August 1782, kurz nachdem das Komponistenhonorar ausbezahlt wurde, heiraten Wolfgang und Constanze – ohne den väterlichen Segen.

[Bearbeiten] 1783 – Mozarts Aufstieg: Der Star der Wiener Feinen Gesellschaft

Nach dem ersten Hungerjahr geht es mit Wolfgang Amadeus steil bergauf: Er tritt als Komponist und Pianist im Burgtheater auf, er gibt Konzerte in den Salons reicher Bürger- und Adelsfamilien, er unterrichtet höhere Töchter im Klavierspiel. Als 27-Jähriger ist er bereits einer der gefragtesten und bestbezahlten Musiker Wiens – sein Jahreseinkommen ist drei- bis fünfmal so hoch wie seinerzeit in Salzburg. Er wird gefeiert wie ein Star und benimmt sich auch so: Seine Garderobe ist vom Feinsten, sein Lebensstil luxuriös, sein Freundeskreis unkonventionell – er pflegt enge Kontakte zu Juden und Freimaurern. 1784 wird er selbst Mitglied der Freimaurer. Als Vater Leopold die junge Familie 1785 zum ersten Mal besucht, ist er beeindruckt: Der Sohn hat Dienstboten, einen eigenen Billardtisch sowie ein Pferd. An Maria Anna schreibt er: »Es wurde nichts als Fleischspeisen aufgetragen, und der Fasan war zur Zuspeise im Kraut, das Übrige war fürstlich, am Ende Austern, das herrliche Confect, und viele Bouteillen Champagner-Wein nicht zu vergessen.« 

Wolfgang verwöhnt seinen Vater nicht nur kulinarisch. Er geht mit ihm zu Opernaufführungen, Empfängen, Wohltätigkeitskonzerten und zu den geschlossenen Veranstaltungen seiner Freimaurerloge. Leopold Mozart ist sichtlich gerührt, als eines Tages der berühmte Haydn auf ihn zugeht und sagt: »Ihr Sohn ist der größte Komponist, den ich von Person und dem Namen nach kenne.« Mozarts Erfolg kommt nicht von ungefähr: Er steht früh auf, komponiert, unterrichtet Schüler, gibt Konzerte, geht zu Logentreffen, empfängt Besucher, dann komponiert er weiter bis spät in die Nacht. Er nimmt jeden Auftrag an und steht ständig unter Druck. Das Problem ist dabei nicht das eigentliche Komponieren, das erledigt er im Kopf, aber das Aufschreiben der Noten dauert einfach seine Zeit. Wenn er nicht fertig wird, schreibt er nur den Orchesterpart und spielt am nächsten Tag während des Konzerts die Begleitung und die Solopartien auf dem Klavier auswendig dazu.

[Bearbeiten] 1786 – Le Nozze di Figaro: Weltruhm für Mozart

Zwischen Oktober 1785 und April 1786 arbeitet Mozart in jeder freien Minute an seiner neuen Oper »Le nozze di Figaro«, die der Kaiser persönlich bestellt hat. Das Bühnenwerk ist ausgesprochen gesellschaftskritisch: Die Hauptrolle spielt ein wirtschaftlich heruntergekommener, triebhafter Graf, der auf zweifelhaften Privilegien beharrt. Das passt ins Weltbild Josephs II.: Sein Ziel ist ein absolutistischer Staat, in dem es keine privilegierten Schichten gibt, sondern alle Untertanen gleichgestellt sind. Kein Wunder, dass die Adeligen vom Reformkurs des Kaisers nicht begeistert sind. Da nur sie sich die teuren Karten für das Nationaltheater leisten können, ist dem »Figaro« nur mäßiger Erfolg beschieden. Trotz des schlechten Starts wird die Oper ein Hit – allerdings nicht in Wien, sondern in Prag. Mozart erscheint persönlich zur Erstaufführung im Januar 1787. Das Publikum jubelt ihm zu und feiert »Figaro« als patriotisches Werk – eine Oper die zwar in italienischer Sprache gesungen wird, aber musikalisch nicht mehr in der italienischen Operntradition steht. »Hier wird von nichts gesprochen als vom – Figaro; nichts gespielt, geblasen, gesungen und gepfiffen als – Figaro; keine Opera besucht als – Figaro und ewig Figaro; gewiss eine große Ehre für mich«, heißt es in einem Brief des Komponisten aus Prag. Mit einem neuen Opernauftrag in der Tasche kehrt er im Februar nach Wien zurück.

Am 28. Mai stirbt der Vater. Leopold Mozart hatte seit zwei Monaten gekränkelt und über Herzbeschwerden geklagt. Der Sohn hatte ihm aufmunternd nach Salzburg geschrieben. Über das gemeinsame Interesse an der Freimaurerei gab es eine intellektuelle Verbindung, doch längst nicht mehr den innigen Kontakt früherer Jahre. Die Todesnachricht trifft Wolfgang, doch er reist nicht nach Salzburg ans Grab des Vaters. Den ganzen Sommer über arbeitet er mit Hochdruck am »Don Giovanni«, einer Oper, in der Lebenslust, Tod und Untergang die zentralen Themen sind. Der Tod des Vaters überschattet die tägliche Arbeit. Im Herbst reist Mozart nach Prag zur Premiere. Die Oper wird sein zweiter triumphaler Erfolg, der sich auch bald in Wien herumspricht. Im Winter 1787/88 bekommt der Komponist die lang ersehnte Festanstellung bei Hofe als »k.u.k. Kammermusikus«. Sein Jahresgehalt: 800 Gulden – allerdings sind mit dem Honorar auch keine Verpflichtungen verbunden. Der Kaiser bittet Mozart außerdem, den »Don Giovanni« für das Ensemble des Wiener Nationaltheaters zu überarbeiten. Trotz aller Bemühungen wird die Aufführung nur ein mäßiger Erfolg: Dem erlauchten Publikum sind die Theatereffekte zu pompös und zu überladen, die Musik wird als zu kompliziert empfunden.

[Bearbeiten] 1789 – Das Krisenjahr: Trotz aller Erfolge droht die Pleite

Als sich der Konflikt zwischen den Staaten Südosteuropas und dem Osmanischen Reich 1787 wieder einmal zuspitzte, machte sich Wolfgang Amadeus noch keine Sorgen. Doch die Folgen des Türkenkriegs bekommt auch er bald zu spüren: Durch die Kriegssteuer wird alles teurer, der Adel verläßt Wien und zieht sich auf die Landgüter zurück. Das kulturelle Leben in der Stadt kommt zum Erliegen, die Einnahmequellen versiegen. Die Krise trifft Mozart unvorbereitet, er ist jemand, der im Hier und Jetzt lebt, ans Sparen hat er nie gedacht.

Um Aufträge zu bekommen, geht er im Frühjahr 1789 auf Reisen. In Prag stellt man ihm einen Opernvertrag in Aussicht. In Dresden, Leipzig und Berlin gibt er viel besuchte Konzerte. In Potsdam bekommt er vom preußischen König Friedrich Wilhelm II. Kompositionsaufträge für sechs Streichquartette und sechs Klaviersonaten. Obwohl sich die Reise finanziell gesehen als Erfolg erweist, ist der Musiker nicht zufrieden. An Constanze schreibt er: »Du mußt dich bei meiner Rückkunft schon mehr auf mich freuen, als auf das Geld.«

Im Juni kehrt Wolfgang Amadeus nach Wien zurück, einen Monat später wird Constanze schwer krank. Sie ist mittlerweile zum fünften Mal schwanger – von den ersten vier Kindern hat allerdings nur eines überlebt. Mozart läßt Ärzte kommen. Die Mediziner diagnostizieren ein schweres Fußleiden – eine eiternde Wunde droht den Knochen anzugreifen. Zur Nachbehandlung werden Schwefelbäder im Kurort Baden empfohlen. Um die Arztbesuche und den teuren Kuraufenthalt bezahlen zu können, muß sich der Komponist von einem Logenbruder Geld leihen. Die Biografen werden später darüber spekulieren, ob die Ursache der Verschuldung Constanzes Krankheit, Wolfgangs sorgloser Umgang mit Geld oder seine Neigung zum Glücks- und Billardspiel war. Sicher ist: Das Ehepaar Mozart ist heilfroh, als Joseph II. seinem Kammermusikus den Auftrag für die Karnevalsoper im Jahr 1790 zuschanzt. Während sich Constanzes Gesundheitszustand langsam bessert, arbeitet Wolfgang Amadeus an »Così fan tutte«.

[Bearbeiten] 1790 – Musik für die Massen: Abschied von der Hofmusik

Mozart kennt sein Publikum genau. Er weiß, daß die Herrschaften, die die teuren Logenplätze im Nationaltheater abonniert haben, Heiter-fröhliches schätzen: Gefragt sind seichte, konventionelle Stücke mit glücklichem Ausgang. Doch genau diese Art von Oper findet Wolfgang Amadeus langweilig. Obwohl er in seiner finanziellen Notsituation allen Grund hätte, sich bei den Zuschauern einzuschmeicheln, erarbeitet er zusammen mit dem Theaterdichter Lorenzo da Ponte ein überaus provokatives Stück: »Così fan tutte« zeigt die Gefahren der Liebe, eine Sturzflut ambivalenter Gefühle und Leidenschaften, die nur durch den Damm der Treue aufgehalten werden können. Auch diese Oper paßt ins Weltbild Kaiser Josephs II., der seine Untertanen zu vernünftigem und aufgeklärtem Verhalten motivieren will. Den Geschmack des adeligen Publikums im Nationaltheater trifft sie nicht. »Così fan tutte« wird fünfmal mit mäßigem Erfolg aufgeführt, dann stirbt am 20. Februar 1790 Joseph II. und die Bühne wird vorübergehend geschlossen.

Nach der Wiedereröffnung unter Kaiser Leopold II. verschwindet die Oper schnell vom Spielplan. Der neue Herrscher hat andere musikalische Vorlieben als sein Vorgänger: Provokative Stücke sind ihm ein Greuel, im Nationaltheater will er Inszenierungen sehen, die dem höfischen Publikum gefallen. Mozart merkt schnell, dass der neue Herrscher nicht viel von seinen Stücken hält und will sich auch nicht anpassen. Stattdessen sucht er sich ein neues Publikum. Als ihn sein alter Freund Emanuel Schikaneder bittet, für das Vorstadttheater »Freihaus auf den Wieden« eine Oper zu komponieren, sagt er zu. Das Freihaustheater ist berühmt für seine Effekte. Knechte und Adelige, Bürger und Handwerker kommen hierher, um sich zu amüsieren. Es gibt Flugmaschinen, Aufzüge und Apparaturen, die Wasserfälle erzeugen können. Nun, als Wolfgang Amadeus für das Freihaustheater schreibt, betritt er künstlerisches Neuland: Kein freier Komponist vor ihm hat je für die Massen geschrieben. Die Premiere von Mozarts neuer Oper »Zauberflöte« am 30. September 1791 wird ein umwerfender Erfolg: In einem Monat ist das Stück 25-mal ausverkauft: Die Zuschauer kommen Stunden vor Vorstellungsbeginn, um sich einen Platz auf den Holzbänken zu sichern. Die Musik Mozarts, die bisher der Highsociety vorbehalten war, erreicht nun alle Gesellschaftsschichten.

Ende November erkrankt der Komponist. Die Ärzte verordnen Aderlaß und kalte Umschläge, doch sie können den 35-Jährigen nicht retten. Am 5. Dezember 1791 stirbt Wolfgang Amadeus Mozart in seiner Wohnung in der Rauensteingasse.

[Bearbeiten] Verfilmungen

  • 1942: Wen die Götter lieben – Regie: Karl Hartl
  • 1955: Mozart – Reich mir die Hand, mein Leben – Regie: Karl Hartl
  • 1984: Amadeus – Regie: Milos Forman
  • 1984: Wir drei – Regie: Pupi Avati
  • 2005: Der Wadenmesser – Regie: Kurt Palm
  • 2006: Mozartkugeln – Regie: Larry Weinstein
  • 2006: Mozart – Ich hätte München Ehre gemacht. Regie: Bernd Fischerauer,

[Bearbeiten] Verweise

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