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XV. Kosaken-Kavallerie-Korps
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Geschichte des XV. Kosaken Kavallerie Korps
Als die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg im Zuge der "Operation Barbarossa" die Sowjetunion angriff und weite Teile des Landes eroberte, wurde sie in vielen Gebieten, wie zum Beispiel in der Ukraine, als Befreierin vom stalinistischen Joch empfunden. Daher liefen nicht nur Rotarmisten zur Wehrmacht über, sondern auch Zivilisten schlossen sich spontan den deutschen Truppen an. Unter diesen Freiwilligen, die zuerst in der Etappe bei Versorgungstruppen als "Hilfswillige" eingesetzt wurden, befanden sich von Anfang an zahlreiche Kosaken. Naturgemäß vergrößerte sich die Anzahl der Kosaken innerhalb der Wehrmacht, als diese in ihre Stammesgebiete am Don, am Kuban und in den kaukasischen Vorlanden vorrückten, sodaß schon die ersten reinen Kosakeneinheiten entstanden. Oberst Helmuth von Pannwitz war von diesen reitenden Kämpfern so angetan, daß er bald mit de Idee hausieren ging, aus allen verschiedenen Kosaken-Formationen eine geschlossene Truppe zu bilden. Trotz einzelnen Widerstandes auf Seite des deutschen Militärs, die vor allem ideologisch bedingt war, fand Pannwitz Unterstützung in verschiedenen ranghohen Offizieren wie Stauffenberg, Köstring oder von Kleist, aber auch vom Reichsführer SS Heinrich Himmler. Schließlich wurde Pannwitz am 8.11.1942 durch das Oberkommando des Heeres (OKH) "zum Kommandeur aller Kosakenformationen ernannt. In einer Erläuterung zu diesem Befehl war ausdrücklich davon die Rede, daß dem Oberst von sofort an alle Kosakenverbände zuzuführen seien, die in einer Heeresgruppe als Freiwillige bereits Dienst täten." Diese Einheit führte zunächst den Decknamen "Reiterverband von Pannwitz", da man befürchtete, Hitler selbst könnte einer kosakischen Einheit abgeneigt sein. Er erfuhr jedoch davon, als er Pannwitz das Eichenlaub zum Ritterkreuz verlieh, nachdem Pannwitz einen schwierigen Auftrag erfolgreich abschloß. Die Abzeichnung der Tragödie von Stalingrad dürfte ausschlaggebend dafür gewesen sein, daß sich Hitler den Kosaken nicht gänzlich abgeneigt zeigte.
Die 1. Kosakendivision
Als sich die deutschen Verbände zurückziehen mußten, schlossen sich ihnen viele Zivilisten an, die vor dem Bolschewismus fliehen wollten. Die Kosaken von Pannwitz sicherten diese Rückzugsbewegungen während mehr und mehr Kosaken von den sowjetischen Streitmächten zu den deutschen überliefen. Wenige Monate später gab das OKH offiziell den Befehl, die 1. Kosakendivision aufzustellen; auf dem Truppenübungsplatz von Mielau in Ostpreußen sollte dies erfolgen. Hierhin kamen nun alle Kosakenverbände, die aus den übrigen Heeresgruppen herausgelöst wurden, und auch ihr Troß, bestehend aus Frauen, Kindern und alten Männern, und einzelne Freiwillige und Kriegsgefangene. Die Zusammensetzung der einzelnen Regimenter der 1. Kosakendivision basierte auf der Zugehörigkeit zu den großen Kosakenvölkern (wie z.B. Don-, Kuban-, Terek- und Sibirisches Regiment). Die meisten Offiziere waren Deutsche. Kaum deutsches Rahmenpersonal hatten die Plastunbrigaden. Plastun war die Bezeichnung für die pferdelosen Kosaken, die seit dem Mittelalter als Grenzwachen eingesetzt wurden. Dieser Name wurde folglich für die Infanterie wiederverwendet. Neben den Kosaken befanden sich noch Kalmücken und Angehörige anderer Nationen unter Sowjetherrschaft, die aus den Kriegsgefangenenlagern rekrutiert wurden, in dieser 10.000-15.000 Mann starken Division.
Die Uniformierung
Die Uniformierung der Kosakeneinheiten wies Besonderheiten auf, etwa die Kopfbedeckung der typischen Pelzmützen oder die Lampassen, die Seitenstreifen an den Hosen, deren Farbe über die Regimentszugehörigkeit Bescheid gab. Die Regimentsabzeichen wurden am linken Unterarm getragen, viele ältere Kosaken trugen außerdem Auszeichnungen aus der Zaren- und Bürgerkriegszeit.
Der Einsatzraum
Kroatien und Bosnien wurden zum Einsatzraum der Division, weil sich berittene Einheiten besonders gut zur Partisanenbekämpfung im unwegsamen Gelände eigneten. Eine der Hauptaufgaben war es, Bahnstrecken und Straßen zu sichern. Die Kosaken begegneten der brutalen Kriegsführung der Partisanen ebenfalls mit einiger Härte.
Die Erweiterung der Division zum XV. Kosaken-Kavallerie-Korps
Am 26. August kam es zu einem Gespräch zwischen Himmler und Pannwitz. Himmler hatte die Absicht, die Kosakendivision den Freiwilligenverbänden seiner Waffen-SS als XV. Kavallerie-Korps anzuschließen. Die Aussicht auf bessere Ausrüstung und Bewaffnung, die der Wehrmacht zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr zur Verfügung stand, ließ Pannwitz zusagen. Dennoch erfolgte diese Eingliederung rein formell, denn de facto wurde bis zum Kriegsende die Besoldung der Kosaken und des Rahmenpersonals von den entsprechenden Wehrmachtsstellen vorgenommen. Ebenso wurden auf den neu erhaltenen Uniformstücken alle Insignien entfernt, die auf eine Zugehörigkeit zur Waffen-SS schließen ließen. Das XV. Kosaken-Kavallerie-Korps bestand nun aus 3 Divisionen, nachdem die letzen Kosakenverbände, inklusive die an der Westfront in Frankreich eingesetzten, aus den anderen Heeresteilen ausgegliedert und ins vormalige Jugoslawien verlegt worden waren. Seit Dezember 1944 hatte das Kosaken-Korps nicht nur mit den titoistischen Partisanen zu kämpfen, sondern auch mit der "Roten Armee", die bis zur Drau vorgerückt war. Außerdem mußte der Rückzug deutscher Einheiten von Griechenland kommend gedeckt werden. In diese Situation fällt auch der Beschluß vom März 1945, das XV. Kosaken-Kavallerie-Korps dem General Wlassow, Kommandeur der aus russischen Freiwilligen bestehenden Befreiungsarmee, zu unterstellen. Beim selben Kongreß wurde auch General von Pannwitz zum obersten Feldatamann aller Kosakenheere ernannt.
Rückzug und Kapitulation
Bis Mai 1945 war das Kavallerie Korps mit der Sicherung der Drau beschäftigt, als sich aber das jähe Kriegsende abzeichnete, versuchten sich die Einheiten schnellstmöglich auf süddeutsches Gebiet zurückzuziehen, weil dort keine Partisanentätigkeit zu befürchten war und man sich von einer Kapitulation vor britischen Truppen eine humanere Behandlung versprach. Als am 8. Mai 1945 die Nachricht über die Kapitulation der deutschen Wehrmacht eintraf, wurde die Aufforderung, sich den Partisanen zu ergeben, ignoriert, die 1. Division zog sich auf deutsches Reichsgebiet zurück, während die 2. Division noch in Kämpfe verwickelt wurde und erst am 11. Mai 1945 Unterdrauburg erreichte. Am 12. Mai kamen die letzten Einheiten in britisch besetztes Gebiet. Die Briten sprachen nicht von einer Gefangennahme sondern lediglich von einer Internierung. Nicht alle Waffen mußten abgeliefert werden, damit sich das Korps vor kommunistischen Tito-Partisanen, die auf deutsches Gebiet in Okkupationsabsicht vorgerückt waren, schützen konnte. Vor der Waffenabgabe nahm General von Pannwitz bei Griffen noch die letzte Parade seiner berittenen Truppen ab. Dann rückten die Regimenter in die ihnen zugewiesenen Zonen bei Neumarkt, Feldkirchen, Althofen u.a. ab.
Auslieferung an die Sowjetunion
Pannwitz blieb bis zum 26. Mai Korpskommandant, tags darauf wurde er mit anderen ranghohen Offizieren in ein ehemaliges Arbeitslager überstellt. Einige Angehörige des deutschen Rahmenpersonals konnten nach Mauterndorf evakuiert werden, wo sie neue Papiere erhielten. Der Rest, über 500 Korpsangehörige und rund 18.000 Kosaken, wurde in ein Lager nach Griffen gebracht. Von dort wurden sie am 28. Mai nach Weitenfeld abtransportiert. Noch am selben Tag wurden alle Angehörigen des deutschen Rahmenpersonals aus den Lagern geholt und in Judenburg (Steiermark) den Sowjettruppen übergeben. Am selben Tag wurden auch die rund 2.000 Offiziere des Kosaken-Stans ausgeliefert, die unter dem Vorwand einer fingierten Konferenz tags zuvor in ein Lager gesperrt worden waren. Schon am Abend des 29. Mai war die Masse des XV. Kosaken-Kavallerie-Korps in Judenburg an die Sowjetunion ausgeliefert. Das unmenschliche Verhalten der Briten wird bis heute mit einer vertraglichen Verpflichtung zur "Repatriierung befreiter Kriegsgefangener", die sie mit dem Sowjet-Diktator abgeschlossen hatten begründet. Aber abgesehen davon, daß ein großer Teil der Soldaten und alle Familienangehörigen keine Gefangenen waren, sondern aus freiem Entschluß mit der deutschen Armee vor dem Sowjetterror aus ihrer Heimat geflohen, war darüberhinaus auch ein großer Anteil der Offiziere schon vor der roten Herrschaftserrichtung emigriert und damit gar nie Bürger der "Sowjetunion" gewesen und besaß eine "westliche" Staatsbürgerschaft. In diesen Fällen muß man auch bei vollkommen gefühlloser juristischer Sicht von einem Verbrechen sprechen. Daß die Engländer dann auch noch die besten Pferde stahlen und nach England schafften war dagegen fast ein marginales Verbrechen, aber natürlich ein klarer Akt der Plünderung. Pannwitz wurde 1947 mit anderen kosakischen Offizieren wie Krasnow, Schkuro oder Domanow in einem Schauprozeß zum Tode verurteilt und hingerichtet. Offiziere und mit Orden ausgezeichnete Kosaken wurden für 25 Jahre in die Lager geschickt, angesichts der dortigen Bedingungen ein Todesurteil mit unbestimmtem Vollstreckungsdatum. Die ersten Deutschen konnten 1949 aus den sibirischen Lagern in die Heimat zurückkehren, 1953 kamen die letzten Angehörigen des Rahmenpersonals nach Hause, die die Schrecken des Lagers überlebt haben. Unklar ist weiterhin, wie hoch die Anzahl der in den Lagern zu Tode gefolterten Kosaken ist.