Zeugen Jehovas

Aus Metapedia

Wechseln zu: Navigation, Suche
Meldung vom 6. September 1935 über das Verbot der „Bibelforscher“ in Danzig

Die Zeugen Jehovas (früher [Ernste] Bibelforscher genannt) sind eine im ausgehenden 19. Jahrhundert in den VSA von Charles Taze Russell gegründete Religionsgemeinschaft, die ihren Glauben nur von ihrem eigenen Verständnis der Bibel ableitet. Die Glaubensinhalte der Zeugen Jehovas orientieren sich deutlich an der jüdischen Denk- und Lebensweise, wie sie im Alten Testament beschrieben wird. Für sie beinhaltet die Bibel die von Gott offenbarte religiöse Wahrheit, welche die Grundlage aller religiösen Lehre ist. Angebetet wird gemäß ihres Glaubens „der allmächtige und ewige Gott“ Jehova. Es ist eine Lehre, nach der bald die Vernichtung des (bösen) Systems der Dinge auf Erden erfolgen wird, den nur die wahren Gläubigen überleben werden (Bibeloffenbarung). Nach eigenen Angaben der Zeugen Jehovas ist das anglo-amerikanische System der Feind.

Auffällig sind die Zeugen Jehovas durch ihre stetig betriebenen Missionsversuche, die absolute Verweigerung von Bluttransfusionen, ihre strikte Wehrdienstverweigerung und die Ablehnung aller religiösen und „weltlichen“ Feste, wie beispielsweise Geburtstag oder Weihnachten.

Im August 1950 wurde die Vereinigung nach kurzem Intermezzo auch in der DDR verboten.

Inhaltsverzeichnis

Positionen

Bluttransfusionen

Kennzeichnend für die Zeugen Jehovas ist die absolute Verweigerung von Bluttransfusionen. Sie bestehen auf medizinischen Behandlungsalternativen ohne Austausch von Blut, die inzwischen von den meisten Medizinern akzeptiert und verwendet werden. So halten sich die Zeugen Jehovas an das biblische Gebot, sich des Blutes zu enthalten.[1] Zwar lehnen die Zeugen Jehovas Bluttransfusionen aus religiösen Gründen ab, doch inzwischen wird von vielen anerkannt, daß so die Übertragung tödlicher Krankheiten, wie AIDS und Hepatitis, verringert wird und Kosten gespart werden.

Begangene Feste

Weiterhin besteht eine weitgehende Ablehnung aller Arten von Festen, die nach Auffassung der Zeugen Jehovas einen „heidnischen“ Bezug haben, wie beispielsweise Geburtstag, Polterabend, Weihnachten oder Silvester. Da die Zeugen Jehovas versuchen, sich streng an die Richtlinien der ersten Christen zu halten, gibt es für sie keine christlichen und weltlichen Feiern, außer dem jährlichen Gedenktag zum Tod Jesu Christi am 14. Nisan des israelitischen Mondkalenders. Eingesetzt wurde diese Feierlichkeit von Jesus selbst beim letzten Abendmahl.)[2]

Zu jenem Gedenktag, der sich wie Ostern in Sonnenkalendern beständig verschiebt, werden auch Nichtmitglieder im Rahmen der Hausbesuche eingeladen. Die Feierlichkeit läuft andächtig und würdevoll ab, und mehrere Redner beleuchten das Wirken Jesu und den Wert seines „Loskaufsopfers“. Den Höhepunkt bildet das symbolische Herumreichen von ungesäuertem Brot (meistens Knäckebrot) und Rotwein. Da nach Auffassung der Wachtturm-Organisation allein 144.000 „Geistgesalbte“ bei ihrem Tod in den Himmel aufsteigen werden, um mit Jesus über die Erde zu regieren, nimmt die Zahl derjenigen Gedächtnismahlteilnehmer, die von Brot und Wein nehmen, beständig ab und liegt derzeit bei ca. 4.000 weltweit.

Politische Neutralität und radikaler Pazifismus

Wehrdienst

Die Zeugen Jehovas lehnen den Wehrdienst grundsätzlich ab und verweigern diesen. Sie betrachten sich als neutral gegenüber den weltlichen Mächten. Nach dem Ausspruch Jesu: „Gebt Caesar was Caesars ist, aber Gott, was Gottes ist.“ – hierbei wird der Gehorsam gegenüber dem Staat und das Zahlen von Steuern betont, solange dadurch nicht direkt biblische Gebote verletzt werden z. B. durch Töten und Morden untereinander und anderer Menschen.

Verhalten während der beiden Weltkriege

Den Zeugen Jehovas wird von einigen Gegnern sowie ehemaligen Mitgliedern vorgeworfen, positiv über den Nationalsozialismus geurteilt zu haben.[3] Sie wurden damals in vielen Ländern verfolgt. Im Ersten Weltkrieg weigerten sich die Zeugen Jehovas, die Kriegspropaganda der VSA gegen das Deutsche Reich mitzutragen, da diese verlangte, Kriegshetze in den zwei von den Zeugen Jehovas herausgegeben Zeitschriften zu verbreiten. Daraufhin wurden viele der damaligen (leitenden) Bibelforscher verhaftet und inhaftiert. Inhaftierungen wurden auch in anderen Ländern vollzogen. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Zeugen Jehovas ebenso inhaftiert.

Am 25. Juni 1933 fand eine Tagung der Religionsgemeinschaft in Berlin statt. Im Anschluß an diese wurde unter dem zweiten Präsidenten der Zeugen Jehovas, Joseph Franklin Rutherford, ein Schreiben mit einer beigefügten Erklärung an den damaligen Reichskanzler Adolf Hitler gerichtet, welche auch durch den deutschsprachigen „Wachtturm“ („Watch Tower“) verbreitet wurde. Darin wurde der Punkt 24 des Programmes der NSDAP als gerechter Grundsatz bezeichnet. Dort wird von den Nationalsozialisten die Freiheit des Glaubenbekenntnisses gefordert, solange es nicht der staatlichen Ordnung oder der deutschen Sittlichkeit zuwiderläuft.

Die Zeitschriften „The Watch Tower“ und „Bible Student“ gehörten zu den einzigen Zeitschriften der VSA, die eine Kriegspropaganda gegen das Deutsche Reich verweigerten und deshalb während des Krieges in den VSA verboten wurden. Ebenso beteiligten sich die Zeugen Jehovas nicht an der Greuelpropaganda gegen das deutsche Volk, sondern bezogen sogar Stellung wider diese.

Revisionistische Geschichtsschreibung

Klassischer Angriffspunkt der Wissenschaft und der meisten anderen Religionsgemeinschaften gegen die Wachtturm-Gesellschaft (WTG) ist deren revisionistische Geschichtsschreibung in bezug auf die Regierungszeiten von Königen antiker Reiche – darunter vor allem Israel und Babylon. Von Nabonid (dem letzten Herrscher des neubabylonischen Reiches; Einnahme Babylons durch die Meder und Perser im Jahr 539 v. d. Z.) ausgehend in die Vergangenheit schreitend führt die WTG keine Regierungszeiten der Könige mehr an. Nur bei Nebukadnezar II. wird noch eine Jahreszahl erwähnt – diese aber ist um 20 Jahre gegenüber der allgemein akzeptierten und beweisbaren Chronologie weiter in die Vergangenheit verschoben.[4]

Der Grund für diese Verschiebung liegt in der abenteuerlichen Konstruktion eines Zeitpunktes (7. Ab 607 v. d. Z.; richtig: 7. Ab 587 v. d. Z.) für die Exilierung der Israeliten durch Nebukadnezar II. Von diesem Zeitpunkt ausgehend werden 2.520 Jahre in die Zukunft gerechnet, um im Jahr 1914 anzukommen. Da in diesem Jahr der Erste Weltkrieg ausbrach, wird er mit der Reinigung des Himmels assoziiert, worin Jesus Christus Satan vertrieb und letzterer nun auf der Erde wütet (Off 12:7–12). Nachfolgend zu jenem Datum schlossen sich einige Großereignisse um die WTG an, deren Zeitabstände voneinander als Erfüllung mehrerer biblisch-prophetischer Zeitspannen ausgedeutet werden.[5] Aus dieser Konstellation heraus legitimiert sich die WTG selbst als „der treue und verständige Sklave“ (Mat 24:45–47) und damit als „Gottes Sprachrohr“ oder die „einzig wahre Religion“.

Wann immer man die WTG oder einzelne Anhänger mit ihrer falschen Chronologie konfrontiert, verweigert sie die Diskussion und läßt angeblich allein die Bibel als Quelle chronologischer Daten zu. Die Wissenschaften werden als per se unzuverlässig diffamiert. Daß die Bibel selbst (auch die wachtturmeigene „Neue-Welt-Übersetzung“ bis auf zumindest eine Textfälschung) mit der modernen Wissenschaft einig geht und damit klar der Wachtturm-Chronologie widerspricht, will niemand ihrer Mitglieder wahrhaben. Logische Folge davon wäre, den Status als „einzig wahre Religion“ mit dem „Segen Jehovas“ aufzugeben, was zum Untergang der Sekte führen würde.

Eine der weiteren Folgen dieser „Haus-Chronologie“ führt zur Bibelfälschung. Auf der Suche nach einer biblischen Legitimation der Sonderlehre „Israels 70 Jahre in Babylon“ griffen die Übersetzer der Neue-Welt-Übersetzung in Jer 29:10 zu einer vorsätzlichen Falschübersetzung der hebräischen Präposition „le“. Aus

„Denn dies ist, was Jehova gesagt hat: ‚In Übereinstim­mung mit der Erfüllung von siebzig Jahren für Babylon werde ich euch meine Aufmerksamkeit zuwenden, und ich will euch gegenüber mein gutes Wort bestätigen, in­dem ich euch an diesen Ort zurückbringe.‘“

hat man

„Denn dies ist, was Jehova gesagt hat: ‚In Übereinstim­mung mit der Erfüllung von siebzig Jahren in Babylon werde ich euch meine Aufmerksamkeit zuwenden, und ich will euch gegenüber mein gutes Wort bestätigen, in­dem ich euch an diesen Ort zurückbringe.‘“

gemacht. Damit verändert die WTG die Bedeutung der 70 Jahre von an Babylon vollziehend zu 70 Jahren des Volkes Israels in Babylon. Da die seriöse Geschichtsschreibung ca. 50 Jahre Exilierung Israels nachweist, hat die WTG damit die benötigten 20 Jahre Differenz für ihre Sonderlehre gewonnen. Kurioserweise widerspricht die Studienausgabe der Neue-Welt-Übersetzung (Rbi8-X, 1986) in ihrem Anhang 3b „Hebräische Präfixe und Suffixe“ dieser Falschübersetzung.

Einige Mitglieder der Zeugen Jehovas wurden allein schon dafür ausgeschlossen (exkommuniziert) und aufs übelste verleumdet, daß sie es unternommen hatten, diesbezügliche nicht von der WTG ausgegebene Literatur zu lesen oder gar eigene kritische Nachforschungen über dieses Thema anzustellen.

Unbiblisches Verhalten

  • Wöchentliche Verletzung des Sabbats, da genau wie bei den allermeisten christlichen Religionen der Sonntag zum 7. Tag der Woche erklärt bleibt. Dies geht auf eine Machtdemonstration eines Papstes in der Frühzeit der Christenheit zurück.
„Des Sabbattages gedenkend,[6] um ihn heiligzuhalten,[7] sollst du sechs Tage Dienst leisten[8] und all deine Arbeit tun.[9] Aber der siebte Tag ist ein Sabbat[10] für Jehova, deinen Gott.[11] Du sollst keinerlei Arbeit tun, [weder] du noch dein Sohn, noch deine Tochter, [noch] dein Sklave, noch deine Sklavin, noch dein Haustier, noch dein ansässiger Fremdling, der innerhalb deiner Tore ist.“[12] — 2Mo 20:8–10
  • Bibelfälschung in Jer 29:10
„Denn dies ist, was Jehova gesagt hat: ‚In Übereinstimmung mit der Erfüllung von siebzig Jahren in Babylon werde ich euch meine Aufmerksamkeit zuwenden,[13] und ich will euch gegenüber mein gutes Wort bestätigen, indem ich euch an diesen Ort zurückbringe.‘“[14] — Jer 29:10
„Ich lege vor jedermann Zeugnis ab, der die Worte der Prophezeiung dieser Buchrolle hört: Wenn jemand einen Zusatz zu diesen Dingen macht,[15] wird Gott ihm die Plagen hinzufügen,[16] die in dieser Buchrolle geschrieben stehen; und wenn jemand irgend etwas von den Worten der Buchrolle dieser Prophezeiung wegnimmt, wird Gott dessen Teil von den Bäumen des Lebens[17] und aus der heiligen Stadt[18] wegnehmen, Dinge, die in dieser Buchrolle geschrieben stehen.“ — Off 22:18–19

Filmbeitrag

Literatur

  • Walter-Jörg Langbein: Lexikon der biblischen Irrtümer. Von A wie Auferstehung Christi bis Z wie Zeugen Jehovas. Langen Müller, München 2003, ISBN 3-7844-2922-X, Artikel: Zeugen Jehovas: Wie ein falscher ›Gottesname‹ entstand, S. 174–178
  • Klaus-Dieter Pape: Die Angstmacher. Wer (ver)führt die Zeugen Jehovas. Benno-Verlag, Leipzig 1998

Verweise

Fußnoten

  1. Apostelgeschichte 15:29; sowie 1. Mose 9:3, 4; 3. Mose 7:26, 27; 17:1, 2, 10-12; 5. Mose 12:23-25
  2. Luk 22:19–20
  3. Vgl.: Die Zeugen Jehovas – Totengräber ihrer Glaubensbrüder unter Adolf Hitler
  4. Um die Übersicht über die vielen Herrscher von Ägypten bis Zweistromland zu behalten, lege man sich einen Zeitstrahl mit eingezeichneten Herrschaftsdauern der Könige an, wie bereits unter Betrachtung über die Beweislinie der Königsfolge geschehen.
  5. Dies sind die 1.260 Tage, 1.290 Tage und 1.335 Tage aus den Bibelbüchern Daniel und Offenbarung.
  6. „Gedenkend“. Hebr.: sachṓr. Das hebr. Wort ist kein Imperativ, sondern ein Infinitivus absolutus, eine Verbform, bei der die Zeit unbestimmt ist.
  7. 2Mo 16:23, 2Mo31:13, 5Mo 5:12
  8. Od.: „sollst du ... arbeiten“. Gr.: ergái (sprich: ergá).
  9. 2Mo 23:12, 5Mo 5:13, Luk 13:14
  10. „Ein Sabbat“. Hebr.: schabbáth.
  11. 2Mo 34:21
  12. 2Mo 16:29, 5Mo 5:14, Ne 13:16, Joh 7:23
  13. 2Ch 36:21, Esr 1:1, Jer 27:22, Da 9:2, Sach 1:12, Sach 7:5
  14. 5Mo 30:3, Esr 2:1, Jer 24:6
  15. 5Mo 4:2, 5Mo 12:32, Spr 30:6, Joh 20:30, 2Ko 11:4, Gal 1:8, 1Jo 4:3
  16. 2Jo 9, Off 15:1
  17. Off 2:7, Off 22:2
  18. Off 21:2
Meine Werkzeuge
In anderen Sprachen