Zins

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Zins ist diejenige Menge Geldes, die bei Rückzahlung oder zur Laufzeit eines Kredites zusätzlich fällig wird. Die Forderung von Zins auf Zinsen heißt demzufolge Zinseszins. Zins ist stets eine Option auf die Zukunft und setzt, da die volkswirtschaftliche Güterproduktion einzelner Nationen nicht so ohne weiteres vermehrbar ist, Inflation zwingend voraus.[1] Der Zins kann volkswirtschaftlich auch als arbeitsloses (müheloses) Einkommen definiert werden, welches sich im Güterpreis niederschlägt.[2] Der Zins gilt daher vielen ethischen Lehren als ein Schmarotzer (Parasit) an der schaffenden Arbeit einer Volkswirtschaft. Die Gegenposition dazu, der Geldverleih – welcher für den Gläubiger stets auch das Risiko eines Teil- oder Totalverlusts wegen Rückzahlungsunfähigkeit des Schuldners in sich birgt – müsse einen entsprechenden Preis haben und dieser Preis sei der Zins, ist jedoch kaum von der Hand zu weisen.

Inhaltsverzeichnis

Zinswirtschaft

Zins und exponentieller Zinseszins

In einer auf dem Zins und Zinseszins fußenden Finanzwirtschaft ist die produzierende Wirtschaft gezwungen, immer mehr Waren in immer kürzeren Zeiträumen zu produzieren, um der durch die stetig anwachsenden Zinsverpflichtungen zwangsläufig steigenden Geldmenge (Inflation) einen entsprechenden realen Gegenwert an Waren entgegenstellen zu können. Ebenso muß die Konsumnachfrage in gleicher Weise immer schneller anwachsen oder künstlich erzeugt werden. Scheitert dies ab einem bestimmten Punkt, entsteht eine Geldentwertung mit einhergehender Teuerungsrate und letztlichem Währungszerfall. Da jedes Zinseszinssystem zu exponentiellem Wachstum führt, steigt die Kurve des zu bedienenden Kreditzinses irgendwann steil nach oben. Zu berücksichtigen ist hierbei allerdings der zu allen Zeiten stattfindende Kreditausfall (zum Beispiel durch Insolvenz des Schuldners – ein gewisses Argument für einen moderaten Zins im Sinne eines Risikoaufschlags), welcher diesen Prozeß zumindest anfangs noch verlangsamt.

Leitzinsanhebung im Dezember 2015

Im Dezember 2015 hat die amerikanische Zentralbank Federal Reserve (FED) den Leitzins um 25 Basispunkte angehoben (gleich plus 0,25 %); dies geschah damals nach einer Periode, in der fast zehn Jahre lang nur Zinssenkungen stattgefunden hatten und etwa sieben Jahre hindurch bereits eine strikte Niedrigzinspolitik von der Zentralbank verfolgt worden war. Schon diese minimale Anhebung des Leitzinses führte in den folgenden Wochen zu schweren Börsenturbulenzen (→ Börsensturz 2016). Das regelwidrige Vorgehen von Zentralbanken, selbst herausgegebene Staatsanleihen aufzukaufen, führt zu einer krassen Verzerrung aller Preissignale und fälscht Erwartungen und Einschätzungen. Dem in Rechnern vorgehaltenen Giralgeld entspricht dann – über kurz oder lang – nichts Reales in der realen Welt der Waren, Immobilien und Dienstleistungen mehr. Ökonomische Handelskreise gehen dann über in den Zustand der „Blase“ („bubble“): Aktienwerte, Währungswerte, Lohnhöhe und Außenhandelspreise sind rein fiktiv und können sich über Nacht (typischerweise über ein Wochenende) in nichts auflösen.

Negativzinsen und Bargeldverbot

Den Einlagenzins für Banken (für den sogenannten „Interbankenhandel“) hat die EZB für den Euroraum im Frühjahr 2016 auf minus 0,4 % festgelegt. Zugleich senkte sie, in der Verantwortung von Mario Draghi, den EZB-Leitzins auf 0,0 %. Dieser Vorgang, von manchen Kritikern „Abschaffung der Kapitalwirtschaft“ genannt, kommt einem Todesurteil für Abermillionen Lebensversicherungen gleich, die ja mit Garantiezins abgeschlossen wurden. Auch Abermillionen Betriebsrenten, deren Erträge zinsbasiert sind, können so nicht bewirtschaftet werden und stehen in der Gefahr, vollständig wertlos zu werden. Millionen Rentner, die jetzt fürchten müssen, in die Rentenbesteuerung zu rutschen, ahnen nicht einmal, wie es tatsächlich um ihre Betriebsrenten steht.

Den Strukturwandel im Bankengewerbe, den die jahrelange Niedrigzinspolitik der Zentralbanken (und die Pläne der Hintergrundmächte zum Bargeldverbot) zwingend einleitet, beschreibt ein Weltnetz-Kommentator so:

„Ausgerechnet die Sparkassen – die Erfinder des Weltspartages – übernehmen die Vorreiterrolle. Schon bald müssten Deutschlands Bankkunden wohl flächendeckend Strafzinsen für ihre Ersparnisse zahlen, kündigte vor Kurzem Verbandspräsident Georg Fahrenschon an. Doch negative Nominalzinsen sind eigentlich gar nicht erforderlich: Überall drehen die Geldhäuser derzeit an der Gebührenschraube. Den Kunden wird bald Hören und Sehen vergehen. [...] Wenn Deutschlands Sparer in nicht allzu fernen Zeiten für ihre Bankeinlagen mit Negativzinsen zur Kasse gebeten werden, könnte man mit Fug und Recht von Strafzinsen sprechen. Das Sparen als eine deutsche Tugend wird bestraft. Klingt nicht wirklich gut. Und deshalb sprechen die Banker intern mittlerweile eher von ›Parkgebühren‹. Die Kommunikationsstrategie gegenüber dem Kunden steht damit fest: Die Banken verwahren das Geld des Kunden angeblich sicher auf ihren Konten, dafür wird aber eine Gebühr fällig – vergleichbar mit der kurzfristigen Miete eines Parkplatzes in der Innenstadt. Ein starkes Argument hätten die Banker: Die rapide steigende Zahl von Wohnungseinbrüchen spricht nicht unbedingt dafür, größere Mengen Bargeld zu Hause zu lagern. Und da die Polizei-Ressourcen dringend gebraucht werden, um Marathon-Blitzer-Aktionen durchzuführen und Fußballspiele zu überwachen, ist nicht davon auszugehen, dass die Ordnungskräfte bald mehr unternehmen, um das Hab und Gut der Bürger zu schützen.“[3]

Vor dem Hintergrund auch nur einer geringen Inflation entsprechen langjährige Niedrigzinsen bereits einem Kapitalschwund auf seiten des Sparers.[4] Der riskante Schritt, den Banken nun vollziehen wollen, nämlich sogar nominelle Negativzinsen einzuführen, zwingt Sparer zu der Rechenaufgabe, welche Kosten die private Lagerung ihres Bargeldes ihnen selber verursacht (oder verursachen würde). Dies sind: Tresorkosten, Ausbau mechanischer und elektronischer Sicherungsanlagen, eigene Transferkosten für dann erforderliche Barüberweisungen usw. Wie stark belasten ihn diese Kosten im Verhältnis zum Kapitalverlust durch nominelle Negativzinsen? Die EZB läßt die Ausgabe der 500-Euro-Scheine zum Jahresende 2018 auslaufen. Sie erhöht damit absichtlich die privaten Lagerungs- (und Sicherungs-)kosten von Bargeld.

Der Sparer wird nicht gefragt, ob er zur Wertaufbewahrung weiterhin Münzen und Scheine will (eine strikte Grundgesetzgarantie nach Artikel 14 GG übrigens), sondern ihm wird vorgeschrieben, was er als sogenannten „Fortschritt“ zu akzeptieren hat: das geplante Bargeldverbot.[5]

Zitate

  • „Der Urzins, der also das Wertverhältnis zwischen Gegenwarts- zu Zukunftsgut bezeichnet, ist für jeden immer und überall positiv, er kann nicht auf null fallen, geschweige denn negativ werden. Das ist keine Verhaltensannahme, sondern folgt aus der Logik, aus der der Mensch handelt. Der Marktzins, der sich aus dem Urzins und einer Preis- und Kreditausfallprämie zusammensetzt, kann allerdings sehr wohl in den Negativbereich absinken. Das kann dann der Fall sein, wenn die Inflationserwartungen negativ sind und sie gleichzeitig den Urzins übersteigen. Der Marktzins kann aber auch negativ werden, wenn die Zentralbank ihn künstlich in den Negativbereich herabdrückt. Letzteres wird seit einiger Zeit von einigen Zentralbanken – wie etwa im Euroraum, Japan und der Schweiz – bei den Kurzfristzinsen praktiziert. [...] Beginnen die Vermögenspreise irgendwann zu fallen, einhergehend mit einer enttäuschenden Wachstums- und Beschäftigungsentwicklung, ist absehbar, was passieren wird: Man ruft die Zentralbanken dazu auf, die anstehende Deflation-Depression zu ›bekämpfen‹; es wird gefordert, die Zinsen noch weiter abzusenken und zu akzeptieren, dass die Marktzinsen noch weiter in den Negativbereich heruntergedrückt werden. Und spätestens dann, wenn der verbliebene Zinsspielraum voll und ganz ausgeschöpft ist, wächst die allgemeine Bereitschaft, die elektronische Notenpresse zur Schuldenmonetisierung zu akzeptieren. Es dürfte offensichtlich geworden sein, wie destruktiv eine falsche Zinstheorie wirkt, die verneint, dass der Urzins in der Welt des menschlichen Handelns niemals null oder gar negativ sein kann. Theorien und Politiken, die gegen diese Erkenntnis arbeiten, sich ihr widersetzen, sind nicht nur Unfug und zum Scheitern verurteilt. Sie fügen auch der großen Zahl der Menschen gewaltigen Schaden zu.“ — Thorsten Polleit[6]
  • „Ich habe ja schon immer gesagt, dass die Derivate nicht ewig existieren werden. Eines Tages wird das Ende der Derivatemärkte kommen und wir werden ein neues System aufbauen, welches auf Gold oder einer anderen Währung basiert, die nicht willkürlich von irgendwelchen Akademikern oder Zentralbanken multipliziert werden kann. Philosophisch gesehen reicht die Geschichtsschreibung jetzt etwa 5.000 Jahre zurück, bis hin zu den alten Tagen von Babylon. Doch nie zuvor in dieser Zeit waren die Zinsen so niedrig, wie heute. Und nie zuvor hatten wir negative Zinssätze. Sie sind das Werk einer Handvoll verrückter Akademiker, die die weitläufigen Hallen der Glasgebäude bevölkern, die wir Zentralbanken nennen. Dass wir diesen Leuten so viel Macht geben und zulassen, dass sie faktisch über einen großen Teil der Welt herrschen, ist eine Schande für die Menschheit und vor allem für die Demokratie.“ — Mark Faber[7]

Siehe auch

Verweise

Literatur

Tondateien

Fußnoten

  1. Es sind hier zwei Weltbilder streng zu unterscheiden: Das arbeitende Volk dient der Wirtschaft und so dem Kapital, oder das Kapital dient der Wirtschaft und die Wirtschaft dient dem Volk.
  2. Der Güterverkehr zwischen Nationen wird zwischenfinanziert; zur Zwischenfinanzierung der Handelsgeschäfte dienen die Banken. Bis zum Endverbraucher (Volk) haben sich ca. 20–30 % Zins am Endgüterpreis aufgehäuft.
  3. Negativzinsen: Wo die Banken jetzt abkassieren, AnonymousNews.ru, 21. November 2016
  4. Tabu-Bruch in Bayern: Raiffeisenbank verlangt Negativzinsen nun auch von Privatkunden, Unzensuriert, 12. August 2016
  5. Michael Brückner: Negativzinsen: Wo die Banken jetzt abkassieren, Kopp Online, 12. Mai 2016
  6. Thorsten Polleit: Keine Welt ohne Zins, GoldSeiten.de, 26. Juni 2016
  7. Mark Faber über das Bargeldverbot und den Gold-Hass der Wall Street, GoldSeiten.de, 24. Februar 2016 (Das Gespräch führte Mike Gleason)
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