Zoellick, Robert

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Robert Zoellick (2007)

Robert Bruce Zoellick (Lebensrune.png 25. Juli 1953 in Naperville, Illinois) ist ein VS-amerikanischer Politiker. Er gehörte den Regierungen der VS-Präsidenten George H. W. Bush und George W. Bush an. Vom 1. Juli 2007 bis 30. Juni 2012 war Zoellick Präsident der Weltbank.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Herkunft

Robert (Bruce) Zoellick wurde am 25. Juli 1953 in Evergreen Park, Illinois, als Sohn von William T. und Gladys Zoellick geboren. Die Familie hat Vorfahren aus Deutschland (→ Deutschamerikaner), deren Wurzeln bis nach Rostock zurückreichen. Zusammen mit seinem vier Jahre älteren Bruder, William (Zoellick, Jr.), wuchs er in Naperville, nahe Chicago, auf.

Ausbildung

Nachdem er 1971 die Naperville Central High School abgeschlossen hatte, ging er zum Swarthmore College, eine Privat-Universität in der Nähe von Philadelphia, Pennsylvanien, wo er im Jahre 1975 seine Ausbildung mit Auszeichnung abschloß. Er erhielt ein Stipendium für die renommierte Elitehochschule Harvard University, studierte an der Harvard Law School Jura und an der Harvard’s University John F. Kennedy School of Government Politikwissenschaften. Im Jahre 1981 schloß er seine Studien mit einem J. D. (Juris Doctor), wiederum mit Auszeichnung, magna cum laude und dem M. P. P. (Master of Public Policy) ab.

Wirken

Nach ersten beruflichen Erfahrungen Zoellicks am Berufungsgericht in Washington und im VS-Justizministerium wurde in den 1980er Jahren James A. Baker auf den Harvard-Absolventen aufmerksam. Unter Baker, von 1985 bis 1988 VS-Finanzminister und 1989 bis 1992 Außenminister in den Regierungen der Präsidenten Ronald Reagan (1981-1989) und George Bush (1989-1993), war Zoellick Abteilungsleiter im Finanzressort (ab 1985) und danach im State Department (Außenministerium) als Staatssekretär für Wirtschaftsfragen zuständig (ab 1989).[1]

Hier hatte Zoellick 1989/1990 vor der deutschen Teilvereinigung als VS-Chefunterhändler maßgeblichen Anteil am „Gelingen“ der Zwei-plus-Vier-Verhandlungen zwischen der BRD, der DDR und den vier Besatzungsmächten. Ebenso war er mit den Verhandlungen über das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) und dem Abschluß der Uruguay-Runde befaßt. In dieser Zeit erwarb sich Zoellick den Ruf eines für offene Märkte eintretenden Freihändlers (→ Freihandel). 1991/1992 war er als „Sherpa“ des Präsidenten für die Vorbereitung der Weltwirtschaftsgipfel (G-7-Treffen) zuständig. In Bushs letztem Regierungsjahr diente Zoellick diesem ab August 1992 als stellvertretender Stabschef.[1]

Als der demokratische Präsident Bill Clinton 1993 ins Weiße Haus einzog, ging Zoellick in die Privatwirtschaft und arbeitete bis zum Jahr 2000 in leitender Position sieben Jahre lang bei der führenden VS-Hypothekenbank „Fannie Mae“. Dazu war er Berater bei dem später von einem Bilanzskandal erschütterten Energiekonzern Enron und bei der jüdischen Investmentbank Goldman Sachs. Er nahm auch diverse Lehraufträge zu sicherheitspolitischen Themen wahr und war 1998-1999 Direktor des renommierten Washingtoner Denkfabrik Center for Strategic and International Studies.[1]

Im Präsidentschaftswahlkampf des Jahres 2000 gehörte Zoellick mit Condoleezza Rice zum außenpolitischen Beraterteam des republikanischen Kandidaten George W. Bush. Nach seinem knappen und äußerst umstrittenen Sieg gegen Al Gore bei den Präsidentschaftswahlen im November 2000 berief Bush' Zoellick im Januar 2001 zum neuen Handelsbeauftragten der VSA mit Kabinettsrang. Zoellick war Nachfolger von Charlene Barshefsky. Als oberster Unterhändler für den Außenhandel bewies Zoellick in der Folge viel diplomatisches Geschick. Gegenüber dem zunehmend skeptischen VS-Kongreß beharrte er auf dem Prinzip des Freihandels. Zwar gab er der Forderung nach Stahl-Schutzzöllen nach, rang dem Parlament 2002 aber für Bush wichtige Vollmachten in der Handelspolitik („Trade Promotion Authority“; TPA) ab. Zu seinem Gegenüber bei der Europäischen Union (EU), Pascal Lamy, entwickelte er, „konziliant im Stil, hart in der Sache“,[2] einen persönlichen, guten Draht. Mit Lamy ging er in teilweise schwierigen Verhandlungen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) praktisch alle größeren Handelsstreitigkeiten zwischen den VSA und der EU an. Während man sich in den Bereichen Stahlzölle, Agrarsubventionen oder Steueroasen für VS-Unternehmen näher kam, blieb der Konflikt um staatliche Flugzeugbeihilfen (Airbus, Boeing) bis 2005 ungelöst. Mehrfach drohte dabei ein „Handelskrieg“. Ebenso brachte Zoellick diverse bilaterale und regionale Freihandelsabkommen auf den Weg. Die im November 2001 in Doha gestartete WTO-Welthandelsrunde sowie das Nachfolgetreffen in Cancun im September 2003 brachten allerdings keine greifbaren Ergebnisse.[1]

Nachdem Zoellick Ende 2004 noch als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge vom jüdischen Weltbank-Präsidenten James Wolfensohn gehandelt wurde, berief ihn der für eine zweite Amtszeit bestätigte Präsident Bush im Januar 2005 zum stellvertretenden Außenminister im Gefolge der neuen State-Department-Chefin Condoleezza Rice (Nachfolgerin von Colin Powell). Die Personalentscheidung wurde als Ausdruck der von Bush nach den schweren Verstimmungen und Differenzen über den Irak-Krieg (2003) propagierten Wiederannäherung an die Europäer interpretiert. Denn Zoellick galt als Befürworter enger transatlantischer Beziehungen und pragmatischer Vertreter nationaler Interessen, der zähes Verhandeln einem konfrontativen Stil vorzog.[3] Beobachter sahen in Zoellick wie in seinem Ziehvater Baker einen Vertreter der republikanischen „Realisten“, den innerparteilichen Gegnern der Neokonservativen in der Bush-Administration.[4]

Zoellick war ab Juli 2005 Verhandlungsführer für einen neuen strategischen Dialog zwischen den VSA und Cina. Neben der China-Politik war er als VS-Vizeaußenminister auch für Lateinamerika zuständig. Reputation in Afrika erwarb er sich 2006 durch seine Bemühungen um eine Lösung in der sudanesischen Krisenregion Darfur.[1]

Im Juni 2006 gab Zoellick seinen Rücktritt und seinen Wechsel zu der Neuyorker Investmentbank Goldman Sachs bekannt. Als ein Grund für seine Demission, über die wochenlang spekuliert worden war, galt nach Medienberichten, daß Präsident Bush Zoellick zuvor bei der Nachfolge des zurückgetretenen Finanzministers John Snow nicht berücksichtigt hatte. Neuer VS-Finanzminister wurde stattdessen der bisherige CEO von Goldman Sachs, Henry Paulson. Bei Goldman Sachs hatte Zoellick den Vorsitz der internationalen Beratergruppe inne.[1]

Schon ein Jahr später kehrte Zoellick von der Wirtschaft wieder in die Politik zurück: Im zweiten Anlauf (s. o.) rückte er zum 1. Juli 2007 auf den Posten des Weltbank-Präsidenten. Zuvor war der von der Bush-Administration nominierte, aber auch außerhalb der VSA mit seinen internationalen Kontakten hoch angesehene Zoellick einstimmig vom 24-köpfigen Direktorium der Weltbank gewählt worden. Zoellick war Nachfolger von Paul Wolfowitz, der Mitte Mai nach langem Zögern und auf internationalen Druck hin zurücktreten mußte. Der seit 2005 amtierende Weltbank-Chef zog damit die Konsequenzen aus einer Affäre um die Versetzung und finanzielle Besserstellung seiner Lebensgefährtin, der ehemaligen Weltbank-Mitarbeiterin Shaha Riza.[1]

Weltbank

VS-Präsident George W. Bush schlug Zoellick am 29. Mai 2007 als Nachfolger für den zurückgetretenen Paul Wolfowitz für das Amt des Präsidenten der Weltbank vor. Am 25. Juni bestätigte der Exekutivrat der Weltbank die Wahl Zoellicks einstimmig und am 1. Juli übernahm er die Amtsgeschäfte.

BRD-Referenzen

Mitgliedschaften / Ämter

Familie

Zoellick ist seit 1980 mit Sherry Lynn Ferguson verheiratet.

Filmbeitrag

Interview - Robert Zoellick (2007)

Verweise

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Munzinger-Archiv GmbH, 2007
  2. Handelsblatt, 7. Januar 2005
  3. „Das nette Gesicht der Bush-Regierung“, wie das Handelsblatt (7. Januar 2005) schrieb.
  4. vgl. Financial Times Deutschland, 7. Januar 2005
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