Zweiter Weltkrieg
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Der Zweite Weltkrieg war der zweite auf globaler Ebene geführte Krieg sämtlicher Großmächte des 20. Jahrhunderts und stellt den bislang größten und verlustreichsten Konflikt in der Menschheitsgeschichte dar. Zugleich war dieser Krieg in Europa der größte Kampf des deutschen Volkes um seine Freiheit und Selbstbestimmung, den das Deutsche Reich letztendlich gegen eine Übermacht an Feinden unterschiedlichster Interessen und Ideologien nach einem beispiellosen und heldenhaften Abwehrkampf verlor.
Auslöser in Europa war der sogenannte Polenfeldzug, der die Sicherung der Reichsgrenzen gegen polnische Übergriffe notwendig machte. Diese Schutzmaßnahme erfolgte am 1.September 1939 mit dem Beschuß des durch polnisches Militär besetzten deutschen Reichsgebietes Westerplatte bei Danzig und der Wiedereingliederung der durch den sogenannten Versailler Vertrag abgeschnittenen deutschen Gebiete mit der nachfolgenden vorübergehenden Besetzung Polens durch deutsche und russische (sowjetische) Truppen. Die Wiedereingliederung der deutschen Gebiete wurde zuvor durch Adolf Hitler mehrfach verschoben, um doch noch zu einem Verhandlungsergebnis mit Polen kommen zu können, die damals extrem nationalistisch geprägte polnische Regierung ging aber auf die Vorschläge nicht ein.
Die Ausweitung des Kriegs auf die Vereinigten Staaten und Asien erfolgte durch den japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7.Dezember 1941 und dadurch, dass das Deutsche Reich und Italien vier Tage später den Vereinigten Staaten den Krieg erklärten.
Die Eskalation erfolgte in den Jahren 1940/41 durch die Weigerung Englands, deutschen Friedensvorschlägen entgegenzukommen. Das letzte Friedensangebot an England richtete Adolf Hitler in seiner Rede vom 19. Juli 1940. England zog es jedoch mit dem Ziel einer weiteren Schwächung Deutschlands vor, ein Bündnis mit Rußland unter dem kommunistischen Diktator Stalin einzugehen und nahm somit die Ausweitung zu einem Weltkrieg (wie zuvor schon einmal im Ersten Weltkrieg) billigend in Kauf.
Der Zweite Weltkrieg endete mit der vollständigen Niederlage der Achsenmächte am 8.Mai 1945 in Europa und am 2.September des selben Jahres in Asien mit der japanischen Kapitulation.
Ein Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der Sowjetunion sollte den Frieden zwischen diesen Nationen zunächst sichern und Osteuropa wurde in deutsche und sowjetische Interessensphären aufgeteilt. 1941 brach jedoch die deutsche Seite den Nichtangriffspakt durch eine Invasion der Sowjetunion, um dem geplanten drohenden Angriff der Roten Armee zuvorzukommen (siehe: Präventivkriegsthese).
Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor nahmen schließlich die Vereinigten Staaten von Amerika auf Seiten der Alliierten am Kriegsgeschehen teil.
Der Zweite Weltkrieg forderte ca. 55 bis 60 Millionen Menschenleben. Er war von Seiten der Alliierten und Achsenmächte durch zahlreiche Kriegsverbrechen an Soldaten und besonders an der Zivilbevölkerung geprägt. So erlaubte die rasche Entwicklung der Rüstungsindustrie großflächige Bombardierung ganzer Wohngebiete in Europa und Asien vor allem durch anglo-amerikanische Terrorbomer. Den Höhepunkt dieser Entwicklung bildeten die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki.
Nach dem Krieg brach die Schein-Allianz der Siegermächte auseinander. Wie zuvor durch Adolf Hitler vorausgesagt, etablierten sich unter Führung der Supermächte Sowjetunion und USA die weltanschaulichen Gegensätze und Machtinteressen der sich bildenden Staatenblöcke und mündeten in den Kalten Krieg.
Da der Zweite Weltkrieg lediglich durch Waffenstillstände beigelegt wurde, und nicht durch einen Friedensvertrag, ist der Kriegszustand bis heute offiziell nicht beendet. Auf dem Territorium des Deutschen Reiches wurden die Besatzungskonstrukte BRD, DDR und RP Österreich errichtet, der östliche Teil des Reiches wurde unter vorübergehende polnische, tschechische, litauische und sowjetische Verwaltung gestellt.
[bearbeiten] Vorgeschichte und Kriegsziele
- Hauptartikel: Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges in Europa
[bearbeiten] Vorgeschichte
In den 1920er und 1930er Jahren erlangte in Teilen Europas der Faschismus als politische Richtung zunehmend Bedeutung. Benito Mussolini ergriff mit dem Marsch auf Rom 1922 die Macht in Italien. 1936 eroberte Italien Äthiopien, im April 1939 wurde Albanien annektiert.
In Spanien wurde von 1936 bis 1939 der Spanische Bürgerkrieg zwischen einer hauptsächlich durch Republikaner, Sozialisten und Kommunisten geführten Volksfrontregierung und Anhängern einer durch General Franco geführten Militärregierung ausgetragen. Frankreich und die Sowjetunion lieferten der „Volksfront“ Waffen und Kriegsmaterial, während Italien und Deutschland die Truppen der Nationalisten unterstützen. Hitler entsandte zu diesem Zweck die Legion Condor, welche entscheidend zum Sieg Francos beitrug.
In Deutschland spielte der Nationalsozialismus eine immer größer werdende Rolle, der 1933 mit der Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler seinen Höhepunkt fand. Die Revision der Deutschland aufgezwungenen internationalen Ordnung nach dem sogenannten Versailler Vertrag, schon ein Ziel früherer deutscher Regierungen während der Zeit der Weimarer Republik, gehörte zum Programm des neu errichteten Führerstaates. Mit dem Beitritt des Saargebiets zum Deutschen Reich 1935, dem Einmarsch in das entmilitarisierte Rheinland 1936, dem Anschluß Österreichs und der Eingliederung des Sudetenlandes im Münchner Abkommen 1938 wurden die ersten beiden Ziele weitgehend erfüllt und durch die englische und französische Appeasement-Politik begünstigt. Selbst nach dem Einmarsch in die so genannte „Resttschechei“ im März 1939 gab es lediglich Proteste auf britischer und französischer Seite. Kurz darauf gab Litauen unter dem Zeichen vertraglicher Einigung und unter politischem Druck das zuvor annektierte Memelland wieder an das Deutsche Reich zurück, die Slowakei wurde ein eigener Staat und durch einen Schutzvertrag eng an Deutschland gebunden. England und Frankreich wollten das deutsche Hegemoniestreben eingrenzen und gaben Polen und auch Rumänien eine Garantieerklärung ab, die kurze Zeit später in ein förmliches Bündnis zu Polen umgewandelt wurde.
Durch den sogenannten Versailler Vertrag wurde Ostpreußen vom Reiche getrennt und Posen, große Teile Westpreußens und Ostoberschlesien trotz deutscher Bevölkerungsmehrheit dem damals neu gegründeten polnischen Staat zugesprochen. Unzählige Lösungsvorschläge in der Zeit der Weimarer Republik, um Ostpreußen wieder dem Reiche anzugliedern, wurden ignoriert. Erst Adolf Hitler versuchte durch erneute Vorschläge, das Korridorproblem gemeinsam mit Polen zu lösen, da die polnischen Übergriffe auf die Zivilbevölkerung bereits eine Flüchtlingswelle ausgelöst hatten, der Status der deutschen Stadt Danzig immer unhaltbarer wurde und Ostpreußen durch die Abtrennung seines wirtschaftlichen Hinterlandes beraubt war. Einer der Vorschläge Adolf Hitlers war eine Volksabstimmung zumindest im Korridorgebiet. Die anderen riesigen deutschen Gebiete sollten Polen zugesprochen werden. Bei mehrheitlich deutscher Abstimmung sollte am Fluß Netze eine neue Grenze gezogen werden, Polen sollte eine exterritoriale Straße und Eisenbahnlinie nach Gotenhafen (Gdingen) erhalten. Bei mehrheitlich polnischer Abstimmung sollte Deutschland eine exterritorial Straße nach Ostpreußen erhalten. Dieser Vorschlag wurde ebenso wie alle anderen deutschen Lösungsvorschläge durch Polen auf Grund der englischen Garantieerklärung abgelehnt. Die Antwort war die polnische Mobilmachung im März 1939, die völkerrechtswidrige Besetzung Danzigs mit polnischem Militär und ein polnischer Truppenaufmarsch im Korridor.
Im August 1939 schlossen Deutschland und die Sowjetunion überraschend einen Nichtangriffspakt, später Hitler-Stalin-Pakt genannt. In einem geheimen Zusatzprotokoll des Paktes wurde die Aufteilung Europas in geographisch genau bezeichnete, aber ansonsten nicht näher definierte „Interessensphären“ beschlossen. Dies lief letztlich auf die Aufteilung Polens in Einflußsphären zwischen Deutschland und der UdSSR sowie die einseitige Eroberung bzw. Besetzung weiterer Gebiete (u.a. der baltischen Staaten und Finnlands) sowie weiter Teile Rumäniens durch die UdSSR hinaus.
Die japanische Expansionspolitik begann in den 1930er Jahren, als der Einfluss der militärischen Führung auf die kaiserliche Regierung immer stärker wurde. Man verstand sich als anti-westliche Schutz- und Ordnungsmacht, die dazu auserkoren war, die anderen ostasiatischen Völker zu beherrschen. Die Rohstoffvorkommen und das Reservoir an Arbeitskräften, das die Nachbarländer boten, sollten der japanischen Wirtschaft zugute kommen. Das Hauptinteresse galt zunächst der Republik China, deren stark industrialisierte Region Mandschurei bereits 1931 annektiert und zum Protektorat Mandschukuo erklärt wurde. Als Reaktion auf die internationalen Proteste trat Japan 1933 aus dem Völkerbund aus, 1936 schloss es sich dem Antikominternpakt an.
1937 begann der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg. Den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Europa nutzte Japan zur Besetzung von Französisch-Indochina und weiterer Regionen Südostasiens. In der Folge verhängten die USA und das Vereinigte Königreich ein Embargo und froren die finanziellen Mittel Japans ein. 1940 unterzeichnete Japan den Dreimächtepakt mit Deutschland und Italien. Das Embargo hatte fehlende Rohstofflieferungen seitens der europäischen Verbündeten zur Folge, so dass Japan in einem Krieg mit den imperialistischen USA und Großbritannien die einzige Möglichkeit sah, seine Ambitionen abzusichern.
[bearbeiten] Deutsche Kriegsziele und Kriegführung
Die Kriegsziele Hitlers waren unter anderem eine umfassende Revision des sogenannten Versailler Vertrages und die Neuordnung des europäischen Kontinents unter deutscher Hegemonie. Das Ziel, den Versailler Vertrag zu revidieren, wurde von allen im Parlament vertretenen Parteien der Weimarer Republik getragen. Auch die Kommunisten agitierten für eine radikale Revision des Versailler Vertrags. 1923 deutete zum Beispiel Karl Radek den Friedensvertrag als Werkzeug des „Ententekapitals“, also des französischen und angloamerikanischen Finanzkapitals zur Ausbeutung deutscher Arbeiter. Clara Zetkin argumentierte im gleichen Jahr, der Sturz der Regierung diene „zur Befreiung des Vaterlands“ von den französischen Besatzungstruppen. 1930 verkündete Die Rote Fahne eine „Programmerklärung zur nationalen und sozialen Befreiung des Deutschen Volkes“, woraufhin der sozialdemokratische Vorwärts konstatierte: „Die KPD wird nationalistischer als Hitler“. Winston Chuchill erkannte bezüglich der Forderungen Deutschlands: „Aber selbst das Deutschland von Stresemann war nicht geneigt [wie Hitler], unter die deutschen Forderungen einen Strich zu ziehen oder die territoriale Vertragsposition Polens [gemäß Versailles] hinzunehmen.“[1]
Nach seiner Wahl zum Reichskanzler bekräftigte Hitler, gegenüber Frankreich keine Revisionsansprüche zu haben. (vgl.: Rede vom 06. Oktober 1939 (Adolf Hitler)). Gegenüber der Frage der deutschen Ostgebiete war die Hitler-Regierung die erste, die zu Zugeständnissen an Polen bereit war und die polnischen Grenzen anerkennen wollte. Wie Gerd Schultze-Rhonhof dokumentiert, war Hitler bis zuletzt um eine friedliche Lösung der Danzigfrage bemüht.
Der deutsche Jude Emil Ludwig (auch Emil Cohn) sagte im Juni 1934: "Hitler will nicht den Krieg, aber er wird dazu gezwungen werden."[2]
[bearbeiten] Englische Kriegsziele
Das Kriegsziel England war es Deutschland endgültig zu schwächen, wie es die englische traditionelle Politik, immer gegen die stärkste europäische Landmacht vorzugehen, war. Auf britischer Seite ist man offener, dies einzugestehen: "Wir sind 1939 nicht in den Krieg gezogen, um Deutschland vor Hitler ... den Kontinent vor dem Faschismus zu retten. Wie 1914 sind wir für den nicht weniger edlen Grund in den Krieg eingetreten, daß wir eine deutsche Vorherrschaft in Europa nicht akzeptieren konnten".[3]
Winston Churchill erklärte bereits 1936 US-General Robert E. Wood: „Deutschland wird zu stark. Wir müssen es zerschlagen.“[4] Im Rundfunk legte er dementsprechend offen: „Wir werden Hitler den Krieg aufzwingen, ob er will oder nicht.“[5][6] Zum ehemaligen Reichskanzler Brüning sagte Churchill 1938: "Was wir wollen ist die restlose Vernichtung der deutschen Wirtschaft."[7] Am 3. September 1939, also noch vor dem Polenfeldzug, teilte Churchill in einer Rundfunkrede mit: "Dieser Krieg ist Englands Krieg. Sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands."[8] In seiner Antrittsrede nach Übernahme der Regierung am 10. Mai 1940 sagte Winston Churchill: "Dieser Krieg ist ein englischer Krieg, und sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands."[9] 1940, als neuernannter Ministerpräsident, erklärt Churchill: "Ich führe keinen Krieg gegen Hitler, sondern ich führe einen Krieg gegen Deutschland."
Lord Halifax, englischer Botschafter in Washington, erklärte 1939: "Jetzt haben wir Hitler zum Krieg gezwungen, so daß er nicht mehr auf friedlichem Wege ein Stück des Versailler Vertrages nach dem anderen aufheben kann".[10]
Der sowjetische Außenminister Molotow sagte in einer Rede am 31.10.1939: "Die Furcht, ihre Vorherrschaft zu verlieren, diktierte der britischen und französischen Regierung ihre Politik der Aufhetzung zum Krieg gegen Deutschland. Die britische Regierung proklamiert, daß der Krieg gegen Deutschland nicht mehr und nicht weniger als die Vernichtung des Hitlerismus zum Ziele habe. Ein solcher Krieg kann aber auf keine Weise gerechtfertigt werden."
Generalmajor J.F.C. Fuller resümierte in seinem 1948 erschienenen Buch „The Second World War“: "Nicht die politischen Lehren Hitlers haben uns in den Krieg gestürzt. Anlaß war der Erfolg seines Wachstums, eine neue Wirtschaft aufzubauen. Die Wurzeln des Krieges waren Neid, Gier und Angst."[11]
Über die Rolle Englands ist im Mai 2008 bei der renommierten Verlagsgruppe Random-House das Buch Churchill, Hitler und der unnötige Krieg von Patrick Buchanan erschienen. Der renommierte Schriftsteller Nicholson Baker legte dazu im selben Jahr mit seinem Buch „Human Smoke“ eine Sammlung von Zitaten vor.
[bearbeiten] Kriegsverlauf
[bearbeiten] Polenfeldzug 1939
- Hauptartikel: Polenfeldzug, Deutsche Besetzung Polens 1939–1945
Dieser "Angriff" war im engeren Sinne eine Verteidigungsmaßnahme gegenüber Polen, um die Drangsalierung der deutschen Bevölkerung in Polen und die ständigen Grenzprovokationen Polens endlich wirksam zu unterbinden. Im Zuge dieser Übergriffe kamen tausende Volksdeutsche ums Leben oder flohen aus ihrer angestammten Heimat.
Das polnische Großmachtstreben nach dem ersten Weltkrieg hatte für die Deutschen im Grenzland zu Polen und den durch Polen annektierten deutschen Gebieten mit mehrheitlich deutscher Bevölkerung auf Grundlage des sogenannten Versailler Vertrages bis zu diesem Zeitpunkt unerträgliche Ausmaße angenommen. Die damals durch den polnischen Staat zensierte, Pilsudski nahestehende Zeitschrift "Mocarstwowiec" - "Die Liga der Großmacht" - schrieb zum Beispiel im Jahre 1930:
- "Wir sind uns bewußt, daß Krieg zwischen Polen und Deutschland nicht vermieden werden kann. Wir müssen uns systematisch und energisch für diesen Krieg vorbereiten. Die heutige Generation wird sehen, daß ein neuer Sieg bei Grunwald (Anspielung auf die Schlacht bei Tannenberg 1410) in die Seiten der Geschichte eingeschrieben wird. Aber wir werden dieses Grunwald in den Vorstädten von Berlin schlagen. Unser Ideal ist, Polen mit Grenzen an der Oder im Westen und der Neiße in der Lausitz abzurunden und Preußen vom Pregel bis zur Spree einzuverleiben. In diesem Krieg werden keine Gefangenen genommen, es wird kein Platz für humanitäre Gefühle sein. Wir werden die ganze Welt mit unserem Krieg gegen Deutschland überraschen."[12]
Der Manchester Guardian schrieb am 14. Dezember 1931 über die Lage: "Die Minderheiten in Polen sollen verschwinden. Die polnische Politik ist es, die dafür sorgt, daß sie nicht nur auf dem Papier verschwinden. Diese Politik wird rücksichtslos vorwärtsgetrieben und ohne die geringste Beachtung der öffentlichen Meinung der Welt, auf internationale Verträge oder auf den Völkerbund. Die Ukraine ist unter der polnischen Herrschaft zur Hölle geworden. Von Weißrußland kann man dasselbe mit noch größerem Recht sagen. Das Ziel der polnischen Politik ist das Verschwinden der nationalen Minderheiten, auf dem Papier und in der Wirklichkeit."
Der deutsche Außenminister von Ribbentrop am 27.08.1939 in einer letzten scharfen Warnung an Polen: (mp3)
Historisch-formal begann der Zweite Weltkrieg am 1. September 1939 um 04.45 Uhr mit dem Beschuß der Westerplatte bei Danzig. Die Westerplatte war deutsches Territorium, das nach dem sogenannten Versailler Vertrag der Kontrolle des Völkerbundes unterstellt und dem sogenannten Freistaat Danzig unterstellt wurde. Im Jahre 1920 besaß dieser aus deutschem Reichsgebiet herausgelöste und künstlich gebildete sogenannte Freistaat ca. 380.000 Einwohner, davon waren ca. 368.000 Deutsche. Die ständigen polnischen Provokationen und verübten Greueltaten an der deutschen Bevölkerung führten schließlich am 1. September 1939 zu der durch Adolf Hitler befohlenen Verteidigungsmaßnahme, die bis heute als Ausbruch des Zweiten Weltkriegs postuliert wird. Voraus gingen eine Reihe von Verständigungsversuchen Polen gegenüber, die jedoch allesamt abgelehnt und verworfen wurden. Die Ursache in der ablehnenden Haltung Polens lag vorrangig in der englischen Garantieerklärung Polen gegenüber, "in jedem Fall" Polen beizustehen. Diese Garantieerklärung war an keinerlei Voraussetzungen gebunden und beinhaltete somit nicht nur den Verteidigungsfall, sondern auch einen möglichen polnischen Angriff auf Deutschland.
Der Krieg brach genau dort aus, wo es der französische Generalfeldmarschall Foch 20 Jahre zuvor bei Abschluss des sogenannten Versailler Vertrages prophezeit hatte. Seit Ende des 1.Weltkriegs stand die seit dem Jahre 1237 deutsche Stadt Danzig unter dem Protektorat des Völkerbundes und Polen versuchte ständig, Danzig mit fast 100% deutscher Bevölkerung unter seine Kontrolle zu bringen. Das Warschauer Abkommen von 1921 erlaubte Polen sogar den Aufbau eines Munitionslagers auf der strategisch wichtigen Danziger Westerplatte. Die Hälfte der Kosten mussten die Deutschen in Danzig dafür aufbringen. Diese Munitionslager wurde vertragsbrüchig von polnischer Seite ständig weiter ausgebaut und zusätzlich wurde völkerrechtswidrig polnisches Militär darauf stationiert mit dem Ziel, Danzig endgültig unter polnische Kontrolle zu bekommen.
Das Linienschiff Schleswig-Holstein erhielt somit zum Schutz der deutschen Bevölkerung in und um Danzig den Auftrag, die Westerplatte bei Danzig zu beschießen, auf der sich völkerrechtswidrig ein polnisches Munitionsdepot befand und polnisches Militär stationiert war. Vom Völkerbund war lediglich eine kleine polnische Wachmannschaft erlaubt. Die Erlaubnis war auf zwei polnische Offiziere, 20 Unteroffiziere und ein kleineres Mannschaftskontingent begrenzt worden. Die Westerplatte war jedoch kein polnisches Staatsgebiet.
In seiner bekannten Rede vom 01. September 1939 vor dem Reichstag sagt Hitler demzufolge auch: "[...] Polen hat heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen. Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten. [...]").
Die persönliche Weisung Hitlers (Geheime Kommandosache Nr. 170/39) vom 31. August 1939 enthielt folgende Passagen:
- „Der Angriff gegen Polen ist nach den für Fall Weiß getroffenen Vorbereitungen am 1.9.39 um 4 Uhr 45 zu führen. […] Im Westen kommt es darauf an, die Verantwortung für die Eröffnung von Feindseligkeiten eindeutig England und Frankreich zu überlassen. […] Eröffnet England und Frankreich die Feindseligkeiten gegen Deutschland, so ist es Aufgabe der im Westen operierenden Teile der Wehrmacht unter möglichster Schonung der Kräfte die Voraussetzung für den siegreichen Abschluss der Operation gegen Polen zu erhalten. […] Die von uns Holland, Belgien, Luxemburg und der Schweiz zugesicherte Neutralität ist peinlich zu achten. […] Die Ostsee ist gegen feindlichen Einbruch zu sichern. Die Entscheidung, ob zu diesem Zweck die Ostsee-Eingänge mit Minen gesperrt werden dürfen, trifft Ob.d.M. […] Die Kriegsmarine führt Handelskrieg mit dem Schwerpunkt gegen England. […] Die Angriffe gegen das englische Mutterland sind unter dem Gesichtspunkt vorzubereiten, daß unzureichender Erfolg mit Teilkräften unter allen Umständen zu vermeiden ist.“ [13]
Den militärischen Angriff begann das deutsche Linienschiff Schleswig-Holstein auf die Westerplatte in Danzig. Hier war, in nach dem sogenannten Versailler Vertrag völkerrechtlich neutralem Gebiet, das bis zum Ende des ersten Weltkrieges zum Deutschen Reich gehörte, polnisches Militär stationiert, um die deutsche Bevölkerung in der Stadt Danzig kontrollieren zu können. Die polnische Armee war der vordringenden Wehrmacht zwar zahlenmäßig ebenbürtig, doch technisch und in der Art der Kriegführung unterlegen. Die polnische Regierung rechnete auf die Unterstützung durch Frankreich und Großbritannien, welche am 2. September aufgrund der „Garantieerklärung vom 30. März 1939“ ein Ultimatum an das Deutsche Reich stellten.
Es forderte den sofortigen Rückzug aller deutschen Truppen aus Polen. Die britisch-französische Garantieerklärung hätte diese Staaten verpflichtet, spätestens 15 Tage nach einem deutschen Angriff selber eine Offensive im Westen Deutschlands zu beginnen. Hitler hoffte, dass die beiden Westmächte ihn ebenso wie beim Einmarsch in die „Resttschechei“ gewähren lassen würden und hatte den Westwall nur schwach besetzt. Dieser Angriff aus dem Westen blieb tatsächlich aus, jedoch erklärten England und Frankreich am 3. September nach Ablauf des Ultimatums Deutschland den Krieg und somit begann der Zweite Weltkrieg.
Am 17. September nach der Zerschlagung der organisierten polnischen Verteidigung durch die Wehrmacht, dem Zusammenbruch des polnischen Staates und der Flucht der polnischen Regierung nach Rumänien begann die Sowjetische Besetzung der zuvor durch Polen geraubten Gebiete des dann sogenannten Ostpolens in Übereinstimmung mit dem geheimen Zusatzprotokoll des Nichtangriffspaktes zwischen dem Deutschen Reich und der UdSSR. Dabei besetzte die Rote Armee Teile des sogenannten Ostpolens (in erster Linie die Westukraine, den westlichen Teil Weißrusslands und das Gebiet um Wilno), ohne dabei auf organisierten militärischen Widerstand zu stoßen. Diese Gebiete waren zuvor in einem polnischen Angriffskrieg der Sowjetunion geraubt worden. Dennoch hatte die Rote Armee 3.000 Opfer zu beklagen. Diese Aktion hatte erst am 18. Dezember 1939 die Deklaration eines Kriegszustandes mit der Sowjetunion seitens der Polnischen Exilregierung zur Folge. Eine Kriegserklärung Englands und Frankreichs an die Sowjetunion erfolgte dagegen merkwürdigerweise nicht.
Am 28. September kapitulierte die Hauptstadt Warschau, nachdem sie am 18. September von deutschen Truppen eingeschlossen worden und am 27./28. einem intensiven Bombardement ausgesetzt war. Angebote zur Kapitulation Warschaus wurden zuvor von polnischer Seite abgelehnt. Einen Tag später folgte die Aufgabe der Festung Modlin.
Am 8. Oktober teilten sich das Deutsche Reich und die Sowjetunion im Abkommen von Brest-Litowsk das eroberte Gebiet durch eine Demarkationslinie, was auch als die „Vierte Teilung Polens“ bezeichnet wurde. Nicht nur die nach dem Versailler Vertrag abgetretenen Gebiete wurden wieder in das Reich eingegliedert, sondern darüber hinaus vorübergehend weite Bereiche Zentralpolens einschließlich der Stadt Lodz. Der Rest Polens wurde deutsches Generalgouvernement, geleitet von Hans Frank. Adolf Hitler bot eine Wiederherstellung Polens in den deutsch besetzten Grenzen an. Eine Erklärung in Hinsicht auf den russisch besetzten Teil Polens war ihm nicht möglich. England unter Churchill hatte jedoch kein Interesse an einer Wiederherstellung der polnischen Souveränität, sondern ihm war primär an einer Eskalation des Konflikts gelegen. Im östlichen Teil Polens gingen die sowjetischen Besatzer derweil brutal gegen „Klassenfeinde“ vor (siehe: Massaker von Katyn)
Der schnelle Sieg über Polen prägte den Begriff „Blitzkrieg“ und die taktische Kriegführung Deutschlands bis Ende 1941.
- Video
Wochenschaubericht über das Versailler Diktat
und die wahren Ursachen des Polenfeldzuges
[bearbeiten] Stellungskrieg an der Westfront 1939
Am 3. September erklärten Frankreich und das Vereinigte Königreich Deutschland den Krieg. Aufgrund dessen begann am 5. September eine begrenzte und eher symbolische Offensive der Franzosen gegen das Saargebiet. Die Deutschen leisteten, trotz der zuvor erfolgten Kriegserklärung Frankreichs, keinerlei Widerstand und zogen sich zum stark befestigten Westwall zurück, um auf Weisung Adolf Hitlers die Möglichkeit eines Friedens nicht zu gefährden. Danach blieb es ruhig an der Westfront. Diese Phase wird als Sitzkrieg (französisch: „drôle de guerre“, englisch: „phony war“) bezeichnet. Bis auf vereinzelte Artilleriescharmützel erfolgten keine weiteren Angriffe. Auf deutscher Seite begannen nun weitere Bemühungen, den Frieden im Westen trotz der vorausgegangenen Kriegserklärungen seitens Frankreich und England dennoch zu sichern. Mit Plakaten und Parolen über Lautsprecher rief man den Franzosen „Warum führt ihr Krieg?“ oder „Wir werden nicht zuerst schießen.“ zu.
Am 27. September erfolgte eine Weisung Hitlers an das Oberkommando des Heeres zur Ausarbeitung eines Präventivplanes, den so genannten „Fall Gelb“. Bis zum 29. Oktober stand der Plan. Er sah vor, dass zwei Heeresgruppen durch die Niederlande und Belgien vorstoßen sollten, um somit sämtliche alliierten Kräfte nördlich der Somme zu zerschlagen.
Letzten Endes fand jedoch 1939 kein Angriff statt. Wegen schlechter Witterungsbedingungen und größeren Verlusten in Polen (22 % Verluste bei den Kampfflugzeugen, 25 % bei den Panzern) als erwartet, verschob Hitler die Abwehr gegen den französischen Agressor insgesamt 29 mal.
[bearbeiten] Der Finnisch-Sowjetische Winterkrieg 1939/40
- Hauptartikel: Winterkrieg
Am 30. November 1939 überrannten sowjetische Truppen unter Marschall Kiril Meretskow im so genannten Winterkrieg die 950 km lange Grenze zu Finnland. Die Rote Armee griff mit 1500 Panzern und 3000 Flugzeugen an und erwartete einen schnellen Sieg, aber die Sowjets unterschätzten die Finnen. Die Rote Armee verlor 200.000 Mann, die Finnen jedoch nur 25.000 Mann. Schweden unterstützte Finnland, ohne allerdings die Neutralität aufzugeben. Ein Eingreifen des Vereinigten Königreichs und Frankreichs gegen die Sowjetunion erfolgte, trotz des eindeutig agressiven Charakters dieses Krieges, nicht. Ein Friedensvertrag, der am 12. März 1940 unterzeichnet wurde, legte fest, dass Finnland Teile Kareliens und die Halbinsel Kalastajansaarento am Nordmeer an die Sowjetunion abtreten musste. Als direkte Reaktion auf den sowjetischen Angriff nahm Finnland 1941 im Fortsetzungskrieg am deutschen Russlandfeldzug teil, um sich die verlorenen Gebiete zurückzuerobern.
Eine wesentliche Folge des Winterkriegs war, dass Stalin mit einer Reorganisation der Roten Armee begann, in deren Verlauf auch Offiziere rehabilitiert wurden, die bei den Säuberungen 1936/37 nach Sibirien verbannt worden waren. Diese Reorganisation trug erheblich dazu bei, dass die Rote Armee 1941 über eine größere Kampfkraft verfügte, als die Deutschen es erwartet hatten.
[bearbeiten] Die Besetzung Dänemarks und Norwegens 1940
- Hauptartikel: Unternehmen Weserübung
Zum Ende des Jahres 1939, nach dem Verlust der französischen Eisenerzeinfuhr, stellten die Lieferungen aus dem neutralen Schweden 40 % des Eisenerzbedarfs für Deutschland dar. Ein weiterer wichtiger Rohstoff war das finnische Nickel. Durch die Erzbahn von Schweden nach Narvik war Norwegen für Deutschland von außerordentlichem wirtschaftlichen und militärischen Wert. Die Briten wollten diese wichtigen Rohstofflieferungen abschneiden, weswegen am 5. Februar 1940 beim obersten franco-britischen Kriegsrat die Planung der Landung von vier Divisionen in Narvik vereinbart war. Die vorgesehene Besetzung des norwegischen Hafens durch die Briten veranlasste das Oberkommando der Wehrmacht, einen zusätzlichen Stab für Norwegen aufzustellen. Am 21. Februar erfolgte eine direkte Weisung Hitlers für die Planung bestimmter Operationen im skandinavischen Raum. Am 1. März wurde das Unternehmen Weserübung endgültig beschlossen. Es sah vor, Dänemark vorübergehend einzunehmen und es als „Sprungbrett“ für die Eroberung Norwegens zu benutzen. Im März kam es zu diversen Angriffen gegen britische Seeeinheiten.
Am 5. April fand die alliierte Operation Wilfred statt, bei der die Gewässer vor Norwegen vermint und weitere Truppen ins Land gebracht werden sollten. Einen Tag später lief auf deutscher Seite das Unternehmen Weserübung an. Dabei wurde fast die gesamte deutsche Flotte mobilisiert und in Richtung Narvik geschickt. Am 9. April begann das Unternehmen endgültig mit der Landung einer Gebirgsjägerdivision vor Narvik.
In Großbritannien hielt man eine Landung der Deutschen für recht unwahrscheinlich, was dazu führte, dass von alliierter Seite nur geringe Gegenmaßnahmen getroffen wurden. Jedoch wurde ebenfalls eine Invasion Norwegens durch englische Truppen vorbereitet. Die deutsche Wehrmacht kam in dieser garndiosen amphibischen Operation einem bereits englischen Angriff auf Norwegen nur um 24 Stunden zuvor. Die Deutschen konnten ihren Brückenkopf ohne größeren Widerstand ausweiten, so dass am 10. April bereits Stavanger, Trondheim und Narvik besetzt wurden, nachdem zuvor bereits Dänemark kampflos besetzt worden war. Großbritannien besetzte daraufhin im Nordatlantik die dänischen Färöer am 12. April.[14]
Vidkun Quisling erklärte zuvor in Berlin, "...daß Absprachen der norwegischen Regierung mit den Engländern über eine mögliche Landung in Norwegen bestünden. Im Juni 1940 wurden beim Frankreich-Feldzug in La Charite an der Loire von deutschen Truppen Geheimakten des französischen Generalstabs erbeutet, die alliierte Pläne für die Schaffung von Fronten in Skandinavien und auf dem Balkan enthielten. Bereits für den 23. März 1940 war ein englischer Vorstoß gegen die norwegische Küste mit anschließender Besetzung geplant gewesen. Endgültig beschloß der Kriegsrat in London am 28. März 1940 den direkten Angriff auf die norwegische Neutralität. Deutschland war durch den "Altmark-Zwischenfall" gewarnt und kam dann mit seiner Besetzung des Landes ab 7. April 1940 den Briten, die am 8. April landen wollten, nur um Stunden zuvor."[15] [16]
[bearbeiten] Der Westfeldzug 1940
- Hauptartikel: Westfeldzug 1940
Während Deutschland den Westwall zur Verteidigung der Front hatte, stand in Frankreich die stark befestigte Maginot-Linie. Die Ardennen galten als natürliche Verlängerung dieser fast 130 Kilometer langen Verteidigungslinie. Die französische Generalität glaubte nicht an einen Vorstoß durch dieses Gebiet, da es besonders für Panzerkräfte als unüberwindbar galt.
Der Plan für einen Feldzug im Westen wurde von Generalleutnant Erich von Manstein mit seinen beiden Mitarbeitern, Oberst Günther Blumentritt und dem damaligen Major i.G. Henning von Tresckow entwickelt. Er sah einen schnellen Vorstoß durch die Ardennen vor, um dann die Alliierten im Norden zu einer Schlacht mit verkehrter Front zu zwingen. Mit der Masse der hier zu versammelnden Panzer- und motorisierten Divisionen gedachte er durch das „Loch in den Ardennen“ zur sogenannten „Operation Sichelschnitt“ bis zur Kanalküste hin anzusetzen.
Am 10. Mai 1940 begann der Durchmarsch deutscher Verbände (Fall Gelb) mit insgesamt sieben Armeen durch die neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg. 136 deutsche standen gegen rund 137 alliierte Divisionen. Bereits an diesem Tag wurde die für uneinnehmbar gehaltene belgische Festung Eben-Emael durch deutsche Fallschirmjäger eingenommen. Am 14. Mai überschritt General Guderian mit seiner Panzergruppe die Maas. Die Royal Air Force versuchte , die deutschen Pionierbrücken über dem Fluss zu zerstören, verlor dabei aber einen Großteil der Flugzeuge. Erst am 17. Mai trat die französische 4. Panzerdivision unter Charles de Gaulle zu einem Gegenangriff auf Montcornet an, der aber wegen starker Attacken deutscher Sturzkampfbomber abgebrochen werden musste. Am 17. Mai wurde Brüssel kampflos übergeben.
Die Niederländer waren, bedingt durch ihre Neutralität im Ersten Weltkrieg, noch weniger als die Belgier auf einen Krieg eingestellt, so dass ihre Armee relativ leicht geschlagen werden konnte. Die Kapitulation der niederländischen Truppen wurde nach der Bombardierung Rotterdams am 14. Mai eingeleitet. Einen Tag später kapitulierten die niederländischen Truppen, und die Regierung sowie Königin Wilhelmina flohen nach London ins Exil. Als Reichskommissar für die Niederlande wurde Arthur Seyß-Inquart eingesetzt.
Am 19. Mai erreichte die deutsche 6. Armee den Fluss Schelde und stieß bis Abbeville vor. Der Vormarsch in diese Gebiete erfolgte so schnell, dass die britischen und französischen Einheiten bei Dünkirchen eingekesselt wurden. Am 27. Mai begann die Operation Dynamo, die mit der Evakuierung von über 338.000 alliierten Soldaten, davon 110.000 Franzosen am 4. Juni 1940 abgeschlossen wurde. Die Panzerstreitkräfte der Heeresgruppe A setzten an diesem Tag den Angriff fort, nachdem Generaloberst v. Rundstedt am 24. Mai einen von Hitler bestätigten Haltebefehl erteilte. Die Gründe für diesen Anhaltebefehl waren die weitere Hoffnung Adolf Hitlers auf einen endgültigen Friedensschluß mit England und Frankreich, die grundlos Deutschland den Krieg erklärt hatten.
Am 4. Juni wurde die Evakuierung, an der etwa 900 Seefahrzeuge teilnahmen, abgeschlossen. Über 337.000 Soldaten, davon 110.000 Soldaten der französischen Armee, und damit fast das gesamte britische Expeditionskorps konnten evakuiert werden. Aus heutiger Sicht stellte der Haltebefehl, der die Evakuierung in diesem Maße ermöglichte, jedoch einen schweren taktischen Fehler dar. Die Fähigkeit, den Krieg fortzusetzen, wäre durch den Verlust der britischen Expeditionsarmee für England deutlich schwieriger, nahezu unmöglich geworden, da neben der großen Soldatenanzahl auch fast die gesamte Masse des alliierten Kriegs- und kriegswichtigen Materials in die Hände Deutschlands gefallen wäre.
Als sich die Briten zurückzogen, bereitete sich Frankreich auf die Verteidigung vor. Fall Rot, so der deutsche Deckname für die zweite Offensive in Frankreich, auch bekannt durch General Weygands Ausspruch, Schlacht um Frankreich, begann am 5. Juni mit einer deutschen Offensive an der Aisne und der Somme. Am 9. Juni überschritten Soldaten der 6. Infanteriedivision die Seine. Mussolini beschloss, am 11. Juni in den Krieg gegen die beiden Westalliierten einzutreten.
Am 14. Juni besetzten Teile der 18. Armee die französische Hauptstadt Paris. Um die Stadt nicht zum Kriegsschauplatz werden zu lassen, wurde sie zuvor von den Franzosen geräumt. Gleichzeitig durchbrach die Heeresgruppe C die Maginot-Linie und die symbolträchtige Festung Verdun konnte ebenfalls eingenommen werden.
Am 17. Juni erklärte Henri Philippe Pétain, Ministerpräsident der neu gebildeten französischen Regierung, die Niederlage Frankreichs.
Am 21. Juni wurden die französischen Unterhändler im Wald von Compiègne von Hitler empfangen. Zur Unterzeichnung der vergleichsweise maßvollen Waffenstillstandsbedingungen kam es gegen Abend des 22. Juni 1940. Der deutsch-französische Waffenstillstand trat erst am 25. Juni um 01:35 Uhr in Kraft. Damit die französische Flotte nicht in deutsche Hände fiel, nahmen die Briten am 3. Juli den algerischen Hafen Mers-el-Kébir unter Beschuss, in dem ein Teil der französischen Kriegsflotte stationiert war.
Nur sechs Wochen und drei Tage hatte der Blitzkrieg im Westen gedauert. Er forderte das Leben von über 135.000 alliierten und etwa 46.000 deutschen Soldaten. Die Schweiz konnte ihre Unabhängigkeit wahren und wurde nie Ziel einer deutschen Offensive. Ab 1944 kam es jedoch auch zu angloamerikanischen Terrorangriffen auf Schweizer Städte. (siehe auch: Die Schweiz im Zweiten Weltkrieg).
Frankreich wurde in zwei Zonen geteilt: Der Norden und Westen Frankreichs war von den Deutschen besetzt. Hier befanden sich wichtige Flugfelder und Marinebasen für die Verteidigung gegen Großbritannien. Die Häfen am Atlantik, insbesondere Brest wurden die wichtigsten Operationsbasen der deutschen U-Boote. Der östliche und südliche Teil Frankreichs blieb unter französischer Kontrolle. Henri Philippe Pétain regierte von Vichy aus den Rest Frankreichs als Marionettenstaat des Deutschen Reichs (Marschall Pétain wurde als Kollaborateur nach dem Zweiten Weltkrieg zum Tode verurteilt, dann aber noch begnadigt). Charles de Gaulle (1890–1970) war Organisator des Widerstandes: „Führer des freien Frankreichs“ vom Exil in London aus.
Die deutschen Besatzungssoldaten waren insbesondere bei den Frauen in Frankreich beliebt, was zu einer sexuellen Befreiung im katholischen Frankreich führte, wie der französische Autor Patrick Buisson darlegt.
Am 22.7. 1940 übermittelt der englische Botschafter Lord Lothian aus Washington, Deutschland hätte "überaus befriedigende" Friedensbedingungen übermittelt. Der englische Außenminister Halifax lehnt das deutsche Angebot auf Anweisung Churchills ab. Hugh Dalton, der Minister für ökonomische Kriegsführung, notiert Churchills Auftrag, "Europa in Brand zu stecken".
[bearbeiten] Die Luftschlacht um England 1940/41
- Hauptartikel: Luftschlacht um England
Nach der englischen Kriegserklärung versuchte Deutschland in der Luftschlacht um England die Vorbereitung einer Invasion, um die englische Bedrohung abwehren zu können. (Unternehmen Seelöwe) Erklärtes Ziel war vor allem die Vernichtung der Kampfkraft der Royal Air Force. Hitler hoffte jedoch, England doch noch zum Frieden bewegen zu können, ohne die Invasion tatsächlich durchführen zu müssen. Deutsche Friedensangebote wurden jedoch von der englischen Seite unter Churchill wiederholt abgelehnt, da England an einer Ausweitung und Eskalation des Krieges maßgebliches Interesse hatte. Höhepunkt der deutschen Friedensbemühungen England gegenüber war der Flug von Rudolf Hess nach England, um in direkte Friedensverhandlungen mit der Regierung eintreten zu können. Hess wurde trotz seiner Funktion als Parlamentär völkerrechtswidrig verhaftet, an Frieden war England nicht interessiert. In den zwei Jahren zwischen dem Münchner Abkommen und der Luftschlacht um England arbeiteten die Briten fieberhaft am Aufbau einer modernen Jagdwaffe. Allein in den drei Monaten vor Beginn der Luftschlacht konnten die britischen Fabriken über 1.400 Jagdflugzeuge fertigstellen. Um dem dringenden Personalbedarf nachzukommen, wurden Piloten aus dem Commonwealth, Frankreich, den USA, Polen und der Tschechoslowakei unter dem Befehl der Royal Air Force eingesetzt.
Britische Flugplätze und Flugzeugfabriken wurden häufig von der Luftwaffe bombardiert. Unter anderem zählten auch Hafenanlagen zu den vorrangigen Zielen. Die deutschen Bomber erhielten Begleitschutz von Jagdflugzeugen, um die britischen Abfangjäger abzuwehren. Diese Schlacht führte auf beiden Seiten zu großen materiellen Verlusten, weshalb sich die Luftwaffe ab Oktober 1940 größtenteils auf Nachtbombardements beschränkte.
Entscheidend für die Niederlage der deutschen Luftwaffe war unter anderem auch die Fehlbewertung von Radartechnologie im Luftkrieg durch den Oberbefehlshaber der Luftwaffe Hermann Göring. Dadurch konnte die Royal Air Force ihre weitgehend verschont gebliebenen Radarstationen in Küstennähe zur präzisen und schnellen Ortung deutscher Luftstreitkräfte nutzen und diese so wesentlich effizienter bekämpfen.
Luftwaffenchef Göring betrachtete dies als eine Niederlage der deutschen Luftwaffe. Die deutschen Jägerpiloten wurden in der Folge von ihm der Feigheit bezichtigt. Göring erneuerte diesen Vorwurf im weiteren Verlauf des Krieges verschiedene Male, um Niederlagen der Luftwaffe zu erklären und von seinem eigenen Versagen als Kommandeur abzulenken.
Bei den Bombardements von London und anderen englischen Industrie- und Rüstungszentren wurden ca. 32.000 Zivilisten getötet. Die Anzahl der Toten des anglo-amerikanischen Terrorangriffes auf eine einzige deutsche Stadt, Dresden, schwankt zwischen 35.000 und 300.000 Zivilisten!
[bearbeiten] Jugoslawien und Griechenland 1940/41
- Hauptartikel: Balkanfeldzug (1941)
- Kriegsschauplatz Mittelmeerraum
Mussolinis Ambitionen waren bereits seit den 30er-Jahren auf den Balkan gerichtet. Am 28. Oktober 1940 griffen italienische Verbände von dem seit 1939 italienisch okkupierten Albanien aus Griechenland an. Italien hatte zuvor versucht, Bulgarien als Verbündeten zu gewinnen, was jedoch wegen der ablehnenden Haltung von König Boris III. misslang. Hitler war über den Angriff zuvor nicht unterrichtet worden, demzufolge war er völlig überrascht. Auch hatte er Operationen in dem Gebiet gar nicht geplant, da es vermutlich eher seine Absicht war, gemeinsam mit Italien das europäische Festland gegen England zu sichern.
Das Ziel Mussolinis war es, Griechenland im Sturm zu erobern. Doch schon am 3. November gingen die Griechen erfolgreich zum Gegenangriff über. Bis zum 14. November gerieten die italienischen Truppen endgültig in die Defensive, so dass sie sogar bis über die Grenzen Albaniens zurückgedrängt wurden. Angesichts solcher Niederlagen des Achsenpartners erließ Hitler am 13. Dezember mit dem Unternehmen Marita Weisungen für einen Feldzug auf dem Balkan.
Anfang des Jahres 1941 versuchte das Deutsche Reich im Balkankonflikt zu vermitteln. So unterbreitete man Jugoslawien den Vorschlag, dem Dreimächtepakt beizutreten, was jedoch abgelehnt wurde. Griechenland verzichtete ebenfalls auf jeden Vermittlungsversuch, da seine Armee die italienischen Soldaten an jeder Front zum Rückzug zwingen konnte. Eine italienische Großoffensive am 9. März wurde zum Desaster. Am 27. März trat Jugoslawien schließlich dem Dreimächtepakt bei. Die Folge waren antideutsche Demonstrationen und ein Putsch des serbischen Offizierkorps gegen die Regierung des Prinzregenten Paul, worauf der Beitritt wieder rückgängig gemacht wurde.
Nun war der Balkanfeldzug nicht mehr aufzuhalten. Am 6. April überschritten Wehrmachtsverbände die Grenze nach Jugoslawien, und die Luftwaffen der Achsenmächte begannen Belgrad zu bombardieren. Bereits am 10. April war die kroatische Hauptstadt Zagreb besetzt. Belgrad fiel zwei Tage später unter dem Druck deutscher Panzerverbände. Am 17. April unterschrieben die jugoslawischen Befehlshaber schließlich die Kapitulation.
Ebenfalls am 6. April begann der deutsche Feldzug gegen Griechenland. Anders als in Jugoslawien war der griechische Widerstand stellenweise ausgesprochen hart. Besonders in den Gebirgslagen und im Gebiet der stark verteidigten Metaxas-Linie stießen die Soldaten nur langsam und unter hohen Verlusten durch das bergige Nordgriechenland in das Landesinnere vor. Am 9. April fiel Saloniki. Gleichzeitig wurden die griechischen Heere in Ostmazedonien abgeschnitten und die Metaxas-Linie stärker bedrängt. Die griechischen Verstärkungen von der albanischen Front wurden bei ihrem Vormarsch durch die gebirgige Landschaft und von deutschen und italienischen Panzereinheiten sowie Luftangriffen behindert. Am 21. April mussten 223.000 griechische Soldaten kapitulieren.
Die Briten, die in Griechenland stationiert waren, bauten unterdessen eine Verteidigung an den Thermopylen auf. Diese wurde am 24. April überrannt, worauf die Alliierten eine amphibische Evakuierungsoperation einleiten mussten, in der 50.000 Soldaten nach Ägypten verschifft wurden. Am 27. April rückte die Wehrmacht schließlich in Athen ein.
Am 25. April entschlossen sich die Führer der Achsenmächte zu einer Luftlandeinvasion der Insel Kreta (Unternehmen Merkur). Am Invasionstag, dem 20. Mai 1941, brachten 593 Transportflugzeuge die deutschen Luftlandeeinheiten über Kreta. Diese bildeten durch ihre Fallschirme ein leichtes Ziel für die Luftabwehr, so dass viele Fallschirmjäger bereits beim Absprung getötet oder verwundet wurden. Die gelandeten Einheiten konnten zunächst auch keine Flugplätze für Nachschub und Verstärkungen (insbesondere Artillerie und Fahrzeuge) erobern. Außerdem gab es keine Funkverbindung zum deutschen Hauptquartier in Athen, da die Funkgeräte bei den Landungen zerstört wurden. Erst mit verstärktem Einsatz der Luftwaffe und einigen erfolgreichen Landungen auf umkämpften Flugplätzen stabilisierte sich die Situation. Die Alliierten verteidigten Kreta eine Woche lang, bis sie sich dann mit etwa 17.000 Mann absetzten. Aufgrund der hohen Verluste beschloss Hitler, in Zukunft keine Luftlandungen mehr durchzuführen.
[bearbeiten] Der Präventivschlag gegen die Sowjetunion
- Hauptartikel: Rußlandfeldzug
Die sowjetische Rüstung war der deutschen Militärführung nicht verborgen geblieben. Ziel Stalins war nach einer militärischen Abnutzung des Deutschen Reiches, die man in Ruhe abwarten wollte, Deutschland mit der größten Militärmaschinerie zu überfallen und europaweit ein kommunistisches System zu errichten. Auf Grund der ungleichen Kräfteverteilung war eine Abwehr dieses Vorhabens nur durch einen, völlig ungeplanten, Präventivschlag möglich. Der Balkanfeldzug hatte den Präventivschlag gegen die Sowjetunion um vier Wochen verschoben. Der Einmarsch fand nun erst am 22. Juni 1941 statt. Diese Verzögerung und ein ungewöhnlich früh einsetzender Winter führten dazu, dass der Vormarsch nicht wie geplant ablaufen konnte und das operative Ziel, das Erreichen der Linie Archangelsk-Astrachan, nicht erreicht wurde. Obwohl man auf deutscher Seite errechnete, dass die Versorgung der Wehrmacht nur bis zu einer Linie ermöglicht werden könnte, die entlang Pleskau, Kiew und der Krim verlief, verlangte Hitler die Eroberung Moskaus im Rahmen eines einzigen, ununterbrochenen Feldzuges, da für einen Winterkrieg keinerlei Vorbereitungen getroffen wurden. Für den Feldzug standen drei Heeresgruppen (Nord, Mitte, Süd) bereit. Die Heeresgruppe Nord (von Leeb) sollte die baltischen Staaten erobern und dann nach Leningrad vorstoßen. Auf der Heeresgruppe Mitte (von Bock) lag die Hauptlast. Sie sollte nach Moskau vorrücken und war entsprechend stark gerüstet. Die Heeresgruppe Süd (von Rundstedt) sollte die Ukraine erobern. Ebenfalls an dem Feldzug beteiligt waren Verbände aus befreundeten und eroberten Ländern der Achsenmächte. Auch vom besetzten Norwegen aus wurden Angriffe gegen die Sowjetunion unternommen. Sie zielten insbesondere auf Murmansk und die dortige Eisenbahnverbindung, die „Murman-Bahn“, sowie den Hafen.
[bearbeiten] Video
Auszug aus der Deutschen Wochenschau zum Beginn des Unternehmens Barbarossa:
[bearbeiten] Der Partisanenkrieg
Schon bald nach dem Einmarsch deutscher Truppen begann in den verschiedenen Staaten Europas die Neuordnung. Die nord- und westeuropäischen Staaten mit ihrer germanischen Bevölkerung sollten dem Reich angegliedert werden. Auf Grund der Kriegslage konnte auf die Ernährung der Einheimischen wenig Rücksicht genommen werden. Die Bedingungen in den besetzten Gebieten verschlechtereten sich ständig. Dadurch kam es bald zu Widerstand. In den Niederlanden streikten zum Beispiel die Polizei und die Eisenbahner. In Frankreich kam es zu bewaffneten Angriffen aus dem Hinterhalt. Besonders in den Balkanstaaten und in Osteuropa war der Widerstand am stärksten. Im ehemaligen Jugoslawien konnten Aufständische sogar einzelne geschlossene Gebiete zurückerobern (vgl. Tito), in Griechenland kontrollierten Partisanen der ELAS, EDES und EKKA die Berge und in der Sowjetunion bildeten sich kommunistische und anarchistische Gruppen, die die Arbeit der Deutschen sabotierten und Überfälle durchführten. Der Partisanenkrieg in der Sowjetunion war jedoch von der Roten Armee bereits vor dem Krieg geplant worden, es wurden entsprechende Einheiten aufgestellt, die nach der Eroberung eines Gebietes den Widerstand gegen die Besatzer im Hinterland der Front durchführen sollten. Stalin hatte sodann am 3. Juli 1941 zum allgemeinen Partisanenkampf aufgerufen. Dies widersprach dem internationalen Kriegsrecht. Das Vorgehen der Partisanen war durch zahlreiche Verstöße gegen das Kriegsrecht gekennzeichnet, Gefangene wurden in der Regel nicht gemacht oder zum Überlaufen gezwungen. Von deutscher Seite wurde der Partisanenkrieg in West- und Osteuropa unterschiedlich geführt. Während es in Griechenland, Frankreich oder Italien dabei vereinzelt zu seinerzeit völkerrechtlich erlaubten Vergeltungsmaßnahmen an der Zivilbevölkerung kam, nahm der Kampf gegen die in Osteuropa wesentlich stärkeren Partisanen exzessive Formen an. Ab 1942 wurde der Widerstand der sowjetische Partisanenarmee im rückwärtigen Raum für die Wehrmacht zunehmend zu einer ernsthaften Bedrohung, die sie vor dem Krieg in den Planungen nicht beachtet und lange unterschätzt hatte. Der Kampf zwischen Wehrmacht und Partisanen wurde ab 1942 von beiden Seiten mit unerbittlicher Härte gegen den Gegner sowie die Zivilbevölkerung geführt, die jeweils unter den Verdacht gestellt wurde, mit dem Feind zu kooperieren.
Einen eindeutigen rechtlichen Status für Partisanen kannte das damalige Völkerrecht nicht, so dass diese nur bei Tragen eines bleibenden und von weitem erkennbaren Zeichens, dem offenen Tragen der Waffen, der Beachtung der Gesetze und Gebräuche des Krieges, und Existenz eines verantwortlichen Anführers als Kriegsgefangene galten. Diese Punkte trafen auf die sowjetischen Partisanen nicht zu. Zudem war die Hinrichtung gefangener irregulärer Kämpfer vom damals geltenden Kriegsrecht (Haager Landkriegsordnung von 1907) unter gewissen Umständen gestattet. Wie selbst die französische Anklage und amerikanische Richter in Nürnberg urteilten, stellte allein die Erschießung gefangener Partisanen – selbst ohne Gerichtsverfahren – noch kein Kriegsverbrechen dar. Auch seien Geiselerschießungen und Repressalien im „angemessenen Rahmen“ nach damaligem Kriegsrecht nicht generell verboten, allerdings auch nicht ausdrücklich erlaubt, gewesen. In Prozessen nach dem Krieg, wie z.B. gegen Friedrich Engel, folgten die Gerichte der Auffassung der Verteidiger, Geiselerschießungen seien „völkerrechtliches Gewohnheitsrecht“. Massaker an der Zivilbevölkerung wurden so als legitime Sühnemaßnahmen und Vergeltungsaktionen gegen „ungesetzliche Partisanenaktionen“ ausgewiesen. In deutschen Strafkammern wurde entschieden, Exekutionen seien zwar grundsätzlich als „Repressaltötungen“ gedeckt gewesen, nicht aber deren oft erreichtes Ausmaß und Grausamkeit.
- Beispiele von organisierten Partisanengruppen
- ZOB (polnisch Żydowska Organizacja Bojowa), die Jüdische Kampforganisation im Warschauer Ghetto
- Bielski-Partisanen in Weißrussland
- die Polnische Heimatarmee
- die Résistance Frankreich
- die Resistenza Italien
- Sowjetische Partisanen
- Zentraler Stab der sowjetischen Partisanenbewegung
- Jugoslawische Partisanen (Tito-Partisanen)
- Griechenland
[bearbeiten] Kriegseintritt der USA 1941
Die Vereinigten Staaten hatten in dem Konflikt zunächst formal Neutralität gewahrt. Die isolationistische Grundstimmung in der US-Bevölkerung ermöglichte es Präsident Roosevelt nicht, direkt an der Seite Großbritanniens und der Sowjetunion in den Krieg einzugreifen. Der Kongress schuf jedoch mit dem Leih- und Pachtgesetz vom 11. März 1941 die schein-legale Grundlage für die vorher bereits praktizierte Unterstützung Großbritanniens. Das Land wurde, wie später auch die Sowjetunion, in großem Umfang mit Waffen und Hilfsgütern aus den USA beliefert.
Die von Roosevelt geschürte und vorangetriebene Krise mit dem Kaiserreich Japan hatte einen bewußt einkalkulierten Angriff japanischer Fluzeugverbände auf die Pazifikflotte in Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 zur Folge. Am 11. Dezember 1941 erklärte das Deutsche Reich den USA ebenfalls den Krieg, um vorrangig die Waffenlieferungen der Vereinigten Staaten an Großbritannien und der Sowjetunion uneingeschränkt zu bekämpfen. Zudem stand Tokio spätestens mit der Schließung des Antikominternpaktes 1936 Berlin sehr nahe. In Deutschland konnte man sich erhoffen, daß Japan eine zweite Front gegen die Sowjetunion eröffnen würde, was aber bedauerlicherweise ausblieb.
Trotz des japanischen Angriffs einigten sich die Regierungen der USA und Großbritanniens auf den Grundsatz „Germany first“, also auf die Zerschlagung Deutschlands als vordringliches Kriegsziel. Zu ersten Kampfhandlungen zwischen US-amerikanischen und deutschen Truppen kam es Ende 1942 in Nordafrika. Der Angriff Japans auf den amerikanischen Flottenstützpunkt mußte als Auslöser für den Kriegseintritt der USA herhalten, da die Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung nach wie vor gegen einen Krieg eingestellt war. Der japanische Funkverkehr konnte abgehört werden und durch gezielte provokative Maßnahmen seitens der US-Regierung (Durchfahrtverbot durch den Panamakanal) wurde auf japanischer Seite das Verlangen geweckt, die amerikanische Pazifikflotte durch einen gezielten Schlag auszuschalten. Die These vom plötzlichen und völlig überraschenden Angriff ist im Kontext der damaligen Zeit nicht im entferntesten haltbar, sondern reiht sich ein in die Propaganda der damaligen amerikanischen Regierung, um eine Rechtfertigung für den Kriegseintritt zu erhalten. Adolf Hitler hatte bis dahin alles versucht, um die USA aus einem Krieg gegen Deutschland herauszuhalten.
Adolf Hitler: Ansprache auf dem Heldengedenktag am 15.03.1942: (mp3)
[bearbeiten] Der Kriegsschauplatz Nordafrika 1940–1943
- Hauptartikel: Afrikafeldzug
Ähnlich wie auf dem europäischen Kriegsschauplatz hatten die Italiener in Nordafrika schwere Rückschläge gegen die Briten hinnehmen müssen. Eine italienische Offensive zum Ende des Jahres 1940 führte zur Vernichtung der eigenen Verbände in Libyen.
Der deutsche General Erwin Rommel bekam deshalb im Februar 1941 den Befehl, mit schwachen Verbänden, dem Deutschen Afrikakorps, den erfolglosen Bündnispartner bei seiner Verteidigung zu unterstützen.
Rommel hielt eine defensive Haltung für unangebracht, stattdessen wollte er angreifen. Am 31. März begann Rommel den Vormarsch. Sein Hauptvorstoß richtete sich auf Mersa Brega, um somit das Tor zur Cyrenaika aufzustoßen. Die Offensive führte zum Erfolg, so dass bald auch Bengasi besetzt werden konnten. Am 10. April standen deutsche Panzer vor der ostlibyschen Hafenstadt und Festung Tobruk, die kurz zuvor noch von den Italienern ausgebaut und dann beinahe kampflos geräumt worden war. Bis zum 13. April unternahm Rommel drei Angriffe auf die Festung, die jedoch alle fehlschlugen. Rommel musste vorerst die Eroberung Tobruks zurückstellen. Auch weitere Vorstöße konnten auf Grund von Versorgungsengpässen nicht durchgeführt werden, so dass beide Seiten in einen Stellungskrieg übergingen.
Im November griffen die Briten dann wieder an. Am 26. November erfolgte ein zweiter Angriff, wobei der Besatzung von Tobruk nun endlich der Ausbruch aus dem Belagerungsring gelang. Am 7. Dezember zog sich das Afrika-Korps zur Gazala-Linie zurück. Nachdem Tobruk augenscheinlich vor einer Eroberung des Afrika-Korps gefeit war, griff Rommel im Januar 1942 wieder an.
Am 26. Mai begann Rommel Unternehmen Theseus mit dem Ziel, Tobruk zu erobern. Nach schweren Panzergefechten gelang es den Achsenmächten, Bir Hacheim am 10. Juni einzunehmen, um dann den Vormarsch auf Tobruk einzuleiten. Am 20. Juni wurden Stadt und Festung besetzt, daraufhin wurde Rommel zum Generalfeldmarschall befördert.
Der weitere Vormarsch sollte nun durch Ägypten erfolgen. Die Stadt Alexandria sollte fallen und der Sueskanal besetzt werden. Kurz vor El Alamein hatten die Briten einen 65 Kilometer langen Verteidigungsgürtel aufgebaut. Die deutsche Offensive blieb stecken. Der neue britische Befehlshaber Bernard Montgomery startete am 23. Oktober zum Gegenangriff. Das Afrika-Korps war zahlenmäßig unterlegen und musste den Rückzug antreten.
Die Lage wurde vollends hoffnungslos, als am 8. November (Operation Torch) amerikanische Truppen in Casablanca und Algier landeten und somit den Zwei-Fronten-Krieg in Nordafrika einleiteten. Am 13. November fiel Tobruk wieder in britische Hand.
1943 blieb Rommel nur noch der Rückzug. Am 23. Januar besetzten die Briten Tripolis. Im März und April wurden die Achsenmächte schließlich eingeschlossen (Tunesien-Feldzug). Lediglich an der Mareth-Linie wurde noch erbitterter Widerstand geleistet. Am 13. Mai mussten die Achsenmächte in Nordafrika kapitulieren.
[bearbeiten] Italien 1943 und 1944
Am 10. Juli landeten die Alliierten in Sizilien (Operation Husky), worauf der Große Faschistische Rat Mussolini Versagen vorwarf. Der Duce wurde daraufhin auf Befehl des italienischen Königs verhaftet. Als neuer Ministerpräsident wurde Pietro Badoglio eingesetzt.
Am 22. Juli konnte die sizilianische Hauptstadt Palermo von den Alliierten besetzt werden. Am 3. September landeten zwei britische Divisionen bei nur minimalem Widerstand der Verteidiger auf dem italienischen Festland. Fünf Tage nach der Landung schloss die neue italienische Regierung einen Waffenstillstand mit den Alliierten, worauf der Fall Achse eingeleitet wurde, in dem die Deutschen alle italienischen Verbände entwaffneten und zugleich Rom besetzten. Am 12. September gelang es einigen deutschen Fallschirmjägern, Mussolini aus seiner Gefangenschaft im Hotel Campo Imperatore zu befreien. Mussolini wurde nach Ostpreußen gebracht, um wenig später eine neue Regierung in Norditalien leiten zu können (Republik von Salò) und den Kampf an deutscher Seite fortzusetzen. Nachdem sich die auf der griechischen Insel Kephalonia stationierten italienischen Soldaten ihrer Entwaffnung widersetzten, wurden zwischen dem 18. und dem 23. September etwa 5000 Italiener gefangen genommen oder bei Kämpfen mit deutschen Gebirgsjägertruppen erschossen.
Am 13. Oktober erklärte die Badoglio-Regierung dem Deutschen Reich den Krieg. An der Seite der offiziellen italienischen Verbände operierte eine kampfstarke Partisanenarmee von 256.000 Frauen und Männern, die 1944 mit ihren Kampfhandlungen zehn Wehrmachtsdivisionen band.
Der Vormarsch der Alliierten erfolgte nur sehr langsam. Die Deutschen verteidigten ihre Stellungen bis zum Äußersten, während im Hinterland schon die nächsten Verteidigungsstellungen ausgehoben wurden. Erst wenn der Druck zu stark wurde, zogen sie sich zurück, um sich wieder neu zu verschanzen.
Die Entscheidung der Alliierten, in Sizilien und nicht gleich bei Rom zu landen, verlängerte den Krieg möglicherweise erheblich. Es gibt Einschätzungen, dass die italienischen Verbände und die Partisanen bei einer Landung der Alliierten bei Rom Süditalien selbst hätten befreien können.
Während sich die Alliierten schwere Gefechte mit den Truppen der Wehrmacht lieferten, konnten sie die Deutschen nach einer Landung bei Anzio (Operation Shingle, 21. Januar) weiter in Bedrängnis bringen, worauf diese gezwungen waren, zusätzliche Divisionen nach Italien zu verlegen. Die Alliierten errichteten in Italien eine zweite Front, nutzten aber nicht die Gelegenheit, bis Rom vorzustoßen.
Am 15. Februar wurde bei der Schlacht um Monte Cassino das Bergkloster Monte Cassino, das eine strategische Lage in der Gustav-Linie hatte, bombardiert und zwei Tage später durch Artilleriebeschluss völlig zerstört. Die deutschen Verteidiger, ehemalige Fallschirmjäger von der Landung auf Kreta, verschanzten sich in den Ruinen des Klosters. Erst drei Monate später, am 18. Mai, nahm das 2. Polnische Korps unter Führung von General Wladyslaw Anders unter hohen Verlusten nach mehreren Tagen des Angriffs das Kloster ein, nachdem die vorhergehenden Angriffe der Alliierten gescheitert waren.
Nachdem das Hindernis Monte Cassino überwunden war, begann der Vormarsch auf Rom. Am 25. Mai vereinten die alliierten Kräfte ihre beiden Fronten und drängten die deutschen Truppen auf die „Grüne Linie“ zwischen La Spezia und Rimini zurück.
Generalfeldmarschall Albert Kesselring, Oberbefehlshaber der Heeresverbände in Italien, lehnte es ab, in der „ewigen Stadt“ zu kämpfen und befahl seinen Einheiten, Rom am 4. Juni widerstandslos zu verlassen. Die Hoffnung der Alliierten, die Wehrmacht bis in die Alpen zurück zu treiben, wurde bei der Apennin-Verteidigungslinie vorerst zerstört, so dass 1944 noch keine Entscheidung in Italien stattfand.
In diesen Zeitraum fallen ebenfalls alliierte Überlegungen eines weiteren Vorrückens über den Balkan, die jedoch, um Spannungen mit der UdSSR zu vermeiden, verworfen wurden.
[bearbeiten] Die Westfront 1944/45
- Hauptartikel: Deutsche Westfront 1944/1945
Mit Jahresbeginn übernahm Erwin Rommel den Oberbefehl der deutschen Heeresgruppe B an der Westfront nördlich der Loire. Am 21. Januar 1944 begann die deutsche Luftwaffe wieder mit Angriffen auf London, die bis zum April fortgesetzt wurden.
Während die Alliierten damit beschäftigt waren, Berge von Versorgungsmaterial anzuhäufen, verstärkten die Deutschen ihre Küstenbefestigungen am Atlantikwall. Durchgeführt wurden die Befestigungen von der Organisation Todt. Dennoch gelang, auf Grund deutschen Verrats, am 6. Juni 1944 die Landung der Amerikaner und Engländer in der Normandie. Trotz anschließender heldenhafter Gegenwehr unter -verzögerter- Hinzuziehung von Panzereinheiten der Waffen-SS, war die Errichtung eines Brückenkopfes und der anschließende Vormarsch des Gegners auf das Reich nicht mehr aufzuhalten.
[bearbeiten] Das Kriegsende in Europa 1945
- Hauptartikel: Endkampf um Deutschland 1945
Bevor Hitler sich am 30. April das Leben nahm, hatte er testamentarisch Großadmiral Karl Dönitz zum Reichspräsidenten und Oberbefehlshaber der Wehrmacht bestimmt. Dieser erklärte in einer Rundfunkansprache am 1. Mai über den Reichssender Hamburg die Fortsetzung des militärischen Kampfes gegen „den vordrängenden bolschewistischen Feind“. Dönitz wollte die deutschen Soldaten in amerikanisch-britische Gefangenschaft bringen und sie vor sowjetischer Gefangenschaft retten. Er schlug sein Hauptquartier am 3. Mai im von Deutschen gehaltenen Flensburg auf und benannte eine Geschäftsführende Reichsregierung unter Graf Schwerin von Krosigk. Am gleichen Tag kapitulierte die deutsche Reichshauptstadt Berlin. Am 4. Mai unterzeichnete der neu ernannte Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg, auf dem Timeloberg eine Urkunde zur bedingungslosen Kapitulation der Wehrmachtseinheiten, die im Nordwesten gegen den britischen Feldmarschall Montgomery gekämpft hatten – diese Teilkapitulation trat am 5. Mai um 7 Uhr in Kraft. Nachdem Eisenhower im operativen Hauptquartier der SHAEF in Reims das Ansinnen eines separaten Waffenstillstands mit den Westalliierten zurückgewiesen hatte, unterzeichnete Generaloberst Alfred Jodl in den Morgenstunden des 6. Mai die bedingungslose Gesamtkapitulation aller deutschen Truppen, die am 8. Mai, 23:01 Uhr Mitteleuropäischer Zeit in Kraft treten sollte. In einem weiteren Dokument wurde die Ratifizierung dieser bedingungslosen Kapitulation, dann durch das Oberkommando der Wehrmacht sowie die Oberbefehlshaber von Heer, Luftwaffe und Marine vereinbart.
Zum Kriegsende am 8. Mai 1945, dem zynisch sogenannten "Tag der Befreiung", befanden sich im Westen noch die Kanalinseln und die Städte Lorient, St. Nazaire, La Rochelle sowie die lettische Halbinsel Mazierbe unter Kontrolle der Wehrmacht. Auch in Dänemark blieb die deutsche Herrschaft bis zur Kapitulation unangefochten. Das Deutsche Reich selbst war weitgehend besetzt, lediglich der Alpenraum, Teile vom Böhmen und Mähren und Schleswig-Holstein waren noch unter Kontrolle deutscher Truppen.
Am 9. Mai 1945 sendete der Reichssender Flensburg um 20.03 Uhr einen letzten Wehrmachtsbericht:
- "Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Seit Mitternacht schweigen nun an allen Fronten die Waffen. Auf Befehl des Großadmirals (Dönitz) hat die Wehrmacht den aussichtslos gewordenen Kampf eingestellt. Damit ist das fast sechsjährige heldenhafte Ringen zu Ende. Es hat uns große Siege, aber auch schwere Niederlagen gebracht. Die deutsche Wehrmacht ist am Ende einer gewaltigen Übermacht ehrenvoll unterlegen. Wir brachten den Wortlaut des letzten Wehrmachtsberichts dieses Krieges. Es tritt nun eine Funkstille von drei Minuten ein."
In Norwegen und zum Teil auch in Nordwestdeutschland waren die deutschen Truppen in Gewahrsam der britischen Streitkräfte. Sie waren formal Kriegsgefangene, jedoch nicht entwaffnet und in ihrer militärischen Gliederung und Kommandostruktur unverändert. Sie wurden in Einsatzbereitschaft gehalten und zum Teil auch weiter ausgebildet. Die Truppenteile unterstanden britischem Kommando. Während der sogenannten Potsdamer Konferenz wurde bei der 9. Vollsitzung am 27. Juli 1945 der britische Premier Churchill vom sowjetischen Generalissimus Stalin auf diese nicht entwaffneten, sich in Norwegen befindenden 400.000 Soldaten angesprochen! In Nordwestdeutschland wurden Infanterieeinheiten von den Briten zur Bekämpfung marodierender Banden eingesetzt. Am 10. Mai 1945 verurteilte das Kriegsgericht der 6. Gebirgsdivision fünf Soldaten zum Tode durch Erschießen, weil sie beim Versuch, nach Schweden zu desertieren, ihren Batteriechef und einen Leutnant erschossen haben sollten. Am 8. und 9. Mai flohen fast zwei Millionen deutsche Soldaten aus dem sowjetischen Machtbereich in die von den Westalliierten kontrollierten Gebiete, vor allem aus dem anfangs nicht besetzten Böhmen auf Grund der dort einsetzenden bestialischen Übergriffe auf Deutsche seitens der tschechischen Bevölkerung, die ihren Höhepunkt in der völkerrechtswidrigen Vertreibung der Sudetendeutschen fanden.
Michael Wolffsohn vertritt die Auffassung, dass der 8. Mai vor allem für die Mittel- und Ostdeutschen keine Befreiung gewesen sei, da sie „bis 1989 unfreiwillig die braune gegen die rote Unfreiheit […] tauschten. Wie und weshalb hätten sich die Ostdeutschen befreit fühlen können – oder gar die 12 Millionen Flüchtlinge und Vertriebenen,