Abitur

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Das Abitur (aus älterem Abiturium, zu neulateinisch abiturire „abgehen wollen“)[1] bezeichnet den höchsten deutschen Schulabschluß. Mit dem „Abi“ wird dem „Abiturienten“ die uneingeschränkte Studienbefähigung an einer europäischen Universität oder Hochschule nachgewiesen und mit dem Reifezeugnis als „Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife“ beurkundet. Das Abitur konnte u. a. in Preußen auch an Kadettenanstalten erlangt werden.

Inhaltsverzeichnis

Fachgebundenes Abitur und Fachhochschulreife

Das fachgebundene Abitur (Zeugnis der fachgebundenen Hochschulreife) beschränkt die Studienberechtigung an Universitäten auf bestimmte Fächer und Fachrichtungen.

Mit einer Fachhochschulreife (Zeugnis der Fachhochschulreife) wird die Befähigung für ein Fachhochschulstudium nachgewiesen.

Matura

In Österreich und der Deutschschweiz sowie einer Vielzahl anderer Länder spricht man nicht von Abitur, sondern benutzt statt dessen die Bezeichnung Matura („Reifezeugnis“ von lateinisch examina matura „Reifeprüfungen“, zu lateinisch maturus „reif“); in Teilen der Schweiz wird die Abkürzung Matur verwendet.

Kriegsbedingtes Notabitur

Unter Notabitur, Notreifeprüfung oder Kriegsabitur wurde ein Abitur unter erleichterten Voraussetzungen verstanden. Das Notabitur gab es während des Ersten und Zweiten Weltkrieges im Deutschen Reich. In Deutschösterreich wurde diese Art der Reifeprüfung für z. B. Kriegsfreiwillige der kaiserlichen und königlichen Armee in Kriegszeiten Kriegsmatura genannt.

1870/71

An einigen preußischen Gymnasien wurden bereits 1870 Examen vorgezogen, damit sich Studenten nach einem Notabitur als Freiwillige der Preußischen Armee während des Deutsch-Französischen Krieges melden konnten.[2]

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg konnten Oberprimaner (13. Klasse) vorzeitig das Abitur ablegen, um dann freiwillig ins Kaiserliche Heer einzutreten. Weiterhin gab es Fälle von Notreifeprüfungen für Freiwillige aus den Klassen 10 bis 13. Daneben gab es Kriegs-Notreifeprüfungen für bereits ins Heer eingetretene Oberprimaner, die hierzu von der Truppe beurlaubt worden waren. Viele Lehrer, die an der Front waren, unterrichteten dort in Gefechtspausen oft freiwillig weiter.

Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Ablegen eines Kriegsabiturs insbesondere in den letzten beiden Kriegsjahren ermöglicht, da junge Deutsche sich schon mit 16 Jahren als Flakhelfer zum Dienst bei der Heimat-Flak zur Abwehr der Terrorflieger des Feindes freiwillig melden konnten. Der Schulunterricht fand oft in unmittelbarer Nähe der jeweiligen Geschützstellung statt.

Abiturien

Abiturien (auch: Pennalie, Pennälerverbindung usw.) sind Gymnasialverbindungen, die teilwiese einen (fakultativ schlagenden) burschenschaftlichen (z. B. Pennale Burschenschaft Chattia Friedberg zu Hamburg, Gymnasiale Burschenschaft Germania zu Kiel usw.) Charakter haben.

Siehe auch

Verweise

Fußnoten

  1. Duden – Das große Wörterbuch der deutschen Sprache: Etymologische Angaben zu „Abitur“ und „Abiturient“
  2. Franz Becker: Bilder von Krieg und Nation
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