Bulgarien

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Republika Bălgarija
Republik Bulgarien
Flagge
Flagge Wappen
Amtssprache Bulgarisch
Hauptstadt Sofia
Staatsform Parlamentarische Republik
Regierungssystem Parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt Präsident Rossen Plewneliew
Regierungschef Ministerpräsident Bojko Borissow
Fläche 110.994 km²
Einwohnerzahl 7.144.653 (Juli 2016)
Bevölkerungsdichte 66 Einwohner pro km²
Währung Lew (BGN)
Gründung 3. März 1878 (Erklärung)
22. September 1908 (vom Osmanischen Reich anerkannt)
Nationalhymne Mila rodino (bulg. Мила родино, „Liebe Heimat“)
Zeitzone UTC+2 OEZ
UTC+3 OESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen BG
Weltnetz-TLD .bg
Telefonvorwahl +359
Bulgarien ist ein europäischer Staat im östlichen Bereich der Balkanhalbinsel; seine nördliche Grenze zu Rumänien wird großenteils durch die Donau gebildet, im Westen grenzt der Staat an Serbien und Mazedonien sowie im Süden an Griechenland und die Türkei. Im Osten Bulgariens bildet das Ufer des Schwarzen Meeres seine natürliche Grenze. Hauptstadt und Regierungssitz des Balkanstaates ist Sofia.
Karte von 1939. Schon 1940 überholt. Nördlich von Warna trat Rumänien nach deutscher Vermittlung Teile der Dobrudscha ab.

Inhaltsverzeichnis

Erdkunde

Das Land besteht zu zwei Dritteln aus den Tiefebenen, welche durch die Abflußgebiete der Flüsse Donau und Mariza gebildet werden. Die Landschaft ist von zwei ausgedehnten Gebirgsketten gekennzeichnet; diese sind das Balkangebirge (bulgarisch Стара Планина/Stara planina = Altes Gebirge) und die Rhodopen. Die nördlich des Balkangebirges gelegene Donautiefebene wird durch die Donau begrenzt.

Geschichte

Antike vorbulgarische Geschichte des Landes

Die antiken Bewohner im ungefähren Gebiet des heutigen Bulgariens waren die Thraker, ein nordisch geprägter Volksstamm der indogermanischen Sprachfamilie, welcher, in zahlreiche Stämme geteilt, von den Römern zu Anfang der Kaiserzeit unterworfen wurde. Nach dem kleinen thrakischen Stamm der Mösier, welcher unter den Eingeborenen zuletzt die Hegemonie behauptet hatte, wurde die römische Donauprovinz Mösia genannt. Nachdem die unteren Donauländer durch die Völkerstürme der Goten und Hunnen furchtbar verwüstet worden waren, drang ein von Serben und Russen verschiedenes slawischsprachiges Volk, das sich selbst Slowenen (Σθλοβενοι, Sclaveni) nannte, und dessen (allerdings nicht unvermischte) Nachkommen die jetzigen Bulgaren sind, von Norden in das alte Dakien (Siebenbürgen und Walachei) ein und begann in das entvölkerte Römerland jenseit der Donau Einfälle zu unternehmen.

Die ersten Reiche und die Osmanen

Die Urbulgaren, die Protobulgaren, aus Südrußland/Krim/Kaukasus kommend, zählten bei ihrer Landnahme in der nördlichen Dobrudscha unter dem Heerführer Asparuch/Isperich 40.000 bis 50.000 Köpfe. Hier entstand im Jahre 681 – nach einem gescheiterten Feldzug der Byzantiner – das Erste Bulgarische Reich mit der Hauptstadt Pliska. Um 750 setzten die Byzantiner unter Konstantin V., nach der vorübergehenden Beseitigung der arabischen Bedrohung, die Kämpfe im Norden fort. Der Erfolg blieb wie auch im Jahre 811 aus, während die Bulgaren und Franken das Königreich der Awaren beseitigten. Im 9. Jahrhundert verschmolzen das Turkvolk der Urbulgaren mit den Slawen, das Christentum als Staatsreligion sorgte ab dem Jahr 865 für weitere Einheit, und der slawische Gottesdienst mit kyrillischem Schrifttum für eine Absetzung vom griechischen Byzanz.

Unter Fürst später Zar Simeon (892-927) wurde Weliki Preslaw neue Hauptstadt und das goldene Jahrhundert des Schrifttums begründet. Nach der Spaltung des Reiches wurde das Ostreich 972 von Byzanz erobert, Westbulgarien organisierte sich um die Bojarenfamilien neu. Im Jahre 1018 eroberte Byzanz auch dieses Bulgarien. Nach Aufständen 1040, 1072 und 1186 wurde das Zweite Bulgarische Reich gegründet. 1203 wurde in einer Vereinbarung mit dem Vatikan die Zarenwürde (Rex) und das Oberhirtentum des Papstes anerkannt. Unter Zar Johann (auch Iwan) Assen (1218-1241) gelang es mit der Ausschaltung des Despotats Epirus 1230 das Gebiet von Albanien bis Thrakien auszuweiten. Dynastische Streitigkeiten, die Tartaren, das aufstrebende Ungarn, erneut Byzanz und am Ende die Osmanen bereiteten dem in Teilreiche zerfallenen Bulgarien 1393 erneut ein Ende. Für 500 Jahre herrschten nun die Osmanen nach dem 1373 bulgarischerseits abgelehnten Vasallenstatus.

Der Adel der Bojaren wurde getötet, verbannt oder osmanisiert, der Patriarch in ein Kloster verbannt und das Patriarchat Konstantinopel unterstellt. Eigentlich alle Bischöfe waren nun Griechen. Die Gelehrten flohen in die slawischen Nachbarländer; in Rumänien/Walachei war bulgarisch bis ca. 1650 Kanzlei- und Literatursprache. Nach Zwangsislamisierungen bildeten sich v.a. in Mittel- und Nordwestmazedonien und im Rhodope-Gebirge mohammedanisch-bulgarische Siedlungsgebiete. Gegen die osmanische Herrschaft regte sich immer wieder aber erfolglos Widerstand. Das Heiduckenwesen und die Komitadschis breiteten sich aus und beschäftigten sich – neben Raubüberfällen – mit Kleinkriegen gegen die Osmanen. In vielen der Russisch-Türkischen Kriege überschritten die Russen die Donau, wurden als Befreier begrüßt und zogen sich anschließend wieder zurück.

Die nationale Erneuerung

Im Jahre 1762 schrieb der Mönch Paissi die einflußreiche Slawobulgarische Geschichte. Vor allem suchte man den Einfluß der griechischen Geistlichkeit zurückzudrängen. Das Aufkommen der katholischen Kirche wurde ab 1870, durch die osmanische Erlaubnis zur Gründung einer bulgarischen Nationalkirche, beendet. Das Exarchat umfaßte als Kirchengebiet alle Gegenden ab 2/3 bulgarischer Bevölkerung. Eines der Exilzentren war Bukarest mit dem Zentral-Revolutions-Komitee in Bukarest. Dort wirkte Georgi Rakowski, Gründer der Ersten Bulgarischen Legion in Belgrad. In Bukarest erschien auch die Zeitung Swoboda (Freiheit) von Ljuben Karawelloff. 1875 und 1876 kam es zu regionalen Erhebungen.

Im Russisch-Türkischen Krieg 1877–1878, und dem folgenden Friedensvertrag von San Stefano, wurde ein Fürstentum Bulgarien geschaffen. Da einigen Großmächten dieser Staat – als verlängerter Arm Rußlands Richtung Mittelmeer – zu mächtig erschien, folgte auf dem Berliner Kongreß 1878 die Verkleinerung. Die Dobrudscha ging an Rumänien. Nisch, Pirot und Wranja an Serbien, Mazedonien und Thrakien an die Osmanen, der Süden wurde als Ostrumelien autonom den Osmanen unterstellt. Der Norden wurde als Fürstentum Bulgarien ebenfalls Vasall der Osmanen. 1885 erklärte Ostrumelien die Vereinigung mit dem Fürstentum Bulgarien des Alexander von Battenberg. Die Bulgaren zogen ihre Wehrmacht an der osmanischen Grenze zusammen im Glauben an ein Eingreifen der Türken. Doch die über den Anschluß nicht informierten Russen zogen ihre Offiziere ab und die Serben griffen an. Sie wurden im November 1885 von den Bulgaren besiegt.

In Mazedonien verstärkte die IMRO (Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation) den Kampf gegen die Osmanen, gipfelnd im Aufstand von 1903. Es folgten die Balkankriege von 1912/13 mit Bulgarien, Griechenland, Montenegro und Serbien gegen die Osmanen (um Makedonien) und 1913 mit Bulgarien gegen Griechenland und Serbien gefolgt von Rumänien und dem Osmanischen Reich (um die Aufteilung Mazedoniens). 1915 wurde Bulgarien Bündnispartner des Vierverbands und war damit im Ersten Weltkrieg Gegner der Entente-Mächte. Nach dem Krieg verlor das Land weite Teile seines Gebietes, war in der Region neben den Türken der große Verlierer. Mit dem Balkanpakt aus Griechenland, Jugoslawien, Rumänien und der Türkei vom Februar 1934 zur territorialen Sicherung wurde nicht nur gegen Italien sondern auch gegen Bulgarien Stellung bezogen.[1]

Feindstaat im Zweiten Weltkrieg

In dem von England 1939 entfesselten europäischen Krieg, der durch den Eintritt der VSA zum Weltkrieg wurde und an dessen Entstehung das organisierte Weltjudentum beteiligt war (→ Jüdische Kriegserklärungen an Deutschland), erklärte das Land im September 1944 dem Deutschen Reich den Krieg.[2]

Die kommunistische Ära

Rotfront formiert sich

Am 17. Juni 1942 verkündete der kommunistische Sender Hristo Botev (Christo Botew, Nationaldichter und Revolutionär von 1876) die Gründung der Vaterländischen Front (Otechestven Front/OF) mit der BKP, den Sozialdemokraten, Agrariern, Zveno (Sweno=Kettenglied) u.a. Auf Anweisung Moskaus mußte die OF gegen bulgarische und deutsche Armee- und Polizeiverbände einen Partisanenkrieg beginnen. Daraufhin wurde die Volksbefreiungsfront NOVA gegründet. Mitte 1944 entschied NOVA, von den temporären Angriffen zur Eroberung von Gebieten überzugehen. Nach der annähernden Auslöschung der beteiligten Einheiten wurde diese Taktik schnell wieder aufgegeben.

Am 2. September 1944 wurde eine neue Regierung gebildet und am 6. September dem Deutschen Reich der Krieg erklärt. Die UdSSR war aber nicht bereit, mit der bürgerlichen Regierung zu verhandeln und erklärte am 8. September Bulgarien den Krieg. Damit war das Land zugleich mit dem Deutschen Reich und der Sowjetunion im Krieg. Noch als Verbündeter des Deutschen Reiches war Bulgarien im Krieg mit den USA und Großbritannien, hat aber nie der UdSSR den Krieg erklärt. In der Nacht vom 8. zum 9. September 1944 reagierte die OF und marschierte mit Armee-Einheiten in Sofia ein, verhaftete die Regierung und bildete eine Koalitionsregierung. Die Kommunisten sicherten sich wie üblich das Innenministerium mit der neuformierten Volksmiliz und das Justizministerium. Die Armee wurde durch die Einführung politischer Kommissare, meistens Kommunisten, kontrolliert. Hinzu kam eine sogenannte „alliierte Kontrollkommission“, die aber fast ausschließlich sowjetisch besetzt war. Unter diesen Voraussetzungen konnte die alte bürgerliche Elite Bulgariens in den nächsten Monaten zu tausenden als Kriegsverbrecher oder „Feinde des Volkes“ liquidiert werden.

Real existierender Kommunismus

Bis 1948 wurden alle Koalitionsgruppen der OF aus dem Weg geräumt, viele Parteiführer getötet. Im Juli 1949 verstarb der Ministerpräsident Georgi Dimitrow. Staatschef von 1954 bis 1989 war Todor Zhivkov (Schiwkow), seit 1962 auch Ministerpräsident. 1963 schlug Zhivkov für die nahe Zukunft eine Art von Union mit der Sowjetunion vor. Den Briefentwurf ließ er im August unter den Politbüromitgliedern diskutieren, im Dezember wurde er den Mitgliedern des Zentralkomitees vorgestellt. Weder in Bulgarien noch in Moskau fand die Idee Befürworter.

1965 kam es zu einer Verschwörung um das Mitglied des Zentralkomitees Todorov-Gorunya. Involviert waren zahlreiche Generäle und Parteikader, die einen maoistisch-chinesischen Kommunismus wollten. Nach ihrer Beseitigung festigte Zhivkov seine Position. Die alte Anrede Die Partei mit dem Zentralkomitee an der Spitze gefolgt von Die Partei mit Todor Zhivkov an der Spitze wurde in Die Partei unter der Führung von Genosse Todor Zhivkov geändert. Seit den 1950ern wurde der (enorm wachsenden) türkischen Minderheit die Rechte auf eigenen Rundfunk, Zeitungen und Unterricht in Türkisch genommen. 1984/85 mußten die türkischen in bulgarische Namen umgeändert werden, Grabsteine wurden geändert. Als Reaktion wurden einige Bulgaren durch türkische Aktivisten getötet. Da die Bulgarisierung so nicht funktionierte, sind 1988/89 Hundertausende in die Türkei ausgewandert.[3]

Nachwendezeit

Seit 2004 ist Bulgarien Mitglied der NATO und seit 2007 der Europäischen Union (EU).

Bevölkerung

Wie auch andere osteuropäische Staaten leidet Bulgarien unter Auswanderung. Neben Un- und Mittelqualifizierten wandern auch Hochqualifizierte aus dem Land aus. Wie eine Statistik des bulgarischen Ärzteverbands zeigt, verließen 2012 mehr Ärzte das Land als eine Approbation erhielten.[4] Kein anderes Land der Welt hat einen stärkeren Bevölkerungsrückgang als Bulgarien.[5]

EU-Außengrenze

Aufgrund seiner Lage an Außengrenze des Schengen-Raums ist Bulgarien, ähnlich wie Griechenland, Italien und Spanien, ein Einfallstor für kriminelle Einwanderer, die über die Türkei oder das Mittelmeer und Griechenland (→ Kriminelle See-Einwanderung) kommend, Bulgarien als „Sprungbrett“ ins wohlhabende West- und Nordeuropa nutzen.

Bulgarien verstößt dabei, wie die zuvor erwähnten Länder und Polen, systematisch gegen die Drittstaatenregelung, indem es Asylbetrüger mit amtlichen Dokumenten ausstattet, die zur Weiterreise in westliche EU-Staaten (z. B. BRD, BRÖ) nötig sind.[6]

2013 begann Bulgarien damit einen 33 Kilometer langen stacheldrahtbewehrten Zaun an der Grenze zur Türkei zu erreichen. Diese Zaun soll nach einem Beschluß der bulgarischen Regierung im Jahr 2015 um weitere 100 Kilometer verlängert werden. Neben „normalen“ illegalen Einwanderern aus z. B. Afghanistan (Asien) und Syrien (Naher Osten), wird Bulgarien auch von Terrorkämpfern des Islamischen Staates (IS) als Transitland zur Ein- und Ausreise in die Türkei genutzt, von wo aus der Grenzübertritt ins (Bürger)Kriegsland Syrien erfolgt. Weiterhin sollen sich IS-Anhänger bei der bulgarischen Mafia mit gefälschten Pässen versorgen. Ferner dürfte es bei der Regierung des Landes – die unter Druck der Bevölkerung steht – berechtigte Sorge vor dem Einsickern von radikalen Mohammedanern geben, denn das Land hat neben starken Zigeuner-Minderheit auch noch eine Minderheit von Türken – also Mohammedanern –, womit die Gefahr der Islamisierung real ist.[7]

Galerie

Verweise

Aktuelles
Allgemeines

Literatur

  • Bulgaria-Jahrbuch, 1940 bis 1944.
  • Kurt Haucke: Bulgarien - Land • Volk • Geschichte • Kultur • Wirtschaft, 1942.
  • Daniela Koleva: Belene - remembering the labour camp and the history of memory. In: Social History, Heft 1, 2012, S.1-18.

Fußnoten

  1. Bulgarien. Heft 9. Volk und Reich, 1939.
  2. Wer hat Deutschland den Krieg erklärt?, in: Rolf Kosiek / Olaf Rose (Hrsg.): Der Große Wendig. Grabert Verlag, Tübingen, Band 1, 2006, S. 611–613 (611)
  3. Stefan Krause: Todor Zhivkov. Bulgaria’s Long-Time Communist Leader. In: Bernd Fischer (Hg.): Balkan Strongmen – Dictators and Authoritarian Rulers of South Eastern Europe, 2007, S. 355-391.
  4. Junge Freiheit, 13/15, S. 19
  5. FAZ, 10. Februar 2018, S. 8
  6. Unzensuriert.at: Bulgarische Regierung schleust Syrien-Flüchtlinge weiter
  7. Junge Freiheit, 30/15, S. 9
  8. Zur bulgarischen Literatur um 1940: Haider, Rudolf: Das Schrifttum der Bulgaren - Ideologie und Wirklichkeit. In: Bücherkunde. Heft 1. 1942. S. 6-12.
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