Gustav II. Adolf

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Gustav II. Adolf[1]

Gustav II. Adolf (schwed.: Gustaf II Adolf; geb. 19. Dezember[2] 1594 in Stockholm; gest. 16. November[3] 1632 bei Lützen) aus der Herrscherfamilie der Wasa stammend, war von 1611 bis 1632 König von Schweden und eine der bedeutendsten Figuren der schwedischen Geschichte im allgemeinen und des Dreißigjährigen Krieges im besonderen. Er trug durch sein militärisch-politisches Handeln wesentlich zu Schwedens Erlangen einer Hegemonialstellung im nördlichen Europa bei, welche bis Anfang des 18. Jahrhunderts Bestand hatte. Seine Frau war Maria Eleonora von Brandenburg. Gustav war ein Sohn Karls IX. und Prinzessin Christine von Schleswig-Holstein-Gottorfs sowie ein Enkel Gustavs I.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Gustav zeigte bereits als Kind höhere Anlagen, erhielt eine sehr sorgfältige Erziehung und begleitete schon als Knabe seinen Vater auf Reisen und Feldzügen. Nach dem Tod des Vaters 1611 wurde er, obschon erst 17 Jahre alt, durch die Stände für mündig erklärt und übernahm sogleich selbst die Regierung. Zugleich erkannte er sehr bald in Axel Orenstjerna, dem jüngsten unter den damaligen Reichsräten, den großen Staatsmann und ernannte ihn zum Reichskanzler. Unter den drei Kriegen, die ihm der Vater als Erbschaft hinterlassen hatte, versuchte er den mit Dänemark, der im Mittelpunkt seines Reichs geführt wurde, zuerst beizulegen. Nach harten Kämpfen gelang es ihm, unter Englands Vermittelung den Frieden von Knäred (20. Januar 1613) abzuschließen, in dem er gegen Zahlung von 1 Million Reichstalern alles von den Dänen Eroberte zurückerhielt.

Von dem gefährlichsten seiner Feinde befreit, wendete er nun seine Streitmacht sogleich gegen Rußland. Hier hatten die Schweden bereits unter Jakob De la Gardie große strategische Vorteile erlangt, die durch Gustav Adolfs Teilnahme am Kampf seit 1614 so überwiegend wurden, daß sich Zar Michael genötigt sah, den Frieden von Stolbowo (27. Februar 1617) zu unterzeichnen, durch den Kexholm, Karelien und Ingermanland an Schweden abgetreten und diesem auch noch Estland und Livland zugesagt wurden.

Derweil hatten die Zwistigkeiten mit Polen, dessen König Sigismund III. (ein Vetter Gustav Adolfs) nach dem Tode Karls IX. seine Ansprüche auf den schwedischen Thron erneuert hatte, mit kurzen Unterbrechungen fortgedauert. Als die Unterhandlungen Gustav Adolfs während des mehrmals geschlossenen Waffenstillstandes nicht zum erwünschten Ziel führten, begann er 1621 den Feldzug gegen Polen aufs neue und machte in Livland, Kurland, Litauen und im Königlichen Preußen große Eroberungen, die nur 1629, als eine Hilfssendung von 10.000 Mann Österreichern unter Arnim die Polen verstärkte, auf kurze Zeit unterbrochen wurden.

Dreißigjähriger Krieg

Unterdessen hatten in Deutschland die großen Erfolge, die Kaiser Ferdinand II. im Dreißigjährigen Krieg mit Hilfe Wallensteins errang, die politische Freiheit und den protestantischen Glauben immer gefährlicher bedroht. Hinzu kam, daß Gustav Adolf die Gelegenheit für günstig hielt, für Schweden die Herrschaft über die Ostsee und die Ostseeküsten zu erringen und sein Königreich zu einer Österreich und Frankreich ebenbürtigen Großmacht zu erheben. Demnach kam, nachdem Gustav Adolf schon 1628 das von Wallenstein bedrängte Stralsund durch eine Truppensendung unterstützt hatte, unter Frankreichs Vermittelung zwischen Polen und Schweden am 16. September 1629 ein Waffenstillstand auf sechs Jahre zustande, der den König von Schweden im Besitz Livlands und einiger Plätze in Preußen ließ und ihm freie Hand gegen den römisch-deutschen Kaiser gab.

In der Aussicht auf ein Bündnis mit Frankreich, das auch im Januar 1631 in Bärwalde geschlossen wurde, rüstete sich Gustav Adolf zum Krieg, hielt am 19. Mai 1630 vor den versammelten schwedischen Ständen eine kraftvolle Rede, wobei er seine Tochter Christine als Thronerbin vorstellte, schiffte sich am 30. Mai mit 13.000 Mann schwedischer Truppen in den Schären ein und landete am 24. Juni bei der Insel Ruden an Deutschlands Küste, während der größte Teil der Truppen am 26. Juni in Peenemünde auf Usedom in Pommern ausgesetzt wurde. Trotz der Schwierigkeiten, die sich ihm in dem Wankelmut und dem Mißtrauen der deutschen Fürsten entgegenstellten, siegte er überall über die kaiserlichen Truppen. Er zwang den Herzog von Pommern, Bogislaw XIV. sowie die Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg und Johann Georg von Sachsen, sich mit ihm zu vereinigen, vermochte aber nicht, Magdeburg zu retten (→ „Magdeburger Hochzeit“). Er setzte die geächteten Herzöge von Mecklenburg wieder ein, schlug Tilly am 17. September 1631 in der Schlacht bei Breitenfeld, durchzog erobernd die Main- und Rheingegenden sowie Bayern, bis er, zur Rettung des Kurfürsten von Sachsen nach Sachsen zurückeilend, in der Schlacht bei Lützen am 16. November 1632 gegen Wallenstein den Tod fand.

Wirkung und Beurteilung

Die Beurteilung der großen Persönlichkeit Gustav Adolfs hat vielfach geschwankt; weder war er nur der ideale Glaubensheld, zu dem ihn eine protestantisch-theologische Auffassung gemacht hat, noch war er nur der Realpolitiker, dem der Kampf um den Glauben nur ein von ihm selbst verspotteter Vorwand war, wozu ihn eine ins Gegenteil verfallende Geschichtsauffassung hat stempeln wollen.

Gustav Adolfs letzte politische Ziele ermessen zu wollen, ist schwer; die Gründung eines schwedischen Ostseereichs und damit auch Deutschlands Abdrängung von diesem dann schwedisch dominierten Meer wird das Äußerste gewesen sein, dem er wirklich zugestrebt hat. Es waren Ziele, die zum Teil von Schweden im späteren Frieden durchgesetzt wurden.

Auch für die innere Entwicklung seines Landes war Gustav Adolfs Regierung von größter Bedeutung. Mitten unter dem Kriegsgetümmel wurde dort auf allen Feldern des Kulturlebens Bedeutendes geleistet. Das Staatsrecht wurde durch die Reichstagsordnung von 1617 und die Ritterhausordnung von 1626 entwickelt. Die gesamte Verwaltung wurde mustergültig organisiert, der Reichsrat erhielt Permanenz und wurde, sich in Reichskollegien verzweigend, zum Mittelpunkt der Administration; ferner erfolgte eine konsequent durchgeführte, systematische Einteilung der schwedischen Läne und Bezirke. Das Steuerwesen wurde vereinfacht, die Rechtspflege durch die Gerichtsordnung von 1614 und die Organisation der „Hofgerichte“ zu Stockholm (1614), Äbo (1628) und Dorpat (1629) reformiert. Hinsichtlich des Heerwesens wurde schon damals der Grund zu dem durch Karl XI. vollbrachten „indelnings-werk“ gelegt.

Das schwedische Unterrichtswesen durfte nach den Reformen Gustav Adolfs als eines der bestgeordneten ganz Europas angesehen werden; die Hochschule zu Uppsala wurde durch die wahrhaft königliche Donation der gesamten „Gustavianischen“ Erbgüter aus ihrem zeitweiligen Verfall emporgehoben und eine neue Universität in Dorpat eingerichtet, sowie auch Gymnasien in den Stiftsstädten. Eine rege Wirksamkeit herrschte auch auf dem Gebiet der materiellen Kultur; die reichen Bergwerke Schwedens blühten wieder auf, so auch der Handel, beides infolge wallonischer und holländischer Einwanderungen; 15 Städte wurden neu angelegt und Versuche gemacht, Schweden einen Anteil an dem großen Welthandel zu verschaffen und überseeische Kolonien zu erwerben.

Freilich fehlte es auch nicht an Schatten neben dem Glanz seiner Regierung; es waren dies unter anderem die wachsende Übermacht des Adels und der harte Druck, den die Steuern und Aushebungen auf das schwedische Volk ausübten.

Auf dem Gebiet der militärischen Taktik war Gustav Adolfs Tätigkeit epochemachend. Auch schuf er durch strenge Manneszucht eine Armee, die bezüglich ihrer moralischen Tüchtigkeit damals ihresgleichen nicht hatte.


Zu seinem Wirken heißt es außerdem:

„Der erste wahre Führer, in dem sich die edelsten Züge der Zeit geschlossen zusammenfinden, tritt in diesem Kriege auf, als Gustav Adolf von Schweden an der pommerschen Küste landet. Wohl gehört er nicht dem deutschen, sondern dem nordischen Brudervolk an; doch wahrt er unter den deutschen Fürsten mit Fug seinen Platz. Ohne ihn wäre das deutsche Volk der Überfremdung durch die Mächte verfallen, die es allseits bedrohten. Nicht daß er zum Schirmherr einer Konversion sich erhob, gibt ihm den deutschen Rang; aber er hat den fremden politischen Zielen, die hinter den konventionellen Vorwänden lauerten, den entscheidenden Widerpart entgegengestellt. Als die Heere der Liga, der Schutzmacht habsburgisch-römisch-spanischer Herrschaftspläne, vor seinen Schlägen durch Deutschland flohen, als säße ihnen ein Rächer im Rücken, brach wie unter Armins Siegen ein fremdes System der Unterdrückung zusammen. Lange noch zwar sollte es dauern, bis die Nation ihre eigene Gestalt fand; aber mit Gustav Adolfs Siegen war eine der stärksten Bedrohungen, die sich dem eingeborenen, nur tief verborgenen Willen zur eigenen deutschen Gestalt entgegenstanden, hinweggeträumt.“[4]

Literatur

Fußnoten

  1. Kupferstich von Willem Jacobszoon Delff
  2. Nach dem Julianischen Kalender geb. am 9. Dezember.
  3. Nach dem Julianischen Kalender gest. am 6. November.
  4. Karl Richard Ganzer: Das deutsche Führergesicht, 200 Bildnisse deutscher Kämpfer und Wegsucher aus zwei Jahrtausenden, 1937 Lehmanns-Verlag München
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