Hanse

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Die Hanse (ahd. Hansa „Gruppe, Gefolge, Schar“) waren Vereinigungen, deren Ziel die Vertretung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen besonders gegenüber dem Ausland war. Der Kaufmannsbund entwickelte sich Mitte des 14. Jahrhunderts zu einem Städtebund. In den Zeiten ihrer größten Ausdehnung waren beinahe 200 See- und Binnenstädte Nordeuropas in der Hanse zusammengeschlossen. Die Hanse war in Nordeuropa nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern auch auf politischem und kulturellem Gebiet ein wichtiger Faktor.

Die deutsche Hanse prägte 500 Jahre europäischer Geschichte und gilt heute für viele als ein idealistisches, wenn auch utopisches Vorbild für das nordische Europa.

Geschichte

Siegel hansischer Städte. In: Hans Hagemeyer (Hg.): Deutsche Grösse. 1944. S. 114 der Nachkriegsausgabe der amerikanischen Besatzungszone (ohne Vorwort Alfred Rosenberg und Kapitel zum Ersten Weltkrieg/Systemzeit/Drittes Reich.)

Anfänge

Geschwächt durch den Kampf des deutschen Kaisers gegen die Herrschaftsansprüche Roms, durch die Auflehnungen der Fürsten gegen die kaiserliche Macht, hatte das Erste Reich nicht die Kraft, wirkungsvoll die deutschen Interessen nach außen zu vertreten. Infolgedessen schlossen sich im 13. Jahrhundert eine Reihe deutscher Städte, zuerst Lübeck und Hamburg, kurz darauf vermehrt um Wismar und Rostock, zur Hansa zusammen, um den deutschen Ostseehandel zu schützen. Im Laufe des 14. Jahrhunderts treten neben den großen Hafenorten Stettin, Danzig, Königsberg und Riga auch Binnenstädte wie Köln, Braunschweig, Magdeburg und Berlin dem Bunde bei. Kontore im Ausland, u. a. in London, Oslo und Bergen, wurden gegründet, um den deutschen Handel zu tragen.

Farben

Die Farben der Hanse (Weiß und Rot) finden sich auch heute noch in den Stadtwappen vieler Hansestädte. Sie gaben auch die Farben für die Flagge Schwarz-Weiß-Rot.

Seemacht

Die Hanse war die erste deutsche Seemacht der Geschichte. Die zweite war die von Großadmiral von Tirpitz ausgebaute Kaiserliche Marine.

Aufstreben und Niedergang

Die Macht der Hansa war bald so groß, daß sie es wagen konnte als Kölner Konföderation, ohne Hilfe des Reiches, einen Krieg gegen Dänemark zu führen. Der dänische König mußte, seinen Reichsrat vorschiebend, im Friede von Stralsund aufgeben. Die Hansa hatte fortan Einfluß auf die Wahl der dänischen Herrscher.

Die Führung hatte Lübeck, die „Königin der Ostsee“. Hier versammelten sich die Sendboten der Hansestädte, hier wurden Empfänge, Feste und Gerichtssitzungen abgehalten. Hier wurde „verhanset“, wer gegen die Bundesregeln verstieß, hier wurde über Krieg und Frieden geboten. Zwei Jahrhunderte beherrschte die Hanse zum Segen des deutschen Handels Nord- und Ostsee. Ohne Unterstützung durch Kaiser und Fürsten vertrat ein großes Bürgergeschlecht das Reich machtvoll in der Welt.

Doch um 1500 sank die Macht der Hanse durch die Veränderungen der Welthandelswege im Gefolge der großen Entdeckungen in Übersee. Die nordischen Länder erstarkten, ein Absatzgebiet nach dem anderen ging verloren, und der Kaiser überließ die Städte ihrem Schicksal. Lübeck, Hamburg und Bremen haben das Erbe der Hanse am längsten bewahrt.

Siehe auch

Literatur

  • Dietrich Schäfer:
    • Die Hanse, 1903 (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
    • Die Hanse und ihre Handelspolitik, Vortrag 1885 (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Theodor Lindner: Die deutsche Hanse. Ihre Geschichte und Bedeutung, 1899 (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Walther Stein: Die Hanse und England; ein hansisch-englischer Seekrieg im 15. Jahrhundert (1905) (PDF-Datei)
  • Wilhelm Stieda: Hansisch-Venetianische Handels-Beziehungen im 15. Jahrhundert, 1894 (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Felix Buck: Deutschlands Aufgabe im Osten. Die Hanse als Vorbild wirtschaftlicher Zusammenarbeit (Klappentext)
  • Hermannus Pfeiffer: Seemacht Deutschland. Die Hanse, Kaiser Wilhelm II. und der neue Maritime Komplex, Ch. Links Verlag (2009), ISBN 978-3861535133